In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
»Komm näher, kleine Schönheit«, sagte Thurnus.
Ich gehorchte, obwohl ich Angst vor diesem Manne hatte. Ich hatte seinen Blick oft genug bemerkt.
Ich goß Sul-Paga in seinen Kelch.
Mein Herr saß mit seinen Adjutanten in der großen strohbedeckten Hütte des Thurnus. Das Bauwerk war hoch und konisch angelegt; der Fußboden bestand aus behauenen Dielen, die sich auf Pfählen etwa sieben Fuß über dem Boden befanden, wodurch die Hütten vor Feuchtigkeit und Ungeziefer geschützt wurden. Der Eingang war über eine schmale, steile Treppe zu erreichen. Andere Hütten verfügten nur über Leitern an den Türen. Thurnus war der Kastenführer dieser Siedlung. In der Mitte des Fußbodens befand sich eine große kreisförmige Metallscheibe, auf der man Feuerschalen oder kleine flache Kochherde abstellen konnte. Als Brennstoff diente gepreßtes Holz, wie man es in den Dörfern nordwestlich von Ar oft findet. An den Wänden stand das Vermögen des Hauses in Truhen und Ballen. Matten bedeckten den kahlen Fußboden. An den Wänden hingen Gefäße und Lederwaren. Ein Rauchabzug gähnte im Dach der Hütte. Obwohl das Bauwerk keine Fenster und nur eine Türöffnung hatte, war der Raum während des Tages nicht dunkel. Dachstroh und Mauern filterten das Sonnenlicht, und das ergab eine angenehme Tönung, die dem Auge wohltat. Im Sommer ist es frisch und kühl in der Hütte. Im Winter, der in diesen Breitengraden selten streng ausfällt, werden die Hütten außen mit bemalten Planen abgedeckt.
Tabukfurt lag etwa vierhundert Pasang nordnordwestlich von Ar, an der Voskstraße, die vor vielen Jahren von den Horden Pa-Kurs beim Anmarsch auf Ar benutzt worden war. Auch wir waren auf diese Straße eingeschwenkt, nachdem wir den Vosk überquert hatten. Die Straße ist breit und wirkt wie eine in den Boden versunkene mächtige Mauer, Pasangsteine markieren die Entfernungen. Der ursprüngliche Zweck einer solchen Straße lag vermutlich im Militärischen – ein Weg, auf dem Kriegstharlarion rasch vorankommen, auf dem Tausende von Soldaten, Wagen und Belagerungsmaschinen schnell von einem Ort zum anderen gebracht werden konnten. Solche Straßen erleichtern die Verteidigung von Grenzen und die Abwehr von Eindringlingen – und kommen dem Expansionsdrang ehrgeiziger Herrscher entgegen.
Thurnus sah mich an. »Du darfst meinen Kelch küssen, Sklavin«, sagte er. Ich gehorchte.
An der Wand hinter Thurnus hing ein Langbogen aus biegsamem Ka-la-na-Holz – eine gefährliche Waffe, die von den goreanischen Bauern bevorzugt wird. Eine andere Waffe der Bauern ist der große Stab, etwa sechs Fuß lang und zwei Zoll dick. Zwei solche Stäbe lehnten an der Wand.
»Und nimm deine Lippen erst wieder fort, wenn ich es dir sage!«
»Thurnus«, sagte seine freie Gefährtin, eine große, rundliche Frau, die einen Reptuchschleier trug. Sie hatte keine Freude an solchen Scherzen.
Ganz in der Nähe besaß Thurnus ein Gehege, in dem sich seine Sklavinnen befanden. Er arbeitete nicht allein auf den Feldern.
»Sei still, Frau«, sagte Thurnus und griff ungeniert nach meinem Busen.
Neben den Kampfstäben lag ein einfacher, unregelmäßig geformter Felsbrocken, den Thurnus vor Jahren von den Feldern mit nach Haus gebracht hatte – sein Heimstein, der Stein, der den Heimatbegriff des Goreaners verkörpert.
»Thurnus!« sagte seine Gefährtin ärgerlich.
Doch er kümmerte sich nicht um sie. Es war viele Jahre her, daß sie ihm aus dem Dorf ihres Vaters gefolgt war – auf die Wanderung, die mit der Gründung Tabukfurts geendet hatte.
Thurnus war ein kräftiger Mann, ein Typ, der entweder viele Frauen hat oder einer einzigen Frau unglaublich viel abverlangt. Seine Gefährtin übte vermutlich keinen Reiz mehr auf ihn aus oder war zu stolz auf ihre Freiheit, als daß sie noch sein Interesse erweckte.
»Du bist eine hübsche kleine Sklavin«, sagte Thurnus zu mir.
Ich konnte nicht antworten, lagen meine Lippen doch an seinem Kelch.
»Wie heißt sie?« wandte sich Thurnus an meinen Herrn.
»Sie hat keinen Namen«, lautete die Antwort.
»Oh«, machte Thurnus und fuhr mir mit der Hand zwischen die Beine. Ich zuckte zusammen und keuchte.
Ärgerlich stand Thurnus’ freie Gefährtin Melina auf und verließ die Hütte. Ich erbebte unter Thurnus’ intimer Berührung. Ich konnte mich seiner Hand nicht entziehen, denn ich mußte ja den Kelch küssen.
»Vielleicht können wir sie ›Dummkopf‹ nennen«, schlug Maria vor.
Die Männer lachten.
»Oder ›die Ungeschickte‹!« drängte Maria boshaft.
»Du hast recht«, sagte mein Herr. »Sie ist dumm und ungeschickt – doch ihre Intelligenz nimmt zu und auch ihre Schönheit und Anmut.«
»Wir wollen ihr einen Namen geben, der besser zu einer Sklavin paßt, die eines Tages vielleicht in der Lage ist, Männern zu gefallen.«
Meine Lippen berührten den Kelch des Thurnus. Er ließ meinen Blick nicht los. Seine Liebkosungen wurden immer heftiger. Ich war erregt. Ich war eine Skla vin, ich konnte nicht anders.
Thurnus lachte. Meine Schenkel bewegten sich in dem Rhythmus, den er mir aufzwang. Wie wütend ich war!
»Wenn die namenlose Sklavin dich irgendwie interessiert«, sagte mein Herr, »kannst du natürlich mit ihr tun, was dir beliebt.«
Thurnus lachte. »Du bist doch aber gekommen, um Sleen anzusehen.«
Mein Herr zuckte die Achseln. »Das stimmt«, sagte er.
»Dann wollen wir keine Zeit mehr verschwenden im Spiel mit Sklavinnen, sondern uns ernsthaften Geschäften zuwenden. Thurnus sah mich an. »Du kannst mir den Kelch jetzt geben.«
Mit aufgerissenen Augen, heftig atmend, kniete ich auf dem Boden.
Mein Herr erhob sich, und seine Adjutanten taten es ihm nach. Ich hätte mich am liebsten kreischend auf dem Boden gewälzt. Thurnus hatte das Angebot meines Herrn nicht angenommen, obwohl ich sicher war, daß er mehr als nur beiläufiges Interesse für mich hatte. Ich fragte mich, ob er meinen Herrn mit seinem Verhalten auf die Probe stellen wollte. Thurnus schien mir ein kluger Mann zu sein.
Die Männer machten Anstalten, die Hütte zu verlassen.
Mein Herr schnipste mit den Fingern. Maria sprang auf und eilte zur Tür der Hütte.
»Ich fürchte, ich habe deine Sklavin ein bißchen nervös gemacht«, sagte Thurnus grinsend und sah mich an.
»Bitte, Herr!« flüsterte ich.
»Egal«, sagte er und machte kehrt. »Wir wollen uns die Sleen ansehen.«
7
»Laß mich nicht laufen, Herr!« flehte Sklavenperle. »Ich war früher eine freie Frau!«
»Stell dich auf die Linie«, sagte mein Herr.
Sklavenperle hastete zu dem Strich, der in den Sand von Tabukfurt gekratzt worden war. Sie trug die Überreste von Gewändern, die einmal zu Roben der Verhüllung gehört hatten. Sie war barfuß, wie es sich für eine Sklavin gehört.
»Wohin sollen wir denn laufen?« fragte mich Skla venperle.
»Es gibt kein Ziel«, antwortete ich. Das Dorf war von einem Palisadenzaun umgeben, dessen Tor versperrt war.
»Ich will nicht als Sklavin laufen!« schluchzte Skla venperle.
»Hör auf zu jammern!« sagte Lehna.
»Jawohl, Herrin!« antwortete Sklavenperle erschrocken. Sie hatte Angst vor Lehna, von der sie nach dem Branden in die Regeln des Sklavendaseins eingeführt worden war – mit einer Gerte.
Mein Herr hatte vor mehreren Wochen in einem kühnen Handstreich Lady Sabina aus der Festung von Saphronicus entführt und damit ihre Gefährtenschaft mit Thandar aus Ti, einer Stadt der Vier Städte von Saleria, zunichte gemacht. Diese Städte bildeten die Sale rische Konföderation, eine aggressive und sich ausweitende Liga nördlich des Vosk. Die wachsende Macht dieses Bündnisses wurde in Ar nicht gerade gern gesehen. Ar, das in Gors nördlicher Hemisphäre liegt, herrscht uneingeschränkt über das Gebiet zwischen dem Vosk und dem Cartius, den Voltai-Bergen und dem Thassa, dem Meer. Der Ubar von Ar, Marlenus geheißen, gilt als ehrgeiziger und brillanter, stolzer und mutiger Mann, der imperialistische Ziele verfolgt. Er mochte der Ansicht sein, daß sich die Salerische Konföderation zu einer Gefahr für Ar auswachsen konnte. So wie die Dinge im Augenblick standen, gab es in den Gebieten nördlich des Vosk eine Reihe uneiniger Städte, die jeweils ziemlich klein waren. Für einen starken Staat wie Ar bedeutete das von der Verteidigung her eine sichere Grenze und im Hinblick auf mögliche Expansionspläne ein interessantes Machtvakuum. Das Anwachsen der Salerischen Konföderation mochte nun die Situation zum Nachteil Ars ändern. Sollte der Bund von Saleria weitere Mitglieder finden und zu einer Einheit verschmelzen, konnte sich hier durchaus ein gleichwertiges oder überlegenes Gegengewicht zu Ar finden. Dann mochte es dazu kommen, daß Armeen und Tarnhorden nach Süden zogen. Erst vor wenigen Jahren hatte Ar Feinde in seinen Mauern erleben müssen, als es in dem politischen Durcheinander nach einem kurzzeitigen Verlust des Heimsteins und der Absetzung des Ubar Marlenus zu einer Revolte abhängiger Städte gekommen war, organisiert und angeführt von Pa-Kur, dem Großmeister der Kaste der Attentäter.