In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
»Ich habe nie einen Kragen besessen«, sagte ich.
»Besitzen würdest du ihn auch dann nicht«, stellte Löffelhändler richtig.
»Nein, Herr«, sagte ich ergeben.
Und er hatte recht. Nicht mir würde der Kragen gehören, sondern meinem Herrn, der auch über mich mit absoluter Macht verfügte.
»Das Hanfseil ist rauh und primitiv«, fuhr Löffelhändler fort. »Hättest du nicht Lust auf einen glatten, schimmernden Sklavenkragen, kunstvoll geschmiedet und verziert, passend zu deinem Haar und deinen Augen, ein Kragen, der in Form und Färbung deine Schönheit unterstreicht?«
»Wie es dem Herrn gefällt«, erwiderte ich. Ich hatte Eta um ihren Sklavenkragen beneidet, obwohl er von der einfachsten Art gewesen war. Ich hatte bisher nur wenige richtige Halsreife zu sehen bekommen, wußte aber von Eta, daß es sie in großer Vielfalt gab – von einfachen Eisenbändern, die um den Hals eines Mädchens zugeschmiedet wurden, bis hin zu juwelenbesetzten, kunstvoll gefertigten, eng sitzenden Reifen, die die Lieblingssklavin eines Ubar zierten. Sklavenkragen – ob nun einfach oder kostbar gearbeitet – haben zweierlei gemein: sie lassen sich von dem Mädchen nicht abnehmen und kennzeichnen sie als Sklavin.
»Mach mir ein Angebot«, wiederholte Melina.
Tup Löffelhändler richtete sich auf und griff in einen Beutel, der an seinem Gürtel hing. »Hier, kleiner Vulo«, sagte er und steckte mir etwas in den Mund. Er drückte das Gebilde mit dem Daumen zwischen meine Zähne. Ich war verblüfft. »Danke, Herr«, sagte ich. Es war ein kleiner harter Bonbon, der süß schmeckte. Die erste Süßigkeit, die ich auf Gor zu essen bekam! Für eine Sklavin sind solche Dinge sehr kostbar, und es kam öfter vor, daß sich zwei Mädchen wegen einer Süßigkeit in die Haare gerieten.
»Warum willst du sie verkaufen?« fragte Löffelhändler jetzt.
»Mach mir ein Angebot«, drängte Melina.
»Vielleicht«, sagte er und musterte mich.
»Ist sie denn nicht hübsch?«
»O doch.«
»Stell sie dir vor, wie sie nackt in deinen Fellen liegt«, sagte Melina, »und sich größte Mühe gibt, es dir recht zu machen.«
»Ich bin Kaufmann«, sagte Löffelhändler. »Wenn ich sie kaufe, dann, um sie mit Gewinn weiterzuveräußern.«
»Aber du könntest doch guten Gebrauch von ihr machen, ehe du sie wieder anbietest!«
Löffelhändler grinste. »Zwei Kupfertarsks«, sagte er.
Plötzlich durchfuhr mich ein seltsames Gefühl. Mir wurde bewußt, daß man einen Preis für mich geboten hatte. Es ist eine seltsame Empfindung. Die Summe war natürlic h keineswegs realistisch, schon gar nicht für ein Mädchen von der Erde. Mit den zwei Kupfertarsks wollte Löffelhändler auch nur die weitere Feilscherei eröffnen. Ich war bestimmt vier oder fünf Kupfertarsks wert.
»Ich verkaufe sie dir für weniger«, sagte Melina.
Löffelhändler blickte sie erstaunt an.
Ich öffnete erschrocken die Augen.
»Ich brauche etwas von deinem Wagen«, sagte Melina und blickte mich mit zusammengekniffenen Augen an. »Komm mit.«
Die beiden ließen mich gefesselt an dem Pfosten zurück. Löffelhändler, der verwirrt zu sein schien, folgte ihr zu seinem Karren, wo ein langes Gespräch begann. Ich verstand die Worte nicht. Genußvoll lutschte ich an dem Bonbon, das köstlich schmeckte. Es sollte so lange wie möglich vorhalten.
Zwischendurch rückte ich ein wenig am Holzpfahl zur Seite, damit ich die beiden beim Wagen im Auge behalten konnte. Ich war neugierig und verwirrt. Aus einer der zahlreichen Schubladen des Karrens nahm Tup Löffelhändler etwas heraus und überreichte es Melina, ein Päckchen, das eine Medizin oder ein Pulver enthalten mochte. Dann drehte ich mich wieder um, damit die beiden nicht merkten, daß ich sie beobachtet hatte.
Gleich darauf kehrte Melina zurück, löste meine Fesseln und nahm mir zu meiner Überraschung das lange Seil ab. Ich hatte damit gerechnet, gefesselt und an der langen Leine zu Löffelhändler geführt zu werden, um ihm als seine Sklavin zu folgen.
»Zieh deine Tunika an«, sagte Melina zu mir. »Nimm dir eine Hacke und geh zu den Sul-Pflanzen. Bran Loort holt dich später ab. Sprich mit niemandem.«
»Ja, Herrin.«
»Beeil dich«, sagte Melina und sah sich verstohlen um.
Ich zog die kurze Sklaventunika an.
Melina schien erregt zu sein.
»Darf ich dich etwas fragen, Herrin?« fragte ich. – »Ja.«
»Bin ich denn nicht verkauft worden, Herrin?«
»Vielleicht, hübsche Dina«, antwortete Melina, die Gefährtin des Thurnus. »Wir werden sehen.«
»Ja, Herrin«, erwiderte ich verwirrt.
»Hübscher kleiner Sleen«, sagte sie, »morgen gehörst du entweder Tup Löffelhändler oder Bran Loort. Und jetzt geh! Sprich mit niemandem!«
Ich machte kehrt und holte mir die Hacke. Das letzte Stück des Bonbons löste sich in meinem Mund auf. Ich traf niemanden, mit dem ich hätte sprechen können.
Ich hackte in der trockenen Erde des Feldes herum. Seit fünfzehn Tagen hatte es nicht mehr geregnet. Die Scholle war ausgetrocknet.
Tup Löffelhändlers Karren war inzwischen verschwunden. Der Nachmittag ging zu Ende. Ich war völlig allein auf den Feldern, schutzlos.
Ich verstand nicht recht, was mit mir geschehen war. Ich wußte nicht, warum man mich nach Gor gebracht hatte. Clitus Vitellius hatte mich aus großer Gefahr errettet, hatte mich dazu gebracht, ihn rückhaltslos zu lieben – und dann hatte er mich verschenkt. Oh, wie ich ihn haßte! Wenn ich mich nur an ihm hätte rächen können! Doch welche Chance hatte eine Sklavin, sich für erlittenes Unrecht schadlos zu halten? Sie war nur eine Sklavin.
Wütend hackte ich auf den Boden ein. Ich dachte an den seltsamen Traum, in dem mir ein gewisser Belisarius befohlen hatte, eine Halskette zu machen. Wie gegen meinen Willen hatten sich meine Finger den Schalen mit verschiedenfarbigen kleinen Holzperlen genähert – aber dann war ich aufgewacht. Ich verstand nichts von alledem.
Die Sonne ging unter. Meine Tunika war schweiß feucht. Meine Füße und Beine waren schmutzverkrustet. Der Hanfkragen schabte an meinem Hals.
Schmerzerfüllt richtete ich mich auf. Wie sehr ich mir gewünscht hatte, von Tup Löffelhändler gekauft und von der schweren Feldarbeit erlöst zu werden! Ich hätte alles für ihn getan, um der Sklaverei in Tabukfurt zu entkommen. Eine Sklavin besitzt nichts außer ihrem Körper – er ist der einzige Wert, den sie ins Spiel bringen kann.
Ich war sicher, daß Tup Löffelhändler an mir interessiert gewesen war, doch wußte ich nicht, ob er mich gekauft hatte.
Plötzlich fuhr ich hoch. Bran Loort stand wenige Fuß von mir entfernt, ein Stück Seil in der Hand. Meine Finger verkrampften sich um den Hackenstiel.
»Ich bin gekommen, um dich zu holen, Dina«, sagte er.
Hastig sah ich mich um. Ein zweiter Bauernbursche stand links von mir. Er hielt ebenfalls ein Stück Seil in der Hand. Ich drehte mich im Kreise. Hinter mir lauerten vier weitere Jünglinge, ein fünfter rechts von mir. Zwei Gestalten erschienen hinter Bran Loort.
Flucht war aussichtslos.
»Sie ist das schlaue Mädchen, das uns beim Fangen entwischt ist«, sagte einer.
»Sei gegrüßt, schlaues Mädchen!«
»Sei gegrüßt, Herr«, antwortete ich.
Dann hob ich die Hände. »Du sollst mich zu meinem Herrn bringen«, sagte ich zu Bran Loort.
Er lachte, und ich sah mich erschrocken um. Die Bauernburschen kamen näher.
Ich wirbelte herum und rannte los, landete aber in den Armen eines der jungen Männer, der mich grob in die Mitte der Gruppe zurückschleuderte. Wieder versuchte ich den Kreis zu durchbrechen – aber vergeblich.
»Wollt ihr mich vergewaltigen?« fragte ich.
»Das – und mehr«, antwortete Bran Loort.
»Das wird Thurnus nicht gern sehen«, sagte ich.
»Heute abend«, sagte er, »gehörst du mir.«
»Das verstehe ich nicht.«
»Haltet sie!«
Zwei Burschen packten mich an den Armen.
»Bitte!« flehte ich.