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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Wieder täuschte Garth einen Angriff vor, doch Torian durchschaute die Finte sofort. Er glitt einen Schritt zur Seite, riß sein Schwert hoch und wehrte den Streich ab. Blitzschnell warf er einen Blick zur Seite.

Boron hatte die Arme vor der Brust verschränkt und beobachtete ihn amüsiert.

»Also gut!« brüllte Torian. »Was willst du? Ruf ihn zurück, und ich...«

Weiter gelangte er nicht. Alles ging so schnell, daß er selbst nicht richtig mitbekam, was geschah. Ein peitschender, dreifach nachhallender Knall erklang, ein Bündel schwarzer Schatten jagte zwischen ihm und Garth hindurch, und mit einem Male ragten drei zitternde Pfeile aus der Brust des Magiers.

Boron keuchte. Seine Augen wurden rund; er torkelte, hob die Hände und brach vollends zusammen, als ein weiterer Pfeil heranzischte und seinen Hals durchbohrte.

Der Angriff erfolgte so urplötzlich, daß Boron nicht einmal dazu kam, seine Magie zu entfesseln. Er war tot, ehe er vollends zu Boden stürzte.

Mehr als zwei Dutzend Cra’thal in ihrer braunen Kampfkleidung drangen durch das Portal, durch Fenster und selbst durch Öffnungen in der Decke in die Halle ein. Vorsichtig, mit gezückten Waffen, näherten sie sich dem Leichnam Borons und entspannten sich erst, als sie erkannten, daß der Magier wirklich tot war. Als Torian endlich begriff, was geschehen war, war bereits alles vorbei. Die Cra’thal wandten sich ihm zu, doch ihre Haltung war nicht mehr feindselig. Eine der Gestalten trat vor.

»Ihr Narren«, keuchte Torian. »Wißt ihr überhaupt, was ihr getan habt?«

»Es mußte sein«, antwortete der Mann vor ihm. Seine Stimme klang seltsam, nicht völlig fremd, aber auch nicht ganz menschlich. »Wir werden sie alle töten!«

Torian erstarrte.

»Du... kannst sprechen?« fragte er stockend. »Aber...«

»Natürlich kann ich sprechen. Was hat er dir erzählt? Daß wir dumme Tiere sind?« Er lachte bitter und nickte, um seine eigene Frage zu beantworten. »Sie sind Meister der Lüge, und sie unterdrücken unser Volk seit Jahrhunderten. Du wirst alles erfahren, aber jetzt müssen wir erst einmal hier weg. Komm.«

Wie betäubt wandte sich Torian um und wollte den Gestalten folgen, als sein Blick auf Garth und Shyleen fiel. Nach dem Tod Borons waren sie bewußtlos zu Boden gestürzt. Er kniete bei ihnen nieder und versuchte zuerst Garth, dann Shyleen aus ihrer Ohnmacht zu reißen. Es gelang ihm nicht.

»Wir müssen sie mitnehmen«, keuchte er.

»Dazu bleibt keine Zeit. Wir...«

»Entweder nehmen wir sie mit, oder ich bleibe hier«, unterbrach Torian den Cra’thal. Gespannt wartete er auf eine Reaktion. Er wußte so gut wie nichts über die Cra’thal und auch nichts über ihre Absichten, aber offensichtlich versprachen sie sich von ihm Hilfe. Nach einigen Sekunden nickte der Cra’thal. Zwei seiner Begleiter packten Garth und trugen ihn mit sich fort, ein weiterer lud sich Shyleen auf die Schulter, so mühelos, als wöge sie gar nichts. Die Wesen waren stark.

Sie verließen das Gebäude durch einen Hinterausgang. Wieder wurde Torian über eine Unzahl unterirdischer Straßen und Gassen geführt. Sie hasteten über endlos lange Treppen, und ein paarmal mußte er sich durch schmale Felsspalten zwängen. Längst schon hatte er völlig die Orientierung verloren, als sie schließlich einen Raum erreichten, in dem sich mehrere Dutzend der braungekleideten Gestalten aufhielten.

»Wo sind wir?« fragte er.

»In Sicherheit, zumindest vorläufig«, antwortete einer der Cra’thal und bedeutete ihm, auf dem Boden Platz zu nehmen. Da sich die Gestalten mit ihrer braunschwarzen Kleidung wie ein Ei dem anderen ähnelten, konnte Torian nicht erkennen, ob es derselbe war, mit dem er zuvor gesprochen hatte. Er setzte sich.

»Ihr müßt verrückt sein, die Magier anzugreifen«, sagte er. »Die anderen wissen längst, was passiert ist, und sie werden schon auf dem Weg hierher sein, um sich zu rächen.«

»Sie werden uns nicht finden«, widersprach der Cra’thal. »Und wenn doch, werden sie lange brauchen. Wir werden nicht mehr Hiersein, wenn sie kommen. Aber zuerst müssen wir wissen, ob du uns helfen wirst.«

»Helfen?« Torian schnaubte. »Ihr seid verrückt. Ich kann nichts für euch tun.«

»Du kannst«, widersprach der Cra’thal. »Du hast die Macht der .Spinne.«

Torian schluckte mühsam. Verwirrt starrte er das augenlose Gesicht vor sich an. »Ich... verstehe überhaupt nichts mehr«, gestand er.

»Das mußt du auch nicht.« In der Stimme des Cra’thal schwang keine Drohung mit, als er fortfuhr: »Ich will nur wissen, auf welcher Seite du stehst.«

»Nicht auf der der Magier«, sagte Torian impulsiv. »Gut – ich werde euch bei jedem Plan helfen, der meine Freunde und mich hier herausbringt und halbwegs Aussicht auf Erfolg bietet. Aber ich weiß nicht, ob ich es kann.«

»Wenn nicht du, dann keiner«, erwiderte der Cra’thal überzeugt. Er bemühte sich, ein menschliches Nicken nachzuahmen, und machte eine Handbewegung auf seine Brust. »Ich bin Argor«, fuhr er fort. Er zog das Tuch vom Gesicht. Nach dem Klang seiner Stimme hatte Torian einen jungen Mann erwartet, einen Krieger wie sich selbst, aber Argor erwies sich als alter Mann mit grauem Haar und tiefen Falten im Gesicht. Durch die unnatürliche Blässe seines Gesichts sah er noch älter aus, als er vermutlich war, aber Torian zweifelte nicht daran, daß ihn nur wenige Jahre vom Greisenalter trennten. Auch bei ihm fehlten die Augen, die Lider waren fest mit der Wangenhaut verwachsen, ebenso wie bei den anderen Cra’thal. Trotzdem hatte Torian das sonderbare Gefühl, daß Argor ihn ganz genau sah. Es war verwirrend.

Auf einen Wink Argors hin nahmen sie alle die Tücher ab. Torian sah Menschen allen Alters, viele waren Frauen, manche kaum mehr als Kinder. »Das dort ist Ygan, mein Sohn«, fuhr Argor fort. »Dort sitzen Korl, Huran, Graan und Kryla. Im Laufe der Zeit wirst du alle kennenlernen.«

»Warum tut ihr das?« wollte Torian wissen. »Jede Rebellion gegen die Schwarzen ist zum Scheitern verurteilt!«

»Nichts ist verloren!« rief Ygan temperamentvoll und sprang auf. Er war ein junger, kräftiger Mann von kaum zwanzig Jahren – jedenfalls wäre er das gewesen, hätte es sich um einen Menschen gehandelt. So konnte er genausogut zwei wie zweihundert Jahre alt sein. Torian gestand sich bedrückt ein, daß er so gut wie nichts über seine neuen Verbündeten wußte.

»Unser Volk ist lange genug geknechtet worden«, fuhr Ygan aufgebracht fort. »Jetzt werden wir endlich zurückschlagen. Wir werden jeden der Schwarzen töten.«

»Ich habe schon viele junge Narren wie dich reden hören«, sagte Torian scharf. »Die meisten von ihnen haben den nächsten Tag nicht mehr erlebt.«

Er sah, daß Ygan zornig auffahren wollte, aber Argor legte ihm die Hand auf den Arm und drückte ihn wieder zu Boden.

»Mein Sohn ist noch jung, du darfst ihm nicht böse sein«, sagte er. »Die Schwarzen knechten unser Volk seit langer Zeit. Wir hassen sie. Sie behandeln uns wie Tiere.«

»Das sagte Boron sogar«, murmelte Torian. »Er erklärte, daß ihr keinerlei Intelligenz besitzt.«

»Wieder eine seiner Lügen«, sagte Argor grimmig. »Wahrscheinlich hat er dir auch einige unserer Brüder und Schwestern gezeigt, als Beweis für seine Behauptung. In diesem sogenannten Dorf leben nur wenige Cra’thal. Es sind die, die den Unwillen der Schwarzen erweckt haben. Die Magier haben ihr Denken zerstört.« Haß verzerrte sein faltiges Gesicht, ein Haß, der selbst Torian schaudern ließ. »Wir haben lange stillgehalten und alles ertragen, weil wir wußten, wie sinnlos jeder Widerstand wäre«, fuhr Argor fort. »Nun aber ist die Zeit zum Handeln gekommen. Mit deiner Hilfe können wir die Schwarzen schlagen.«

»Mit meiner Hilfe?« Torian begann schrill zu lachen. »Was erwartet ihr von mir? Daß ich hingehe und die Schwarzen einfach so erschlage? Ich habe einige von euch im Kampf erlebt. Ihr seid auf ein weiteres Schwert nicht angewiesen.«

»Es geht uns auch nicht um dein Schwert«, sagte Argor ruhig. »Du trägst die Brut der Blutspinne in dir. Wundere dich nicht, daß wir davon wissen. Wir haben die Falle selbst aufbauen müssen. Ich weiß, daß du deine Kraft nicht gegen die Schwarzen selbst einsetzen kannst, aber das haben wir auch nicht vor. Wir werden das Herz der Katakomben zerstören.«

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