Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Novellen - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Novellen

Электронная книга - «Novellen». Краткое содержание книги:

DER AMOKLÄUFER
VERWIRRUNG DER GEFÜHLE
Angst
DER STERN ÜBER DEM WALDE
DIE LIEBE DER ERIKA EWALD
BRENNENDES GEHEIMNIS
VERGESSENE TRÄUME
DIE HOCHZEIT VON LYON
UNTERGANG EINES HERZENS
DIE GLEICH-UNGLEICHEN SCHWESTERN
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 23
Перейти на страницу:

Die Stimme im Dunkeln hielt inne. Auch die Pfeife glimmte nicht mehr. So still war es, da� ich mit einem Male wieder das Wasser h�rte, das sich sch�umend am Kiel brach, und den fernen, dumpfen Herzsto� der Maschine. Ich h�tte mir gern eine Zigarette angez�ndet, aber ich hatte Furcht vor dem grellen Aufschlag des Z�ndholzes und dem Reflex in seinem Gesicht. Er schwieg und schwieg. Ich wu�te nicht, ob er zu Ende sei, ob er duselte, ob er schlief, so tot war sein Schweigen.

Da schlug die Schiffsglocke einen geraden, kr�ftigen Schlag: ein Uhr. Er fuhr auf; ich h�rte wieder das Glas klingen. Offenbar tastete die Hand suchend zum Whisky hinab. Ein Schluck gluckste leise - dann pl�tzlich begann die Stimme wieder, aber jetzt gleichsam gespannter, leidenschaftlicher.�Ja also� warten Sie� ja also, das war so. Ich sitze da droben in meinem verfluchten Nest, sitze wie die Spinne im Netz regungslos seit Monaten schon. Es war gerade nach der Regenzeit, Wochen und Wochen hatte es auf das Dach gepl�tschert, kein Mensch war gekommen, kein Europ�er, t�glich, t�glich hatte ich dagesessen mit meinen gelben Weibern im Haus und meinem guten Whisky. Ich war damals gerade ganz�down�, ganz europakrank; wenn ich irgendeinen Roman las von hellen Stra�en und wei�en Frauen, begannen mir die Finger zu zittern. Ich kann Ihnen den Zustand nicht ganz schildern, es ist eine Art Tropenkrankheit, eine w�tige, fiebrige und doch kraftlose Nostalgie, die einen manchmal packt. So sa� ich damals, ich glaube �ber einem Atlas, und tr�umte mir Reisen aus. Da klopft es aufgeregt an die T�r, der Boy steht drau�en und eines von den Weibern, beide haben die Augen ganz aufgerissen vor Erstaunen. Sie machen gro�e Geb�rden: eine Dame sei hier, eine Lady, eine wei�e Frau.

Ich fahre auf. Ich habe keinen Wagen kommen geh�rt, kein Automobil. Eine wei�e Frau hier in dieser Wildnis?

Ich will die Treppe hinab, rei�e mich aber noch zur�ck. Ein Blick in den Spiegel, hastig richte ich mich ein wenig zurecht. Ich bin nerv�s, unruhig, irgendwie gequ�lt von unangenehmem Vorgef�hl, denn ich wei� niemanden auf der Welt, der aus Freundschaft zu mir k�me. Endlich gehe ich hinunter. Im Vorraum wartet die Dame und kommt mir hastig entgegen. Ein dicker Automobilschleier verh�llt ihr Gesicht. Ich will sie begr��en, aber sie f�ngt mir rasch das Wort ab.�Guten Tag, Doktor, sagt sie auf englisch in einer flie�enden (etwas zu leicht flie�enden und wie im voraus eingelernten) Art.�Verzeihen Sie, da� ich sie �berfalle. Aber wir waren gerade in der Station, unser Auto h�lt dr�ben�- warum f�hrt sie nicht bis vors Haus, schie�t es mir blitzschnell durch den Kopf-�da erinnerte ich mich, da� Sie hier wohnen. Ich habe schon so viel von Ihnen geh�rt, Sie haben ja eine wirkliche Zauberei mit dem Vizeresidenten gemacht, sein Bein ist wieder tadellos allright, er spielt Golf wie fr�her. Ah, ja, alles spricht noch davon drunten bei uns, und wir wollten alle unseren brummigen Surgeon und noch die zwei �ndern hergeben, wenn Sie zu uns k�men. �berhaupt, warum sieht man Sie nie drunten, Sie leben ja wie ein Joghi� �

Und so plappert sie weiter, hastig und immer hastiger, ohne mich zu Worte kommen zu lassen. Etwas Nerv�ses und Fahriges ist in diesem talkigen Geschw�tz, und ich werde selbst unruhig davon. Warum spricht sie so viel, frage ich mich innerlich, warum stellt sie sich nicht vor, warum nimmt sie den Schleier nicht ab? Hat sie Fieber? Ist sie krank? Ist sie toll? Ich werde immer nerv�ser, weil ich die L�cherlichkeit empfinde, so stumm vor ihr zu stehen, �berg�ssen von ihrer prasselnden Geschw�tzigkeit. Endlich stoppt sie ein wenig, und ich kann sie hinaufbitten. Sie macht dem Boy eine Bewegung, zur�ckzubleiben, und geht vor mir die Treppe empor.�Nett haben Sie es hier�, sagt sie, in meinem Zimmer sich umsehend.�Ah, die sch�nen B�cher! die m�chte ich alle lesen! �Sie tritt an das Regal und mustert die B�chertitel. Zum erstenmal, seit ich ihr entgegengetreten, schweigt sie f�r eine Minute.�Darf ich Ihnen einen Tee anbieten?�frage ich. Sie wendet sich nicht um und sieht nur auf die B�chertitel.�Nein, danke, Doktor� wir m�ssen gleich wieder weiter� ich habe nicht viel Zeit� war ja nur ein kleiner Ausflug� Ach, da haben Sie auch den Flaubert, den liebe ich so sehr� wundervoll, ganz wundervoll, die �Education sentimentale�,� ich sehe, Sie lesen auch franz�sisch� Was Sie alles k�nnen!� ja, die Deutschen, die lernen alles auf der Schule� Wirklich gro�artig, so viel Sprachen zu k�nnen!� Der Vizeresident schw�rt auf Sie, sagt immer, Sie seien der einzige, dem er unter das Messer ginge� unser guter Surgeon dr�ben taugt gerade zum Bridgespiel� �brigens wissen Sie - (sie wendete sich noch immer nicht um) heute kams mir selbst in den Sinn, ich sollte Sie einmal konsultieren� und weil wir eben vor�berfuhren, dachte ich� nun, Sie haben jetzt wohl zu tun� ich komme lieber ein andermal. �

�Deckst du endlich die Karten auf!�dachte ich mir sofort. Aber ich lie� nichts merken, sondern versicherte ihr, es w�rde mir nur eine Ehre sein, jetzt und wann immer sie wolle, ihr zu dienen.�Es ist nichts Ernstes�, sagte sie, sich halb umwendend und gleichzeitig in einem Buch bl�tternd, das sie vom Regal genommen hatte,�nichts Ernstes� Kleinigkeiten� Weibersachen� Schwindel, Ohnm�chten. Heute fr�h schlug ich, als wir eine Kurve machten, pl�tzlich hin, raide morte� der Boy mu�te mich aufrichten im Auto und Wasser holen� nun, vielleicht ist der Chauffeur zu rasch gefahren� meinen Sie nicht, Doktor?�

�Ich kann das so nicht beurteilen. Haben Sie �fter derlei Ohnmachten?�

�Nein�, das hei�t ja� in der letzten Zeit� gerade in der allerletzten Zeit� ja� solche Ohnm�chten und �belkeiten. �

Sie steht schon wieder vor dem B�cherschrank, tut das Buch hinein, nimmt ein anderes heraus und bl�ttert darin. Merkw�rdig, warum bl�ttert sie immer so� so nerv�s, warum schaut sie unter dem Schleier nicht auf? Ich sage mit Absicht nichts. Es reizt mich, sie warten zu lassen. Endlich f�ngt sie wieder an in ihrer nonchalanten, plapperigen Art.�Nicht wahr, Doktor, nichts Bedenkliches das? Keine Tropensache� nichts Gef�hrliches� ��Ich m��te erst sehen, ob Sie Fieber haben. Darf ich um Ihren Puls bitten� �

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ... 23
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)