Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern
- Автор: Кнаак Ричард А.
- Серия: Das Heldenlied der Drachenlanze #1
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Переводчик: Imke Brodersen
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:
Humas Kopf begann sich zu drehen. »Sättel! Wir brauchen mehr Sättel.«
»Khildith!«
Zum ersten Mal bemerkte Huma die Assistenten des Schmieds. Ein Elf, ein Mensch und der Zwerg, der anscheinend Khildith war, weil er hervortrat.
»Meister Eisenwirker?«
»Sind die Sättel soweit?«
Der Zwerg begann, genauso zu strahlen wie der Schmied. Trotz seines Alters bewegte er sich so schnell und geschickt wie ein junger Mann. »Mehr als genug für uns.«
»Schön, schön.« Dunkan Eisenwirker ging zu Huma und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Der Ritter merkte, wie er höflich, aber bestimmt weggeschoben wurde.
»Meister Eisenwirker. Eine Frage. Gwyneth…«
»Das ist etwas zwischen euch beiden.« Der Wandel im Gesichtsausdruck des Schmiedes reichte, um Huma zum Schweigen zu bringen. »Denk dran, du hast jetzt die Lanzen. Setze sie ein!«
Huma war aus der Tür, bevor er sich verabschieden konnte. Der einarmige Schmied beugte seinen mechanischen Arm. »Paladin sei mit dir, Junge. Solltest du ernsthaft daran zweifeln, können auch die Lanzen dir nicht helfen.«
Das Horn verkündete eine neue Warnung. Huma schoß los. Alle anderen Fragen traten angesichts der Schlacht in den Hintergrund. Die Drachenlanzen waren echt!
Kaz kam zu ihm, in jeder Hand eine Lanze für Fußsoldaten. »Ist das ein Trick, Huma? Ich könnte schwören – «
»Sie sind echt! Sie sind alle echt! Wo ist Fürst Oswal?«
Der Minotaurus benutzte eine Lanze als Zeigestock. »Auf der Mauer. Er hat darauf bestanden, selbst zuzusehen.«
Huma drehte sich um und sah, wie Bennett die Reiter ordnete. Huma grüßte ihn. Bennett bellte einen letzten Befehl, um sich dann Huma anzuschließen.
»Was ist los?« Jeder Muskel im Gesicht des Neffen des Großmeisters war angespannt. Bennett war in seinem Element, und unbewußt genoß er das.
»Die Drachenlanzen – sie sind alle echt!«
Der andere Ritter sah ihn fragend an. »Natürlich sind sie echt.«
Huma zögerte. Man hatte Bennett den ursprünglichen Plan nie mitgeteilt. Damals hatte niemand gewußt, daß Dunkan Eisenwirker auftauchen würde.
Bennett wartete schweigend, bis Huma schließlich die Geschichte hervorgesprudelt hatte. Das Gesicht des Ritters des Schwertes wurde langsam zu einer undurchdringlichen Maske. Als Huma endlich fertig war, starrten die beiden einander an.
Bennetts Raubvogelaugen schweiften zu dem Platz, wo sich alles versammelt hatte, was in der Ritterschaft Rang und Namen hatte, um seine Befehle zu erwarten. Sein Blick wanderte zurück zu Huma. »Noch etwas? Ich habe noch zu tun.«
Die knappen, tonlosen Worte erschreckten Huma. Er hatte Ärger und Überraschung erwartet, aber gar nichts? »Bennett – ich…«
Ein durchdringender Blick des anderen schnitt ihm das Wort ab. Bennett zeigte auf die Ritter um sie herum. »Macht es wirklich irgendeinen Unterschied, was du sagst, Huma? Ob mit oder ohne Drachenlanzen, diese Männer würden sich dennoch zum Kampf rüsten – trotz des wahrscheinlichen Ausgangs. Ich wäre der erste unter ihnen, wie du wahrscheinlich auch. Jeder Schaden, den wir anrichten, jede Kraft, die wir sie kosten, selbst bei einer Niederlage, ist eine Art Sieg.« Er holte Luft. Der fanatische Ausdruck wich aus seinen Augen. »Ich bin wirklich froh, noch einmal zu hören, daß wir ihnen nicht nackt in die Arme rennen, aber das ist auch alles. Sag ihnen, daß die Drachenlanzen nutzlos sind; sie werden trotzdem hinausziehen und ihr Bestes geben. Würdest du anders handeln?«
Der Glaube, den Bennett früher immer zur Schau gestellt hatte, bekam für Huma jetzt eine andere Bedeutung. Er wußte, daß der andere Ritter mit seiner Einschätzung richtig lag, besonders was Huma selbst betraf. Egal wie schrecklich die Gegner, einer der ersten Ritter wäre Huma gewesen.
»Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest. Es gibt immer noch viel zu tun. Mein Onkel müßte da oben sein.« Bennett zeigte nach rechts zu einem Teil der vorderen Mauer. »Ich denke, daß er sich über deine Neuigkeiten sehr freuen wird.«
Bennett ging fort, schrie dabei Kommandos und verhielt sich, als hätte das Gespräch nie stattgefunden. Huma riß sich zusammen und lief zu den Mauern.
Oben auf der Mauer stand der Großmeister an einer Zinne.
Fürst Oswal hörte ihn kommen und sah ihm entgegen. Als er Huma erkannte, sagte er: »Hier drüben passiert mehr. Am Himmel braut sich etwas zusammen.«
Es war nur ein kleiner Punkt am bedeckten Himmel, weit jenseits der anrückenden Armee, aber einmal gesichtet, hielt er die Aufmerksamkeit des Entdeckers gefangen wie nichts anderes am Himmel. Huma kam sich vor, als würde ein Teil von ihm zu diesem Fleck gezogen, als würde seine Seele selbst dorthin gesogen. Er holte Luft und wandte seine Augen ab.
»Was ist das?«
Der Großmeister schüttelte den Kopf. »Ich weiß es nicht, aber es treibt uns, glaube ich, die Drachen und Oger her.«
Huma erinnerte sich, weshalb er hergekommen war, und erzählte Oswal schnell, was er entdeckt hatte.
Der alte Ritter handelte, noch ehe Huma geendet hatte. Seinen Beratern rief er zu: »Allen Kommandanten Bescheid geben! Die Drachen! Jemand muß es den Drachen sagen! Die Truppen sollen sich selbst formieren!«
Während er sich wieder der anrückenden Armee zuwandte, schüttelte Fürst Oswal den Kopf. Unter ihren Augen begannen die Drachen der Dunkelheit vor den Bodentruppen vorweg zu stürmen. Schon viel zu bald würden sie hier sein.
»Mein Fürst«, drängte Huma, »gebt mir die ursprünglichen Reiter. Wir können den Feind hinhalten, während die anderen sich vorbereiten. Schickt sie in Zwanzigergruppen in die Luft, aber laßt sie über der Burg warten, bis es wirklich viele sind. Dann schickt sie los, gefolgt von den Bodentruppen. Wenn wir die Luftherrschaft erringen, gehört uns auch der Boden.«
»Dabei wirst du sterben.«
Der junge Ritter zögerte – für eine Sekunde. »Dann hätte ich mein Leben Paladin geschenkt, wie es jedem Ritter gebührt.«
Oswal nickte müde. Huma eilte wieder nach unten. Er überlegte, wie schnell er die anderen zusammenholen konnte. Zu seiner Überraschung warteten sie jedoch bereits auf den Drachen mit kampfbereiten Lanzen. In der kurzen Zeit, die sie zusammen gewesen waren, war die Gruppe zu einem Ganzen verschmolzen. Der Silberdrache war auch da und erwartete Humas Befehle.
Mit todesverachtender Gelassenheit stand Huma vor seiner versammelten Gruppe und erklärte ihnen die Gefahr ihrer Mission und den wahrscheinlichen Ausgang. Er erwartete Widerspruch, nüchterne Stimmen, die den ganzen Plan verwerfen würden. Zu seiner Verblüffung stellte er jedoch fest, daß sie an seinen Vorschlag glaubten, auch wenn ihr Leben dann keinen Heller mehr wert war. Bennett nickte zustimmend, und auch einige Drachen drückten ihr Einverständnis aus. Nur sein eigenes Reittier gab seltsamerweise keine Antwort. Sie wirkte in sich gekehrt, hatte jedoch keine Einwände, als er auf ihren Rücken stieg. Als er das Signal zum Abflug gab, gehorchte sie rasch und gekonnt, wenn auch nicht gerade begeistert.
Oben in der Luft kamen Kaz und Blitz näher. »Wir werden schon dafür sorgen, daß sie sich gut an uns erinnern, bevor wir drauf gehen.«
»Wir müssen Drakos finden«, erwiderte Huma. »Er ist der Schlüssel zu allem.«
»Er und seine Dunkle Königin.«
Huma nickte.
Als sie hoch oben waren, zeigte plötzlich Fürst Avontal auf etwas im Südwesten. »Seht mal, da!« schrie er. »Könnt ihr das erkennen?«
Blitz antwortete als erster. »Noch eine Armee. Der Feind wird noch stärker werden!«
Da lachte Avontal. »Wir sind es«, schrie er, »die immer stärker werden!«
Es war die Nordarmee von Ergod. In dem Wissen, daß sie nur Unterwerfung und Sklaverei erwartete, wenn die Ritterschaft fiel, setzten sie alles auf eine Karte, um einen Blitzangriff gegen den Rücken des Feindes zu führen. Daß sie von den Dienern von Takhisis noch nicht bemerkt worden waren, war wirklich ein Glück.