In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
Thurnus ließ mich los.
Am gleichen Abend schleppte er mich auf den Schultern ins Dorf zurück und warf mich gefesselt unter seiner Hütte auf den Boden.
»Was ist los?« wollte Melina wissen.
»Die Kleine ist zu schwach«, sagte Thurnus.
»Soll ich sie umbringen?« fragte Melina und zog ein kurzes Messer. »Wozu sie durchfüttern, wenn sie nichts taugt?«
Hilflos stemmte ich mich auf einen Ellbogen hoch und starrte sie entsetzt an. Sie näherte sich mit erhobener Klinge.
»Ins Haus, Frau!« sagte Thurnus zornig.
»Du bist hier der Schwache, Thurnus«, erwiderte Melina energisch und steckte das Messer fort. »Es war ein Fehler, daß ich dir gefolgt bin.«
Wortlos blickte er sie an.
»Du hättest Kastenführer eines ganzen Distrikts werden können«, fuhr sie fort. »Statt dessen bin ich nichts weiter als die Gefährtin eines Dorfführers. Du stinkst nach den Sleen, die du trainierst, und nach den Mädchen, die dir gehören.«
Sie sprach ungezwungen, obwohl Sklaven in der Nähe waren.
»Du bist ein Schwächling und ein Dummkopf, Thurnus«, rief sie. »Ich verachte dich!«
»Geh ins Haus, Frau!« sagte er.
Zornig machte Melina kehrt und erstieg die Treppe, die zur Hütte führte. Auf der obersten Stufe blieb sie stehen. »Du hast die längste Zeit in Tabukfurt kommandiert, Thurnus«, sagte sie und verschwand in der Hütte.
»Bindet Dina los«, befahl Thurnus, »und bringt sie in den Käfig.«
»Ja, Herr«, riefen die Mädchen.
»Dina«, sagte Thurnus und blickte auf mich herab, während mir die Fesseln abgenommen wurden. »Du gibst einen jämmerlichen Bosk ab«, fuhr er fort, grinste kurz und ging.
Zornig stieß ich die Hacke in den Boden. Natürlich war ich nicht für Aufgaben geeignet, die ein Bosk ausführte. Es war doch nicht meine Schuld, daß ich nicht kräftig zupacken konnte wie meine Leidensgenossinnen, die auf dem Lande geboren worden waren! Maria, Chanda, Donna und Sklavenperle wären nicht tüchtiger gewesen. Und Lehna oder Eta sicher auch nicht. Ach, wie gern hätte ich Maria vor dem Pflug gesehen! Wütend hackte ich die Suls. Ich war gesund, doch meine Kräfte ließen zu wünschen übrig, außerdem war ich klein. Dagegen konnte ich nichts tun, es war nicht meine Schuld! Trotzdem, Thurnus war enttäuscht von mir.
Verbissen arbeitete ich weiter. Es fiel mir sogar schwer, Wasser auf die Felder zu tragen; die Last des großen Holzjochs mit den Eimern war einfach zuviel für mich! Manchmal stürzte ich und verschüttete das Wasser. Außerdem war ich langsam. Die anderen Mädchen, mit denen ich mich angefreundet hatte, nahmen mir einen Teil der schweren Arbeiten ab, während ich mehr von den leichteren Aufgaben der anderen verrichtete. Dieses Arrangement gefiel mir aber nicht, erschwerte es doch den anderen das Leben. Ich wollte meinen Teil zum Ganzen selbst beitragen.
Wenn ich so auf den Feldern arbeitete, überkamen mich zuweilen Haßgefühle auf Clitus Vitellius. Schließlich hatte er mich in diesem Dorf zurückgelassen. Er hatte mich dazu gebracht, ihn zu lieben – aber dann hatte er mich an einen Bauern weiterverschenkt. Er wußte doch, was für ein Mädchen ich war, anmutig und zart, klein und schön, ein Mädchen von der Erde. Ich hackte vor mich hin. Wie sehr ich Clitus Vitellius haßte!
Wieder hob ich den Blick. Tup Löffelhändlers Hausiererkarren war nun schon ein gutes Stück entfernt; er zog auf dem unbefestigten Weg dahin, der zu der großen Steinstraße nach Ar führte.
Obwohl mich meine Leidensgenossinnen freundlich behandelten, hatte ich im Dorf keinen guten Ruf. Ich war eben nicht kräftig genug. Ich haßte die Bauern! Was für Idioten! Eine schöne Sklavin ließ sich doch für bessere Dinge einsetzen als für Arbeit auf dem Felde! Wegen meiner geringen Körperkräfte ließ sich Thurnus oft von mir beim Training der Sleen helfen. Mit einigen Tieren freundete ich mich an, doch im großen und ganzen hatte ich Angst vor den Sleen, die meine Gefühle natürlich spürten und auf meine Gegenwart bösartig reagierten.
»Bist du denn zu nichts gut?« hatte mich Thurnus eines Tages zornig gefragt. Ich war in der Sleenarena vor ihm zurückgewichen. Die Sonne brannte heiß vom Himmel, der Sand war warm. Es hatte mehrere Tage lang nicht geregnet.
Thurnus packte mich am Arm und schüttelte mich. »Du bist zu gar nichts nütze!« sagte er aufgebracht.
Ich erschauderte unter seiner Berührung.
»Was ist los?« fragte er.
Beschämt wandte ich den Blick ab. »Verzeih mir, Herr«, antwortete ich, »doch ich bin seit vielen Tagen nicht mehr von einem Mann berührt worden.«
»Ah«, sagte er.
Ich wandte mich um und sah ihn an.
Er warf mich in den Sand und schob meine Tunika hoch. Ich griff über meinen Kopf, legte die Hände um die Gitterstäbe eines Sleenkäfigs und schrie auf. Ich zuckte und begann mich unter ihm zu winden. Meine Wonne wurde nur einmal beeinträchtigt, als ich hinter der Holzbarriere Melina entdeckte, die uns beobachtete.
»Die Herrin«, flüsterte ich.
Thurnus lachte und sagte, ohne mit seinen Bewegungen innezuhalten: »Ich mache mit meinen Sklavinnen, was mir gefällt. Soll sie doch zusehen, wenn es ihr Spaß macht. Dabei kann sie nur was lernen.«
Aber Melina hatte bereits zornig kehrtgemacht und war gegangen. Ich gab mich stöhnend meinen Gefühlen hin.
Lachend hob er mich empor, als er fertig war. »Wie ich sehe«, sagte er, »bist du doch zu etwas zu gebrauchen, Dina!«
»Danke, Herr«, erwiderte ich und senkte den Blick.
Der Tag ging seinem Ende entgegen.
Der Karren Tup Löffelhändlers verschwand am Horizont.
Er hatte mich heute früh als Sklavin taxiert. Dabei hatte ich festgestellt, daß ich im Grunde meines Herzens eine Hure war – eine Tatsache, die wohl mehr oder weniger auf jede Sklavin zutreffen mußte. Jedenfalls hatte ich mir Mühe gegeben, mich dem Mann von meiner besten Seite zu zeigen. Und das schien mir gelungen zu sein. »Du bleibst einen Augenblick hier, Dina«, hatte Melina am Morgen zu mir gesagt. Die anderen Mädchen verließen das Dorf, um Wasser zu holen. Thurnus war ebenfalls unterwegs und wurde erst spät zurückerwartet. Er besuchte ein anderes Dorf, um Vulos zu kaufen.
Ich hatte Angst vor seiner freien Gefährtin. Sie war unsere Herrin. Außerdem hatte sie einmal Anstalten gemacht, mich umzubringen. Und sie hatte mich in den Armen Thurnus’ gesehen. In letzter Zeit hatte sie mich allerdings nicht mehr ganz so feindselig gemustert; sicher wußte sie, daß Thurnus seine Aufmerksamkeiten allen seinen Sklavinnen schenkte.
»Ja, Herrin«, sagte ich besorgt.
Melina mochte mich nicht, doch nahm ich an, daß sie mich nicht mehr haßte als die anderen Mädchen. Auf keinen Fall war ich Thurnus’ Liebling. Er zog größere Frauen mit breiteren Hüften vor – von der Art, wie Melina einmal gewesen war, ehe sie rund und schlaff wurde.
»Komm, kleine Schönheit«, sagte Melina und winkte mich zu sich. Sie stand im Schatten zwischen den Pfosten, die die Hütte trugen. Ich gehorchte und kniete ergeben vor ihr nieder.
»Zieh deine Tunika aus, Dina«, befahl sie.
»Jawohl, Herrin.« Ich zog das kurze Wollgewand aus und hockte nun nackt vor meiner Herrin.
»Geh zu dem Pfahl und knie nieder«, sagte sie und deutete auf einen Stützpfeiler.
Sie machte kehrt, erstieg die Treppe zur Hütte und kehrte gleich darauf mit einem Seil zurück. Ein Ende verknotete sie mit meinem Hanfkragen, das andere legte sie in Höhe meines Halses um den Pfosten.
»Du bist ein hübsches Geschöpf«, sagte sie.
»Danke, Herrin«, antwortete ich leise.
Ich hockte vor ihr an dem Pfahl. Das Seil war nicht so lang, daß ich aufstehen konnte. Ich war Melinas Gefangene.
»Ein Hausierer ist im Dorf«, sagte sie.
Das war mir bekannt. Der Mann wurde Tup Löffelhändler genannt. Radieschen, die dabei gewesen war, hatte mir von seiner Ankunft erzählt. Er zog einen Handkarren mit langen Deichseln und zwei großen Rädern. Der Wagen enthielt viele Regale und Gestelle, auf denen er allerlei billige Waren zur Schau stellte, und Pflöcke und Schlingen, an denen Pfannen und Werkzeuge hingen. Schubladen an der Seite des Karrens enthielten allerlei Geheimnisvolles – Nadeln und Zwirn, Stoffe, Scheren, Fingerhüte, Knöpfe, Flicken, Bürsten, Kämme, Zucker, Gewürze, Kräuter, Pakete mit Salz und Arzneifläschchen. Das Sortiment schien unerschöpflich zu sein.