In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
Es gibt viele Sleen-Arten. Die meisten lassen sich mehr oder weniger gut zähmen. Die beiden verbreitetsten trainierten Sleen-Rassen sind der kleine sandbraune Präriesleen und der große braune oder schwarze Waldsleen, der bis zu zwanzig Fuß lang werden kann. Im Norden soll auch schon die Zähmung von Schneesleen gelungen sein. Der Sleen ist ein gefährliches und ziemlich weit verbreitetes goreanisches Raubtier, das sich den verschiedensten Klimazonen angepaßt hat. Es gibt sogar eine Gattung, die im Wasser lebt, der Meeressleen – eines der schnellsten und gefürchtetsten Ungeheuer des Ozeans. Meeressleen sind vorwiegend in nördlichen Gewässern anzutreffen, etwa vor der Küste von Torvaldsland und noch weiter im Norden.
In der Wildnis ist der Sleen ein in Erdhöhlen lebendes und vorwiegend nachts jagendes Tier, ein Fleischfresser. Als Jäger ist der Sleen unschlagbar, besonders wenn es um das Verfolgen von Fährten geht. Er reißt fast jede Tiergattung, am liebsten aber Tabuks. Für den Nachwuchs sorgen die Sleen im Frühling; jeder Wurf umfaßt in der Regel vier Junge. Die Tragdauer beträgt etwa sechs Monate. Die Jungtiere besitzen bei der Geburt meistens ein weißes Fell, das bis zum nächsten Frühling nachdunkelt. Schneesleen jedoch bleiben weiß.
Die meisten gezähmten Sleen werden gezüchtet. Es ist schwierig, wilde Sleen zu fangen und dem menschlichen Willen zu unterwerfen. Manchmal werden junge Sleen, deren Mutter getötet worden ist, aus einem Höhlenbau gegraben und großgezogen. Das gelingt aber nur, wenn man sie in den ersten zwei Monaten ihres Lebens in menschliche Gesellschaft bringt, ehe sie in freier Wildbahn getötet und Blut und Fleisch gekostet haben. Zwar ist es vorgekommen, daß man ausgewachsene wilde Sleen bändigte – doch geschieht so etwas nur selten. Selbst jung gefangene Sleen können später wieder verwildern, was ungemein gefährlich werden kann. Zu solchen Rückschlägen kommt es üblicherweise während der Paarungszeit, im Frühling. Besonders männliche Sleen werden dann sehr unruhig und bösartig. Die Paarung von Sleen ist übrigens interessant. Das Weibchen, wenn es nie zuvor Junge gehabt hat, fürchtet sich vor dem Männchen und wehrt sich erbittert. Er aber ist größer und kräftiger. Bei der Rauferei packt er sie am Hals, wirft sie auf den Rücken und preßt sich mit dem Bauch auf sie. Seine Fänge lie gen an ihrem Hals. Sie ist ihm ausgeliefert, ergibt sich in ihr Schicksal und gestattet die Begattung. Gleich darauf beginnen die beiden Geschöpfe, mit Beinen und Zähnen aneinandergeklammert, in zunehmender Erregung herumzurollen. Es ist ein großartiges, wildes Schauspiel. Nachdem das Weibchen einmal auf diese Weise genommen worden ist, braucht sie nicht mehr gezwungen zu werden. Fortan umwirbt es das Männchen und begleitet es auf der Jagd. Manchmal muß es es sogar mit Bissen und fauchenden Lauten vertreiben. Oft finden sich zwei Sleen für ihr ganzes Leben zusammen, wobei die Paarung aber auf den Frühling beschränkt ist.
Gezähmte Sleen werden auf Gor für die verschie densten Aufgaben eingesetzt, vorwiegend als Herdentiere, zur Spurensuche, für die Jagd und für Wachdienste. Beim Wach- und Patrouillendienst läßt sich der Sleen mannigfaltig einsetzen – zum Beispiel bei der Abschirmung von Grenzen oder der Bewachung von Stadtmauern und Lagern. Man kann Sleen nach der Ausgangssperre in den Straßen freilassen oder nach Anbruch der Dunkelheit durch die Korridore eines Hauses streifen lassen. Sleen schützen abgeschlossene Läden vor Einbrechern, stehen Wache an Docks und in Lagerhäusern und helfen bei der Kontrolle von Gefangenen. In Thentis bedient man sich des Sleen bei der Suche nach Schmuggelgut, etwa nach unverzollten Ladungen von gebranntem Schwarzem Wein. Auch Angehörige der Kaste der Attentäter greifen manchmal auf den Sleen zurück, obwohl der Kodex der Kaste eigentlich dagegen spricht; das Mitglied der Kaste muß die Tötung selbst vornehmen. Manche Sleen werden auch zu Leibwächtern ausgebildet oder als Kämpfer in der Arena. Andere treten bei Ausstellungen und Jahrmärkten auf.
Das Tor meines Käfigs wurde aufgeschlossen und nach oben geschoben. Die draußen hockenden Sleen waren inzwischen gefüttert und fortgebracht worden. Die Männer des Clitus Vitellius hatten die Arena verlassen. Chandas Käfig war leer. Von den Zuschauern außerhalb der Arena war nur Melina zurückgeblieben, die Gefährtin des Thurnus. Neben ihr standen einige Bauernburschen, die mich beobachteten.
Thurnus klopfte mit seiner Sleenpeitsche an den Käfig. »Komm heraus, Sklavin«, befahl er.
Auf Händen und Knien kroch ich ins Freie, den Kopf gesenkt. Es geschah mir zum erstenmal, daß man mich in einen Käfig gesteckt hatte. Ohne nachzudenken, versuchte ich aufzustehen, wurde aber zurückgedrückt.
»Ein hübsches kleines Ding, nicht wahr?« fragte Thurnus.
»Es freut mich, daß sie dir gefällt«, meinte Clitus Vitellius.
»Ich bin dir für das Geschenk dankbar.«
»Keine Ursache. Sie ist nur eine hübsche Kleinigkeit.«
»Schau mich an«, sagte Thurnus zu mir.
Ich gehorchte.
»Du wolltest fliehen! Du hattest keine Chance, aber das wußtest du natürlich nicht.«
»Ja, Herr«, flüsterte ich erschrocken.
Er zog sein Messer. »Denk daran, was mit einer Skla vin geschieht, die zu fliehen versucht!« sagte er drohend. »Und jetzt geh zu meiner Hütte!«
»Ja, Herr.«
Thurnus und Clitus Vitellius wandten sich ab.
»Ich muß noch vor der Mittagsstunde aufbrechen«, sagte mein früherer Herr. »Ich interessiere mich besonders für vier Sleen.«
»Dann wollen wir jetzt darüber sprechen«, antwortete Thurnus.
Die beiden verließen die Trainingsarena. Niedergeschlagen sah ich mich um – ich betrachtete das Gestell mit Peitschen und Seilen, die Sleenkäfige, die Holzbarriere, die die Sandarena einfriedete, und machte mich mit langsamen Schritten auf den Weg zu Thurnus’ Hütte.
Allmählich begann ich zu erkennen, welches Leben mich als Sklavin eines Bauern erwartete.
Auf der Dorfstraße blieb ich stehen. Zwei Bauernburschen standen vor mir.
»Was ist denn das für eine Sklavin?« fragte der eine. Sein Name war Bran Loort. Er war der Anführer der Jünglinge des Dorfes, ein ruppiger Junge, fast schon ein Mann. Es hieß, er habe das Zeug zum Kastenführer.
»Es ist die schlaue Sklavin, die uns gestern abend entwischt ist«, sagte sein Begleiter.
»Du hast recht!« meinte Bran Loort.
»Man sagt, sie ist Thurnus zum Geschenk gemacht worden.«
»Dann bleibt sie ja im Dorf.«
»Sieht so aus.«
»Bitte, ihr Herren«, sagte ich. »Haltet mich nicht auf!«
»Nein, wir wollen Sie nicht aufhalten«, sagte Bran Loort und trat beiseite, als wäre ich eine freie Frau. Zögernd ging ich weiter.
In der Nähe von Thurnus’ Hütte entdeckte ich Clitus Vitellius. Er stand neben einem der Wagen, die er bei seinem Überfall auf das Lager der Lady Sabina erobert hatte.
Ich warf mich vor ihm auf die Knie und umfaßte sein Bein. »Behalte mich!« flehte ich schluchzend. »Behalte mich, Herr!«
Er blickte auf mich herab.
Tränen trübten meinen Blick. »Ich liebe dich, Herr!«
»Sie will nicht bei einem Bauern Sklavin sein«, sagte einer der Männer lachend.
Clitus Vitellius sah mich an. »Du bist Sklavin im Dorf Tabukfurt«, sagte er und wandte sich ab.
Ich warf mich in den Staub neben dem Wagenrad und begann jämmerlich zu schluchzen.
9
Ich hieb mit der Hacke auf den Boden ein und lockerte ihn rings um die Wurzeln der Sul-Pflanze.
Die Sonne stand hoch am Himmel. Es war heiß. Meinen Kopf hatte ich mit einem Tuch geschützt.
Ich arbeitete auf den Feldern meines Herrn. Ich war allein und trug die Tunika einer Bäuerin – weiß und ärmellos, aus Hurtwolle. Melina, Thurnus’ Gefährtin, hatte mir die Ta-Teera weggenommen und verbrannt. »Schamlose Sklavin!« hatte sie gerufen und mir eine knielange Sklaventunika zugeworfen. Thurnus aber hatte mehr von meinen Beinen sehen wollen und das Gewand zu ihrem Ärger mit einer Schere wieder gekürzt.
Ich richtete mich auf. Der Rücken tat mir weh. Mit dem Handrücken fuhr ich mir über die Stirn.