Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
Perrin ließ sein Pferd galoppieren und rief: »Komm! Los!« Egwene kam, und beide gaben ihren Pferden die Fersen, ohne auf das Geräusch der Hufe oder die Äste zu achten, die ihnen ins Gesicht klatschten.
Als sie so zwischen den Bäumen hindurchgaloppierten, gleichermaßen von ihrem Instinkt wie von dem düsteren Mondlicht geleitet, fiel Bela zurück. Perrin blickte nach hinten. Egwene trat die Stute und ließ die Zügel auf den Hals des Tieres klatschen, aber es half nicht viel. Den Geräuschen nach zu urteilen, kamen die Trollocs näher. Er ließ sein Pferd langsamer galoppieren, um sie nicht zurückzulassen. »Beeil dich!« schrie er. Er konnte die Trollocs nun erkennen, riesige, dunkle Gestalten, die zwischen den Bäumen einhersprangen und bellten und fauchten, daß einem das Blut gefrieren konnte. Er packte den Griff seiner Axt, die am Gürtel hing, so fest, daß seine Knöchel schmerzten. »Schnell, Egwene! Schnell!«
Plötzlich wieherte sein Pferd, und er stürzte, taumelte aus dem Sattel, als das Pferd unter ihm plötzlich wegsackte. Er breitete die Arme aus, um sich abzufangen, und klatschte mit dem Kopf voraus in eiskaltes Wasser. Er war geradewegs über die Kante einer steilen Klippe in den Arinelle geritten.
Der Schock des eisigen Wassers ließ ihn keuchen, und er schluckte eine ganze Menge, bevor er es schaffte, sich wieder an die Oberfläche zu kämpfen. Das andere Klatschen fühlte er mehr, als daß er es hörte. Er glaubte, Egwene müsse gleich nach ihm in den Fluß gestürzt sein. Schnaufend und prustend trat er Wasser. Es war nicht leicht, an der Oberfläche zu bleiben; Mantel und Umhang waren bereits durchnäßt, und seine Stiefel hatten sich mit Wasser gefüllt. Er sah sich nach Egwene um, doch er konnte nur das Glitzern des Mondscheins auf dem vom Wind gerippten schwarzen Wasser erkennen. »Egwene? Egwene!«
Ein Speer huschte gerade vor seinen Augen vorbei und spritzte ihm Wasser ins Gesicht. Weitere klatschten um ihn herum ins Wasser. Kehlige Stimmen stritten sich am Ufer herum, und es kamen keine Trolloc-Speere mehr geflogen, aber er gab es fürs erste auf, nach Egwene zu rufen.
Die Strömung trieb ihn flußabwärts, aber die gurgelnden Rufe und das Fauchen folgten ihm am Ufer, hielten Schritt mit ihm. Er löste seinen Umhang und überließ ihn dem Fluß — ein bißchen weniger Gewicht, das ihn hinunterziehen konnte. Verbissen begann er, auf das entfernte Ufer zuzuschwimmen. Dort waren keine Trollocs — hoffte er.
Er schwamm so, wie sie es zu Hause in den Seen des Wasserwalds taten, zog beide Arme durchs Wasser und schlug kräftig mit beiden Beinen aus, wobei der Kopf aus dem Wasser schaute. Zumindest versuchte er, den Kopf über Wasser zu halten; es war nicht leicht. Auch ohne seinen Umhang schienen Mantel und Stiefel zusammen genausoviel zu wiegen wie er selbst. Und die Axt zerrte an seiner Hüfte. Sie drohte, ihn herumzudrehen oder gar hinunterzuziehen. Er spielte mit dem Gedanken, sie auch dem Fluß zu opfern; mehrmals ging ihm das durch den Kopf. Es wäre leicht, viel leichter, als sich beispielsweise die Stiefel abzustreifen. Aber jedesmal, wenn ihm dieser Gedanke kam, stellte er sich vor, wie er auf das andere Ufer kroch und lauernden Trollocs in die Hände fiel. Die Axt könnte ihm im Kampf gegen ein halbes Dutzend Trollocs kaum viel helfen — vielleicht noch nicht einmal gegen einen -, aber es war immer noch besser, als mit bloßen Händen zu kämpfen.
Nach einer Weile war er sich nicht mehr sicher, ob er die Axt überhaupt noch schwingen konnte, falls dort Trollocs wären. Seine Arme und Beine wurden bleischwer; es kostete Mühe, sie zu bewegen, und sein Gesicht hob sich nicht mehr bei jedem Armzug aus dem Wasser. Er hustete, als ihm Wasser in die Nase kam. Kein Vergleich mit einem Tag in der Schmiede, dachte er erschöpft, und in diesem Augenblick traf sein Fuß auf irgend etwas Festes. Erst beim nächsten Schwimmzug erkannte er, was es gewesen war: der Grund. Er war in seichtem Wasser. Er war am anderen Ufer angelangt.
Er holte durch den Mund Luft und versuchte, zu stehen. Als seine Beine fast versagten, mußte er um sich schlagen. Er fuchtelte herum, bis er die Axt aus ihrer Schlaufe hatte, und stieg aus dem Fluß. Er zitterte im Wind. Trollocs sah er nicht. Er sah auch Egwene nicht. Nur ein paar vereinzelte Bäume am Ufer und einen Streifen Mondlicht auf dem Wasser.
Als er wieder zu Atem gekommen war, rief er wieder und wieder die Namen seiner Freunde. Schwach hörbare Rufe von der anderen Seite her antworteten ihm; sogar auf diese Entfernung konnte er die harten Stimmen von Trollocs erkennen. Seine Freunde antworteten dagegen nicht.
Der Wind frischte auf. Sein Heulen übertönte die Trollocs, und er zitterte. Es war nicht kalt genug, um das Wasser in seiner durchnäßten Kleidung gefrieren zu lassen, aber er fühlte sich trotzdem so; der Wind schnitt ihm mit einer eisigen Klinge bis auf die Knochen. Die Arme fest um den Oberkörper zu schlingen war nur eine Geste, die das Zittern nicht verhindern konnte. Einsam und müde erkletterte er die Uferböschung, um einen Schutz vor dem Wind zu suchen.
Rand tätschelte Wolkes Hals und flüsterte beruhigend auf ihn ein. Das Pferd warf den Kopf hoch und tänzelte leichtfüßig. Die Trollocs hatten sie hinter sich gelassen -so schien es jedenfalls -, aber Wolke spürte ihren Geruch noch in seinen Nüstern. Mat ritt mit einem Pfeil auf der Sehne und hielt Ausschau, um nicht aus der Nacht heraus überrascht zu werden, während Rand und Thom durch die Zweige spähten und nach dem roten Stern suchten, der ihnen die Richtung wies. Ihn im Auge zu behalten, war trotz der dichten Zweige über ihren Köpfen einigermaßen leicht gewesen, jedenfalls solange sie geradewegs auf ihn zu ritten. Aber dann waren weitere Trollocs vor ihnen aufgetaucht, und so galoppierten sie zur Seite weg; gefolgt von zwei heulenden Horden. Die Trollocs konnten mit einem Pferd Schritt halten, aber nur etwa hundert Schritte, und so ließen sie schließlich die Verfolger und das Heulen hinter sich. Doch bei all dem Zickzackreiten hatten sie ihren Leitstern aus den Augen verloren.
»Ich behaupte immer noch, er ist dort drüben«, sagte Mat und zeigte nach rechts. »Wir sind am Ende nach Norden geritten, und das bedeutet, wir müssen uns jetzt in östliche Richtung halten.«
»Da ist er«, sagte Thom plötzlich. Er deutete zwischen den verschlungenen Zweigen zu ihrer Linken hindurch genau auf den roten Stern. Mat fluchte unterdrückt.
Aus dem Augenwinkel bemerkte Rand die Bewegung, als ein Trolloc lautlos hinter einem Baum hervorsprang und seine Schlaufenstange schwang. Rand gab seinem Pferd die Fersen, und der Graue sprang vorwärts, gerade als zwei weitere aus dem Schatten hinter dem ersten herausstürmten. Eine Schlinge strich über Rands Nacken und jagte ihm einen Schauder über den Rücken.
Eine der Tierfratzen hatte plötzlich einen Pfeil im Auge, und dann war Mat an seiner Seite, als die Pferde durch den Wald galoppierten. Sie ritten auf den Fluß zu, das wurde ihm schnell klar, aber er war sich nicht sicher, ob ihnen das helfen wurde. Die Trollocs hetzten hinter ihnen her. Sie waren fast schon nahe genug, um nach den flatternden Pferdeschwänzen zu greifen. Wenn sie noch einen halben Schritt aufholten, dann konnten sie sie beide mit ihren Fangstangen aus den Sätteln holen.
Er beugte sich tief über den Hals des Grauen, um mehr Abstand zwischen seinen Hals und die Schlingen zu bringen. Mats Gesicht war beinahe in der Mähne seines Pferdes vergraben. Aber Rand fragte sich, wo Thom abgeblieben war. Hatte sich der Gaukler überlegt, daß er allein auf sich gestellt besser dran war, da alle drei Trollocs hinter den Jungen her waren?
Plötzlich galoppierte Thoms Wallach aus der Nacht heraus, direkt hinter den Trollocs. Die Trollocs hatten gerade noch Zeit, sich überrascht umzusehen, doch dann hoben sich die Arme des Gauklers und fuhren in blitzschneller Bewegung wieder nach unten. Mondschein schimmerte auf blankem Stahl. Ein Trolloc taumelte vorwärts und überschlug sich mehrmals, bevor er unbeweglich liegenblieb, während ein zweiter mit einem Schrei auf die Knie fiel und sich mit beiden Händen auf den Rücken griff. Der dritte knurrte und zeigte eine Schnauze voll scharfer Zähne, doch als seine Begleiter fielen, rannte er fort, in die Dunkelheit hinein. Thoms Hand wiederholte die peitschende Bewegung, und der Trollocs schrie, doch die Schreie verklangen schließlich in der Ferne.