In Sklavenketten auf Gor
- Автор: Норман Джон
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Thomas Schluck
- Жанр: Боевая фантастика
Электронная книга - «In Sklavenketten auf Gor». Краткое содержание книги:
Aber dann findet Judy heraus, daß ihre Enführung kein Zufall war und sie in Wahrheit als hilflose Schachfigur in einem viel größeren Intrigenspiel dient. Will sie überleben, muß sie auf die Hilfe jenes Mannes vertrauen, den sie von ganzem Herzen haßt: Clitus Vitellius.
Die Horden Pa-Kurs, so wird berichtet, hatten das herrliche Ar belagert. Die Wissenden, die zu der Zeit die Macht in Ar auf sich vereinigt hatten, waren schwach und unentschlossen gewesen und hatten die Stadt aufgegeben, was den Ruf der Kaste der Wissenden in Ar bis zum heutigen Tag beeinträchtigt. Am Tage der Kapitulation wurde Ar durch den Aufstand der eigenen Bürger gerettet, die in den Straßen zu kämpfen begannen, unterstützt von den Streitkräften gewisser Städte des Nordens, vorwiegend Ko-ro-ba und Thentis. Von diesen Dingen ist in Liedern die Rede. Einer der darin besungenen Helden heißt Tarl von Bristol. Auch Marlenus tritt in den Balladen auf. Später eroberte er mit seinem Sieg über Cernus den Thron von Ar zurück. Bis heute verkörpert er die Macht in Ar. Zuweilen nennt man ihn den Ubar aller Ubars.
Zweifellos beobachtete Marlenus die Entwicklung der Salerischen Konföderation mit Mißfallen. Dieser Bund ist zwar im Augenblick noch relativ schwach. Ein Ubar muß jedoch an die Zukunft denken. Andererseits wird allgemein angenommen, daß die Sale rische Konföderation weniger eine Gefahr für Ars Sicherheit als für die ehrgeizigen Expansionspläne dieses Stadtstaates ist. Der riesige Ödgürtel unmittelbar südlich des Vosk, der Ar einmal nach Norden hin beschützte, besteht nicht mehr. Dabei handelte es sich um eine ausgedehnte Wildnis, eine leere, unbevölkerte, wüstenähnliche Zone ohne Wasser und nützliche Vegetation, tausend Pasang breit. Hier wurden Brunnen vergiftet und Felder niedergebrannt und eingesalzen, um den Anmarsch von Armeen aus dem Norden zu verhindern. In den letzten Jahren aber ist dieser Landstreifen grün geworden. Neue Brunnen sind gegraben worden, Bauern haben sich hier niedergelassen. Ihr Bestreben ist es, mehr bebaubares Land zu schaffen; man vermutet, daß die Zone dadurch für umfassende militärische Operationen erschlossen werden soll. Man setzte sogar Rehwild und ungezähmte Bosk aus.
Es heißt, der Blick Ars ist mit Sorge nach Norden gerichtet. Außerdem wird behauptet, die Salerische Konföderation habe nur deswegen so gut gedeihen können, weil die Städte des Nordens den Imperialismus Ars fürchten. Wie es um diese komplizierten politischen Dinge auch bestellt sein mag, es scheint klar zu sein, daß Marlenus den Wuchs der Salerischen Konföderation nicht gerade fördern möchte.
Clitus Vitellius, mein Herr, war ein Soldatenführer aus Ar. Offenbar hatte er die Aufgabe gehabt – wahrscheinlich sogar einen persönlichen Befehl von Marle nus, dem Ubar dieser Stadt –, die bevorstehende Allianz zwischen der Festung von Saphronicus und der Salerischen Konföderation zunichtezumachen – eine Allianz, die mit der Gefährtenschaft zwischen Thandar von Ti und Lady Sabina aus der Festung von Saphronicus besiegelt worden wäre.
In kühnem Angriff hatte mein Herr die Tochter des saphronischen Kaufmanns entführt. Er hatte das Lager überfallen und das Mädchen mitgenommen. Anschließend war er zurückgekehrt und hatte auch noch die Mitgift der Braut an sich gebracht, außerdem die Zofen der Lady – Lehna, Donna, Chanda und Maria. Diese Mädchen, ich in ihrer Mitte, standen nun an der Startlinie. Die jungen Bauernburschen des Dorfes beäugten uns neugierig und lüstern. Wir waren geschmeidige, vitale Schönheiten – Sklavinnen. Nicht jeden Tag durften sie solche Mädchen zu ihrem Vergnügen jagen. Unser Sklavenstatus forderte von uns, daß wir dem, der uns fing, willens sein mußten.
Es gab Diskussionen über die Regeln der Jagd. Wetten wurden abgeschlossen. Einige junge Heißsporne kamen zu uns an die Linie, um sich die Beute aus der Nähe anzusehen.
»Oh!« machte Sklavenperle. Einer der Bauernburschen hatte ihr ungeniert zwischen die Beine gegriffen.
»Gutes Material«, sagte er. »Ja«, meinte ein anderer nickend.
Ein dritter Jüngling betastete mich. Ich versuchte mich ihm zu entziehen – aber nicht ernsthaft. Schließlich wollte ich nicht ausgepeitscht werden.
Auf der anderen Seite Donnas stand Maria. Sie hatte den Kopf hoch erhoben und schien die Dreckpfoten der Bauernlümmel an ihrem Körper nicht zu spüren.
Ich beobachtete Sklavenperle. Sie weinte und hatte den Kopf in die Hände gestützt. Dann blickte ich zurück zu den offenen Feuern, wo die Männer des Dorfes saßen, darunter Thurnus, der Kastenführer, und mein Herr Clitus Vitellius.
Ich erbebte vor Freude bei seinem Anblick. Mir wurde ganz warm, wenn ich diesen Mann nur ansah. Er aber bemerkte mich nicht, sondern sprach konzentriert mit Thurnus. Er war ein Mann, der eine Frau nur zu seinen Bedingungen an sich heranließ. Darüber gab es keine Diskussionen. Dennoch war er einer der beliebtesten Männer in Ar – die Frauen standen angeblich scharenweise bei ihm Schlange. Die vorübergehende Aufgabe der eigenen Freiheit im Sklavenkragen von Clitus Vitellius, so flüstern manche hochgeborenen Ar-Frauen einander zu, ist kein zu hoher Preis. Die Langeweile der Freiheit wurde mit Freuden geopfert, wenn es nur um eine kurze Zeit in den Armen dieses Mannes ging.
»Fertig zum Lauf!« rief ein Bauer in diesem Augenblick.
Ich blickte zu meinem Herrn hinüber. Am liebsten wäre ich zu ihm gelaufen, doch ich wagte es nicht, die Startlinie zu verlassen.
Thurnus hatte mich aufs höchste erregt – und dann von mir abgelassen, als ich fast soweit war. Es war ein elender Nachmittag gewesen.
Ich betrachtete meinen Herrn, nach dem ich mich sehnte. Obwohl viele Frauen ihm Anträge gemacht hatten, war Clitus Vitellius noch in keine freie Gefährtenschaft eingetreten. Ich nahm auch nicht an, daß er es jemals tun würde. Er war schließlich Clitus Vitellius. Er würde sich Sklavinnen nehmen. Ich liebte ihn!
»Wenn die Fackel gesenkt wird«, rief der Bauer und hob sie, »lauft ihr los.«
»Ja, Herr«, antworteten wir.
»Die Fackel wird dann in die Erde gesteckt«, fuhr der Mann fort. »Wenn sie steckt, habt ihr zweihundert Herzschläge Zeit, dann werdet ihr verfolgt.«
Ich schätzte, daß wir einen Vorsprung von etwa drei Minuten vor den jungen Männern haben würden.
Ich blickte mich um. Eta stand ganz rechts auf der Linie. Dann kamen Maria und Donna. Ich stand zwischen Donna und Sklavenperle. Links warteten Chanda und ganz außen Lehna.
»Ich möchte nicht vor Bauernburschen fliehen müssen«, sagte Sklavenperle. »Ich war eine freie Frau.«
»Ich auch«, sagte ich.
»Möchtest du noch einmal gezüchtigt werden?« rief Lehna.
»Nein!« sagte Sklavenperle hastig. Sie hatte Angst vor Lehna. Aus guten Gründen war sie unmittelbar nach ihrer Gefangennahme unter Lehnas Aufsicht gestellt worden.
Nach der Entführung Lady Sabinas waren wir in das geheime Lager zurückgekehrt, in das mich mein Herr ursprünglich gebracht hatte. Dort hatte man Lady Sabina wie mich an den umgeknickten Stamm gefesselt und gebrandet. Damit war diese Frau politisch entwertet – und das entsprach genau der Absicht meines Herrn und seiner Befehlshaber in Ar. Das Symbol machte sie äußerlich sichtbar zur Sklavin. Sie wurde losgebunden und vor meinen Herrn gestoßen.