Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Er lachte. »Nun, das andere gefällt mir auch«, sagte er, ohne eine Miene zu verziehen, »aber, ja, ich habe das gemeint.«
»Aber es ist so … so lockig«, sagte ich und errötete ein wenig.
»Aye, natürlich.« Er wirkte überrascht. »Ich habe gehört, wie eine von Dougals Töchtern in der Burg zu einer Freundin gesagt hat, dass sie drei Stunden mit heißen Zangen zu Werke gehen muss, wenn sie so aussehen möchte. Sie sagt, sie könnte dir die Augen dafür auskratzen, dass du so aussiehst, ohne einen Finger dafür zu rühren.« Er setzte sich auf, lehnte sich vor und zupfte sanft an einer Locke, die mir glatt gezogen beinahe bis auf die Brust reichte. »Meine Schwester Jenny hat auch Locken, aber nicht so wie du.«
»Hat deine Schwester auch rote Haare wie du?«, fragte ich und versuchte, mir vorzustellen, wie die mysteriöse Jenny wohl aussah. Jamie schien ja oft an sie zu denken.
Er schüttelte den Kopf, während seine Finger weiter mit meinen Locken spielten. »Nein. Jennys Haar ist schwarz. Schwarz wie die Nacht. Ich bin rot wie meine Mutter, und Jenny schlägt nach unserem Vater. Brian Dhu haben sie ihn genannt. Den schwarzen Brian, wegen seiner Haare und seines Bartes.«
»Ich habe gehört, dass man Hauptmann Randall ›Black Jack‹ nennt«, sagte ich. Jamie lachte humorlos auf.
»Oh, aye. Aber damit ist die Farbe seiner Seele gemeint, nicht sein Haar.« Sein Blick wurde schärfer, als er mich jetzt ansah.
»Du machst dir doch seinetwegen keine Sorgen, oder, Claire? Das solltest du auf keinen Fall tun.« Seine Hände hoben sich von meinem Haar und legten sich besitzergreifend auf meine Schultern.
»Ich habe es ernst gemeint«, sagte er leise. »Ich werde dich beschützen. Vor ihm und vor jedem anderen. Bis zu meinem letzten Blutstropfen, a nighean donn.«
»A nighean donn?«, fragte ich, etwas bestürzt über die Intensität seiner Ansprache. Ich wollte für gar keinen Blutstropfen verantwortlich sein, den er vergoss, ob es der letzte oder der erste war.
»Es bedeutet ›mein braunes Mädchen‹.« Er hob eine Haarlocke an seine Lippen und lächelte mit einem Blick, der meine eigenen Blutstropfen dazu brachte, sich gegenseitig durch meine Adern zu jagen. »A nighean donn«, wiederholte er leise. »Ich habe es mir so gewünscht, das zu dir sagen zu können.«
»Dabei fand ich Braun immer eine ziemlich langweilige Farbe«, sagte ich sachlich und versuchte, etwas Tempo aus dem Geschehen zu nehmen. Ich hatte fortwährend das Gefühl, um einiges schneller mitgerissen zu werden als beabsichtigt.
Jamie schüttelte immer noch lächelnd den Kopf.
»Nein, das würde ich nicht sagen, Sassenach. Sie ist wirklich alles andere als langweilig.« Er hob die Masse meines Haars mit beiden Händen an und breitete sie aus. »Es ist wie Wasser in einem Bach, das über die Steine fließt. Dunkel an den Stellen, wo es Wellen schlägt, mit silbernen Flecken an der Oberfläche, dort, wo sich die Sonne darin fängt.«
Nervös und ein wenig atemlos wich ich zurück, um den Kamm aufzuheben, der mir auf den Boden gefallen war. Als ich wieder hochkam, sah mich Jamie immer noch unverwandt an.
»Ich habe ja versprochen, dass ich dich nicht nach Dingen fragen werde, die du mir nicht sagen willst«, sagte er, »und das werde ich auch nicht tun, aber ich ziehe meine eigenen Schlüsse. Colum dachte, du bist vielleicht eine englische Spionin, obwohl er sich in diesem Fall nicht vorstellen konnte, warum du kein Gälisch sprichst. Dougal glaubt, dass du wahrscheinlich eine französische Spionin bist und vielleicht nach Unterstützung für König James Ausschau hältst. Doch in diesem Fall kann er sich nicht vorstellen, warum du allein warst.«
»Und was ist mit dir?«, sagte ich und zerrte fest an einem sturen Knoten in meinen Haaren. »Was glaubst du, was ich bin?«
Er legte abschätzend den Kopf schief und betrachtete mich sorgfältig.
»Dem Aussehen nach könntest du Französin sein. Du hast dieses feinknochige Gesicht, das man manchmal bei angevinischen Adeligen sieht. Aber die Französinnen haben eher einen dunklen Teint, und deine Haut ist wie Opal.« Er zeichnete langsam mit dem Finger die Rundung meines Schlüsselbeins nach, und ich spürte, wie meine Haut unter seiner Berührung erglühte.
Der Finger wanderte zu meinem Gesicht hinauf, von der Schläfe bis zur Wange, wo er mir das Haar hinter das Ohr strich. Ich verharrte reglos unter seinem forschenden Blick und versuchte, mich auch dann nicht zu bewegen, als seine Hand über meinen Nacken fuhr und sein Daumen sanft mein Ohrläppchen streichelte.
»Goldene Augen; ich habe schon einmal ein solches Augenpaar gesehen – bei einem Leoparden.« Er schüttelte den Kopf. »Nein, Claire. Du könntest zwar Französin sein, aber du bist es nicht.«
»Woher weißt du das?«
»Ich habe mich schon oft mit dir unterhalten und dich außerdem reden hören. Dougal glaubt, dass du Französin bist, weil du gut Französisch sprichst – sehr gut.«
»Danke«, sagte ich sarkastisch. »Und die Tatsache, dass ich gut Französisch spreche, beweist, dass ich keine Französin bin?«
Er lächelte und legte seine Finger fester um meinen Nacken. »Vous parlez très bien – aber lange nicht so gut wie ich«, fügte er hinzu. Er ließ mich plötzlich los. »Nach meinem Aufenthalt in Leoch habe ich ein Jahr in Frankreich verbracht und später noch einmal zwei bei der Armee. Ich kann es erkennen, wenn jemand Französisch als Muttersprache hat, und das hast du nicht.« Er schüttelte nachdenklich den Kopf.
»Spanien? Vielleicht, aber warum? Spanien interessiert sich nicht für uns. Preußen? Gewiss nicht.« Er zuckte mit den Schultern. »Wer du auch immer bist, die Engländer wollen es unbedingt herausfinden. Sie können hier keine unbekannten Größen dulden, jetzt, da die Clans in Aufbruchstimmung sind und Prinz Charlie darauf wartet, dass er aus Frankreich absegeln kann. Und ihre Methoden, es herauszufinden, sind nicht besonders sanft. Das weiß ich aus eigener Erfahrung.«
»Und woher weißt du, dass ich keine englische Spionin bin? Du hast doch gesagt, dass Colum das glaubt.«
»Es ist möglich, aber dein Englisch ist auch ein bisschen seltsam. Und wenn du es wärst, warum solltest du es dann vorziehen, mich zu heiraten, statt zu deinen eigenen Leuten zurückzugehen? Das war noch ein Grund, warum Dougal wollte, dass du mich heiratest – er wollte wissen, ob du in letzter Minute doch noch die Flucht ergreifst.«
»Und ich habe nicht die Flucht ergriffen. Aber was beweist das?«
Er lachte und legte sich auf das Bett, einen Arm über den Augen, um sie vor dem Licht der Lampe abzuschirmen.
»Der Teufel soll mich holen, wenn ich das weiß, Sassenach. Der Teufel soll mich holen. Mir fällt einfach keine vernünftige Erklärung für dich ein. Du könntest genauso gut aus dem Feenvolk kommen …« Er blinzelte mich unter seinem Arm hinweg an. »Nein, vermutlich nicht. Du bist zu groß.«
»Hast du denn keine Angst, dass ich dich eines Nachts im Schlaf umbringe, wenn du nicht weißt, wer ich bin?«
Er antwortete nicht, sondern nahm den Arm von seinen Augen, und sein Lächeln wurde breiter. Er musste die Augen der Frasers haben, dachte ich. Sie lagen nicht tief wie die der MacKenzies, sondern standen merkwürdig schräg, so dass sie über den hohen Wangenknochen beinahe aussahen wie Katzenaugen.
Ohne sich die Mühe zu machen, den Kopf zu heben, öffnete er sein Hemd und schob den Stoff beiseite, so dass seine Brust bis zur Taille entblößt war. Er zog den Dolch aus seiner Scheide und warf ihn mir zu. Er plumpste zu meinen Füßen auf die Dielen.
Dann legte er sich den Arm wieder über die Augen und reckte den Kopf zurück, so dass ich die Stelle just unterhalb des Kiefers sehen konnte, an der sein Bartwuchs abrupt endete.
»Geradewegs nach oben, genau unter dem Brustbein«, riet er mir. »Schnell und sauber, obwohl man etwas Kraft dazu braucht. Die Kehle durchzuschneiden ist einfacher, aber es ist sehr blutig.«