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In Sklavenketten auf Gor

Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:

In Sklavenketten auf Gor - Judy Thornton wird von der Erde nach Gor verschleppt, wo man sie zur Sklavin macht. Skrupellos setzt ihr Herr Clitus Vitellius sie für seine Ränkespiele ein, denn er soll im Auftrag der mächtigen Stadt Ar die Salerische Konföderation schwächen.
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
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»Und Donna auch nicht«, rief die zweite.

»Und Chanda!« rief die dritte.

»Auf keinen Fall Maria!« rief die vierte.

Der Soldat musterte das vierte Mädchen, das sich unter seinem Blick aufrichtete. »Maria möchte nicht übergangen werden?« fragte er.

»Nein«, sagte sie.

»Bist du nicht die Sklavin einer Frau?«

»Gib mir einen Platz zu deinen Füßen«, forderte sie.

Mein Herr ging um die angeketteten Mädchen herum. »Vier Schönheiten«, sagte er. »Ein guter Fang. Wir werden unseren Spaß mit ihnen haben – und wenn wir sie verkaufen, bekommen wir bestimmt einen guten Preis.« Dann wandte er sich zu mir um. »Kette sie auch an.«

Ich erstarrte. Das war doch nicht möglich! Ich war seine Sklavin, keine Gefangene. Ich hatte ihm gut gedient! Der Soldat pfiff, als riefe er einen gezähmten Sleen zu sich, und hob einen offenen Armreif auffordernd in die Höhe, den letzten an der Kette. Zornig nahm ich meinen Platz hinter dem vierten Mädchen ein.

»Wir müssen uns beeilen«, sagte mein Herr.

Es ärgerte mich ungemein, daß mein Herr mich zusammen mit den neuen Mädchen ankettete. Ich spürte das Gewicht des Metalls an meinem linken Arm.

Mein Herr blickte auf mich herab. Ich schloß die Augen.

Er machte kehrt, verließ das Zelt und verschwand in der Dunkelheit.

»Ich war gemein zu dir, Sklavin«, sagte das Mädchen vor mir in diesem Augenblick. »Das tut mir leid. Bitte verzeih mir.«

»Was?« fragte ich.

»Es tut Maria schrecklich leid, Herrin«, sagte sie. »Bitte verzeih mir.«

Es kam mir seltsam vor, daß sie mich als ›Herrin‹ anredete. Aber dann erkannte ich, was sie meinte. Sie hatte mich ›Dina‹ genannt und getreten. Jetzt stand sie im Eigentum meines Herrn, sie war seine neueste Skla vin. Sie kannte die Machtverhältnisse im Kreis seiner Leibeigenen noch nicht. War ich womöglich sein Erstes Mädchen? Stand ich über ihr?

»Ich verzeihe dir«, sagte ich gedankenlos.

Augenblicklich richtete sich das Mädchen hochmütig auf und wandte sich ab. Sie schien anzunehmen, daß sie von mir nichts zu befürchten habe, und wollte mich von oben herab ignorieren. Das ärgerte mich. Wahrscheinlich meinte sie, daß sie besser aussah als ich – was durchaus stimmen mochte – und daß sie sich damit in die Gunst meines Herrn schleichen könnte. Ich war erbost und fragte mich, warum ich ihr verziehen hatte. Ich hatte gar nicht weiter über meine Worte nachgedacht, die mir selbstverständlich vorkamen.

Dennoch war ich zornig. Sie hatte ein wenig zu leicht gesiegt. In plötzlichem Zorn versetzte ich ihr einen Tritt von hinten.

Verblüfft schrie sie auf. Ich stand starr da, als hätte ich gar nichts getan. Der Soldat, der damit beschäftigt war, aus den Truhen im Zelt Schmuck einzusammeln und in ein Halstuch zu knoten, tat, als habe er meine Bewegung nicht gesehen. Männer mischen sich selten in die Auseinandersetzungen zwischen Sklaven ein. Natürlich ließen sie es nicht zu, daß etwa eine Sklavin die andere verletzte oder entstellte und damit ihren Marktwert schmälerte.

Das Mädchen vor mir hatte seine stolze Haltung sofort wieder eingebüßt. Sie wußte nicht mehr, woran sie war. »Wenn ich es mir genau überlege«, sagte ich, »verzeihe ich dir vielleicht doch nicht.«

»Maria erfleht deine Vergebung!« sagte sie leise.

»Vielleicht – vielleicht aber auch nicht«, sagte ich.

»Ja, Herrin«, flüsterte das Mädchen eingeschüchtert.

Ich freute mich über ihre Reaktion. Wenn sie Angst vor mir hatte, konnte ich sie vielleicht eine Zeitlang von meinem Herrn fernhalten. Sie war wunderhübsch. In mir regte sich Eifersucht.

Der Soldat band das mit Schmuck gefüllte Halstuch zusammen und warf es sich über die Schulter. Er grinste mich an. Ich senkte den Kopf und lächelte.

»Sklavinnen, wir müssen uns beeilen«, sagte er und gab das Zeichen zum Abmarsch. »Har-ta!« befahl er, und Lehna, die als erste ging, setzte sich in Trab.

Minuten später wateten wir bereits durch das kalte Wasser des Bachs.

»Har-ta!« befahl der Soldat, der uns kommandierte.

Ich spürte die Kiesel des Bachufers unter meinen nackten Füßen. Die Kette zerrte mein Handgelenk nach vorn. Ich blickte zu den leuchtenden Monden empor. Stolpernd folgte ich den anderen. Ich wußte nicht, welches Schic ksal mich erwartete – mir war nur klar, daß es ein Schicksal absoluter Unterwerfung sein würde.

6

Mein Herr reichte mir seinen Kelch, den ich mit Sul-Paga füllte. Dann preßte ich meine Lippen an das Metall und gab ihm das Gefäß zurück. Meine Augen taten weh. Der Duft machte mich trunken.

Sul-Paga ist wasserhell, während die Sulfrucht gelb ist. Die Paga-Brennerei, die über zahlreiche Tanks und Rohrleitungen verfügte, lag mitten in dem Dorf, dessen Gäste wir waren, Tabukfurt. Hier war unser Gastgeber Thurnus Kastenführer.

»Ausgezeichnet«, sagte mein Herr, als er von dem Paga getrunken hatte. Am Abend zuvor hatte ich einen Schluck des starken Getränks gekostet. Nach Sekunden war mir schwarz vor den Augen geworden. Ich war bewußtlos zu Boden gesunken und hatte erst am nächsten Morgen mit fürchterlichen Kopfschmerzen das Bewußtsein wiedererlangt.

»Wein, Sklavin!« sagte Maria und hielt mir ihren Kelch hin.

Zornig stellte ich den Sul-Paga fort und holte die Flasche mit Ka-la-na-Wein aus Ar und füllte ihren Becher.

Sie dankte mir nicht, beachtete mich nicht einmal – ich war ja nur eine Sklavin. Dabei traf dasselbe auf sie zu! Ich sah, wie sie sich in ihrem inzwischen gekürzten weißen Kleid in die Arme meines Herrn schmiegte. Sie war in der Gunst der Männer schnell gestiegen und hatte sogar Eta vom Platz der Lieblingssklavin vertrie ben. Ich hatte von Anfang an befürchtet, daß die Männer für sie entbrennen würden. Mein Herr schien sie jedenfalls sehr zu mögen. Er beschlief sie fast jede Nacht. Ich haßte sie. Auch Eta schien ihr nicht gerade wohlgesonnen zu sein.

Maria musterte mich und lächelte. »Du bist eine hübsche Sklavin«, sagte sie.

»Danke, Herrin«, antwortete ich mühsam beherrscht. Seitdem sie zum Ersten Mädchen avanciert war, mußten wir sie bedienen und mit ›Herrin‹ anreden. Obwohl sie keinen Schmuck und keine hübschen Kleider tragen durfte, galt sie im Lager als hohe Skla vin. Seit dem Überfall auf den Brautzug der Lady Sabina waren fünf Wochen vergangen. Einen großen Teil dieser Zeit hatten wir auf einer langen Überlandreise verbracht.

»Gib mir zu trinken«, verlangte Thurnus von mir.

»Ja, Herr«, sagte ich und brachte ihm Ka-la-na-Wein.

Thurnus war ein zottig wirkender Mann mit langem strohblondem Haar, breiten Schultern und großen Händen. Er stammte eindeutig von Bauern ab. In Tabukfurt war er Kastenführer. Tabukfurt war ein großes Dorf mit etwa vierzig Familien; die Häuser wurden von einem Palisadenzaun geschützt, der sich wie eine Radnabe inmitten ringsum angeordneter Felder erhob – lange, breiter werdende Streifen, die wie Speichen von der Mitte aus gingen. Thurnus bebaute vier solche Streifen. Tabukfurt leitet seinen Namen aus der Tatsache her, daß vor langer Zeit die Feldtabuks auf ihren jährlichen Wanderzügen den Verl-Fluß – einen Nebenfluß des Vosk – in der Nähe überquerten. Die Feldtabuk haben ihren Wanderweg inzwischen um etwa zwanzig Pasang weiter nach Norden verlegt, während der Name des Dorfes unverändert geblieben ist. Tabukfurt ist ein reiches Dorf, ist aber nicht so sehr bekannt für seine landwirtschaftlichen Produkte wie für seine Sleenzucht. Thurnus aus der Bauernkaste war einer der bekanntesten Sleenzüchter auf Gor.

Thurnus musterte mich und grinste. »Ich habe gesagt, gib mir zu trinken!« Dabei betonte er das letzte Wort.

»Verzeih mir, Herr«, sagte ich, machte kehrt und holte eilends den Beutel mit Sul-Paga.

Thurnus hielt mir seinen Kelch hin. Ich machte Anstalten, den Sul-Paga hineinzugießen. Doch plötzlich zog er den Kelch fort, hielt ihn etwas näher zu sich. Natürlich mußte ich aufrücken.

Eine goreanische Sklavin muß für ihre Schönheit einen hohen Preis zahlen. Ich war gewillt, ihn zu zahlen – doch war Schönheit auf einer Welt wie Gor nicht ohne Risiken. Ich wünschte mir plötzlich, ich trüge einen Namenskragen, wie Eta. Auf diese Weise wäre jedem klar, wem ich gehörte. Doch mein Herr hatte sich bisher nicht die Mühe gemacht, mir einen solchen Reif umzulegen.

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