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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Während er selbst erblaßte, fragte er: »Was hat das zu bedeuten? Warum wird es so dunkel?«

Die heranrollende Finsternis, die die Ritter in jener früheren Schlacht fast besiegt hätte, schob sich langsam zu den äußersten Verteidigungslinien vor. Der Wind um die Burg steigerte sich zum Orkan.

26

»Die Drachenlanzen! Wir müssen losfliegen!« Die anderen hatten sich bereits versammelt, als Huma und seine Gefährten den Hof betraten. Bennett sah zu ihm auf wie ein Adjutant zu seinem Befehlshaber. Jetzt hatte Huma das Sagen.

Auch die Drachen waren bereit. Es war schwierig gewesen, diejenigen auszuwählen, die mit den Rittern gehen sollten. Im Gegensatz zu den Menschen hatten sich nämlich alle Drachen angeboten. Es war die silberne Drachendame, die schließlich die Wahl traf, da sie am besten mit den Lanzen vertraut war. Ihre Entscheidungen waren nicht in Frage gestellt worden, denn jeder Freiwillige wurde aufgrund früherer Taten und körperlicher Ausdauer bestimmt. Es waren silberne, bronzene – von denen Blitz der Wortführer war – und sogar ein goldener Drache.

Es waren mehr als genug Sättel hergestellt worden, und die Ritter hatten sie schon auf die Drachen gelegt. Es hatte sogar jemand daran gedacht, die kleinere Lanze an den Silberdrachen zu binden, den Huma reiten würde.

Als alles fertig war, drehte sich Huma um. Alle warteten. Dann zog er eine Grimasse, weil ihm klar wurde, daß sie seine Befehle erwarteten. Selbst Fürst Avontal, der in Humas Augen ein besserer Flugführer war, unterwarf sich ihm. Huma schaute nach vorne, überprüfte, ob alles fest saß, und trat dann den Drachen als Zeichen zum Aufbruch leicht in die Flanken.

Was für ein Anblick, dachte er, als er sich kurz umsah. Die zwanzig Drachen formierten sich zu einem Pfeil, mit Huma an der Spitze. Kaz und Blitz waren links hinter ihm, Buoron zu seiner Rechten. Fürst Avontal, der hinter ihm flog, konnte er nicht sehen.

Seine Gedanken wurden von dem Silberdrachen unterbrochen, der den Kopf wendete und sagte: »Huma, ich…« Huma sah nach vorn, weil er erwartete, daß die Kinder der Drachenkönigin durch die Finsternis brachen. »Nichts. Ich – ich wollte nur sagen, daß du in jeder Hinsicht auf mich zählen kannst.«

»Dafür werde ich dir ewig dankbar sein«, schrie er, denn jetzt brauste der Wind so stark, daß es in seinen Ohren toste, und Huma war sich nicht sicher, ob sie ihn verstanden hatte. Sie hatte sich schon wieder umgedreht.

Es war allein ein Kampf, in den schwarzen Vorhang einzudringen, den Galan Drakos’ Getreue geschaffen hatten. Der Wind war stürmisch. Die Reiter wurden heruntergedrückt und sicherten die Drachenlanzen an ihren Drachen. Huma und der Silberdrache flogen als erste hinein, und es war, als wäre Krynn ausgelöscht. Es gab nur den Ritter, seinen Drachen und seine Lanze. Nein, erkannte Huma. Es gab noch mehr. Hinter sich sah er das Leuchten der anderen Drachenlanzen. Zuerst befürchtete Huma, daß sie den Truppen von Takhisis wie Laternen den Weg weisen würden, aber dann sah er, wie die Lanzen an der Finsternis nagten und den Zauber zerstörten. Es machte nichts, ob sie gesehen wurden oder nicht. Die Finsternis hörte auf, eine Bedrohung zu sein.

»Wir sind durch!« brüllte der Silberdrache.

Die Welt war wieder da. Als Huma zu Fuß unterwegs gewesen war, war ihm die Strecke ungeheuer weit erschienen, endlose Finsternis, in der unirdische Wesen ihrer blinden Beute auflauerten.

Die feindlichen Drachen kamen über sie.

Der erste stürzte sich auf Huma und den Silberdrachen, als sie wieder ans Licht durchbrachen. Ein einzelner Reiter und Drache mußte den roten Drachen wie eine leichte Beute erscheinen, und die beiden trennten sich von ihren Brüdern, um es mit Huma aufzunehmen. Dann aber tauchten die anderen Drachenreiter hinter Huma auf, und die leichte Beute wurde zum todbringenden Jäger. Die beiden vorwitzigen Roten fielen rasch, weil sie nicht mehr rechtzeitig flüchten konnten. Die anderen, Blaue, Schwarze und Rote, näherten sich zögerlicher. Huma kam es so vor, als wenn sie nur aus Angst vor ihrer eigenen Herrin angriffen, einer Angst, die größer war als die vor den Drachenlanzen.

Einer der zwanzig, Hallerin, ein neu aufgenommener, aber wohlerprobter Ritter der Krone, stürzte ab. Der Säureatem seines Gegners hatte ihn in Brand gesetzt. Die anderen Ritter waren dem Feind vierfach überlegen, so daß der Rest der dunklen Drachen sich zurückzog, um es lieber mit dem Zorn ihrer Herrin aufzunehmen.

Ein paar Ritter wollten ihnen nachjagen, aber Huma war dagegen und behielt seinen bisherigen Kurs bei. Humas Ziel war die Quelle der wabernden Finsternis.

Mehrmals waren sie Angriffen von Luftwesen ausgesetzt. Da tauchten Drachen von jedweder Farbe auf. Einmal trafen sie auf große, vogelartige Wesen mit Löwenmäulern und drei Paar Klauen. Ein anderer Drachenreiter fiel entsetzlichen Geschöpfen zum Opfer, die nur der wahnsinnige Drakos erdacht haben konnte. Über diesen Verlust war Huma besonders unglücklich. Es handelte sich um einen narbenübersäten Veteranen der Rose namens Marik Ogerfluch. Er war einer von den kriegsversehrten Rittern gewesen und hatte sich als erster gemeldet. Jetzt waren sie nur noch achtzehn. Im Flug merkte sich Huma Ort und Umstände jedes Todes, weil er hoffte, die Tapferkeit dieser Männer später in einem Lied oder Gedicht verewigen zu können.

Sie waren nah, ganz nah am Ursprungsort des Zaubers. Huma wußte es. Er fühlte es.

»Ich kann etwas sehen, Huma«, sagte der Silberdrache.

»Wo?«

»Da unten rechts.«

Er folgte dem Blick. Da war nur ein kahler Hügel mit ein paar verkrüppelten, verfaulenden Bäumen, die ein regelrechtes Muster bildeten. Es war jedenfalls nicht das, was er erwartet hatte, und das teilte er dem Silberdrachen mit.

Dieser lächelte wissend. »Schau nicht mit deinen Augen, Huma. Schau mit der Weisheit Paladins. Hast du jemals Bäume gesehen, die in der Form eines Pentagramms wachsen?«

Der Ritter sah noch einmal hin – und erkannte dann, wie exakt das Muster war. Unter seinem Blick begannen die Bäume zu verschwimmen, als wären sie nicht echt. Sie verschwanden nicht, sondern wurden zu Gestalten in braunen Roben wie jener Magier, der Huma vor scheinbar endlosen Zeiten im Wald angegriffen hatte.

Jetzt erkannte er sie besser. Fast ein Dutzend Gestalten hockten mit gesenktem Kopf am Boden und streckten ihre Arme zur Mitte des Pentagramms aus, wo einer von ihnen mit hoch erhobenen Armen stand.

»Sollen wir sie erledigen? Sie scheinen uns nicht bemerkt zu haben«, schrie Kaz an seiner Seite. Blitz stimmte eifrig bei. »Ich will sie möglichst lebend.« Kaz schnaubte. »Möglichst?«

Blitz schoß hinunter – und konnte gerade noch eine schwere Verwundung abwenden, als etwas aufstieg und die Luftströmungen zerteilte, als wäre ein Gewitterblitz aus der Erde entfesselt worden. Kaz und Blitz warteten kreisend auf den nächsten Versuch, und als dieses Mal der Angriff kam, wich Blitz mit Leichtigkeit aus. Ein Lichtblitz spaltete den Himmel und traf den Hügel. Als sich der Rauch verzogen hatte, lag ein kleiner Krater da, wo die Gestalten gestanden hatten.

Huma drehte sich um, weil er das Lachen des Silberdrachen hörte. »Daher sein Spitzname Blitz. Alle Bronzedrachen beherrschen diesen Trick, aber nur weniger verfügen über derartige Präzision, und keiner kann ihm das Wasser reichen.«

Nachdem ihre Verteidigungsstellung zerstört war, wurden die abtrünnigen Zauberer plötzlich aktiv. Wie ein Mann standen sie auf und stellten sich den Angreifern entgegen. Auch wenn Huma es aus der Entfernung nicht genau beurteilen konnte, fand er, daß ihre Gesichter sich doch stark ähnelten. Sie hätten alle Geschwister sein können. Dann erkannte Huma, was die Gestalten so ähnlich machte. Sie handelten wie unter Bann oder mit solcher Konzentration, daß man diese aus ihren Gesichtern und Bewegungen ablesen konnte. Sie waren gewissermaßen ein einziges Wesen, und sie zeigten auf Huma und seinen Silberdrachen.

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