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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Widerstrebend begann der Drache dem grünlichen Schein nach unten zu folgen. Als sie vor einem bestimmten Hügel angekommen waren, verschwand der grüne Glanz plötzlich. Der Silberdrache landete, und Huma sah sich erwartungsvoll um.

»Ich komme in Frieden, Ritter von Solamnia.« Die Stimme war leise und kratzte in den Ohren. Ihr Inhaber war ein kleiner, drahtiger Mann mit übergroßem Kopf und schmalen, fast wieselartigen Zügen. Kein einziges Haar wuchs auf seinem Kopf.

Er trug eine schwarze Robe.

»Ein Trick! Ich hab’s dir ja gesagt!« Der Silberdrache bäumte sich auf, um Huma zu verteidigen. Die Schwarze Robe duckte sich, doch in ihren Augen stand keine Angst. Huma schimpfte, bis seine Gefährtin sich wieder beruhigt hatte. Er ärgerte sich allmählich über ihre plötzliche Bockigkeit.

»Hör mir zu«, krächzte der Magier.

Huma starrte die Schwarze Robe an: »Was hast du zu sagen? Ich habe bereits mit deinem Herrn gesprochen.«

Der Zauberkundige verzog das Gesicht. »Damit bist du bereits beim Thema. Der Abtrünnige, der sich selbst zu unserem Herrn aufgeworfen hat. Dieses Aas!«

»Ihr dient beide derselben Göttin, oder?«

»Hör gut zu, Ritter von Solamnia, weil ich nicht weiß, wann dieser Teufel meine Abwesenheit bemerkt. Wir brauchen dein Einverständnis.«

»Meins?« Huma riß die Augen auf. Eine Schwarze Robe, die um seine Hilfe bat?

»Wir kennen dich – durch jemanden, der in seinem Leben viele Roben getragen hat und jetzt noch eine weitere trägt, wenn nicht körperlich, so doch im Geiste.«

»Magus!« Bei der vagen Beschreibung sprang der Ritter auf. »Wo?«

Der Zauberer gebot mit erhobener Hand Schweigen. »Dafür ist keine Zeit. Hör zu. Wir wissen jetzt, daß wir der Drachenkönigin im Falle ihres Sieges genausowenig bedeuten wie du. Drakos ist bereits jetzt ihre Stimme unter den Sterblichen, und die Welt wird unter ihm so aussehen, als wäre sie der Abgrund. Du hast seine scheußlichen Kreaturen gesehen. Möchtest du erleben, daß sie die Macht ausüben? Wir wollen uns euch anschließen. Lieber im Kampf sterben, als für immer ihrer Gnade ausgeliefert sein – und sie wird für unsere beiden Orden einen besonderen Platz haben, glaube mir.«

Ein Bündnisangebot… von einer Schwarzen Robe? »Wie soll ich dir trauen, einem der Ihren?«

Der Zauberer richtete sich auf. »Meine erste und wichtigste Verpflichtung gilt Nuitari, dem Dunklen Herrn der Magie. Wir haben uns getäuscht, als wir glaubten, wir würden ihm dienen, als wir freiwillig der dienten – ich will sie nicht seine Mutter nennen –, sagen wir mal, der, die ihn geboren hat. Nuitari jedoch ist diese Welt nicht gleichgültig. Darum haben er, Lunitari und – «, der Zauberer zögerte, den Namen auszusprechen, »– selbst Solinari vom Licht den Kampf um Krynn aufgegeben und die Orden der Zauberer als selbständige Einheit gegründet, die für die Verbreitung der Magie in der Welt sorgen sollte. Wenn Takhisis den Sieg davonträgt, wird von Krynn kaum mehr als ein kalter Fels zwischen den Sternen bleiben. Der Traum unseres Herrn wird verloren sein. Das können wir nicht zulassen.«

»Was willst du?«

»Es geht nicht so sehr darum, was wir wollen, als was wir geben können.«

»Geben?« Der Silberdrache, der die meiste Zeit geschwiegen hatte, verengte die Augen und lachte sarkastisch. »Eine Schwarze Robe schenkt nichts als Elend und Tod.«

»Ein ungerechtes Fehlurteil. In diesem Fall jedoch soll alles Elend und aller Tod, den wir bringen, gegen Drakos und sein Gesindel gerichtet sein – aber wir brauchen eine Eröffnung.«

»Eine Eröffnung? Was meinst du damit?«

»Ich kann dir nur das hier geben.« Der Magier streckte eine knochige Hand aus. Auf seiner Handfläche ruhte eine winzige, grüne Kugel. »Wenn du nicht nah genug herankommst, wirst du das Schloß von Galan Drakos nie finden. Es liegt am Rand zwischen unserer Existenzebene und dem Abgrund. Hiermit wirst du es finden können.«

Der Silberdrache fauchte verächtlich. »Und was ist mit deiner alten Herrin, der Drachenkönigin? Soll sie etwa einfach beiseite sehen, während wir den Sitz ihres vertrautesten Dieners angreifen?«

Der Zauberkundige zeigte auf die Drachenlanze. »Mir wurde gesagt, daß sie deswegen Zweifel hat. Daß sie im Schloß bleibt, in der Nähe des Weges zum Abgrund, weil sie die Macht der Drachenlanzen fürchtet.«

»Lächerlich! Huma, ich werde nicht zulassen…« Die Drachendame drehte sich beim Sprechen um und erstarrte, als sie seinen Gesichtsausdruck sah. »Huma… du wirst das doch nicht glauben wollen.«

Der Ritter beachtete sie nicht. »Was werdet ihr tun, wenn wir zuschlagen – nur mal angenommen?«

»Innerhalb des Schlosses befindet sich der Rest der Schwarzen Garde und der Abtrünnigen, die Drakos bereitwillig folgen, die größte Gefahr für dich. Um die kümmern wir uns. Wenn möglich, werden wir auch versuchen, die Drachen wegzuschicken.«

»Reiner Wahnsinn!«

Ein Schatten fiel über sie. Alle drei sahen nach oben, wo Kaz und Blitz wartend kreisten. Der Minotaurus schrie ihnen zu: »Schnell! Ich sehe die Vorhut der Drachen.«

Der Zauberer drehte sich schnell wieder zu Huma. »Bei Nuitari, ich schwöre, daß mein Name Gunther ist und daß du mir vertrauen kannst. Reich mir deine Hand!«

Die Schwarze Robe hatte bei ihrem Herrn geschworen. Für die Gefolgschaft von Nuitari standen auf Eidbruch unzählige Tode. Huma streckte die Hand aus und nahm die kleine, grüne Kugel entgegen.

»Wir sind bei dir.« Der Zauberer verschwand auf der Stelle. Huma trat seinem Reittier leicht in die Seiten. Der Drache breitete seine Flügel aus und begann mit offensichtlicher Erleichterung zu steigen.

Kaz sah Humas geschlossene Faust und machte große Augen. »Was ist das?«

Huma starrte auf die heranrollende Woge der Zerstörung und überlegte, wie primitiv der Dunkelheitszauber jetzt erschien. Er betrachtete seine Hand, in der die kleine Kugel lag. »Im besten Fall ein Hoffnungsschimmer, glaube ich.«

27

»Beim Triumvirat! Was können die uns denn noch alles entgegenwerfen?«

Guido Avontal schüttelte den Kopf. »Das Böse vermehrt sich ins Unermeßliche, wenn es Wurzeln schlagen darf. Eine ziemlich weinerliche Feststellung meines Vorgängers, aber nur allzu wahr.«

Sie standen im Hof, wo die Drachen und ihre Reiter gelandet waren. Der Verlust von zwei Leuten der Elitetruppe bedrückte den Großmeister ebenso wie die Nachricht von der weiteren Welle des Bösen, die auf sie zurollte.

»Was ist mit dem Handel mit den Dienern Nuitaris, Huma?« fragte Bennett. »Glaubst du, wir können ihnen trauen?«

Nach gründlichem Nachdenken antwortete Huma schließlich: »Ich glaube schon.« Er hielt die winzige Smaragdkugel hoch. Sie pulsierte. »Sie haben mir das hier gegeben. Es könnte für sie natürlich ein Mittel sein, uns herauszulocken, damit wir ihnen auf offenem Feld ins Messer laufen, aber es wurde von einem Schwur an den Gott der Schwarzen Künste persönlich begleitet. Keine Schwarze Robe, der ihr Leben lieb ist, würde sich mit Nuitari anlegen.«

»Ganz meine Meinung«, fügte der Großmeister hinzu. Er seufzte. »Nun, wir haben wirklich ein Problem. Wir können Vingaard unmöglich allzulange gegen eine solche Belagerung halten. Gleichzeitig wäre es aber auch einfach Wahnsinn, sich dieser Horde draußen entgegenzustellen.« Nach kurzem Zögern fuhr er fort: »Ich habe den Drachen angeboten, daß sie uns verlassen dürfen, wenn sie glauben, daß diese Schlacht verloren ist.« Fürst Oswal hob die Hand, um die erschreckten Gefährten zum Schweigen zu bringen. »Ich mußte das tun. Ich glaube aber, daß sie uns bis zum Ende beistehen werden. Wir werden sehen. Wo war ich? Ach ja. Wir wissen immer noch nicht alles über den Osten. Die Oger sollen ihre Stellung dort gefestigt haben. Aus dem Süden können wir keine Hilfe erwarten – verwünschte Elfen! Im Norden – Wasser.«

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