Das Leben des Klim Samgin
- Автор: Горький Максим
- Язык: немецкий
- Жанр: Русская классическая проза
Электронная книга - «Das Leben des Klim Samgin». Краткое содержание книги:
»Zu Befehl, Eure Exzellenz!« antwortete jemand mit der Stimme eines Droschkenkutschers.
Der Stattliche blies so heftig die Backen auf, daß sie rot anliefen, überlegte und sagte in französischer Sprache:
»Man soll den Dolmetscher fragen, wer denn eigentlich das Recht hat, neben ihm zu gehen.«
Alle schwiegen. Dann ließ sich, schon leiser, die Kutscherstimme vernehmen:
»Der Übersetzer, Eure Hochwohlgeboren, sagt, daß er es nicht weiß. Vielleicht Ihr, das heißt, unser Kaiser, sagt er.«
Der Stattliche berührte die Orden auf seiner Brust und murmelte wütend:
»Wirklich ... Zeremonien!«
General Fabrizius errötete ebenfalls, zupfte seinen Schnurrbart und ließ Li Hung Tschang den Vortritt.
Im Altai-Pavillon blieb Li Hung Tschang vor der Edelstein-Vitrine stehen und bewegte die Schnurrbarthaare. Sogleich bat der Dolmetscher, die Vitrine zu öffnen. Als man die schwere Glasscheibe hochgehoben hatte, befreite der alte Chinese, ohne Hast zu verraten, seine Hand aus dem Ärmel, der wie aus eigener Kraft bis zum Ellenbogen hinaufglitt. Die knochigen Finger der greisenhaften, eisernen Hand senkten sich in die Vitrine und griffen von der weißen Marmorplatte einen großen Smaragd – die Zierde des Pavillons. Li Hung Tschang hob den Edelstein an sein linkes Auge, hielt ihn an das rechte, nickte kaum merklich mit dem Kopf und ließ die Hand mit dem Stein in den Ärmel gleiten.
»Er nimmt ihn sich«, erklärte der Dolmetscher liebenswürdig lächelnd die Geste.
General Fabrizius erbleichte und stammelte:
»Aber erlauben Sie! Ich habe doch nicht das Recht, Geschenke zu machen!«
Der berühmte Chinese glitt bereits aus der Tür des Pavillons und wandte sich zum Ausgang der Ausstellung.
»Li Hung Tschang«, sagten die Leute leise einander und verneigten sich tief vor dem Mann, der einem Magier aus alter Zeit glich. »Li Hung Tschang!«
Der Tag war unfreundlich. Angstvoll jagte der Wind hinter allen Ecken hervor und wirbelte den Sand der Wege in die Luft. Am Himmel drängten sich wimmelnde Wolkenfetzen, auch die Sonne war voller Unrast, als sei sie bemüht, die seltsame Gestalt des Chinesen so hell wie möglich zu beleuchten.