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Feuer und Stein: 1 (German Edition)

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Feuer und Stein: 1 (German Edition)
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»Großer Gott, Sassenach«, sagte er schließlich und prustete vor Vergnügen, »weißt du denn nicht, was das Erste ist, was man tut, wenn man sich mit einem neuen Pferd vertraut macht?«

»Nein«, sagte ich völlig verdattert.

Er hob einen Arm, so dass ich ein weiches Büschel zimtfarbener Haare sah. »Man reibt ihm ein paarmal die Achsel über die Nase, damit es sich an den Geruch gewöhnt und man es nicht mehr nervös macht.« Er erhob sich auf die Ellbogen und blickte über meinen Bauch und meine Brüste hinweg zu mir auf.

»Das hättest du mit mir auch tun sollen, Sassenach. Als Erstes hättest du mein Gesicht zwischen deine Beine reiben müssen. Dann wäre ich nicht so scheu gewesen.«

»Scheu!«

Er senkte sein Gesicht und rieb es gemächlich hin und her. Dabei prustete und schnaubte er wie ein Pferd. Ich wand mich und trat ihn in die Rippen, was so wirkungsvoll war, wie gegen eine Wand zu treten. Schließlich drückte er meine Oberschenkel wieder flach nach außen und blickte auf.

»Und jetzt«, sagte er in einem Ton, der keinen Einwand duldete, »halt still.«

Ich fühlte mich entblößt, überfallen, hilflos – und wie im Begriff, mich aufzulösen. Jamies Atem war abwechselnd warm und kühl auf meiner Haut.

»Bitte«, sagte ich und wusste nicht, ob ich »bitte hör auf« oder »bitte mach weiter« meinte. Es spielte sowieso keine Rolle; er hatte nicht vor aufzuhören.

Mein Bewusstsein zerfiel in lauter kleine Wahrnehmungen: das rauhe Leinenkissen, mit rubbeligen Blumen bestickt; der Ölgeruch der Lampe, vermischt mit dem schwächeren Geruch nach Rinderbraten und Ale und dem noch schwächeren Dufthauch der welkenden Blumen in dem Glas; der kühle Balken der Wand an meinem linken Fuß, die festen Hände auf meinen Hüften. All das verschwamm hinter meinen geschlossenen Augenlidern wirbelnd zu einer glühenden Sonne, die anwuchs und schrumpfte und schließlich mit einem geräuschlosen Plop explodierte. Ich blieb in der warmen, pulsierenden Dunkelheit zurück.

Dumpf hörte ich, wie sich Jamie in weiter Ferne aufsetzte.

»Das ist schon besser«, sagte eine Stimme, deren Worte durch Keuchlaute unterbrochen wurden. »Man braucht etwas Mühe, um dich anständig zum Gehorsam zu bewegen, wie?« Das Bett ächzte, als er sein Gewicht verlagerte, und ich spürte, wie meine Knie weiter auseinandergeschubst wurden.

»Du bist nicht so tot, wie du aussiehst, hoffe ich?«, sagte die Stimme und kam dabei näher. Ich bäumte mich mit einem unartikulierten Ausruf auf, als meine empfindlichste Stelle zielsicher einem weiteren Angriff unterzogen wurde.

»Großer Gott«, sagte ich. An meinem Ohr gluckste es leise.

»Ich habe nur gesagt, ich fühle mich wie Gott, Sassenach«, murmelte er. »Ich habe nie gesagt, dass ich es bin

Und später, als die Lampe im zunehmenden Licht der Sonne verblasste, driftete ich aus dem Schlaf empor, um Jamie noch murmeln zu hören: »Hört es jemals auf, Claire? Dass ich dich will?«

Mein Kopf fiel auf seine Schulter zurück. »Ich weiß es nicht, Jamie. Ich weiß es wirklich nicht.«

Kapitel 18

Diebe in den Felsen

Was hat Hauptmann Randall gesagt?«, fragte ich.

Dougal ritt auf der einen Seite neben mir her, Jamie auf der anderen, obwohl die Straße so schmal war, dass kaum Platz für die drei Pferde war. Hier und da war einer meiner Begleiter – oder beide – gezwungen, zurückzufallen oder vorauszureiten, um sich nicht im Gebüsch zu verheddern, das den simplen Pfad zurückzuerobern drohte.

Dougal richtete den Blick erst auf mich, dann wieder auf den Weg, um sein Pferd um einen großen Felsen herumzulenken. Ein hinterlistiges Grinsen breitete sich langsam über sein Gesicht.

»Er war nicht besonders erfreut«, antwortete er zurückhaltend. »Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob ich dir erzählen sollte, was er tatsächlich gesagt hat; vermutlich hat ja selbst deine Toleranz für Schimpfwörter ihre Grenzen, Mistress Fraser.«

Ich ignorierte die ironische Verwendung meines neuen Titels genauso wie die angedeutete Beleidigung, obwohl ich Jamie im Sattel erstarren sah.

»Ich vermute, er hat nicht vor, irgendwelche Schritte zu ergreifen?«, fragte ich. Jamies beruhigenden Worten zum Trotz hatte ich Visionen von rotberockten Dragonern, die aus dem Gebüsch stürzten, die Schotten abschlachteten und mich zum Verhör in Randalls Höhle zerrten. Mich beschlich das dumpfe Gefühl, dass Randalls Verhörmethoden, gelinde ausgedrückt, äußerst kreativ sein könnten.

»Denke nicht«, erwiderte Dougal beiläufig. »Er hat andere Sorgen als eine entlaufene Sassenach, egal, wie hübsch sie ist.« Er zog seine linke Augenbraue hoch und deutete eine Verbeugung an, als sei das Kompliment als Entschuldigung gedacht. »Außerdem ist er nicht so dumm, Colum gegen sich aufzubringen, indem er seine Nichte entführt«, fügte er noch gelassener hinzu.

Nichte! Ich spürte, wie mir trotz des warmen Wetters ein Schauer über den Rücken lief. Nichte des MacKenzie-Häuptlings. Ganz zu schweigen von ihrem Kriegshäuptling, der gerade so ungerührt an meiner Seite ritt. Auf der anderen Seite war ich jetzt vermutlich mit Lord Lovat verwandt, dem Oberhaupt des Fraser-Clans, mit dem Abt einer einflussreichen französischen Abtei und mit wer weiß wie vielen anderen Frasers. Nein, vielleicht würde es Jack Randall tatsächlich nicht lohnend finden, mir weiter nachzustellen. Und das war ja schließlich der Sinn dieses lächerlichen Arrangements gewesen.

Ich warf einen verstohlenen Blick auf Jamie, der jetzt vor mir herritt. Sein Rücken war so gerade wie ein Erlenschössling, und sein Haar glänzte in der Sonne wie ein Helm aus poliertem Metall.

Dougal folgte meinem Blick.

»Hätte schlimmer sein können, oder?«, sagte er und zog ironisch die Augenbraue hoch.

Zwei Nächte später lagerten wir im Moor unter einem dieser seltsamen, von einem Gletscher verschleppten Granitbrocken. Es war ein langer Tagesritt gewesen; wir hatten irgendwann um die Mittagszeit hastig im Sattel gegessen, und jetzt freuten sich alle auf eine warme Mahlzeit. Zunächst hatte ich versucht, mich beim Kochen nützlich zu machen, doch der schweigsame Mann, dessen Aufgabe das anscheinend war, hatte meine Hilfe mehr oder weniger höflich zurückgewiesen.

Einer der Männer hatte am Morgen einen Hirsch erlegt, und eine Portion des frischen Fleischs ergab zusammen mit Rübchen, Zwiebeln und allem, was sonst noch an Kräutern zu finden war, eine köstliche Abendmahlzeit. Zum Platzen satt und zufrieden machten wir es uns danach am Feuer gemütlich und hörten uns Geschichten und Lieder an. Überraschenderweise hatte der schmächtige Murtagh, der den Mund ja nur selten zum Sprechen aufmachte, eine schöne klare Tenorstimme. Es dauerte zwar eine Weile, bis man ihn zum Singen überredet hatte, doch das Ergebnis war die Mühe wert.

Ich rückte dichter an Jamie heran und versuchte, einen gemütlichen Sitzplatz auf dem harten Granit zu finden. Wir hatten unser Lager an der Kante des Felsvorsprungs aufgeschlagen, wo uns eine breite Bank aus rötlichem Granit als natürliche Feuerstelle diente und das Felsengewirr in unserem Rücken ein gutes Versteck für die Pferde abgab. Als ich fragte, warum wir nicht bequemer im weichen Gras auf dem Moor schliefen, hatte Ned Gowan mich aufgeklärt, dass wir uns jetzt der südlichen Grenze des MacKenzie-Territoriums näherten. Und damit dem Land der Grants und der Chisholms.

»Dougals Kundschafter sagen zwar, es deutet nichts darauf hin, dass jemand in der Nähe ist«, hatte er gesagt und sich auf einen Felsbrocken gestellt, um selbst noch einen Blick in den Sonnenuntergang zu werfen, »aber man weiß ja nie. Vorsicht ist besser, als das Nachsehen zu haben.«

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