Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
Thom mischte sich mit Verachtung in der Stimme ein: »Wenn Ihr wollt, daß sie ihr Dorf wiedersehen — und Ihr selbst auch -, dann solltet Ihr vorsichtiger sein. Es gibt in Bearlon solche, die sie« — er machte eine schnelle Kopfbewegung auf Moiraine zu — »töten würden für das, was sie darstellt. Ihn auch!« Er zeigte auf Lan, und dann trat er plötzlich vor und stemmte die Fäuste auf den Tisch. Er ragte über Nynaeve auf, und sein langer Schnurrbart und die dichten Augenbrauen wirkten mit einemmal bedrohlich.
Ihre Augen weiteten sich und sie wollte sich schon von ihm wegdrehen, doch dann versteifte sie trotzig den Rücken. Thom schien es gar nicht zu bemerken; er fuhr mit unheilverheißend sanfter Stimme fort: »Nur ein Gerücht, ein Flüstern in ein falsches Ohr, würde genügen, und sie würden diese Schenke wie ein Schwarm vor Kriegerameisen überschwemmen. Ihr Haß ist so stark, ihr Wunsch, jeden von der Sorte dieser beiden gefangenzunehmen oder zu töten. Und das Mädchen? Die Jungen? Ihr? Ihr hängt alle mit ihnen zusammen. Jedenfalls wäre es genug für die Weißmäntel. Es würde Euch nicht gefallen, wie sie ihre Fragen stellen, besonders wenn es irgendwie um den Weißen Turm geht. Die Folterknechte der Weißmäntel nehmen von vornherein an, daß Ihr schuldig seid, und für diese Art von Schuld gibt es nur ein Urteil. Sie haben kein Interesse daran, die Wahrheit herauszufinden; sie glauben, diese ohnehin bereits zu kennen. Alles, was sie mit ihren Brandeisen und Zangen erreichen wollen, ist ein Geständnis. Also erinnert Euch besser daran, daß manche Geheimnisse zu gefährlich sind, sie laut auszusprechen, selbst wenn Ihr glaubt zu wissen, wer zuhört.« Er richtete sich auf und murmelte noch: »Wie es scheint, muß ich das in letzter Zeit viel zu oft sagen.«
»Das war gut gesprochen, Gaukler«, sagte Lan. Der Behüter blickte wieder abwägend drein. »Ich bin überrascht, daß Ihr so besorgt seid.«
Thom zuckte die Achseln. »Es ist auch bekannt, daß ich mit Euch gekommen bin. Ich lege keinen Wert darauf, daß mir ein Folterknecht mit einem Brandeisen sagt, ich solle meinen Sünden bereuen und im Licht wandeln.«
»Das«, warf Nynaeve mit beißender Stimme ein, »ist noch ein Grund mehr, warum sie morgen mit mir heimkehren sollten. Oder schon heute nachmittag. Je eher wir weg sind von Euch und auf dem Rückweg nach Emondsfeld, desto besser.«
»Das können wir nicht«, sagte Rand und war froh, daß seine Freunde alle zur gleichen Zeit protestierten. Nynaeves böser Blick mußte nun wenigstens allen gleichermaßen gelten, und sie bekamen ihn auch prompt zu spüren. Doch da er zuerst gesprochen hatte, schwiegen alle anderen und sahen ihn an. Selbst Moiraine lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück und sah ihn über die verschränkten Finger hinweg an. Es kostete ihn einige Mühe, der Seherin ins Auge zu blicken. »Wenn wir nach Emondsfeld zurückgehen, dann kommen auch die Trollocs zurück. Sie... sie jagen uns. Ich weiß nicht, warum, aber es stimmt. Vielleicht werden wir in Tar Valon herausfinden, warum. Vielleicht finden wir auch heraus, wie wir das beenden können. Es ist der einzige Weg.«
Nynaeve hob verzweifelt die Hände. »Du hörst dich genau wie Tam an. Er ließ sich in die Dorfversammlung tragen und versuchte, alle zu überzeugen. Zuvor hatte er das schon beim Gemeinderat probiert. Das Licht weiß, wie eure... Frau Alys« — ihre Stimme schüttete eine Wagenladung Verachtung über den Namen aus — »es geschafft hat, ihn zu überzeugen. Normalerweise verfügt er über gesunden Menschenverstand, mehr als die meisten anderen Männer. Jedenfalls besteht der Gemeinderat auch sonst aus einem Haufen alter Narren. Aber dafür waren selbst sie nicht närrisch genug, und die anderen auch nicht. Sie stimmten zu, daß man euch suchen müsse. Dann wollte Tam derjenige sein, der euch folgt, dabei konnte er sich noch nicht einmal auf den Beinen halten. Eure Familie muß aus lauter Narren bestehen.«
Mat räusperte sich und nuschelte dann: »Wie steht's mit meinem Pa? Was hat er gesagt?«
»Er hat Angst, daß du deine Streiche an Ausländern versuchst und dafür eins über den Kopf kriegst. Er schien davor mehr Angst zu haben, als vor... Frau Alys hier. Aber er war noch nie viel schlauer als du.«
Mat schien sich nicht sicher zu sein, wie er das verstehen sollte oder was er antworten sollte oder ob überhaupt eine Antwort fällig war.
»Ich erwarte«, begann Perrin zögernd, »ich meine, ich denke, Meister Luhhan war auch nicht gerade glücklich über meine Abreise.«
»Hast du erwartet, daß er sich freut?« Nynaeve schüttelte angewidert den Kopf und sah Egwene an. »Ich sollte mich eigentlich bei diesen drei nicht über solche idiotischen Einfälle wundern, aber ich dachte, andere hätten etwas mehr Urteilsvermögen.«
Egwene lehnte sich zurück, damit sie von Perrin verdeckt wurde. »Ich habe eine Nachricht hinterlassen«, sagte sie schwach. Sie zupfte an ihrer Kapuze herum, als habe sie Angst, ihr loses Haar könne sich zeigen. »Ich habe alles erklärt.« Nynaeves Gesicht lief dunkel an.
Rand seufzte. Die Seherin war drauf und dran, einen ihrer Wutanfälle zu bekommen und es sah nach einem ganz hochkarätigen aus. Wenn sie sich in ihrem Zorn auf etwas versteifte — wenn sie zum Beispiel sagte, sie werde sie nach Emondsfeld zurückschicken, ganz gleich, was irgend jemand behauptete -, dann wäre es fast unmöglich, sich dem zu entziehen. Er öffnete den Mund.
»Eine Nachricht!« begann Nynaeve, gerade als Moiraine sagte: »Ihr und ich, wir müssen uns immer noch unterhalten, Seherin.«
Hätte Rand sich selbst noch am Sprechen hindern können, dann wäre es in diesem Augenblick angebracht gewesen, doch seine Worte strömten heraus, als habe er statt seines Mundes ein Wehr geöffnet. »Alles schön und gut, aber es ändert nichts an der Lage. Wir können nicht zurück. Wir müssen weiter.« Das letztere sagte er etwas langsamer, und seine Stimme sank zu einem Flüstern ab. Die Seherin und die Aes Sedai sahen ihn an. Es war die Art von Blick, wie er ihn kannte, wenn er auf Frauen traf, die über Angelegenheiten des Frauenzirkels sprachen — die Art, die ihm sagte, er solle seine Nase nicht in die Angelegenheiten anderer stecken. Er lehnte sich zurück und wünschte sich, er sei irgendwo anders.
»Seherin«, sagte Moiraine, »Ihr müßt mir glauben, daß sie bei mir sicherer sind als in den Zwei Flüssen.«
»Sicherer!« Nynaeve schüttelte verächtlich den Kopf. »Ihr seid diejenige, die sie hierher gebracht hat, wo sich die Weißmäntel aufhalten. Dieselben Weißmäntel, wenn der Gaukler die Wahrheit gesagt hat, die ihnen Euretwegen etwas antun könnten. Sagt mir, wieso sie hier sicherer sind, Aes Sedai!«
»Es gibt viele Gefahren, vor denen ich sie nicht beschützen kann«, stimmte Moiraine zu, »genauso wie Ihr sie nicht vor dem Blitz beschützen könnt, wenn Ihr mit ihnen zurückkehrt. Aber es ist nicht der Blitz, vor dem sie sich fürchten müssen, und es sind auch nicht die Weißmäntel. Es sind der Dunkle König und seine Abgesandten. Und vor denen kann ich sie beschützen. Ich kann die Wahre Quelle berühren, kann Saidar benützen, und das gibt mir so wie jeder Aes Sedai die Macht, die zu ihrem Schutz notwendig ist.« Nynaeves Mund verzog sich zweifelnd. Auch Moiraines Lippen verzogen sich, aber vor Ärger, und doch fuhr sie fort, wenn auch ihre Stimme klang, als sei sie mit ihrer Geduld am Ende. »Selbst jene armen Männer, die für kurze Zeit über die Macht verfügen, genießen diesen Schutz. Obwohl Saidin nicht nur beschützt, denn gelegentlich werden sie durch das Verderben, das daran klebt, auch erst richtig verwundbar. Aber ich kann, wie jede andere Aes Sedai, meinen Schutz auf die ausdehnen, die sich in meiner Nähe befinden. Kein Blasser kann ihnen etwas antun, solange sie sich — so wie jetzt — dicht bei mir aufhalten. Kein Trolloc kann sich auf mehr als eine Viertelmeile nähern, ohne daß Lan es merkt, denn er fühlt das Böse an ihnen. Könnt Ihr ihnen halb soviel bieten, wenn sie mit Euch nach Emondsfeld zurückkehren?«