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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Trotzdem würde er den Magiern nicht helfen, Caracon zurückzuerobern, mochten sie hundertmal die Überlebenden eines Volkes sein, dem einst Unrecht geschehen war. Er konnte es nicht. Er wollte es auch nicht.

Vielleicht einfach deshalb, weil er selbst ein Mensch war. Und weil er selbst gespürt hatte, wie fremd die finstere Macht hinter den Magiern war. Nicht einmal böse, aber so fremd, so vollkommen anders, daß ein Zusammenleben, ja selbst eine friedliche Koexistenz, einfach ausgeschlossen war. Die Menschen und die Magier, das waren Feuer und Wasser, Licht und Dunkelheit. Beides zusammen war unmöglich. Und er hatte nicht einmal die Möglichkeit zu wählen.

Torians Gedanken verwirrten sich; begannen sich im Kreis zu drehen. Zu viel war in den letzten Stunden auf ihn eingestürmt. Er spürte, wie Müdigkeit sein Denken mehr und mehr auslöschte, bis er irgendwann selbst nicht mehr wußte, was er dachte, und in einen tiefen und traumlosen Schlaf sank.

Als er erwachte, war er nicht mehr allein. Er wußte es, noch bevor er die Augen aufschlug. Die gleiche Aura unbegreiflicher Macht, die er vor dem Rat der Magier gespürt hatte, erfüllte das Zimmer.

Boron saß auf einem Stuhl. Er hatte die Kapuze zurückgeschlagen und sah ihn an.

»Wie lange habe ich geschlafen?« fragte Torian verwirrt und blinzelte ein paarmal, um die Benommenheit abzuschütteln, bevor er sich aufsetzte und die Beine vom Bett schwang.

»Ein paar Stunden. Möchtest du etwas essen?«

»Nein.« Torian schüttelte den Kopf und stand ganz auf. »Was willst du? Eine Antwort auf eure Forderung?«

Boron lächelte milde.

»Das hat noch Zeit. Aber du solltest wirklich gründlich darüber nachdenken. Es hängt viel von deiner Antwort ab, in erster Linie für dich. Ich bin gekommen, um allein mit dir darüber zu sprechen.«

»Es gibt nichts zu besprechen. Du kannst dir deinen Atem sparen. Ich werde euch niemals freiwillig dienen.«

»Wie pathetisch«, sagte Boron lächernd. Er schüttelte den Kopf. »Aber es geht gar nicht darum, uns zu dienen«, erwiderte Boron ruhig. »Stolz ist eine feine Sache, wenn man ihn sich leisten kann. Was glaubst du mit deiner kleinen Rebellion zu erreichen? Es ist ein Kinderspiel für uns, deinen Willen zu brechen.«

»Dann tut es doch!« sagte Torian wütend.

»Aber wir wollen es nicht«, erwiderte Boron geduldig. »Was wir dir bieten, ist eine Partnerschaft. Es steht in deiner Macht, den Krieg zwischen Tremon und Scrooth zu beenden und unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. Andernfalls wird Scrooth fallen und mit ihm alle anderen Länder, die sich uns widersetzen. Aber bis dahin wird es noch Tausende Tote auf allen Seiten geben.«

Die Gedankensprünge des Magiers verwirrten Torian. Boron jonglierte mit Worten, wie es ihm gefiel, und er beherrschte dieses Gebiet besser als Torian. Zum ersten Mal kam ihm in den Sinn, daß Worte vielleicht eine ebenso gefährliche Waffe sein mochten wie sein Schwert. Und daß Boron ein Meister in dieser Art des Kämpfens war.

»Es gibt Dinge, für die zu kämpfen sich lohnt«, stieß er hervor. »Beispielsweise für die Freiheit.«

»Freiheit«, wiederholte Boron verächtlich. Es klang wie ein Schimpfwort. »Ein leeres Wort, unter dem jeder etwas anderes versteht. Wir wollen Caracon nicht versklaven. Jede Gewaltherrschaft bricht eines Tages. Wenn es nichts weiter ist, kannst du den Thron von Scrooth haben und den der anderen Länder noch dazu. Herrsche, wie du es für richtig hältst, hart oder milde, es bleibt sich gleich. Laß zur Not das Volk in dem Glauben, selbst zu herrschen. Es gibt subtilere Formen der Unterdrückung als offene Tyrannei. Wir sind nicht an weltlicher Macht interessiert.«

»Ach nein, natürlich nicht«, höhnte Torian, obwohl er spürte, wie er mehr und mehr an Boden verlor. Boron drängte ihn mit Worten in die Ecke wie ein geschickter Fechter seinen Gegner mit dem Schwert. »Warum dann der ganze Krieg, wenn ihr ihn doch gar nicht gewinnen wollt?«

»Unsinn«, entgegnete Boron unwirsch. »Natürlich wollen wir ihn gewinnen, aber es geht uns nicht um Macht. Alles, was wir wollen, sind die...« Er brach ab und suchte einen Moment nach Worten. »Die Seelen der Menschen«, sagte er schließlich. »Das trifft die Sache am ehesten. Unsere Macht mag dir wie die von Göttern erscheinen, aber wir dienen selbst nur anderen, die noch viel mächtiger sind.«

»Ja, Ch’tuon und anderen Dämonen«, murmelte Torian.

»Du nennst sie Dämonen, aber sie sind ebensosehr Götter wie die der Menschen«, widersprach Boron. »Oder sowenig, wie du willst. Und sie sind Götter, die wirklich existieren. Sie mögen härter sein als die Wesen, die ihr anbetet, aber das ist nur eine Frage des Standpunktes. Das Starke allein wird überleben, während das Schwache untergeht. Dieses Gesetz hat die Natur gemacht, Torian, nicht wir. Unsere Götter leben, während ihr nicht einmal wißt, ob es eure Götter überhaupt gibt.«

»Ich glaube an überhaupt keine Götter«, sagte Torian ruhig.

»Aber ich weiß, was passiert, wenn Ch’tuon und seine Kreaturen aus ihrem Schlaf erwachen. Vielleicht würdet ihr die Menschheit nicht versklaven wollen, aber sie würden es tun, und ich werde nicht dazu beitragen.«

Er begann unruhig im Zimmer auf und ab zu gehen. Boron musterte ihn spöttisch.

»Du versuchst dir selbst etwas vorzumachen«, sagte er nach einer Weile. »Vor allem geht es gar nicht darum, ob du uns nun freiwillig hilfst oder nicht. Das Ergebnis bleibt sich gleich. Wenn ich mit dir spreche, dann nur, um dir zu helfen.«

»Wie rührend«, knurrte Torian. »Warum schenkst du mir nicht gleich einen Blumenstrauß, um dich bei mir einzuschmeicheln? Wer weiß, vielleicht breche ich doch noch mit meinen Prinzipien und heirate dich.«

»Du glaubst mir nicht«, stellte Boron unbeeindruckt fest. »Das ist bedauerlich, aber verständlich. Nun gut, vielleicht kann ich dich doch noch überzeugen, daß wir nicht die menschenfressenden Ungeheuer sind, die du in uns siehst. Komm mit.«

Der Magier öffnete die Tür. Torian griff nach einer Fackel und folgte ihm mit gemischten Gefühlen in den Stollen hinaus, von dem er wußte, daß es sich in Wirklichkeit um eine uralte Straße handelte. Sein Mißtrauen Boron gegenüber war keineswegs geringer geworden, denn er wußte, daß alles, was der Magier tat und sagte, kühler Berechnung entsprang.

Vielleicht hatte er aber auch nur Angst davor, daß Boron im Recht sein könnte.

»Als ich dir erstmals von den Cra’thal erzählte, wolltest du mir nicht glauben, daß ein Volk hier unten wirklich existieren kann«, fuhr Boron fort, während sie durch das Straßenlabyrinth gingen. »Mittlerweile weißt du es, und ich möchte, daß du sie näher kennenlernst.«

»Was sind sie für Wesen?« erkundigte sich Torian. »Wirklich Menschen, die sich hier niedergelassen haben?«

»Nicht... ganz«, antwortete Boron gedehnt. Er lächelte. »Ich sagte schon, daß es nur noch wenige von uns gibt. Wir haben den Untergang der Alten Rasse aufgrund unserer Magie überlebt, aber wir haben einen hohen Preis für diese Kräfte zahlen müssen, denn wir sind unfähig, uns fortzupflanzen. Was glaubst du, warum es nur so wenige von uns gibt und warum beinahe nur Greise? Laß dich von meinem Äußeren nicht täuschen. Ich bin nicht jünger als die anderen. Einzig Ch’tuon kann uns helfen. Verstehst du nun, warum wir alles daransetzen, ihn aus seinem Schlaf zu reißen? Es ist allein eine Frage des Überlebens. Auch wir sind nicht unsterblich, wie du wohl am besten weißt.«

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