Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
1 ... 79 80 81 82 83 84 85 86 87 ... 421
Перейти на страницу:

Die Whiskyherstellung hatte ihren eigenen Rhythmus, an dem sich alle Bewohner von Fraser’s Ridge unbewusst orientierten, ob sie direkt daran beteiligt waren oder nicht. Daher wusste ich auch, ohne zu fragen, dass die Gerste in der Mälzerei gerade zu keimen begonnen hatte und Marsali daher dort sein würde, um das Korn zu wenden und gleichmäßig zu verteilen, bevor das Mälzfeuer angezündet wurde.

Das Korn musste einen Keim bilden, um die größtmögliche Süße zu garantieren, doch es durfte nicht sprießen, sonst nahm die Maische einen bitteren Geschmack an und war ruiniert. Nach dem Beginn des Keimvorgangs durften höchstens vierundzwanzig Stunden vergehen, und ich hatte am Nachmittag zuvor den fruchtbaren, feuchten Geruch des aufquellenden Getreides gerochen, als ich im Wald Heilpflanzen suchte. Die Zeit war reif.

Dies war bei weitem der beste Ort für ein Gespräch unter vier Augen mit Marsali; die Whiskylichtung war der einzige Ort, an dem sie je ohne ihre Ansammlung lärmender Kinder anzutreffen war. Ich hatte oft das Gefühl, dass sie die Einsamkeit dieser Arbeit weitaus mehr schätzte als den Whiskyanteil, den Jamie ihr dafür gab, dass sie nach der Gerste sah – und dieser war schon viel wert.

Brianna hatte mir erzählt, dass Roger sich ritterlicherweise angeboten hatte, Fergus anzusprechen, doch ich hielt es für besser, mich erst mit Marsali zu unterhalten, nur um herauszufinden, was wirklich vor sich ging.

Was sagte ich am besten?, fragte ich mich. Ein unverblümtes Wirst du von Fergus verprügelt? Irgendwie konnte ich das nicht glauben, obwohl – oder womöglich gerade, weil – ich mich sehr gut in Notaufnahmen auskannte, die mit den Überbleibseln häuslicher Dispute gefüllt waren.

Nicht, dass ich nicht glaubte, dass Fergus zu Gewalttätigkeiten imstande war; er war seit Kindesbeinen mit körperlicher Gewalt vertraut, und während des Aufstandes und seiner Nachwehen unter Highlandern aufzuwachsen, sensibilisierte einen jungen Mann nicht unbedingt für die Vorzüge der Friedfertigkeit. Andererseits war Jenny Murray an seiner Erziehung beteiligt gewesen.

Ich versuchte, mir – vergeblich – vorzustellen, wie irgendein Mann, der länger als eine Woche mit Jamies Schwester zusammengelebt hatte, je die Hand gegen eine Frau erhob. Außerdem wusste ich durch persönliche Beobachtung, dass Fergus ein sehr liebevoller Vater war, und normalerweise strahlte er im Umgang mit Marsali eine Unbeschwertheit aus, die –

Über mir brach plötzlich Tumult aus. Bevor ich auch nur den Blick heben konnte, krachte etwas Großes in einer Wolke aus Staub und abgestorbenen Kiefernnadeln durch die Äste. Ich sprang zurück und riss instinktiv den Korb zu meiner Verteidigung hoch – doch im selben Moment begriff ich, dass ich gar nicht attackiert wurde. Germain lag vor mir auf dem Weg auf dem Bauch und rang mit vorquellenden Augen nach Atem, denn der war ihm vergangen.

»Was in aller Welt …«, begann ich ziemlich aufgebracht. Dann sah ich, dass er etwas an seine Brust geklammert hielt; ein spätes Nest, gefüllt mit einem Gelege aus vier grünlichen Eiern. Wundersamerweise war es ihm gelungen, sie bei seinem Sturz nicht zu zerbrechen.

»Für Maman«, röchelte er und grinste zu mir auf.

»Sehr schön«, sagte ich. Ich hatte genügend Umgang mit jungen männlichen Wesen – nun, eigentlich jeden Alters; sie waren alle so –, um die völlige Vergeblichkeit jeden Tadels in einer solchen Situation zu begreifen, und da weder die Eier noch seine Beine zu Schaden gekommen waren, nahm ich einfach nur das Nest an mich und hielt es fest, während er nach Luft japste und mein Herzschlag wieder seine normale Geschwindigkeit aufnahm.

Als er sich erholt hatte, rappelte er sich hoch, ohne den Schmutz, das Harz und die abgebrochenen Kiefernnadeln zu beachten, die ihn von Kopf bis Fuß bedeckten.

»Maman ist im Schuppen«, sagte er und streckte die Hände nach seinem Schatz aus. »Kommst du mit, Grand-mère?«

»Ja. Wo sind deine Schwestern?«, fragte ich argwöhnisch. »Solltest du nicht auf sie aufpassen?«

»Non«, sagte er hochmütig. »Sie sind zu Hause; da gehören Frauen hin.«

»Ach, wirklich? Und wer hat dir das erzählt?«

»Hab ich vergessen.« Vollständig erholt hüpfte er vor mir her und sang ein Lied, dessen Refrain »Na tuit, na tuit, na tuit, Germain!« zu lauten schien.

Marsali war in der Tat auf der Whiskylichtung; ihre Haube, ihr Umhang und ihr Kleid hingen an einem Ast der Persimone, deren Laub jetzt gelb war, und ein Keramiktopf voller Kohlen stand rauchend bereit.

Der Malzboden war jetzt von richtigen Wänden eingeschlossen, so dass ein Schuppen entstanden war, in dem das feuchte Gerstenkorn aufgehäuft werden konnte, um zunächst zu keimen und dann sanft auf sehr kleiner Flamme, die unter dem Boden brannte, geröstet zu werden. Asche und Holzkohle waren ausgefegt worden, und im Zwischenraum unter dem Stelzenboden lag Eichenholz für ein neues Feuer verteilt, doch es war noch nicht angezündet. Selbst ohne Feuer war es warm im Schuppen; ich spürte es schon aus einigem Abstand. Das keimende Korn strahlte eine solche Hitze ab, dass der Schuppen förmlich glühte.

Von innen kam rhythmisches Rascheln und Schaben; Marsali war dabei, das Korn mit einer Holzschaufel zu wenden, um sicherzugehen, dass es gleichmäßig verteilt war, bevor sie das Mälzfeuer anzündete. Die Tür des Schuppens war offen, doch natürlich hatte er keine Fenster; aus der Entfernung konnte ich nur einen verschwommenen Schatten sehen, der sich darin bewegte.

Das Rascheln der Gerstenkörner hatte unsere Schritte übertönt; Marsali blickte erschrocken auf, als meine Gestalt den Lichteinfall in der Tür blockierte.

»Mutter Claire!«

»Hallo«, sagte ich fröhlich. »Germain hat gesagt, du wärst hier. Da habe ich mir einfach gedacht, ich –«

»Maman! Sieh mal, sieh nur, schau, was ich habe!« Germain schob sich zielstrebig an mir vorbei und hielt seine Beute vor sich hin. Marsali lächelte ihn an und strich sich eine feuchte Haarsträhne hinter das Ohr.

»Oh, aye? Na, das ist ja großartig. Wir wollen es nach draußen bringen, damit ich es mir richtig ansehen kann.«

Sie trat aus dem Schuppen und seufzte vor Vergnügen über die Berührung der kühlen Luft. Sie war ausgezogen bis auf ihr Hemd, dessen Musselinstoff so schweißnass war, dass ich nicht nur die dunklen Kreise ihrer Areolen sehen konnte, sondern sogar ihren vorgewölbten Nabel, über dem der Stoff an der massigen Rundung ihres Bauches klebte.

Mit einem weiteren, ausgiebigen Seufzer der Erleichterung setzte sich Marsali hin, streckte die Beine aus und reckte die nackten Zehen in die Luft. Ihre Füße waren etwas geschwollen, und blaue Adern zeichneten sich unter der durchsichtigen Haut ihrer Beine ab.

»Ah, tut das gut zu sitzen! Also dann, a chuisle, zeig mal, was du da hast.«

Ich nutzte die Gelegenheit, hinter ihrem Rücken entlangzugehen, während Germain ihr seine Beute präsentierte, und unauffällig nach blauen Flecken und anderen verdächtigen Anzeichen zu suchen.

Sie war dünn – aber Marsali war nun einmal dünn, abgesehen von der Rundung ihrer Schwangerschaft, und sie war es immer gewesen. Ihre Arme waren schlank, aber gut bemuskelt, genau wie ihre Beine. Die Müdigkeit hatte Ränder unter ihren Augen hinterlassen – aber sie hatte schließlich drei kleine Kinder, die sie wach hielten, abgesehen von den Unannehmlichkeiten der Schwangerschaft. Ihr Gesicht war rosig und feucht und sah durch und durch gesund aus.

Sie hatte ein paar blaue Flecken an den Unterschenkeln, doch ich tat sie als unwichtig ab; Schwangere bekamen leicht blaue Flecken, und angesichts der zahlreichen Hindernisse, die das Leben in einer Blockhütte und in der Bergwildnis mit sich brachte, gab es kaum jemanden in Fraser’s Ridge – männlichen oder weiblichen Geschlechts –, der nicht hier und dort eine Prellung hatte.

1 ... 79 80 81 82 83 84 85 86 87 ... 421
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)