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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Gwyneth trat vor. »Versuch deine Sprüche an mir, Galan Drakos.«

Das Phantom lächelte unheilvoll. »Ich habe mehr Macht, als du vielleicht glaubst, aber ich will sie jetzt nicht benutzen. Ich bin nur gekommen, um Huma zu zeigen, wie dumm es ist, vom Sieg zu träumen.«

Huma kroch weiter. Verzweifelt versuchte er, seinen gemarterten Freund zu erreichen.

Magus schüttelte seinen zerschundenen Kopf. »Laß es, Huma. Es bringt nichts. Vernichte Drakos. Das ist alles, worum ich dich bitte.«

Drakos hob beide Hände in Magus’ Richtung. »Deine Zeit ist um, mein Freund.«

Mit einer Handbewegung schleuderte der Abtrünnige grüne Lichtpfeile auf seinen Gefangenen. Die Pfeile schienen Magus zu durchbohren, und er schrie, als wäre jeder eine eiserne Lanze. Er wankte einen Moment, dann brach er vor Humas Füßen zusammen. Sein Tod war keine Illusion. Huma schrie und versuchte, sich zu bewegen. Die anderen liefen herbei, aber Drakos löste sich schon wieder auf.

»Der Preis des Trotzes, Ritter von Solamnia. Der Preis, den ihr alle bald zahlen werdet, wenn ihr meine geliebte Herrin nicht umarmen wollt.«

»Nein, Abtrünniger«, sagte der Ritter und richtete sich dabei hoch auf. »Wenn hier jemand einen Preis bezahlt, dann bist du das.«

Er wußte nicht, ob Drakos ihn hörte, denn den letzten Satz sprach er in die leere Luft.

Bennett und Kaz kamen herbeigestolpert. Der Minotaurus sprach als erster: »Huma! Ist alles in Ordnung?«

Ohne zu antworten, starrte Huma wie gebannt auf die zusammengesunkene Gestalt von Magus.

»Wenn du Rache willst, Huma, werde ich nur zu gern an deiner Seite stehen.« Kaz hatte sich nie etwas aus dem Zauberkundigen gemacht, doch am Ende hatte er immerhin Respekt vor ihm gehabt.

Huma schüttelte den Kopf. »Rache ist nicht das Richtige.« Er hob einen Arm. »Helft mir zu ihm.«

Sie gehorchten. Seltsamerweise schien Magus jetzt seinen Frieden zu haben. Zu Lebzeiten hatte er ganz sicher nie so ruhig ausgesehen.

Nachdem er den Kopf des Magiers vorsichtig hingelegt hatte, biß Huma die Zähne zusammen und stand aus eigener Kraft auf. Bennett und Kaz wollten ihm helfen, doch er winkte ab. Als er endlich stand, drehte sich Huma zu den dreien um.

»Ich brauche eure Hilfe – von euch allen dreien. Es wird Zeit, daß das Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Es wird Zeit, daß Galan Drakos und seine Dunkle Herrin erfahren, daß Gut und Böse immer im Gleichgewicht stehen müssen. Magus war der lebende Beweis dafür. Er hat in seinem Leben die Roben aller drei Orden getragen, zuletzt das Weiß von Solinari. Vom Bösen zum Guten – das Pendel schwingt in beide Richtungen. Es wird Zeit, daß es wieder in die gute Richtung ausschlägt.«

»Willst du das Schloß aufsuchen?« fragte Bennett.

»Allerdings. Ich bitte euch und jeden Überlebenden aus unserer Gruppe um Hilfe. Wenn ihr zögert, kann ich das verstehen, denn es ist auf jeden Fall Selbstmord.«

Kaz platzte beleidigt heraus: »Wenn du erwartest, daß ich vor irgendeinem Kampf kneifen würde, besonders vor diesem, dann weißt du gar nichts über mein Volk. Ich bin vielleicht kein Ritter von Solamnia – «, er ignorierte einen scharfen Blick von Bennett, »– aber ich weiß, wann ich kämpfen muß. Ich komme mit.«

Bennett nickte. »Ich auch. Ich bin sicher, daß alle, die noch reiten können, dasselbe sagen werden.«

»Dann laßt mich ein paar Minuten allein. Bennett, erzähl bitte dem Großmeister, was hier vorgefallen ist. Ich will, daß er für Magus unter allen Umständen ein angemessenes Begräbnis ausrichten läßt.«

»Wie du willst.«

Der Minotaurus und der Ritter verschwanden. Huma starrte Magus’ Körper an, während er sich an bessere Zeiten erinnerte. Eine weibliche Stimme riß ihn aus seinen Gedanken.

»Was ist mit mir, Huma? Wir wurden von dieser Tragödie unterbrochen. Ich bitte nicht darum, daß du meine Gefühle erwiderst; ich kann nicht einmal hoffen, daß du mich auch liebst. Ich will nur soviel sagen: Was Galan Drakos und Krynn angeht, bin ich weiterhin an deiner Seite. Wenn du der Drachenkönigin in den Rachen fliegst, werde ich es sein, die dich trägt.« Sie wartete auf eine Antwort. Huma brachte kein Wort heraus. »Ich werde warten und bin fertig, wenn du es bist.«

Dann vernahm er Schritte. Sie verklangen, bis er nichts mehr hörte. Huma bewegte sich nicht von der Stelle, bis Kleriker aus dem Tempel kamen, um Magus an einen Ort zu tragen, wo sein Körper seine letzte Ruhe finden konnte.

Huma hinkte zu seiner Gruppe. Alle, die noch reiten konnten, waren fertig. Es waren insgesamt acht Männer und acht Reitdrachen. Fürst Avontal konnte sie aufgrund seiner schweren Verwundungen nicht begleiten, doch er war dabei, als sie abflogen.

Huma wandte sich zuerst an Avontaclass="underline" »Irgendwelche Nachrichten von Euren Männern?«

»Sitzen fest, aber es sind noch sehr viele am Leben. Euer Großmeister hat seine Bodentruppen losgeschickt. Sie rücken vor. Die Oger sind zum Stillstand gebracht worden.«

Huma nickte benommen. Er hörte nur einen Teil von dem, was der Ergodianer berichtete. Der Mord des Abtrünnigen an Magus war eine Verzweiflungstat gewesen, ein Versuch, Humas Mut zu brechen. Und wirklich fühlte er sich gebrochen und verwirrt, als er jetzt diesen Schritt machte: zur Stunde seines Ruhmes aufzubrechen.

»Wünscht uns Glück, Kleriker.«

»Ich werde etwas Besseres tun.« Avontal griff an seinen Hals und zerrte an einer Kette. Als er sie über den Kopf zog, sah man ein Medaillon, das unter seiner Rüstung und seiner Kleidung verborgen gewesen war. »Beug dich vor.«

Huma gehorchte. Avontal hängte ihm das Medaillon um den Hals. »Es gebührt dir viel mehr als mir.«

Der Ritter nahm das Medaillon in die Hand und betrachtete es. Ein Bild von Paladin sah ihn an. Das Medaillon fühlte sich angenehm warm in seiner Hand an. »Meinen – Dank.«

»Dank mir nicht. Finde Drakos!«

Huma nickte und erhob sich. Alle anderen waren bereits aufgestiegen. Huma ging zu der silbernen Drachendame. Er wollte etwas zu ihr sagen, überlegte es sich jedoch anders und saß auf. Jemand reichte ihm seine Lanze. Er bemerkte, daß die Lanze für den Bodenkampf wieder an den Silberdrachen gebunden war.

Auf sein Zeichen hin hoben sie ab, fest entschlossen, hinter die feindlichen Linien zu gelangen und die Festung des Zauberers zu finden. Huma hielt die kleine, grüne Kugel hoch und konzentrierte sich darauf. Er wollte, daß sie sie zur Zitadelle führte.

Die Kugel leuchtete hell auf, löste sich aus seiner Hand und begann, zu den Bergen im Westen zu fliegen.

Die acht Drachen und ihre Reiter folgten ihr.

Die Schlacht wurde das reinste Gemetzel. Aus Furcht vor ihrer Herrin drangen die Drachen wieder und wieder auf die Lanzenträger ein. Jedesmal erlitten sie schwere Verluste und mußten zurückweichen.

Inzwischen war mehr als ein Fünftel der Lanzenreiter und ihrer Reittiere der schieren Übermacht zum Opfer gefallen. Auch die Bodentruppen hatten gelitten, besonders die ersten. Als sie jedoch merkten, was für Waffen ihre Lanzen waren, sanken die Verluste. Bald wagte sich kein Drache mehr in ihre Nähe. Ihre Magie und ihr Odem richteten zwar immer noch viel Schaden unter den Rittern an, doch diese Kräfte waren begrenzt, und viele Kinder der Dunklen Königin wurden für die Lanzenreiter zur leichten Beute, weil sie sich zu sehr verausgabt hatten.

Entgegen ihrer Absicht konnten Huma und seine Gruppe dem Kampf nicht vollständig ausweichen; er hatte sich inzwischen zu weit ausgebreitet. Mehr als einmal stießen sie hinunter, um einem einzelnen Kämpfer zu helfen, der Gefahr lief, überrannt zu werden. Die Kinder von Takhisis waren noch keineswegs besiegt. Sie hatten Gruppen gebildet und griffen jeden erkennbaren Schwachpunkt an. Viele waren bereits durchgebrochen und flogen auf die Burg zu. Dort würden sie eine Überraschung erleben, wie Huma wußte. Der Großmeister war kein Anfänger. Über fünfzig Ritter und Drachen standen bereit, um jederzeit zu starten.

Die Oger und deren Verbündete unter ihnen bildeten eine einzige verwirrte Masse. Sie waren jetzt gezwungen, an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen, denn die Ergodianer hatten ihre Stellung gefestigt und bedrängten sehr erfolgreich die Südflanke.

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