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Die Suche nach dem Auge der Welt

Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:

In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfelde erzählt man sich noch immer die alten Geschichten um den Dunklen König und die Magierinnen der Aes Sedai, die das Rad der Zeit drehen. Niemand ahnt, auch der junge Bauernsohn Rand al'Thor nicht, wieviel Wahrheit in diesen Legenden steckt. Dann jedoch berfallen blutrnstige Trollocs, die Häscher des Dunklen Königs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. Die Magierin Moiraine verhilft dem Jungen in letzter Minute zur Flucht. Eine phantastische Reise beginnt, während der Rand in sein Schicksal hineinwachsen wird, der Wiedergeborene Drache und der Retter der Welt zu sein ... Dieser Band vereint — wie in der Originalausgabe — den kompletten Auftakt zu Robert Jordans Meisterwerk Das Rad der Zeit.
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»Davian«, fügte Mat hinzu, bevor Rand weitersprechen konnte. »Und Yurian Steinbogen.«

»Und Logain«, beendete Rand die Aufzählung.

»Gefährliche Namen«, sagte Thom leise. Seine Augen schienen sie noch eindringlicher als zuvor zu durchbohren. »Fast genauso gefährlich wie jener andere, so oder so. Alle sind tot bis auf Logain. Einige davon schon lange. Raolin Dunkelbann seit beinahe zweitausend Jahren. Aber immer noch gefährlich. Am besten sprecht ihr die Namen nicht laut aus, selbst wenn ihr allein seid. Die meisten Leute können nichts damit anfangen, aber wenn der Falsche zuhört... «

»Aber wer waren sie?« fragte Rand.

»Männer«, murmelte Thom, »Männer, die an den Säulen des Himmels rüttelten und die Grundmauern der Welt erschütterten.« Er schüttelte den Kopf. »Es spielt keine Rolle. Vergeßt sie. Sie sind zu Staub geworden.«

»Haben die... wurden sie benutzt, wie er behauptete?« fragte Mat. »Und getötet?«

»Man könnte sagen, daß der Weiße Turm sie getötet hat. Man könnte das durchaus sagen.« Thoms Mund verzog sich einen Augenblick lang, und dann schüttelte er nochmals den Kopf. »Aber benutzt... ? Nein, das kann ich nicht behaupten. Das Licht weiß, wie viele Intrigen der Amyrlin-Sitz im Moment wieder schmiedet, aber diese Sache gehörte nicht dazu, soweit ich das sagen kann.«

Mat lief ein Schauer den Rücken hinunter. »Er hat soviel behauptet. Verrückte Sachen. All das von Lews Therin Brudermörder und Artur Falkenflügel. Und vom Auge der Welt. Was, beim Licht, soll das denn sein?«

»Eine Legende«, sagte der Gaukler langsam. »Vielleicht. Als Legende genauso berühmt wie die vom Horn von Valere, zumindest in den Grenzlanden. Dort droben gehen junge Männer auf die Suche nach dem Auge der Welt, so wie in Illian die jungen Männer das Horn suchen. Vielleicht ist es eine Legende.«

»Was sollen wir tun, Thom?« fragte Rand. »Es ihr erzählen? Ich möchte keine weiteren Träume dieser Art erleben. Vielleicht könnte sie etwas tun?«

»Vielleicht würde uns nicht gefallen, was sie tut«, grollte Mat.

Thom betrachtete sie, überlegte und strich sich dabei mit einem Finger über den Schnurrbart. »Ich sage, haltet Frieden«, sagte er schließlich. »Erzählt niemandem davon, jedenfalls im Augenblick. Ihr könnt es euch immer noch anders überlegen, wenn es nötig ist, aber wenn ihr es einmal erzählt habt, dann ist es draußen, und Ihr seid mehr als zuvor an sie... gebunden.« Plötzlich richtete er sich auf. Seine gebückte Haltung verschwand fast vollständig. »Der andere Junge! Ihr sagt, er hatte den gleichen Traum? Ist er vernünftig genug, den Mund zu halten?«

»Ich denke schon«, sagte Rand zur gleichen Zeit, als Mat heraussprudelte: »Wir wollten zur Schenke zurückgehen und ihn warnen.«

»Ich hoffe beim Licht, daß es nicht zu spät ist!« Mit wehendem Umhang — die Flicken flatterten im Wind -schritt Thom aus der Gasse. Ohne sich aufzuhalten blickte er über die Schulter auf sie zurück. »Also, was ist? Sind eure Füße am Boden festgefroren?«

Rand und Mat eilten ihm hinterher, aber er wartete nicht darauf, daß sie ihn einholten. Diesmal blieb er nicht stehen, wenn Leute seinen Umhang anschauten oder ihn als Gaukler ansprachen. Er bahnte sich einen Weg durch die überfüllten Straßen, als seien sie leer. Rand und Mat mußten beinahe rennen, um ihm folgen zu können. In viel kürzerer Zeit, als Rand erwartet hatte, erreichten sie den ›Hirsch und Löwen‹.

Als sie gerade hineingehen wollten, kam Perrin herausgerannt und versuchte beim Rennen seinen Umhang überzuziehen. Er wäre beinahe gestürzt, so mußte er sich bremsen, um nicht in sie hineinzurennen. »Ich wollte nach euch suchen«, brachte er schnaufend heraus, nachdem er sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte.

Rand ergriff seinen Arm. »Hast du irgend jemandem von dem Traum erzählt?«

»Sag bitte, daß du es nicht getan hast!« verlangte Mat.

»Es ist sehr wichtig«, sagte Thom.

Perrin sah sie verwirrt an. »Nein, habe ich nicht. Ich bin bis vor einer Stunde nicht mal aus dem Bett gekommen.« Seine Schultern sackten nach unten. »Ich habe schon Kopfschmerzen von der Anstrengung bekommen, nicht daran zu denken, geschweige denn darüber zu reden. Warum habt ihr es ihm erzählt?« Er nickte in Richtung Gaukler.

»Wir mußten einfach mit jemand darüber sprechen, sonst hätten wir durchgedreht«, sagte Rand.

»Ich erkläre es euch später«, fügte Thom mit einem bedeutungsvollen Blick auf die Leute hinzu, die in den ›Hirsch und Löwen‹ hineingingen oder herauskamen.

»In Ordnung«, antwortete Perrin langsam. Er wirkte immer noch verwirrt. Plötzlich schlug er sich vor die Stirn. »Jetzt hätte ich beinahe vergessen, weswegen ich euch suchte. Ich vergäße es ja gern, aber... Nynaeve ist drinnen.«

»Blut und Asche!« jaulte Mat auf. »Wie ist sie hierhergekommen? Moiraine... Die Fähre...«

Perrin schnaubte. »Glaubst du, eine Kleinigkeit wie eine gesunkene Fähre könnte sie aufhalten? Sie hat Hochturm aus dem Bett geworfen — ich weiß nicht, wie er über den Fluß zurückgekommen ist, aber sie sagte, er habe sich in seinem Schlafzimmer versteckt und wollte nicht einmal mehr in die Nähe des Flusses gehen -jedenfalls hat sie ihn so eingeschüchtert, daß er ein Boot für sie und ihr Pferd auftrieb und sie hinüberruderte. Persönlich. Sie hat ihm nur soviel Zeit gelassen, daß er einen seiner Helfer holen konnte, um ein zweites Paar Ruder zu bedienen.« »Licht!« hauchte Mat.

»Was tut sie da drinnen?« wollte Rand wissen. Mat und Perrin warfen ihm einmütig einen spöttischen Blick zu. »Sie ist uns gefolgt«, sagte Perrin. »Sie ist jetzt bei... bei Frau Alys und da drinnen ist es kalt genug, daß es schneien könnte.«

»Könnten wir nicht eine Weile woandershin gehen?« fragte Mat. »Mein Pa sagt immer, nur ein Narr steckt seine Hand in ein Hornissennest, wenn er es nicht unbedingt muß.«

Rand warf ein: »Sie kann uns nicht zwingen, zurückzukehren. Die Winternacht sollte ihr zu dieser Einsicht verholfen haben. Wenn nicht, müssen wir es ihr beibringen.«

Mats Augenbrauen hoben sich bei jedem seiner Worte und als Rand fertig war, stieß er einen leisen Pfiff aus. »Hast du jemals versucht, Nynaeve etwas beizubringen, was sie nicht lernen wollte? Ich hab's probiert. Ich meine, wir sollten bis zum Abend wegbleiben und uns dann hineinschleichen.«

»Nach allem, was ich an dieser jungen Frau beobachtet habe«, sagte Thom, »glaube ich nicht, daß sie aufhören wird, bevor sie nicht alles gesagt hat. Wenn ihr nicht gestattet wird, schnell alles loszuwerden, dann macht sie vielleicht so lange weiter, bis sie eine Aufmerksamkeit erregt, an der keiner von uns Interesse hat.«

Bei der Vorstellung fuhren alle zusammen. Sie sahen sich an, atmeten tief durch und marschierten hinein, als erwarteten sie, Trollocs zu sehen.

16

Die Seherin

Perrin führte sie in die Tiefe der Schenke hinein. Rand konzentrierte sich so sehr darauf, was er Nynaeve sagen wollte, daß er Min nicht sah, bis sie ihn am Arm packte und zur Seite zog. Die anderen gingen noch ein paar Schritte weiter den Flur entlang, bevor sie bemerkten, daß er stehengeblieben war. Dann blieben auch sie stehen, einerseits ungeduldig, andererseits zögernd.

»Dafür haben wir keine Zeit, Junge«, sagte Thom barsch. Min sah den weißhaarigen Gaukler scharf an. »Geh und vollführe irgendwelche Kunststückchen«, fuhr sie ihn an und zog Rand noch weiter von den anderen weg. »Ich habe wirklich keine Zeit«, sagte Rand zu ihr. »Und ganz bestimmt nicht für närrisches Geschwätz über Entkommen und so was.« Er versuchte, seinen Arm loszureißen, aber jedesmal, wenn er ihn befreit hatte, packte sie ihn erneut.

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