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Novellen

Электронная книга - «Novellen». Краткое содержание книги:

DER AMOKLÄUFER
VERWIRRUNG DER GEFÜHLE
Angst
DER STERN ÜBER DEM WALDE
DIE LIEBE DER ERIKA EWALD
BRENNENDES GEHEIMNIS
VERGESSENE TRÄUME
DIE HOCHZEIT VON LYON
UNTERGANG EINES HERZENS
DIE GLEICH-UNGLEICHEN SCHWESTERN
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Ich taumelte die T�re hinaus� Eine Stunde schlich ich noch um das Haus herum, besessen von der wahnwitzigen Hoffnung, sie w�rde vielleicht nach mir suchen� dann nahm ich mir erst ein Zimmer im Strandhotel und zwei Flaschen Whisky auf das Zimmer� die und eine doppelte Dosis Veronal halfen mir� ich schlief endlich ein� und dieser dumpfe, schlammige Schlaf war die einzige Pause in diesem Rennen zwischen Leben und Tod. �

Die Schiffsglocke klang. Zwei harte, volle Schl�ge, die noch im weichen Teich der fast reglosen Luft zitternd weiterschwangen und dann verebbten in das leise, unaufh�rliche Rauschen, das unter dem Kiele und zwischen der leidenschaftlichen Rede beharrlich mitlief. Der Mensch im Dunkeln mir gegen�ber mu�te erschreckt aufgefahren sein, seine Rede stockte. Wieder h�rte ich die Hand hinab zur Flasche fingern, wieder das leise Glucksen. Dann begann er, gleichsam beruhigt, mit einer festeren Stimme.�Die Stunden von diesem Augenblick an kann ich Ihnen kaum erz�hlen. Ich glaube heute, da� ich damals Fieber hatte, jedenfalls war ich in einer Art �berreiztheit, die an Tollheit grenzte - ein Amokl�ufer, wie ich Ihnen sagte. Aber vergessen Sie nicht, es war Dienstag nachts, als ich ankam, Samstag aber sollte - dies hatte ich inzwischen erfahren - ihr Gatte mit dem P. O. -Dampfer von Yokohama eintreffen, es blieben also nur drei Tage, drei knappe Tage f�r den Entschlu� und f�r die Hilfe. Verstehen Sie das: ich wu�te, da� ich ihr sofort helfen mu�te, und konnte doch kein Wort zu ihr sprechen. Und gerade dieses Bed�rfnis, mein l�cherliches, mein tollw�tiges Benehmen zu entschuldigen, das hetzte mich weiter. Ich wu�te um die Kostbarkeit jedes Augenblickes, ich wu�te, da� es f�r sie um Leben und Tod ginge, und hatte doch keine M�glichkeit, mich nur mit einem Fl�stern, mit einem Zeichen ihr zu n�hern, denn gerade das St�rmische, das T�lpische meines Nachrennens hatte sie erschreckt. Es war� ja, warten Sie� es war, wie wenn einer einem nachrennt, um ihn zu warnen vor einem M�rder, und der andere h�lt ihn selbst f�r den M�rder, und so rennt er weiter in sein Verderben� sie sah nur den Amokl�ufer in mir, der sie verfolgte, um sie zu dem�tigen, aber ich� das war ja der entsetzliche Widersinn� ich dachte gar nicht mehr an das� ich war ja schon ganz vernichtet, ich wollte ihr nur helfen, ihr nur dienen� einen Mord h�tte ich getan, ein Verbrechen, um ihr zu helfen� Aber sie, sie verstand es nicht. Als ich morgens aufwachte und gleich wieder hinlief zu ihrem Haus, stand der Boy vor der T�r, derselbe Boy, den ich ins Gesicht geschlagen, und wie er mich von ferne sah - er mu�te auf mich gewartet haben -, huschte er hinein in die T�r. Vielleicht tat er es nur, um mich im geheimen anzumelden� vielleicht� ah, diese Ungewi�heit, wie peinigt sie mich jetzt� vielleicht war schon alles bereit, mich zu empfangen� aber da, wie ich ihn sah, mich erinnerte an meine Schmach, da war ich es wieder, der nicht wagte, noch einmal den Besuch zu wiederholen� Die Knie zitterten mir. Knapp vor der Schwelle drehte ich mich um und ging wieder fort� ging fort, w�hrend sie vielleicht in �hnlicher Qual auf mich wartete. Ich wu�te jetzt nicht mehr, was tun in der fremden Stadt, die an meinen Fersen wie Feuer gl�hte� Pl�tzlich fiel mir etwas ein, schon rief ich einen Wagen und fuhr zum Vizeresidenten, zu demselben, dem ich damals in meiner Station geholfen, und lie� mich melden� Irgend etwas mu� schon in meinem �u�ern Wesen befremdend gewesen sein, denn er sah mich mit einem gleichsam erschreckten Blick an, und seine H�flichkeit hatte etwas Beunruhigtes� vielleicht erkannte er schon den Amokl�ufer in mir� Ich sagte ihm kurz entschlossen, ich erb�te meine Versetzung in die Stadt, ich k�nne auf meinem Posten nicht mehr l�nger existieren� ich m�sse sofort �bersiedeln� Er sah mich� ich kann Ihnen nicht sagen, wie er mich ansah� so wie eben ein Arzt einen Kranken ansieht��Ein Nervenzusammenbruch, lieber Doktor�, sagte er dann,�ich verstehe das nur zu gut. Nun, es wird sich schon richten lassen; aber warten Sie� sagen wir vier Wochen� ich mu� erst einen Ersatz finden. ��Ich kann nicht warten, nicht einen Tag�, antwortete ich. Wieder kam dieser merkw�rdige Blick.�Es mu� gehen, Doktor�, sagte er ernst,�wir d�rfen die Station nicht ohne Arzt lassen. Aber ich verspreche Ihnen, da� ich noch heute alles einleiten Ich blieb stehen, mit verbissenen Z�hnen: zum erstenmal sp�rte ich deutlich, da� ich ein verkaufter Mensch, ein Sklave sei. Schon ballte sich alles zu einem Trotz zusammen, aber er, der Geschmeidige, kam mir zuvor:�Sie sind menschenentw�hnt, Doktor, und das wird schlie�lich eine Krankheit. Wir haben uns alle gewundert, da� Sie nie herkamen, nie Urlaub nahmen. Sie brauchen mehr Geselligkeit, mehr Anregung. Kommen Sie doch wenigstens diesen Abend, wir haben heute Empfang bei der Regierung, Sie finden die ganze Kolonie, und manche m�chten Sie l�ngst kennenlernen, haben oft nach Ihnen gefragt und Sie hierhergew�nscht. �Das letzte Wort ri� mich auf. Nach mir gefragt? Sollte sie es gewesen sein? Ich war pl�tzlich ein anderer: sofort dankte ich ihm h�flichst f�r seine Einladung und sicherte mein Kommen p�nktlich zu. Und ich war auch p�nktlich, viel zu p�nktlich. Mu� ich Ihnen erst sagen, da� ich, von meiner Ungeduld gejagt, der erste in dem gro�en Saale des Regierungsgeb�udes war, schweigend umgeben von den gelben Dienern, die mit ihren nackten Sohlen wippend hin und her eilten und mich - wie mir in meinem verwirrten Bewu�tsein d�nkte - hinterr�cks bel�chelten. Eine Viertelstunde war ich der einzige Europ�er inmitten all der ger�uschlosen Vorbereitungen und so allein mit mir, da� ich das Ticken der Uhr in meiner Westentasche h�rte. Dann kamen endlich ein paar Regierungsbeamte mit ihren Familien, schlie�lich auch der Gouverneur, der mich in ein l�ngeres Gespr�ch zog, in dem ich beflissen und, wie ich glaube, geschickt antwortete, bis� bis ich pl�tzlich, von einer geheimnisvollen Nervosit�t befallen, alle Geschmeidigkeit verlor und zu stammeln begann. Ob-zwar mit dem R�cken gegen die Saalt�r gelehnt, sp�rte ich mit einem Male, da� sie eingetreten, da� sie anwesend sein m��te: ich k�nnte Ihnen nicht sagen, wieso mich diese pl�tzliche Gewi�heit verwirrend fa�te, aber noch w�hrend ich mit dem Gouverneur sprach, den Klang seiner Worte im Ohr, sp�rte ich im R�cken irgendwo ihre Gegenwart. Gl�cklicherweise endete der Gouverneur bald das Gespr�ch - ich glaubte, ich h�tte mich sonst pl�tzlich br�sk umgewandt, so stark war dieses geheimnisvolle Ziehen in meinen Nerven, so brennend gereizt meine Begier. Und wirklich, kaum da� ich mich umwandte, sah ich sie schon ganz genau an jener Stelle, wo sie unbewu�t mein Gef�hl geahnt. Sie stand in einem gelben Ballkleid, das ihre schmalen, reinen Schultern wie mattes Elfenbein vorleuchten lie�, plaudernd inmitten einer Gruppe. Sie l�chelte, aber doch, mir war, als h�tte ihr Gesicht einen gespannten Zug. Ich trat n�her - sie konnte mich nicht sehen oder wollte mich nicht sehen - und blickte in dieses L�cheln, das gef�llig und h�flich um die schmalen Lippen zitterte. Und dieses L�cheln berauschte mich von neuem, weil es� nun weil ich wu�te, da� es L�ge war, Kunst oder Technik, Meisterschaft der Verstellung. Mittwoch ist heute, fuhr mir durch den Kopf, Samstag kommt das Schiff mit dem Gatten� wie kann sie so l�cheln, so� so sicher, so sorglos l�cheln und den F�cher l�ssig in der Hand spielen lassen, statt ihn zu zerkrampfen in Angst? Ich� ich, der Fremde� ich zitterte seit zwei Tagen vor jener Stunde� ich, der Fremde, lebte ihre Angst, ihr Entsetzen mit allen Exzessen des Gef�hls mit� und sie ging auf den Ball und l�chelte, l�chelte, l�chelte�

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