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In Sklavenketten auf Gor

Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:

In Sklavenketten auf Gor - Judy Thornton wird von der Erde nach Gor verschleppt, wo man sie zur Sklavin macht. Skrupellos setzt ihr Herr Clitus Vitellius sie für seine Ränkespiele ein, denn er soll im Auftrag der mächtigen Stadt Ar die Salerische Konföderation schwächen.
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
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Dann setzte ich meinen Weg fort, wobei ich mich immer mehr auf allen vieren voranbewegte. Einmal hätte ich vor Verzweiflung beinahe aufgeschrien, denn der Weg zu meinem Ziel führte über eine dunkle Straße, an deren Ende das Zentrum des Dorfes lag. Dort hockten mehrere Männer um das Feuer – die Dorfbewohner und mein Herr mit seinen Begleitern. Auf dem Bauch kroch ich über diese Straße und verschwand schließlich dankbar wieder zwischen den Hütten.

Zunächst war ich wieder in Sicherheit.

Meine Zuversicht wuchs. Die jungen Männer waren auf sich gestellt und durften bei der Verfolgung der Mädchen keine Sleen einsetzen, die es ohnehin in dem engen, dicht bevölkerten Dorf ziemlich schwer gehabt hätten, Witterung aufzunehmen. Fanden die Burschen ein Mädchen nicht, mußten sie bei ihren späteren Vergnügungen auf diese Sklavin verzichten. Das Mädchen hätte sich dann vor ihnen gerettet. Ich war fest entschlossen, mich nicht erwischen zu lassen.

Schließlich erreichte ich jenen Teil des Dorfes, der mein Ziel war, die freie Fläche, auf der mein Herr sein Lager aufgeschlagen hatte. Ich kroch zwischen den aufgereihten Fellen hindurch.

Ich hörte ein Mädchen weinen. »Beeil dich, Sklavin«, sagte eine Stimme. »Ja, Herr«, lautete die Antwort. Ich wagte es nicht, mich zu bewegen, ich wagte kaum zu atmen. Reglos blieb ich liegen. Einige Meter zu meiner Rechten gingen drei Gestalten vorbei. Hätten sie hier nach mir gesucht, wäre ich wahrscheinlich nicht unentdeckt geblieben. Als sie vorbei waren, hob ich vorsichtig den Kopf. Sie hatten unser Lager umschritten, waren zwischen den Fellen und dem Palisadenzaun hindurchgegangen und kehrten nun in die Mitte des Dorfes zurück. Man hatte Chanda die Hände fest auf dem Rücken gefesselt. Sie weinte. Einer der jungen Männer hatte ihr die Hand ins Haar gelegt und zerrte sie mit sich. Die beiden jungen Burschen hatten die Geduld verloren, sie waren wütend, weil ihnen das Mädchen entwischt war. Männer haben es nicht gern, von Sklavinnen getäuscht zu werden. Ich hoffte, daß man sie nicht zu brutal nehmen würde.

Ich kroch in die Felle meines Herrn. Zum erstenmal konnte ich freier atmen.

»Wie viele sind noch frei?« rief einer der jungen Männer einem anderen zu. »Zwei!« lautete die Antwort. Ich wußte nicht, wer das andere noch nicht gefangene Mädchen sein mochte.

Ich kuschelte mich in die Felle meines Herrn und bedeckte sogar meinen Kopf. Ich nahm nicht an, daß man mich hier suchen würde. Wer konnte ein Mädchen für so kühn halten, sich auf der Lagerstatt ihres Herrn zu verstecken? Außerdem nahm ich nicht an, daß es die Bauernjungen wagen würden, die Schlaffelle eines Kriegers zu durchstöbern. Dazu war ihnen ihr Leben bestimmt viel zu kostbar. Ich fühlte mich absolut sicher. Dies war vermutlich der einzige Ort im Dorf, wo mir keine Gefahr drohte. Der Gedanke an meine Schlauheit erfüllte mich mit angenehmer Genugtuung. Ich liebte den Körpergeruch meines Herrn, der sich den Fellen mitgeteilt hatte. Ich war von seiner Aura umgeben, von der Aura seines Ichs. Ich wünschte, er läge jetzt bei mir in diesen Fellen, denn ich liebte ihn. War ich seine Sklavin, weil ich ihn liebte, oder liebte ich ihn, weil ich seine Sklavin war? Jedenfalls gehörte ich uneingeschränkt ihm, etwas, das auf dieser Welt selbstverständlich war. Sein Wille war einzig entscheidend. Ich war nichts, er war der Herr.

Ich hörte einen Ruf und rührte mich nicht mehr. Die Bauernjungen brüllten triumphierend auf. Nach einigen Sekunden riskierte ich einen Blick aus den Fellen ins Freie. Die Häscher hatten ein weiteres Mädchen gefangen – Sklavenperle. Sie wurde zum Fackelkreis getragen.

Von allen Mädchen war nur ich noch frei. Ich war der Jagd entkommen. Ich war stolz auf meine Klugheit.

Mehr als eine Ahn lang lag ich ruhig in den Fellen. Manchmal kamen die jungen Jäger in meine Nähe, doch sie betraten das Lager der Gäste nicht. Einer schritt zwar ziemlich nahe an mir vorbei, doch ich lag stocksteif in den Fellen.

Mir war ausgesprochen wohl. Ich war meinen Häschern entwischt. Natürlich bestand die Möglichkeit, daß sich mein Herr über das Versteck nicht freuen würde. Vermutlich würde er mich dann auspeitschen. Doch nahm ich eigentlich nicht an, daß er mich für meine Schlauheit und Kühnheit bestrafen würde. Mein Herr durchschaute mich, als bestünde ich aus Glas, doch zugleich spürte ich, daß auch ich mich in der letzten Zeit an ihn gewöhnt hatte, daß ich seine Stimmungen besser zu deuten wußte und seine Reaktionen voraussagen konnte. Dies mochte die für eine Sklavin unerläßliche Einstimmung auf ihren Herrn sein, geboren aus der Sorge um sein Wohlbefinden; doch fragte ich mich zugleich, ob dieses Gefühl nicht doch tiefer ging, ob hier nicht eine grundlegende Übereinstimmung mit einer anderen Person bestand. Ich hatte das Gefühl, meinen Herrn allmählich kennenzulernen. Vor zwei Tagen hatte ich ihn einmal beobachtet und dabei gespürt, daß er lie ber Wein als Paga trinken würde. Ich hatte Wein geholt und mich vor ihm hingekniet. »Darf ich dir Wein anbie ten, Herr?« hatte ich gefragt. Im ersten Augenblick war er überrascht gewesen und hatte geantwortet »Ja, Skla vin« und den Wein angenommen. Zuweilen spürte ich seinen Blick. In der Nacht zuvor hatte er in einer fast zärtlichen Geste mein Haar berührt. Dann, als sei er zornig auf sich selbst, hatte er mir einen Schlag versetzt und mich zu Eta geschickt, damit sie mir zu arbeiten gebe. Ich war nicht unzufrieden gewesen. Ich hatte das Gefühl, daß ich meinen Herrn beschäftigte, daß seine Gefühle angesprochen waren.

Ich spürte, wie die Felle zur Seite gerissen wurden.

»Wußte ich’s doch, daß ich dich hier finden würde!« sagte er.

»Ich hoffe, der Herr ist nicht zornig auf seine Skla vin.«

»Vielleicht sollte ich dich auspeitschen lassen«, sagte er.

»Mein Herr wird tun, was ihm gefällt.«

Er stand neben den Fellen und ließ seine Tunika zu Boden fallen. »Zieh die Ta-Teera aus«, sagte er. Ich richtete mich auf, öffnete das Gewand, hob es mir über den Kopf. Er legte sich zu mir und warf die Felle über uns beide.

Aus der Ferne hörte ich Geschrei. Offenbar hatten die Bauernjungen ihr vergnügliches Treiben mit den Mädchen begonnen.

Im nächsten Augenblick lag ich in den Armen meines Herrn.

»Wirst du mich den Bauernburschen überlassen?« fragte ich besorgt.

Ich wollte nicht brutal in den Kreis der Fackeln gezerrt werden. Sicher waren die Häscher wütend, daß ich ihnen entkommen war. Ich hatte keine Ahnung, was sie mit mir anstellen würden.

»Nein«, sagte er in der Dunkelheit.

Ich atmete auf. »Dann bin ich ihnen entwischt.«

»Nicht aber mir.«

»Nein, Herr«, sagte ich und drängte mich an ihn. »Dir will ich nicht entkommen.«

»Du bist gut gelaufen«, meinte er. »Und du bist kühn. Es erfordert Mut, sich unerlaubt in den Fellen des eigenen Herrn zu verstecken. Solche Kühnheit könnte zu schlimmen Strafen führen.«

»Ja, Herr.«

»Aber ich habe nichts gegen die Kühnheit einer Skla vin«, fuhr er fort. »Ein kühnes Mädchen vermag sich um so schönere Methoden auszudenken, ihren Herrn zu erfreuen, Dinge, auf die ein schüchternes Mädchen gar nicht kommen würde. Außerdem deutete deine Flucht auf Intelligenz hin.«

»Danke, Herr.« Im nächsten Augenblick schrie ich auf, denn er war mit einem harten Ruck tief in mich eingedrungen. Mir stockte der Atem.

»Du zuckst zusammen wie ein Tarsk«, lachte er. »Du mußt noch viel lernen.«

Ich keuchte und konnte nicht antworten. Verzweifelt klammerte ich mich an ihn. Doch er löste sich von mir und schob mich von sich.

»Bitte, Herr!« flehte ich schließlich. »Ich kann dir nicht widerstehen.«

»Lieg still«, sagte er.

»Ja, Herr.«

»Es ist angenehmer, ein intelligentes Mädchen zu besitzen als eine dumme Gans«, sagte er. »Intelligenz ist viel anregender.«

»Ja, Herr!« sagte ich gequält.

»Ein intelligentes Mädchen bringt außerdem besseren Lohn. Ein intelligentes Mädchen kann mehr und besser arbeiten. Sie befolgt Befehle und lernt schnell dazu. Sie weiß, wie sie einen Mann erfreuen muß. Aber das will alles gelernt sein.«

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