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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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»Und diese Wesen hier...« Ein ungeheuerlicher Verdacht stieg in Torian auf.

Boron nickte.

»Ja. Wir haben auf magischem Wege versucht, unsere Gene in die Körper menschlicher Frauen zu verpflanzen. Das Experiment als solches gelang, aber es brachte nicht den gewünschten Erfolg Anscheinend sind sich unsere Rassen trotz der äußerlichen Ähnlichkeit doch zu fremd. Wir zeugten diese Zwitterwesen. Kreaturen, deren magische Kräfte sich darauf beschränken, daß sie ohne ihre verkümmerten Augen sehen können. Sie sind nicht viel intelligenter als Tiere, doch dafür sind sie uns treu ergeben. So, wir sind am Ziel.«

Boron blieb stehen, um Torian Gelegenheit zu geben, sich in aller Ruhe umzusehen. Sie hatten eine Art Dorf innerhalb der Katakomben erreicht. Große, bogenförmige Öffnungen klafften in den Wänden der Häuser, die sich um einen freien Platz herum gruppierten. Mehr als zwei Dutzend Cra’thal hielten sich dort auf, überwiegend Frauen, die einfachen, stupide anmutenden Tätigkeiten nachgingen. Keines der Wesen trug die hautengen braunen Kleidungsstücke, in denen Torian sie bisher nur gesehen hatte. Statt dessen waren sie in Lumpen gehüllt. In den Häusern entdeckte Torian primitive Lagerstätten. Der Gestank von Urin und Kot schlug ihm entgegen. Tiere, dachte er entsetzt. Die Cra’thal mochten menschliche Wesen sein, aber die Magier hielten sie wie Tiere. Es widerte ihn an, und dieses Gefühl weckte Schuld in ihm. Sein Zorn auf die Schwarzen Magier wuchs. Wie hatte Boron gesagt? Wir sind schließlich keine Menschen ?

Niemand nahm von ihm und dem Magier Notiz.

»Was ist das hier?« fragte er bitter. »Euer Zoo? Hast du mich hergeführt, um mir das zu zeigen?«

»Genau deshalb«, antwortete Boron. »Ich sagte dir schon, sie sind nicht sehr viel intelligenter als Tiere. Zwar haben sie gelernt zu kämpfen, aber ansonsten sind sie ohne jeden Nutzen für uns. Maschinen, wenn du so willst, nur aus Fleisch und Blut statt aus Stahl. Wenn wir wirklich grausam wären, hätten wir sie längst getötet, wie ihr Menschen es mit solchen Mißgeburten wahrscheinlich gemacht hättet. Aber wir haben ihnen Gelegenheit gegeben, hier eine Art eigener Zivilisation aufzubauen. Sie leben nach Regeln, die sie sich selbst gegeben haben, und wir lassen ihnen fast alle Freiheiten. Ist das nicht humaner als das, was du in den Slums des neuen Armar gesehen hast? Dort oben leben denkende Menschen, hier nur Tiere. Und trotzdem fühlen sich diese Tiere mit Sicherheit wohler und freier. Wir behandeln sie besser als ihr euch untereinander. Also erzähle nicht noch einmal, wir würden euch versklaven, wenn wir an die Macht kämen.«

Verwirrt schwieg Torian. Borons Argumentation enthielt einen fundamentalen Fehler, das spürte er, aber er war nicht in der Lage, den Finger darauf zu legen. So zog er es vor zu schweigen. Er folgte dem Magier über den Platz auf ein besonders großes Gebäude zu. »Es ist eine Art Tempel«, erklärte Boron, während er ein Stück Vorhang vor dem Eingang zur Seite schob. »Ein Heiligtum dieser Kreaturen. Du hast die ganze Zeit über nicht mehr nach deinen Freunden gefragt. Wenn ich dich schon nicht mit Worten überzeugen kann, dann wird das hier deine Entscheidung vielleicht beschleunigen.«

Er packte Torian und versetzte ihm einen heftigen Stoß, der ihn in das Gebäude taumeln ließ. Mit wild rudernden Armen fand Torian das Gleichgewicht wieder und sah sich um. Er befand sich in einem gewaltigen Gewölbe, das von Fackeln und mehreren offenen Feuern erleuchtet wurde. Die Halle war leer bis auf ein monströses Gebilde im Hintergrund, das er im ersten Moment nicht richtig erkennen konnte. Eigentlich wollte er es auch nicht.

»Geh ruhig näher heran«, sagte Boron.

Zögernd folgte Torian der Aufforderung. Erst als er fast die Hälfte der Halle durchquert hatte, erkannte er, daß es sich bei dem Gebilde um einen überdimensionalen Thron handelte.

Und darauf saß eine Gestalt.

Obwohl es sich um einen wahren Hünen handelte, wirkte er auf der steinernen Monstrosität winzig und verloren, und es dauerte Sekunden, bis Torian ihn überhaupt entdeckte. Und auch dann dauerte es noch einmal mehrere Sekunden, bis er die muskelbepackte, bis auf einen Lendenschurz nackte Gestalt erkannte.

»Garth«, preßte er hervor. Er wollte den Namen laut brüllen und auf den Dieb zulaufen, aber seine Kehle war wie zugeschnürt, und Boron hielt ihn mit eisernem Griff zurück.

Ein Stück neben dem Thron wurde eine Tür geöffnet, und eine weitere Gestalt trat in die Halle. Es handelte sich um ein junges Mädchen, auch sie fast nackt. Ohne aufzusehen, ging sie auf den Thron zu und ließ sich davor demütig auf die Knie sinken.

Es war Shyleen.

Torian erkannte sie sofort. In seinem Inneren tobte ein wahrer Orkan von Gefühlen, die Freunde wiedergefunden zu haben. Er wollte sich losreißen, doch Borons Griff war hart wie ein Schraubstock.

»Schau sie dir an«, sagte der Magier. »Ein einziger gedanklicher Befehl von uns hat gereicht, ihren Willen zu brechen. Garth genießt es, von den Cra’thal als Halbgott verehrt zu werden. Das Mädchen spielt seine Rolle als ergebene Sklavin wunderbar, nicht wahr? Was hältst du davon, wenn ich sie den Cra’thal zum Geschenk mache? Trotz allem kennen sie auch menschliche Bedürfnisse, und Shyleen ist ziemlich hübsch.«

»Bestie«, zischte Torian. »Ich wußte, daß ich mich in dir nicht getäuscht habe. Du... du bist schlimmer als ein Tier.«

Boron lachte. Torians hilfloser Zorn schien ihn zu amüsieren. »Eine Bestie? Wie du meinst, aber ich habe nicht gelogen. Ein Wort von dir genügt, und deine Freunde sind wieder frei. Und wie würde es dir gefallen, selbst auf einem Thron zu sitzen und verehrt zu werden? Du wirst unsterblich und fast unbegrenzt mächtig sein. Oder, wenn du willst, auch ein gerechter und geliebter Herrscher. Du hast die Wahl. Andernfalls bleiben deine Freunde, was sie sind, und du wirst zu einem lallenden Idioten, der nicht mal weiß, daß er uns hilft.«

Von grenzenlosem Haß erfüllt, wandte Torian den Blick ab.

»Natürlich könnten deine Freunde auch sterben«, sprach Boron weiter. »Wie würde es dir gefallen, Garth selbst zu töten? Ich glaube, das wäre sogar eine recht gute Idee. Vielleicht würdest du dann vernünftig.«

Er machte eine knappe Geste. Der Dieb erhob sich von seinem Thron und kam mit raschen Schritten näher. Seine Augen zeigten keinerlei Gefühl, waren wie tote Glasmurmeln.

Boron griff unter seine Kutte. Als er den Arm wieder hervorzog, hielt er zwei Kurzschwerter in der Hand, von denen er Garth eines reichte und Torian das andere entgegenstreckte.

»Du bist verrückt«, keuchte Torian. »Glaubst du ernsthaft, ich würde...«

»Natürlich kannst du selbst sterben, wenn dir das lieber ist«, unterbrach Boron ihn kalt. Er warf Torian das Schwert vor die Füße und wandte sich an Garth. »Töte ihn!« befahl er.

Garth zögerte keinen Moment, dem Befehl zu folgen. Torian ließ sich blitzschnell zur Seite fallen, als er die Klinge in einem Halbkreis auf sich zufliegen sah. Er packte das auf dem Boden liegende Schwert, rollte sich ab und kam wieder auf die Beine.

Mit ein paar wilden Hieben verschaffte er sich Luft. Garth machte sich nicht einmal die Mühe, die Hiebe zu parieren, sondern wich nur ein paar Schritte zurück. Immer noch war sein Gesicht kalt und ausdruckslos wie das einer Puppe. Aber seine Bewegungen waren schnell und kraftvoll wie immer. Die ersten Schwerthiebe waren nicht mehr als eine Spielerei gewesen. Es würde keinen Kampf geben, kein langes Kreuzen der Klingen, sondern nur einen einzigen wirklichen Angriff, das begriff Torian plötzlich. Und er hatte keine sehr große Hoffnung, der Sieger in diesem ungleichen Kampf zu bleiben.

Sie hatten sich gegenseitig im Kampf gesehen und wußten, wie stark der andere war. Garths Vorteil an Körperkraft machte Torian mit seiner Schnelligkeit wett. Aber er wußte, daß er trotzdem verlieren würde. Er konnte den Dieb nicht töten, während Garth in seinem willenlosen Zustand keine Skrupel empfinden würde. Und er kämpfte ohne Rücksicht auf sich selbst, ohne Furcht vor Schmerzen oder dem Tod.

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