In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
»Du wirst arbeiten lernen, kleine Schönheit«, hatte Thurnus zu mir gesagt. Ich kniete vor ihm im Staub des Dorfes – oh, wie deutlich erinnerte ich mich an die sen Vormittag, an den Tag der Abreise meines früheren Herrn.
»Ich ziehe mit meinem Herrn nach Ar«, hatte Maria gesagt und sich vor mir gebrüstet. »Wer ist die Schönste in seinen Diensten?«
»Du, Maria«, sagte ich.
Ich kniete unter Thurnus’ Hütte – in der Nähe von vier geschmeidigen Sleen, deren Felle in der Sonne funkelten; sie waren an einen Pfosten gebunden und kamen nicht an mich heran. Mein früherer Herr hatte sie gekauft.
Clitus Vitellius und seine Männer bereiteten die Abreise vor.
»Du wirst mir fehlen«, sagte Eta und küßte mich. »Ich wünsche dir alles Gute, Sklavin.«
Lehna, Donna und Chanda küßten und umarmten mich ebenfalls. »Ich wünsche dir alles gute, Sklavin«, sagten sie.
Sklavenperle hielt sich im Hintergrund.
»Willst du mir nicht auch Lebewohl sagen?« fragte ich.
»Ja«, sagte sie mit erstickter Stimme. »Wir sind alle Sklaven.
»Ich wünsche dir alles Gute«, sagte ich.
»An die Kette!« rief einer der Wächter.
Mit schnellen Schritten eilten die Mädchen zu ihm. Ich beobachtete sie und wünschte, ich könnte mich ihnen anschließen.
Ohne Verzug bildeten sie eine Reihe, Maria voran, gefolgt von Lehna, Donna und Chanda und Sklavenperle. Eta war die letzte an der Kette. Die Sklavinnen streckten den linken Arm aus. Der Soldat ließ die Armreifen zuschnappen.
Maria wandte sich zu mir um und hob den angeketteten linken Arm. »Ich trage die Kette des Clitus Vitellius«, sagte sie. »Du das Hanfseil eines Bauern.«
»Ja, Herrin«, erwiderte ich.
Sie wandte sich ab.
Die Männer spannten die Bosk vor die Wagen, die man aus dem Lager der Lady Sabina mitgenommen hatte.
In der Nähe erblickte ich zwei Bauernburschen, die mich anstarrten. Sie nickten grinsend und entfernten sich.
Clitus Vitellius verabschiedete sich von Thurnus. Er blickte nicht zurück. Ich wagte es nicht, ihm etwas nachzurufen. Zornig bearbeitete ich den Boden mit der Hacke und lockerte den Grund rings um die Wurzeln der Sul-Pflanzen. Die Sonne brannte heiß herab.
Um meinen Hals lag ein Hanfkragen. Meine Hände waren blasenbedeckt. Es tat weh, die Hacke nur zu halten. Der Rücken schmerzte ebenfalls. Ich hatte das Gefühl, als sei jeder Muskel meines Körpers gezerrt.
Am liebsten hätte ich mich fallen gelassen und laut losgeheult. Aber die Suls mußten gehackt werden.
Als Sklavin eines Bauern hatte man es nicht leicht. Die Arbeit war schwer, und ich erinnerte mich an die schmerzhaften Gertenschläge, mit denen mich Melina zum Sklavengehege getrieben hatte.
»Du wirst dir noch wünschen, eine längere Tunika zu tragen, Sklavin!« rief sie.
Ich stürzte durch die Käfigtür und landete auf dem strohbedeckten Boden. Der Sklavenkäfig war ein auf der Seite liegender Sleen-Käfig, der zum größten Teil in den Boden versenkt war. Aufgrund der Seitenlage befand sich der Eingang oben. Strohbedeckte Holzplanken bildeten den Boden, zum Abfluß durch breite Zwischenräume getrennt. Das Käfigdach bestand ebenfalls aus Brettern; nachts wurde eine Plane über die Unterkunft geworfen. Stand man im Käfig, konnte man hinausschauen; die Schultern befanden sich dann etwa in Bodenhöhe.
Ich lag auf dem Käfigboden. Über mir rasselte die schwere Käfigtür zu, dann klickten zwei Vorhangschlösser. Ich blickte nach oben. Ich konnte nicht entfliehen.
»Knie nieder!« sagte eine Stimme.
Ich gehorchte. Außer mir befanden sich vier Mädchen im Käfig.
»In der Position der Vergnügungssklavin!«
Ich kam der Aufforderung nach.
»Zeig uns dein Brandzeichen«, forderte eines der Mädchen.
Ich drehte mich auf die Seite und hob die Sklaventunika.
»Eine Dina!« sagte eine Sklavin. Sie alle gehörten Thurnus, wie ich.
»Wußtest du«, fragte jemand, »daß Dinas gut geeignet sind, Sklavinnen zu dienen?«
»Nein«, antwortete ich.
»Bist du eine Vergnügungssklavin?« wollte ein Mädchen neugierig wissen.
»Ja.«
Sie lachten. »Hier bist du nichts weiter als ein Arbeitstier. Du wirst schwer schuften müssen.«
Ich richtete mich auf. Die Mädchen erweckten meinen Zorn. Unauffällig sah ich mir meine Leidensgenossinnen an.
»Vielleicht muß ich gar nicht so schwer arbeiten, wie ihr annehmt«, sagte ich leichthin.
»Unverschämtheit!« rief eine. »Wie hochmütig du bist!«
Ich zuckte nur die Achseln.
»Hältst du dich für hübscher, als wir es sind?«
»Ja«, sagte ich.
»Glaubst du, du kannst dem Herrn mehr gefallen als wir?«
»Ja. Ich bin schöner als ihr!«
»Sleen!« zischte eins der Mädchen erbost.
»Habt ihr einen Kamm für mein Haar?« fragte ich.
Sandalenschnur, ein langarmiges sommersprossiges Mädchen von großem Körperwuchs, schüttelte den Kopf.
Ich hatte keine Lust, mit diesen Weibern eingesperrt zu sein. Ich spürte, wie feindselig sie waren. Andererseits mußten sie merken, daß auch ich nichts für sie übrig hatte. Aber wir waren in demselben kleinen Käfig eingeschlossen.
»Zweifellos wirst du bald der Liebling des Herrn sein«, bemerkte Rübchen, eine dunkelhaarige Sklavin mit breitem Gesicht.
»Vielleicht«, antwortete ich und warf den Kopf zurück.
»Radieschen ist im Augenblick Lieblingssklavin«, stellte Sandalenschnur fest und deutete auf ein blondes Mädchen mit rundlichen Fußgelenken, das links von ihr saß.
»Ich war Sklavin eines Kriegers«, sagte ich.
»Du bist tatsächlich hübsch«, meinte Radieschen. Ich kam zu dem Schluß, daß mir Radieschen nicht unsympathisch war.
»Du warst nicht gut in den Fellen«, sagte Sandalenschnur. »Darum hat dein Herr dich verschenkt.«
»Nein!« rief ich.
»Warum hat er dich dann hiergelassen?« wollte Verrschwanz wissen.
»Ich weiß es nicht.«
»Eine Versagerin in den Fellen!« wiederholte Sandalenschnur.
»Wir haben nur wenige Felle im Dorf«, sagte Rübchen lachend. »Wir werden sehen, wie du dich im Stroh machst!«
»Wenn du nicht gut bist, werden wir das bald erfahren«, meinte Verrschwanz. »Thurnus spricht mit jedem darüber.«
»Ich bin gut«, versicherte ich.
»Warum hat dein Herr dich dann verschenkt?«
»Weil es ihm Spaß machte«, antwortete ich. »Schließlich ist er Clitus Vitellius, ein hoher Soldatenführer. Er kann viele Mädchen haben, die schöner sind als ich. Er brachte mich dazu, ihn hoffnungslos zu lie ben, und ließ mich zu seinem Vergnügen hier zurück. Sobald er mich voll errungen hatte, stieß er mich von sich.«
»Hast du ihn wirklich geliebt?«
»Ja!«
»Was für eine Sklavin bist du eigentlich?« fragte Sandalenschnur lachend.
»Er brachte mich dazu!« rief ich abwehrend. Im tiefsten Innern war ich allerdings überzeugt, daß ich ihn auf jeden Fall geliebt hätte, sogar als freie Frau.
»Du bist dumm! Wie kann man seinen Herrn lie ben?« rief Sandalenschnur.
»Ich liebe meinen Herrn«, warf Radieschen ein.
Sandalenschnur fuhr herum und versetzte ihr einen Schlag.
»Ich kann doch nichts dafür, wenn ich Thurnus liebe!« protestierte Radieschen.
»Bist du nicht auch eine Sklavin?« fragte ich Sandalenschnur.
Sandalenschnur stand auf. Sie war ein großes, kräftig gebautes Mädchen. »Ja«, sagte sie leise. »Auch ich kann geschlagen oder verkauft oder getötet werden. Mein Herr kann mich auch jederzeit verschenken. Er kann mich in Ketten legen. Er kann mit mir tun, was ihm beliebt.« Sie senkte den Kopf. »Ja, ich bin auch Sklavin.«
»Wir sind alle Sklavinnen«, sagte Radieschen.
»Ich will aber keine Frau sein!« rief Sandalenschnur plötzlich und rüttelte an den Gitterstäben. Sie drückte das Gesicht dagegen und begann zu weinen.
»Du weinst aber wie eine Frau«, stellte ich fest.
Sie fuhr herum.
»Es gab eine Zeit«, fuhr ich eilig fort, »da wollte auch ich keine Frau sein. Dann lernte ich die Männer kennen. Ich hatte mir nicht in den kühnsten Träumen vorgestellt, daß es solche Männer geben könnte. Sie veränderten mich entscheidend – und jetzt bin ich glücklich, eine Frau zu sein. Mein Geschlecht unterwirft mich zwar der Macht der Männer, es bedeutet mir aber ungemein viel. Jedes Mädchen hat seinen Herrn. Nur dürftest du, Sandalenschnur, dem deinen noch nicht begegnet sein.«