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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Plötzlich verfinsterte sich überall um sie herum der Himmel, und Huma und seine Gefährten empfingen eine Vorahnung, daß etwas entsetzlich Böses anrückte.

Blitze mit furchtbarer Zielgenauigkeit gingen nieder. Sie trafen Drachen und Reiter und ließen wenig von ihnen übrig. Die vorrückenden Lanzenreiter zögerten und wurden zurückgedrängt. Die Kinder der Dunklen Königin begannen, mit neuer Kraft zu kämpfen.

Huma schlug mit der Faust auf den Lanzenschild. Wie bekämpfte man einen Sturm? Das war nicht das Werk eines Magiers. Er legte eine Hand über die Augen. Gegen ein reales Ziel hätte er etwas tun können, aber was konnte eine Drachenlanze schon gegen die Elemente ausrichten?

Seine Frage wurde in dem Moment beantwortet, als er das Herz des Sturms erreicht hatte. Das Böse war so gegenwärtig, daß Huma die Drachenkönigin fast vor sich zu sehen glaubte, wie sie durch den Regen wirbelte und auf ihn zu schoß. Ein Blitz zuckte dicht hinter ihm vorbei, und er hörte einen Schrei. Inzwischen konnte er nicht mehr klären, ob es Regen war oder Tränen, die sein Gesicht herunterliefen.

Plötzlich erstrahlte die Drachenlanze in einem solchen Glanz, daß er für einen Augenblick die Augen schließen mußte. Aus den Schreien um sich herum entnahm er, daß seinen Gefährten dasselbe passiert war. Als seine Augen sich wieder erholt hatten, wagte es Huma, sie zu öffnen – und riß sie immer weiter zu einem ungläubigen Glotzen auf.

Die Sturmwolken lösten sich auf. Schnell. Zu seinem Schrecken merkte Huma, daß die Sonne hell auf seine Rüstung schien. War das richtig? Seiner Schätzung nach mußte später Nachmittag sein. Die Sonne hätte untergehen müssen, doch sie stand dort oben, hoch am Himmel.

Für beide Seiten war dies ein eindeutiges Signal, wem sich das Glück zuneigte. Die Drachen der Finsternis büßten ihren Schwung ein, wichen zurück und begannen, sich einzeln oder paarweise aus dem Kampf zurückzuziehen. Nicht einmal mehr die große Furcht vor ihrer Herrin hielt sie davon ab. Paladin erwies sich als der mächtigere Gott.

Die Oger jedoch fochten mit berserkerhafter Wut. Die Drachen konnten vielleicht fliehen, um später einmal weiterzukämpfen, nicht aber die Oger und ihre menschlichen Verbündeten. Sie konnten sich nirgendwo verstecken, wo die Ritter sie nicht aufspüren würden. Für sie gab es nur Sieg oder Verderben.

Kaz und Bennett ritten rechts und links hinter Huma. Dieser berührte das Medaillon, das Fürst Avontal ihm gegeben hatte. Die Wärme war weiterhin deutlich spürbar. Aus einer Eingebung heraus beugte er sich vor und berührte die Drachenlanze damit.

Eine Welle der Kraft durchflutete ihn.

Die Berge lagen genau vor ihnen. Irgendwie war die grüne Kugel die ganze Zeit bei ihnen geblieben, ohne sich vom Sturm oder vom Wüten der Drachenkönigin beeinflussen zu lassen. Huma suchte aufmerksam nach jedem Zeichen eines Schlosses. Er hatte keine Ahnung, wie weit es noch war, und das Schloß würde sicher eine gute Verteidigung haben.

Plötzlich schoß von einem der kleineren Gipfel im Südwesten ein Energieblitz hoch. Huma drehte sich in die Richtung, weil er hoffte, daß die Lanze seine Macht brechen würde, als ein zweiter Blitz den ersten traf. Die beiden löschten einander aus. Humas Blick wanderte zur Quelle des zweiten Ausbruchs. Noch während er zusah, begannen die Gruppen auf den beiden Gipfeln zu kämpfen. Nach ein paar Sekunden begriff Huma. Mit grimmigem Lächeln drehte er sich Kaz zu.

»Die Schwarzen Roben führen ihren Schlag aus! Sie haben sich gegen Galan Drakos und seine Meute erhoben!« Er wiederholte die Nachricht für Bennett, der sie an die Getreuen hinter sich weitergab.

Ein Dutzend roter Drachen, alle mit Reiter, stürmte plötzlich aus den Bergen. Alle Reiter waren schwarz gekleidet, und – zum Entsetzen von Huma und seinen Gefährten – jeder hatte eine Drachenlanze.

Sie hatten sie zweifellos den Toten abgenommen. Er hätte die Gefahr erkennen müssen, fluchte Huma. Eine Lanze war immer tödlich, egal wessen Hand sie führte.

Es waren doppelt so viele wie Humas Gruppe.

Bennett und die anderen rückten neben Huma auf. Der augenscheinliche Anführer der Wachen, der einen Mantel und einen Helm mit Visier und zwei scheußlichen Hörnern trug, gab den anderen ein Zeichen. Abwechselnd stiegen und fielen die Drachen, wodurch zwei Ebenen entstanden. Die Strategie war sofort ersichtlich. Welche Gruppe Humas Männer auch angriffen – sie würden sich dadurch einem Gegenangriff der anderen aussetzen.

Als die roten Drachen näher kamen, hob Huma beide Arme hoch und legte dann seine Hände aneinander, als wenn er klatschen würde.

Die Ritter teilten sich in zwei Gruppen, eine links, eine rechts.

Dieses Manöver stiftete unter den Gegnern Verwirrung. Die bösen Drachen zauderten. Dann begann ihre Schlachtordnung zu zerbröckeln, weil jeder möglichst seine eigene Flanke vor den tödlichen Lanzen schützen wollte. Da sie so eng beieinander flogen, war dieses Verhalten noch nachteiliger. Zwei rote Drachen stießen mit einem anderen zusammen. Huma spießte das eine, hilflose Wesen auf. Auch die anderen griffen an. Bei diesem Kampf war Geschwindigkeit das Wichtigste.

Die Ritter verschwendeten weder Zeit noch Gelegenheit. Indem er sich vor dem Flammenstoß eines wilden roten Drachen duckte, brachte der Silberdrache Huma und die Lanze direkt an dessen Unterbauch. Die Drachenlanze fuhr widerstandslos hinein, und der rote Drache erzitterte. Sein Reiter, der die Nutzlosigkeit seiner Lanze bei diesem Winkel erkannte, zerrte verzweifelt an dem Bogen auf seinem Rücken. Ihm blieb keine Zeit mehr. Sein Drache sackte zusammen und ging zu Humas Überraschung in Flammen auf, wodurch Mann und Wurm zu Asche wurden.

Huma erhaschte einen kurzen Blick auf den Kommandanten der Garde, als dieser einen allzu sorglosen, goldenen Drachen mit einer der erbeuteten Lanzen in den Hals traf. Der Drache zuckte wild, wodurch er sich von der Drachenlanze losreißen konnte. Die Wunde war tief. Der goldene Drache schlug um sich, wobei er seinen Reiter abwarf. Die Wunde schien zu explodieren. Huma konnte nichts mehr für den hilflosen Reiter oder den Drachen tun, denn der Gegner wendete seinen Drachen jetzt ihm zu.

Das Blut des Golddrachens tropfte von der Lanzenspitze. Huma stellte fest, daß die Waffe zum ersten Mal besudelt war. Dann brüllten beide Drachen und zeigten einander ihre ausgefahrenen Klauen und die aufgerissenen Mäuler.

Silberdrache gegen roten Drachen. Beide Lanzen waren perfekt ausgerichtet. Huma fand keine Möglichkeit, den Tod von Gwyneth abzuwenden – denn das war sie jetzt für ihn. Als die Lanzen vorschossen, stieß er ein einziges Wort als Gebet zu Paladin hervor.

Die Spitze der gestohlenen Drachenlanze berührte die rechte Seite der ungeschützten Drachenbrust – und rutschte dann zur Seite, um an ihr entlang zu kratzen und den Flügel zu treffen.

Humas Lanze stach glatt durch. Sie stieß so tief, daß sie aus dem Rücken des roten Drachen wieder heraus trat. Daher mußte Gwyneth sich der sterbenden Kreatur erwehren, bis sie sich selbst befreien konnte. Ihr verwundeter Flügel machte diese Aufgabe noch schwieriger.

Der schwarz gekleidete Reiter wußte seine Chance zu nutzen. Er band sich von dem sterbenden Drachen los und kroch schnell vorwärts. Weil das Drachenweibchen mit seinem Gegner beschäftigt war, bemerkte er ihn erst, als er auf sie und hinter Huma sprang. Da konnte sie aber schon nichts mehr tun, was Huma nicht gefährdet hätte.

Der Angreifer hielt sich gut an ihrer Schulter fest und griff hinter sich. Das Schwert, das er hervorzog, war eine scheußliche Waffe mit kleinen Zähnen an den Rändern.

Humas eigene Klinge schien dagegen völlig unzureichend, doch weil er nichts anderes hatte, drehte er sich um und stellte sich dem schwarzen Ritter. Die beiden Waffen trafen aufeinander, und Huma wäre fast sein Schwert aus der Hand gerissen worden, weil es an den Zähnen fest hing.

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