Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Mephisto - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Mephisto

Электронная книга - «Mephisto». Краткое содержание книги:

Mephisto
1 ... 34 35 36 37 38 39 40 41 42 ... 76
Перейти на страницу:

Ein faszinierender Komdiant: die Kritiker finden es, die reichen Damen finden es, Frulein Bernhard findet es, die Kollegen knnen es nicht mehr leugnen. Das Stck Die Schuld verdankt seine auergewhnliche Zugkraft zu groen Teilen der Leistung Hfgens. Es kann hundertmal hintereinander gespielt werden, der Professor verdient schweres Geld: Das Unglaubliche geschieht: er erhht Hendriks Gage noch whrend der Saison, wozu kein Vertrag ihn verpflichtet - Frulein Bernhard, und Herr Katz haben dies durchgesetzt bei ihrem illustren Chef.

Vielleicht htte das Stck selbst hundertfnfzig- oder zvveihundertmal gegeben werden knnen; aller allmhlich dringen Gerchte ber den Autor durch, die ernchternd wirken. Er ist gar kein sonderbarer Nervenarzt in Spanien, heit es pltzlich. Er ist kein Auenseiter, der nur mit den Abgrnden der menschlichen Seele vertraut ist, unschuldig, unwissend aber in den banalen Mysterien des Betriebs. Er ist berhaupt kein edler Unbekannter, sondern einfach Herr Katz, ber den jeder sich schon mal gergert hat. Die Enttuschung ist allgemein.. Herr Katz, der routinierte Geschftsmann, hat das Drama Die Schuld geschrieben! Pltzlich finden alle, das Stck sei nur eine Hufung von vulgren Greueln, so geschmacklos wie unbedeutend. Man fhlt sich hereingelegt und ist der Ansicht, das Ganze sei eine groe Frechheit von Herrn Katz. Ist Herr Katz Dostojewski? Seit wann denn? fragt man sich gereizt in den Kreisen, die den Ton angeben. Herr Kat/. ist der geschftliche Berater des Professors - was brigens als beneidenswerte Stellung gilt. Niemand billigt ihm das Recht zu, sich als spanischen Nervenarzt auszugeben und in Abgrnde zu steigen. Das Drama Die Schuld mu abgesetzt werden.

Eine launische ffentlichkeit lt Katz fallen; Hfgen aber hat sich durchgesetzt und mittels seiner erstaunlichen Bsheit definitiv alle Herzen erobert. Beim Ende seiner ersten Berliner Saison kann er zufrieden und guter Dinge sein: Man erklrt ihn allgemein als die Gre von morgen, als den aufsteigenden Stern, als die bedeutende Hoffnung. Sein Vertrag fr die nchste Spielzeit, 1929/30, sieht schon ganz anders aus als der abgelaufene: die Gage ist ihm fast verdreifacht worden, der Professor mute es knurrend und knarrend geschehen lassen, denn die Konkurrenz ist hinter Hfgen her. Na, nun knnen Sie sich reichlich frische Hemden und Lavendelwasser leisten, sagt der Professor zu seinem neuen Star. Dieser erwidert, gewinnend lchelnd: Kau de Cologne, Herr Professor! Ich benutze nur Eau de Cologne! -

Der Sommer ist da, Hendrik gibt die zwei trben Stuben auf, mietet sich eine helle Wohnung im Neuen Westen, am Reichskanzlerplatz, kauft sich zahlreiche Hemden, gelbe Schuhe und zartfarbene Anzge, nimmt Unterricht in der Kunst des Chauffierens1 und verhandelt mit mehreren Firmen wegen des Ankaufs eines schicken Kabrioletts2, welches er zum Reklamepreis beansprucht - Barbara fahrt zur Generalin aufs Gut. Der erfolgreiche Gatte interessiert sie weniger, als der kmpfende, der von unbefriedigtem Ehrgeiz bebende sie interessiert hat. Frau von Herzfeld kommt zu Besuch, um Hendrik bei der Einrichtung seiner neuen Wohnung zu helfen: Sie whlt Stahlmbel aus, und als Schmuck fr die Wnde Reproduktionen nach van Gogh und Picasso. Die Rume behalten eine Kahlheit von elegantem, anspruchsvollem Geprge. - Hendrik geniet Frau von Herzfelds Bewunderung, nimmt ihre Liebe, die noch gewachsen zu sein scheint, entgegen wie einen wohlverdienten Tribut. Heclda hat nun auf jede ironische Maske ihm gegenber verzichtet. Mit einer wehmtigen Gier, einer resignierten Schtigkeit hngen ihre sanften, goldbraunen Augen an dem grausamen Angebeteten. Die arme Siebert sieht ganz bla aus vor lauter Sehnsucht nach Ihnen, berichtet sie und verschweigt, da sie ihrerseits sich einmal so weit hat gehenlassen, mit Angelika zusammen zu weinen - bitterlich und lange zu weinen um den Verlorenen, den sie niemals besessen hat.

Frau von Herzfeld darf Hfgen zu den Filmateliers begleiten; denn in diesem Sommer filmt er zum erstenmal. In dem Kriminalfilm Haltet den Dieb! hat er die fhrende Rolle des groen Unbekannten und geheimnisvollen beltters, der meist mit einer schwarzen Maske vorm Gesicht erscheint. Schwarz ist alles an ihm, selbst das Hemd: die Farbe der Kleidung lt auf die Finsternis der Seele schlieen. Er wird der Schwarze Satan genannt und ist der Ghef einer Bande, die Falschgeld fabriziert, Rauschgifte schmuggelt, gelegentlich Bankeinbrche verbt und auch schon mehrere Morde auf dem Gewissen hat. Soviel Untaten verbt der Schwarze Satan nicht nur aus Habgier oder Spa am Abenteuer, sondern auch aus prinzipiellen Grnden. Dstere Erfahrungen, die er einst mit einem jungen Mdchen gemacht, haben ihn zu einem Feind der Menschheit werden lassen. Es ist ihm ein Herzensbedrfnis, Schaden und Unheil zu stiften, er ist beltter aus berzeugung: dieses gesteht er, kurz vor seiner Verhaftung, dem Kreis der Kumpane, die sich wundern und frchten; denn sie ihrerseits haben aus weniger komplizierten Grnden gestohlen. Sie murmeln ehrfurchtsvoll und betroffen, da sie erfahren, wie seltsam es um ihren Chef, den Schwarzen Satan, steht, und da. er keineswegs immer Verbrecher, vielmehr Husarenoffizier gewesen ist. Im Verlaufe dieser dramatischen Szene nimmt der Bsewicht seine Maske ab: sein Gesicht, zwischen dem steifen schwarzen Hut und dem hochgeschlossenen dunklen Hemd, ist von schauriger Blsse, brigens immer noch aristokratisch bei aller Verkommenheit und nicht ohne tragischen Zug.

Die magebenden Herren der groen Filmgesellschaft sind hchst beeindruckt von dieser grausamen und leidvollen Miene. Hfgen bringt berraschungen, er ist eigenartig und wird gute Kassen machen, sowohl in der Hauptstadt als auch in der Provinz; so sagen sich die magebenden Herren, und die Angebote, die Hendrik von ihnen empfngt, bertreffen all seine Hoffnungen. Ei" mu sie teilweise ablehnen; sein Vertrag mit dem Professor bindet ihn. Da er sich rar macht, werden die Film-gewaltigen erst recht wild auf ihn. Sie setzen sich mit Herrn Katz und Frulein Bernhard in Verbindung und bieten erhebliche Abstandssummen, wenn man ihnen den Schauspieler Hfgen fr einige Wochen in der Saison berlt. Fs wird viel telefoniert, korrespondiert und verhandelt. Bernhard und Katz sind anspruchsvoll; selbst fr schweres Geld wollen sie nicht auf ihren Liebling verzichten. Hfgen ist der Umworbene. Alle wollen ihn haben. Er sitzt in seiner kahlen und feinen Wohnung mit den Stahlmbeln, lchelt aasig und glossiert mit spttisch berlegenen Worten den Kampf zwischen Bhne und Film um seine kostbare Person.

Dieses ist die Karriere! Der groe Traum verwandelt sich in Wirklichkeit. Man mu nur innig genug trumen knnen - denkt Hendrik -, und aus dem khnen Wunschbild wird die Realitt. Ach, sie ist herrlicher, als man es jemals zu trumen gewagt! In jeder Zeitung, die er aufmacht, findet er nun seinen Namen - die erfahrene Bernhard sorgt fr solche Publizitt -, und jetzt wird er immer richtig geschrieben, in schon beinah ebenso fetten Lettern wie die Namen jener altbewhrten Stars, deren Ruhm man einst, in der Kantine des Provinztheaters, neidisch verfolgt hat. Auf der Titelseite bringt eine wichtige Illustrierte Hendriks Bild. Was fr ein Gesicht wird Kroge machen, wenn er es sieht! Und Frau Konsul Mnkeberg? Und der Geheimrat Bruckner? Alle, die sich Hfgen gegenber skeptisch und ein wenig hochmtig verhalten haben, werden ehrfurchtsvoll zusammenschauern angesichts seiner Karriere, die nun in schwindelerregend steiler Kurve nach oben fhrt.

Am Ende der Spielzeit 1929/30 steht Hendrik Hfgen unvergleichlich grer da als an ihrem Beginn. Alles ist ihm geglckt, aus jedem Unternehmen wurde der Triumph. In den Theatern des Professors hat er schon beinahe mehr zu sagen als der Chef selber - der sich brigens selten in Berlin aufhlt, sondern meist in London, Hollywood oder Wien. Hfgen beherrscht Herrn Katz und die Dame Bernhard; lngst kann er es sich leisten, mit beiden ebenso ungeniert umzuspringen, wie er mit Schmitz und Frau von Heizfeld umzuspringen pflegte. Hfgen bestimmt, welche Stcke angenommen, welche abgelehnt werden, und mit der Bernhard zusammen teilt er den Schauspielern ihre Rollen zu. Die Dichter, die aufgefhrt weiden wollen, umschmeicheln ihn; die Schauspieler, die auftreten wollen, umschmeicheln ihn; die Gesellschaft - oder der Klngel von reichen Snobs, der sich so nennt - umschmeichelt ihn: denn er ist der Mann des Tages.

1 ... 34 35 36 37 38 39 40 41 42 ... 76
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)