Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 76 77 78 79 80 81 82 83 84 ... 421
Перейти на страницу:

»Sei kein Dummkopf, Nelly.« Richard Brown sprach mit leiser Stimme, doch sein Bruder zuckte bei ihrem Klang zusammen. Brown trieb sein Pferd näher heran. Jamie wich nicht von der Stelle, doch Roger sah, wie er das Brett fester umfasste.

»Haben sie die ganze Familie erwischt?«, fragte er und warf einen Blick auf die Kinderleiche unter dem Umhang.

»Nein«, sagte Jamie. »Die beiden größeren Kinder haben wir nicht gefunden. Nur das kleine Mädchen.«

»Indianer«, wiederholte Lionel Brown stur hinter seinem Bruder. »Sie haben sie mitgenommen.«

Jamie holte tief Luft und hustete vom Rauch.

»Aye«, sagte er. »Dann werde ich mich in den Dörfern umhören.«

»Ihr werdet sie nicht finden«, prophezeite Richard Brown. Er zerknüllte den Zettel, indem er plötzlich eine Faust machte. »Wenn Indianer sie mitgenommen haben, werden sie sie nicht in der Nähe behalten. Sie werden sie weiterverkaufen, nach Kentucky.«

Unter den Männern ertönte zustimmendes Gemurmel, und Roger spürte, wie der Funke, der schon den ganzen Nachmittag in seiner Brust glomm, explodierte.

»Das hat kein Indianer geschrieben«, fuhr er Brown an und wies mit dem Daumen auf dessen Hand. »Und wenn es Rache an O’Brian war, weil er ein Regulator war, dann hätte derjenige die Kinder nicht mitgenommen.«

Brown kniff die Augen zusammen und fixierte ihn lange. Roger spürte, wie Jamie zur Vorbereitung leicht sein Gewicht verlagerte.

»Nein«, sagte Brown leise. »Das hätte er nicht. Deswegen ist Nelly ja auf die Idee gekommen, dass Ihr es selbst geschrieben habt. Sagen wir, Indianer waren hier und haben die Kleinen entführt, aber dann kommt Ihr daher und beschließt mitzunehmen, was noch übrig ist. Also habt Ihr die Hütte angezündet, O’Brian und seine Frau gehängt, ihnen den Zettel angeheftet, und fertig. Was sagt Ihr zu dieser Überlegung, Mr. MacKenzie?«

»Ich würde fragen, woher Ihr wisst, dass sie gehängt wurden, Mr. Brown.«

Browns Gesicht verkrampfte sich, und erst als er Jamies warnende Hand auf seinem Arm spürte, merkte er, dass er die Hände zu Fäusten geballt hatte.

»Die Stricke, a charaid«, sagte Jamie, und seine Stimme war sehr ruhig. Die Worte drangen dumpf zu ihm durch, und er sah sich um. Es stimmte, die Stricke, die sie von den Toten abgeschnitten hatten, lagen neben dem Baum auf dem Boden. Jamie sprach immer noch, seine Stimme war immer noch ruhig, doch Roger konnte die Worte nicht hören. Der Wind betäubte ihn, und in seinem Heulen hörte er das unregelmäßige, leise Schlagen eines Herzens. Möglich, dass es seins war – oder das ihre.

»Herunter von dem Pferd«, sagte er, oder er dachte es zumindest. Der Wind wehte ihm den Ruß ins Gesicht, und die Worte blieben ihm im Hals stecken. Sein ganzer Mund schmeckte nach saurer Asche; er hustete und spuckte, und seine Augen tränten.

Er wurde sich vage bewusst, dass sein Arm schmerzte, und die Welt war nicht länger verschwommen. Die jungen Männer starrten ihn an, ihre Mienen reichten von hämischem Grinsen bis zum blanken Argwohn. Richard Brown und sein Bruder vermieden es geflissentlich, ihn anzusehen, und richteten ihre Blicke stattdessen auf Jamie – der nach wie vor seinen Arm festhielt.

Mühsam schüttelte er Jamies Hand ab und nickte seinem Schwiegervater kaum merklich zu, um ihm zu versichern, dass er nicht Amok laufen würde – obwohl sein Herz wild hämmerte und er die Schlinge so fest um seinen Hals spürte, dass er nichts hätte sagen können, selbst wenn ihm etwas eingefallen wäre.

»Wir helfen Euch.« Brown wies mit dem Kinn auf die Kinderleiche auf dem Boden und machte sich daran, ein Bein über den Sattel zu schwingen, aber Jamie gebot ihm mit einer kleinen Geste Einhalt.

»Nein, wir kommen schon zurecht.«

Brown erstarrte in seiner peinlichen Position, halb im Sattel, halb im Steigbügel. Seine Lippen wurden schmal, und er zog sich wieder in den Sattel, wendete das Pferd und ritt ohne ein Wort des Abschieds davon. Die anderen folgten ihm und sahen sich im Davonreiten neugierig um.

»Sie waren es nicht.« Jamie hatte nach seinem Gewehr gegriffen und richtete den Blick auf den Wald, in dem der letzte der Männer jetzt verschwunden war. »Aber sie wissen mehr darüber, als sie sagen.«

Roger nickte wortlos. Er ging zielstrebig auf den Galgenbaum zu, trat die Stricke beiseite und rammte seine Faust in den Stamm, zweimal, dreimal. Stand keuchend da, die Stirn gegen die rauhe Rinde gepresst. Der Schmerz seiner wunden Fingerknöchel half ein wenig.

Eine Kolonne winziger Ameisen hastete in Reih und Glied zwischen den Rindenplatten aufwärts, einer wichtigen Mission entgegen, die ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Er beobachtete sie ein Weilchen, bis er wieder schlucken konnte. Dann richtete er sich auf und machte sich daran, das Kind zu beerdigen. Er rieb sich die Druckstelle an seinem Arm, die bis auf den Knochen ging.

Vierter Teil

Entführt

Kapitel 26

Die Zukunft im Blick

9. Oktober 1773

Roger ließ seine Satteltaschen am Rand der Grube auf den Boden fallen und spähte hinein.

»Wo ist Jem?«, sagte er.

Seine schlammverschmierte Frau sah zu ihm auf und schob sich eine schweißverklebte Haarlocke aus dem Gesicht.

»Oh, hallo«, sagte sie. »Hattet ihr eine gute Reise?«

»Nein«, sagte er. »Wo ist Jem?«

Jetzt zog sie die Augenbrauen hoch und stieß die Schaufel in den Boden der Grube. Dann streckte sie die Hand aus, damit er ihr beim Hinausklettern half.

»Er ist bei Marsali. Er und Germain spielen Brumm mit den kleinen Autos, die du ihnen gemacht hast – zumindest taten sie das, als ich gegangen bin.«

Der nervöse Knoten, den er während der vergangenen zwei Wochen unter seinen Rippen mit sich herumgetragen hatte, begann, sich langsam zu lösen. Er nickte, weil ihn ein plötzlicher Krampf in seiner Kehle am Sprechen hinderte, dann streckte er die Hand aus, zog sie an sich und presste sie trotz ihres verblüfften Aufschreis und ihrer schmutzigen Kleider an sich.

Er hielt sie fest; sein Herz hämmerte laut in seinen Ohren, und er konnte sie einfach nicht mehr loslassen, bis sie sich seiner Umarmung entwand. Sie ließ die Hände auf seinen Schultern liegen, legte aber den Kopf schief und zog eine Augenbraue hoch.

»Ja, du hast mir auch gefehlt«, sagte sie. »Was ist? Was ist passiert?«

»Fürchterliche Dinge.« Der Brand, der Tod des kleinen Mädchens – es war ihm unterwegs mehr und mehr wie ein Traum vorgekommen, der Schrecken gedämpft durch die monotone Anstrengung des Reitens, des Schreitens, im unablässigen Heulen des Windes, dem Knirschen ihrer Schuhe auf Kies, Sand, Nadeln, Schlamm, in der Umarmung aus verschwommenen Grün- und Gelbtönen, in der sie sich unter einem endlosen Himmel verloren.

Doch jetzt war er daheim, trieb nicht länger in der Wildnis dahin. Und die Erinnerung an das Mädchen, das sein Herz in seine Hände gegeben hatte, war plötzlich wieder so real wie in der Sekunde ihres Todes.

»Komm sofort ins Haus.« Brianna betrachtete ihn sorgenvoll aus der Nähe. »Du brauchst etwas Heißes, Roger.«

»Mir fehlt nichts«, sagte er, folgte ihr aber ohne Einwände.

Er setzte sich an den Tisch, während sie Teewasser aufsetzte, und erzählte ihr alles, was geschehen war. Er stützte den Kopf auf seine Hände und starrte auf die abgenutzte Tischplatte mit ihren vertrauten Flecken und Brandnarben.

»Ich habe die ganze Zeit gedacht, es müsste doch eine Möglichkeit geben. Aber es gab keine. Noch während ich … ihr meine Hand auf das Gesicht gelegt habe … war ich mir sicher, dass dies nicht die Wirklichkeit war. Doch gleichzeitig –« Jetzt setzte er sich gerade hin und sah seine Handflächen an. Gleichzeitig war es die eindringlichste Erfahrung seines ganzen Lebens gewesen. Er konnte es nicht ertragen, daran zu denken, und wenn doch, dann höchstens sehr flüchtig. Aber er wusste, dass er nie das kleinste Detail vergessen würde. Unvermittelt verschloss sich seine Kehle wieder.

1 ... 76 77 78 79 80 81 82 83 84 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)