Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Geradezu stolz entledigte sich Munro seiner abgenutzten Holzpantinen und seiner Strümpfe und zeigte mir seine breiten Füße, deren Haut voller Verdickungen und rauher Stellen war. Glänzende weiße Flecken wechselten sich mit brennend roten Stellen ab.
»Kochendes Öl«, erklärte Jamie. »So zwingen sie gefangene Christen, zur Muselmanenreligion zu konvertieren.«
»Sieht nach einer sehr überzeugenden Methode aus«, sagte ich. »Und das ist der Grund, warum er in mehreren Gemeinden betteln darf? Als Wiedergutmachung für das, was er für die Christenheit durchgemacht hat?«
»Aye, genau«, sagte Jamie, anscheinend zufrieden, wie schnell ich begriffen hatte. Auch Munro drückte mir seine Bewunderung mit einer weiteren tiefen Verneigung aus, gefolgt von einer ausdrucksvollen Sequenz wenig taktvoller Handbewegungen, die anscheinend ein Kompliment an meine körperlichen Vorzüge sein sollten.
»Danke, Mann. Aye, ich bin wirklich sehr stolz auf sie.« Angesichts meiner hochgezogenen Augenbrauen drehte Jamie Munro diplomatisch so, dass er mir den Rücken zukehrte und ich die fliegenden Finger nicht mehr sehen konnte. »Also, was gibt es Neues in der Gegend?«
Die beiden Männer rückten dichter zusammen und setzten ihre ungleiche Unterhaltung mit wachsender Intensität fort. Da sich Jamies Part hauptsächlich auf Grunzlaute und interessierte Ausrufe zu beschränken schien, konnte ich kaum etwas von ihrem Inhalt erraten und beschäftigte mich stattdessen damit, die seltsamen kleinen Felsenpflanzen in Augenschein zu nehmen, die aus der Oberfläche unseres Ausgucks sprossen.
Ich hatte eine Tasche voll Augentrost und Schwarznesseln gesammelt, als sie ihr Gespräch beendeten und Hugh Munro sich zum Gehen erhob. Mit einer letzten Verbeugung in meine Richtung und einem Hieb auf Jamies Rücken schlurfte er zum Rand des Felsens und verschwand so schnell, wie sich die Kaninchen, die er wilderte, in ihren Bau verkrochen.
»Was für faszinierende Freunde du hast«, sagte ich.
»Oh, aye. Hugh ist ein lieber Kerl. Ich bin letztes Jahr mit ihm und ein paar anderen auf die Jagd gegangen. Als anerkannter Bettler ist er jetzt zwar auf sich gestellt, aber er kommt viel herum; er weiß alles, was innerhalb der Ortsgrenzen von Ardagh und Chesthill vor sich geht.«
»Unter anderem, wo sich Horrocks aufhält?«, riet ich.
Jamie nickte. »Aye. Und er überbringt eine Nachricht für mich, um einen neuen Treffpunkt auszumachen.«
»Womit Dougal sauber überlistet wäre«, merkte ich an. »Falls er vorhatte, dich mit Horrocks zu erpressen.«
Er nickte, und sein Mundwinkel verzog sich zu einem Lächeln.
»Aye, so könnte man es ausdrücken.«
Wieder war es beinahe Essenszeit, als wir das Gasthaus erreichten. Doch diesmal standen Dougals Rappe und seine fünf Kameraden auf dem Hof und kauten zufrieden ihr Heu.
Dougal selbst war innen und spülte sich mit saurem Ale den Straßenstaub aus der Kehle. Er nickte mir zu und fuhr herum, um seinen Neffen zu begrüßen. Doch statt etwas zu sagen, stand er nur da, legte den Kopf schief und betrachtete Jamie mit fragender Miene.
»Ah, das ist es«, sagte er schließlich im zufriedenen Ton eines Menschen, der ein kniffliges Rätsel gelöst hat. »Jetzt weiß ich, woran du mich erinnerst, Junge.« Er wandte sich an mich.
»Hast du schon einmal einen Hirsch am Ende der Brunftzeit gesehen, Kleine?«, fragte er vertraulich. »Die armen Biester kommen wochenlang weder zum Schlafen noch zum Fressen, weil ihnen zwischen den Revierkämpfen und ihren Haremsdiensten keine Zeit dazu bleibt. Am Ende der Saison sind sie nur noch Haut und Knochen. Ihre Augen sind tief eingefallen, und der einzige Körperteil, der nicht vor Erschöpfung gelähmt ist, ist ihr …«
Der Schluss ging in johlendem Gelächter unter, und Jamie zog mich die Treppe hinauf. Wir gingen nicht zum Abendessen.
Am Rande des Einschlafens spürte ich einige Zeit später Jamies Arm an meiner Taille, und sein warmer Atem hauchte über meinen Hals.
»Hört es jemals auf? Dass ich dich will?« Seine Hand umfing mich und liebkoste meine Brust. »Selbst wenn ich dich gerade verlassen habe, will ich dich so sehr, dass mir der Atem vergeht und meine Finger schmerzen vor Sehnsucht, dich wieder zu berühren.«
Er umfasste im Dunkeln mein Gesicht, und seine Daumen zeichneten meine Augenbrauen nach. »Wenn ich dich in meinen Händen halte und dich so erschauern spüre, weil du darauf wartest, dass ich dich nehme … Gott, ich will dir Lust bereiten, bis du unter mir aufschreist und dich für mich öffnest. Und wenn du meine Lust stillst, habe ich das Gefühl, als hätte ich dir mit meinem Körper auch meine Seele geschenkt.«
Er rollte sich auf mich, und ich öffnete die Beine und zuckte leicht zusammen, als er in mich eindrang. Er lachte leise. »Aye, ich bin auch ein bisschen wund. Möchtest du, dass ich aufhöre?« Als Antwort schlang ich ihm die Beine um die Hüften und zog ihn fester an mich.
»Würdest du denn aufhören?«
»Nein. Das kann ich gar nicht.«
Wir lachten gemeinsam und wiegten uns langsam, während wir uns im Dunkeln gegenseitig mit den Fingern und Lippen erkundeten.
»Ich weiß jetzt, warum die Kirche es als Sakrament betrachtet«, flüsterte Jamie verträumt.
»Das hier?«, fragte ich verblüfft. »Warum denn?«
»Oder zumindest als heilig«, verbesserte er sich. »Ich fühle mich wie Gott persönlich, wenn ich in dir bin.«
Ich lachte so sehr, dass er mir fast entglitt. Unwillig hielt er inne und packte mich an den Schultern, um mich stillzuhalten.
»Was ist, bitte sehr, daran so komisch?«
»Ich kann mir Gott nur schwer dabei vorstellen.«
Jamie begann wieder, sich zu bewegen. »Nun, wenn Gott den Mann als sein Ebenbild geschaffen hat, muss er doch wohl einen Schwanz haben.« Er fing ebenfalls an zu lachen und kam dabei erneut aus dem Rhythmus. »Obwohl du mich nicht besonders an die Heilige Jungfrau erinnerst, Sassenach.«
Wir lagen uns nun in den Armen und schüttelten uns derart vor Lachen, dass wir uns voneinander lösen mussten und auseinanderrollten.
Als sich Jamie erholt hatte, klopfte er mir auf die Hüfte. »Auf die Knie, Sassenach.«
»Warum?«
»Wenn du nicht zulässt, dass ich es spirituell betrachte, musst du eben meine niederen Instinkte erdulden. Ich werde ein Tier sein.« Er biss mich zärtlich in den Nacken. »Möchtest du, dass ich ein Pferd bin, ein Bär oder ein Hund?«
»Ein Igel.«
»Ein Igel? Wie lieben sich denn Igel?«, wollte er wissen.
Nein, dachte ich. Das darf nicht wahr sein. Es kommt nicht in Frage. Aber ich sagte es dennoch. »Ganz vorsichtig«, erwiderte ich hilflos kichernd. Jetzt wissen wir also endlich auch, wie alt dieser Witz ist, dachte ich.
Jamie kugelte sich vor Lachen. Schließlich drehte er sich um, kniete sich hin und tastete nach dem Feuerstein auf dem Tisch. Er leuchtete wie roter Bernstein im Dunkel des Zimmers, als der Docht Feuer fing und sich das Licht hinter ihm ausbreitete.
Er bewegte sich an das Fußende und grinste auf mich hinunter, während ich immer noch krampfhaft vor mich hin kicherte und einfach nicht aufhören konnte. Er rieb sich mit dem Handrücken über das Gesicht und setzte eine gespielte strenge Miene auf.
»Also schön, Weib. Ich sehe, dass die Zeit gekommen ist, meine Autorität als dein Ehemann auszuüben.«
»Ach ja?«
»Aye.« Er beugte sich vor, packte meine Oberschenkel und spreizte sie. Ich kreischte auf und versuchte, mich ihm zu entwinden.
»Nein, tu das nicht!«
»Und warum nicht?« Er lag der Länge nach zwischen meinen Beinen und blinzelte zu mir auf. Er hielt meine Oberschenkel fest im Griff, um zu verhindern, dass ich sie schloss.
»Verrate es mir, Sassenach. Warum möchtest du nicht, dass ich das tue?« Er rieb mir mit der Wange über die Innenseite des Oberschenkels, und sein sprießender Bart kratzte über meine empfindliche Haut. »Sei ehrlich. Warum nicht?« Er kratzte über die andere Seite, und ich trat um mich und versuchte wild, mich ihm zu entwinden. Zwecklos.
Ich drehte mein Gesicht in das Kissen, das mir die erhitzte Wange kühlte. »Nun, wenn du es unbedingt wissen musst«, murmelte ich, »ich glaube nicht … nun ja, ich fürchte, es ist … ich meine, der Geruch …« Ich verstummte verlegen. Jamie schob sich mit einer plötzlichen Bewegung hoch. Er legte mir die Arme um die Hüften, legte die Wange an meinen Oberschenkel und lachte, bis ihm die Tränen über die Wangen liefen.