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Электронная книга - «Das Werk der Artamonows». Краткое содержание книги:

Das Werk der Artamonows
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Vor dem Abendtee fragte Artamonow Jakow:

»Wo ist denn Ilja?«

»Ich weiß nicht; er saß dort auf dem Hügel unter der Fichte.«

»Rufe ihn. Nein, es ist nicht nötig. Wie ist's bei euch, vertragt ihr euch?«

Es kam ihm so vor, als ob der jüngere Sohn kaum merklich lächelte, als er sagte:

»Es geht, wir sind einig.«

»Und vielleicht doch nicht ganz? Sprich die Wahrheit ...«

Jakow sann mit gesenkten Augen nach:

»In unseren Gedanken sind wir nicht ganz einig.«

»In welchen Gedanken?«

»Im allgemeinen, über alles.«

»Worüber denn?«

»Er hält sich bei allem an die Bücher, ich gehe aber einfach vom Verstande aus. Wie ich die Dinge sehe.«

»So«, sagte der Vater und verstand es nicht, ihn eingehender auszufragen.

Er warf sich den Leinenmantel über die Schultern, nahm den Stock, ein Geschenk Alexejs, dessen Griff eine silberne Vogelkralle mit einer Malachitkugel darstellte, und blickte, als er aus dem Tor gegangen war, unter der vorgehaltenen Handfläche auf den Hügel am Fluß, – dort lag unter einem Baum Ilja im weißen Hemd.

»Der Sand ist heute etwas feucht. Er ist unvorsichtig und kann sich erkälten.«

Der Vater ging ohne Eile zu ihm und erwog ehrlich die Schwere all der Worte, die er dem Sohn unbedingt sagen mußte; dabei trat er die grauen Grashalme nieder, die brüchig knisterten. Der Sohn lag mit dem Rücken nach oben, las in einem dicken Buch und klopfte mit einem Bleistift auf die Seiten; beim Geräusch der Schritte bog er gelenkig den Hals, sah den Vater an und, nachdem er den Bleistift zwischen die Seiten des Buches gelegt hatte, klappte er es geräuschvoll zu; dann setzte er sich hin, lehnte seinen Rücken an den Fichtenstamm und streifte das Gesicht des Vaters mit einem freundlichen Blick. Artamonow setzte sich schnaufend auf eine nackte, bogenförmige Wurzel.

»Wir wollen heute nicht vom Werk sprechen, das hat noch Zeit, wir wollen einfach plaudern.«

Aber Ilja umfing die Knie mit den Armen und sagte halblaut:

»Papa, ich habe also beschlossen, mich der Wissenschaft zu weihen.«

»Zu weihen,« wiederholte der Vater. »Als ob du Pope werden wolltest.« Er wollte scherzhaft sprechen, hörte jedoch, daß seine Worte düster und beinahe zornig klangen; er ärgerte sich über sich selbst und schlug mit dem Stock auf den Sand. Und sofort begann etwas Unverständliches und Unnötiges; Iljas blaue Augen verdunkelten sich, die scharf gezeichneten Brauen zogen sich zusammen, er warf die Haare aus der Stirn zurück und begann mit häßlicher Hartnäckigkeit zu sprechen:

»Ich will kein Fabrikant werden, ich tauge nicht für diese Beschäftigung.«

»Ganz ebenso spricht Tichon«, bemerkte der Vater lächelnd.

Der Sohn begann, ohne seine Worte zu beachten, auseinanderzusetzen, weshalb er weder ein Fabrikant, noch der Leiter irgendeines Unternehmens sein wollte; er sprach lange, etwa zehn Minuten, und ab und zu fing der Vater in seinen Worten etwas scheinbar Richtiges auf, das sogar in angenehmer Weise seinen eigenen verworrenen Gedanken entsprach; im großen und ganzen sah er jedoch klar, daß der Sohn unvernünftige und kindische Ansichten äußerte.

»Worte«, sagte er, den Stock neben dem Fuß des Sohnes in den Sand steckend. »Worte! Das ist alles nicht so. Das ist Unsinn. Man muß kommandieren. Ohne Kommando kann das Volk nicht leben. Ohne Nutzen wird niemand arbeiten. Man sagt immer: ›Welchen Nutzen habe ich davon?‹ Alles dreht sich um diese Spindel. Sieh doch, wieviel Sprüche es gibt: ›Der Gevatter wär' ein heiliger Mann, doch sein Herz nicht ohne Gewinn sein kann!‹ Oder ›Auch der Heilige betet um des Nutzens willen.‹ Die Maschine ist ein totes Ding, doch auch sie will geschmiert sein.«

Er sprach ohne Erregung und suchte sich an passende Sprichwörter zu erinnern, mit deren Weisheit er seine Rede reichlich würzte. Es gefiel ihm, daß er ruhig sprach, ohne daß die Worte, die er leicht fand, ihm Schwierigkeiten bereiteten, und er war sicher, daß die Unterredung gut enden würde. Der Sohn schüttete schweigend Sand aus einer Hand in die andere, siebte die roten Baumnadeln durch und blies sie von der Handfläche weg. Plötzlich sagte er aber ebenfalls ruhig:

»Das alles überzeugt mich nicht. Mit dieser Weisheit kann man nicht länger leben.«

Pjotr Artamonow stand auf, indem er sich auf den Stock stützte. Der Sohn half ihm nicht dabei.

»So. Der Vater spricht also nicht die Wahrheit?«

»Es gibt eine andere Wahrheit.«

»Du lügst. Es gibt keine andere.«

Und der Vater sagte, mit dem Stock in der Richtung der Fabrik hinweisend:

»Da ist die Wahrheit! Dein Großvater hat damit begonnen, ich habe mein ganzes Leben dafür hingegeben und jetzt ist die Reihe an dir. Das ist alles. Und was willst du? Wir haben gearbeitet, und du willst dich unterhalten? Du willst durch fremde Mühe als Heiliger leben? Das ist nicht übel erdacht? Geschichte! Pfeif auf die Geschichte! Die Geschichte ist kein Mädchen, man kann sie nicht heiraten. Und was soll diese dumme Geschichte? Wozu ist sie gut? Ich werde dir aber nicht erlauben, zu faulenzen...«

Da Pjotr Artamonow fühlte, daß er übermäßig zornig zu sprechen begann, versuchte er, seine Worte abzuschwächen:

»Ich verstehe, du willst in Moskau leben; dort ist es lustiger. Auch Alexej ...«

Ilja hob das Buch auf, blies die Sandkörnchen weg und sagte:

»Erlauben Sie mir zu studieren.«

»Ich erlaube es nicht!« schrie der Vater auf und steckte den Stock in den Sand. »Bitte nicht darum.«

Da stand auch Ilja auf und sagte halblaut, indem er mit farblos gewordenen Augen über die Schulter des Vaters blickte:

»Nun gut, dann werde ich ohne die Erlaubnis auskommen müssen.«

»Du wirst es nicht wagen!«

»Man kann einem Menschen nicht verbieten zu leben, wie er will«, sagte Ilja, den Kopf schüttelnd.

»Einem Menschen? Du bist mein Sohn und kein Mensch. Was bist du für ein Mensch? Alles, was du hast, ist von mir.«

Das entschlüpfte ihm ganz von selbst, das durfte nicht gesagt werden. Pjotr dämpfte seine Stimme und sagte, vorwurfsvoll den Kopf wiegend:

»So vergiltst du mir meine Sorgen um dich? Ach, du Narr...«

Er sah, daß Ilja errötete, und daß ihm die Hände zitterten, der Sohn wollte sie in die Hosentaschen verstecken, doch die Hände fanden die Taschen nicht. Und da Pjotr fürchtete, der Sohn könnte irgendetwas Überflüssiges und nicht wieder Gutzumachendes bemerken, sagte er selbst eilig:

»Ich habe deinetwegen einen Menschen getötet ... vielleicht ...«

Artamonow fügte »vielleicht« hinzu, weil er, nachdem die ersten Worte ausgesprochen waren, sofort begriff, daß man sie in einem solchen Augenblick einem Jungen, der ihn sichtlich nicht verstehen wollte, nicht sagen durfte.

»Er wird gleich fragen: was für einen Menschen?« dachte er und schritt schnell über den sandigen Hügelabhang hinunter, während der Sohn gellend laut hinter seinem Nacken schrie:

»Sie haben nicht nur einen getötet, – dort ist ein ganzer Kirchhof der von dem Werk Ermordeten.«

Artamonow blieb stehen und wandte sich um; Ilja hatte die Hand ausgestreckt und wies mit dem Buch auf die in den grauen Himmel ragenden Kreuze. Der Sand knirschte unter den Füßen des Vaters, es fiel Artamonow ein, daß er schon vor einigen Minuten etwas Beleidigendes über das Werk und den Kirchhof gehört hatte. Er wollte das, was ihm entschlüpft war, vertuschen, es war nötig, daß der Sohn es vergaß, und Artamonow schritt auf Bärenart rasch auf ihn zu, schwang, in dem Bestreben, ihn zu erschrecken, den Stock und schrie:

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