In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
»Wir müssen dir einen Namen geben«, sagte er. »Sabina ...«, fuhr er leise fort, als überlege er. »Ah, mir will scheinen, daß dein früherer Name ein ausgezeichneter Sklavenname ist.«
»Nein, nein, Herr!« flehte sie.
»Dein früherer Name«, sagte er, »war sehr raffiniert gewählt. Er hört sich an wie der Name einer freien Frau, doch enthält er bereits – in einer Verkleidung, die wir jetzt fortreißen – deinen neuen Namen als Sklavin. Sehr schlau, Sklavin, aber man hat dich entdeckt. Ab sofort trägst du deinen wahren Namen, der gut zu dir paßt und den ich kraft meiner Macht über dich zu deinem Namen mache.«
»Bitte, Herr!« flehte sie.
»Du heißt ab sofort Bina«, befahl er.
Sie barg das Gesicht in den Händen und begann zu weinen. ›Bina‹ ist das goreanische Wort für Sklavenperle.
»Legt Sklavenperle einen Sirik um«, befahl mein Herr. Im Nu trug das neue Mädchen meines Herrn den Halskragen, von dem eine Kette zu Arm- und Fußreifen führte. Sie war wunderschön anzuschauen. Ich hatte bisher noch keinen Sirik getragen.
»Sklavenperle«, sagte mein Herr, »vielleicht erinnerst du dich, daß du vor einigen Tagen eine Sklavin gestraft hast.«
»Du weißt davon?«
»Als wir dein Lager erkundeten, wurden wir Zeuge der Szene. Soweit ich mich erinnere, bestand das Vergehen der Sklavin darin, sich nach der Berührung durch einen Mann zu sehnen.«
»Ja, Herr.«
»Die freie Frau hatte zweifellos das Recht, ihr Mädchen dafür zu strafen.«
»Ja, Herr!« sagte Sklavenperle.
»Diese Frau ist inzwischen aber selbst Sklavin geworden. Sie hält sich sogar in diesem Lager auf. Das gleiche gilt für das Mädchen, das von ihr gestraft wurde.«
»Ja, Herr«, sagte Sklavenperle zitternd.
»Wünschst du dir die Berührung eines Mannes?« wollte mein Herr wissen.
»O nein, Herr!«
»Ah, mir will scheinen, wir haben eine Sklavin hier, die eines Verbrechens schuldig ist.«
»Wer, Herr?«
»Du!«
»Nein!«
»Dein Vergehen ist es, dich der Berührung durch einen Mann entziehen zu wollen.« Mein Herr wandte sich an einen seiner Männer. »Bring Lehna eine Gerte«, sagte er. »Diese Sklavin muß bestraft werden. Sie widersetzt sich.«
»Ich bin bereit«, sagte Lehna.
»Merk dir die Lektion«, sagte mein Herr zu Sklavenperle. »Du sollst dich nach Männern sehnen. Was du ihr angetan hast, wird sie jetzt dir antun. Vielleicht begreifst du dann etwas besser, wie schwerwiegend deine Tat war. Vielleicht bedauerst du es dann, keine nachsichtigere Herrin gewesen zu sein.«
»Laß das nicht zu, Herr!« rief Sklavenperle. »Sie wird mich töten!«
»Unmöglich wäre es nicht. Wenn Lehna mit dir fertig ist, werde ich dich noch einmal fragen, ob du dir die Berührung durch einen Mann wünschst. Ich hoffe für dich, daß deine Antwort dann positiv ausfällt.«
»O ja, Herr«, flüsterte Sklavenperle.
»Lauft!« brüllte der Mann und senkte die Fackel.
Zusammen mit den anderen Mädchen rannte ich los. Wir eilten in verschiedene Richtungen auseinander.
Etwa fünfzig Meter von der Startlinie entfernt, verborgen in der Dunkelheit zwischen den Strohhütten, blieb ich stehen und blickte keuchend zurück. Die Fackel steckte bereits im Boden. Dann rannte ich tiefer zwischen die Hütten. Schließlich erreichte ich den Palisadenzaun und preßte Körper und Wangen gegen die glatten Stämme. Dann trat ich zurück und blickte in die Höhe. Die spitzen Pfähle endeten acht Fuß über dem Boden. Ich drehte mich um und starrte auf die schmale Lehmstraße zwischen den Hütten. Ich sah das Feuer in der Mitte des Dorfes, die erhellten Gesichter der Männer, die daran saßen. Ich sah, wie die Jünglinge eifrig auf sprangen.
»Es gibt keine Verstecke!« schluchzte Sklavenperle, die in meiner Nähe geblieben war.
»Wir sind Sklavinnen!« belehrte ich sie. »Es ist unsere Aufgabe, uns fangen zu lassen!«
Ich sah, wie sich die jungen Männer zur Verfolgung fertigmachten. Mehr als einer hatte es auf mich abgesehen, das wußte ich. Wetten waren auf dieses oder jenes Mädchen abgeschlossen worden, so auch auf mich.
Ich sah Chanda in einer Hütte verschwinden.
Sklavenperle wandte sich ab und hastete an der Innenseite des Palisadenzauns entlang. Ich folgte ihr ein Stück und zog mich dann wieder zwischen die Hütten zurück. Dabei bekam ich fast einen Herzschlag, als ich wenige Fuß vor mir ein bösartiges Fauchen vernahm. Die Hand vor den Mund gehoben, schrie ich auf. Dutzende schimmernder Augen starrten mich durch den soliden Zaun eines Sleengeheges hindurch an. Schnauzen und Zähne wurden gegen die Gitter gepreßt. Ich taumelte zurück.
Und weiter ging die Flucht.
Von Maria, Eta oder Lehna sah ich nichts. Sklavenperle war ebenfalls aus meinem Gesichtskreis verschwunden. Dann erblickte ich ein weißes Fußgelenk, das unter einem Haufen Planen hervorschaute. Es war Donna. »Bedecke deinen Fuß, Sklavin, oder man findet dich schnell!« rief ich lachend und rückte die Plane zurecht. Donna machte sich noch kleiner.
In der Mitte des Lagers wurden Rufe laut. Die Jagd hatte begonnen.
»Hab keine Angst, Donna«, sagte ich. »Es wird dir nichts geschehen, was dir nicht Spaß machen wird.«
Dann eilte ich weiter, tiefer zwischen die dunklen Hütten.
Ich hoffte, daß meine Worte zutrafen. Die Jünglinge hatten sicher keine große Erfahrung im Umgang mit Frauen, vielleicht waren sie grob und mochten mir weh tun, denn es waren allesamt kräftige Burschen, aber ihre Opfer würden sie gewiß nicht brutal behandeln.
Ich hörte einen jungen Mann vorbeilaufen. Blitzschnell duckte ich mich in die Dunkelheit zwischen den Stützpfeilern einer Hütte.
Ich wollte nicht so schnell gefangen werden. Wir waren in der Palisade eingeschlossen. Irgendwo mußte es ein Versteck geben!
Rechts von mir, weit entfernt, hörte ich ein Mädchen schreien. Eine von uns war gefangen! Ich wußte nicht, wer es war.
Ich wollte kein Seil an meinem Hals spüren. Ich wollte nicht als Gefangene ins Licht des Lagerfeuers gezerrt und vor aller Augen vergewaltigt werden.
Zwei junge Männer mit Fackeln kamen vorbei. Kurz darauf begannen die Sleen in ihrem Gehege zu zischen. Irgend etwas hatte sie gestört – vielleicht ein Mädchen. Die jungen Männer liefen darauf zu. Zwei weitere Bauernburschen kamen vorbei.
Ich sah sie mehrere Meter entfernt vor einer Hütte stehenbleiben. Einer hob seine Fackel und beleuchtete damit einen Haufen Planen. Die beiden stellten sich links und rechts von den Planen auf und rührten sich nicht. Bestimmt hatte Donna ihre Schritte gehört und wartete nun angstvoll darauf, daß sich die Männer wieder entfernten. Hatten die Verfolger sie entdeckt? Die beiden warfen sich einen Blick zu und rissen mit einem lauten Ruf die Planen fort. Donna stieß einen Entsetzensschrei aus, als sie an einem Arm und einem Bein in die Luft gezerrt und über den Kopf eines der jungen Männer gestemmt wurde. »Gefangen!« rief der Bauernbursche.
»Gefangen!« meldete sich eine andere Stimme aus der Richtung des Sleengeheges. Er hatte Lehna den Arm auf den Rücken gedreht und schob sie vor sich her. Ihr Gesicht war schmerzverzerrt.
»Bringen wir die Mädchen zum Fackelkreis«, sagte einer der Jünglinge. »Dann setzen wir die Jagd fort. Drei sind noch auf freiem Fuß!«
Die Gruppe entfernte sich, und ich erschauderte. Ich wollte nicht gefangen werden!
Ein kühner Plan formte sich in meinem Kopf. Ich bewegte mich leise durch die Schatten, schrittweise. Von Zeit zu Zeit kroch ich am Boden dahin. Dabei hielt ich mich weitgehend unter den Hütten, wo es besonders dunkel war.
Zweimal kamen junge Männer mit Fackeln ganz in meiner Nähe vorbei, und ich verharrte reglos.
Unter einem Bauwerk erstarrte ich. Kaum zehn Fuß entfernt hastete Chanda die Dorfstraße entlang. An einem ihrer Handgelenke baumelte ein Seil. Zwei Verfolger eilten hinter ihr her. Offenbar war sie wieder entwischt. Einem erfahrenen Krieger wäre so etwas nicht passiert. Ich hoffte, daß Chanda ein sicheres Versteck fand.