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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Am frühen Nachmittag landeten vier erschöpfte Drachen im Hof von Burg Vingaard. Auf dem Rücken trug jeder einen Reiter, der ebenfalls blaß und erschöpft war. Ein silberner Glanz umgab die Neuankömmlinge, und irgendwann erkannte jemand, daß es nicht die Drachen und ihre Reiter waren, die so göttlich strahlten, sondern die großen Lanzen.

Da breiteten sich die Gerüchte jedoch schon aus.

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»Sie haben mir gesagt, daß du es bist, aber ich konnte es nicht glauben. Nicht nach all den Geschichten, die überall die Runde machen.«

»Geschichten?« Huma und seine Kameraden waren von den Drachen gestiegen, wo sie sofort von Rittern und gemeinem Volk umringt gewesen wären, hätte Fürst Grendal, dem die Verteidigung der Burg oblag, nicht eingegriffen. Innerhalb der ersten Minute nach ihrer Landung war eine Gruppe erprobter Veteranen aus Grendals Truppe draußen gewesen und hatte die Reisenden schützend umstellt.

Fürst Oswal, der Großmeister, zeigte auf Huma. »Du weißt, wovon ich rede. Die Geschichte von deinem Kampf mit dem Dämon, der Pest und Zwietracht im Land gesät hat.«

»Rennard?«

»Rennard. Erstaunlich, wie kurz das Gedächtnis der Leute sein kann. Als man ihn entlarvte und du ihn dort im Kampf geschlagen hast, vergaßen sie schnell, wie gern sie die Gerüchte geglaubt haben, die er immer verbreitet hat. Sie nannten ihn einen bösen Dämon oder Kleriker – was weiß ich. Dann, zur Krönung des Ganzen, sollst du dich wie Paladin persönlich in Luft aufgelöst haben.«

Humas Gesicht wurde dunkelrot. »Der Teil mit meinem Verschwinden stimmt, aber ich kann meinem Fürsten nur versichern, daß das nicht in meiner Macht stand.«

»Allerdings.« Fürst Oswals Augen schweiften zu den Drachenlanzen, und sein Körper schien kurz zu erbeben. »Ist es das, was du gesucht hast? Was wir so dringend brauchen?«

»Ja, mein Fürst. Die Drachenlanzen. Wir wären früher da gewesen, aber wir wurden in die Schlacht verwickelt.«

»Das kann man wohl sagen. Ich habe Menschen und Drachen davon erzählen hören, wie ihr acht aus dem Nichts aufgetaucht seid und die Lakaien der Drachenkönigin das Fürchten gelehrt habt. Vielleicht haben sie recht; vielleicht bist du wirklich Paladin, der als Sterblicher nach Krynn gekommen ist.«

»Fürst Oswal!«

Der Großmeister lachte. »So weit bin ich noch nicht, Huma. Noch nicht.« Trotz seines offensichtlichen Verlangens, die Lanzen zu untersuchen, wandte sich Oswal zuerst den anderen aus Humas Gruppe zu. »Ich erkenne dich wieder, Minotaurus, und freue mich, daß ich dir vertraut habe. Du bist ein lebendes Beispiel für das Gute, was ich über deine Rasse gehört habe. Ich danke dir für deine Hilfe.«

Kaz war seltsam still. »Ich habe nur getan, was von mir verlangt wurde. Ich habe Huma einen Eid geleistet.«

»Mehr war es nicht?« Der Großmeister lächelte und wendete sich den anderen zu, zunächst Fürst Avontal. Ein Hauch von Kälte lag im Ton des Großmeisters. »Ich heiße Euch als Ritterkameraden willkommen, Befehlshaber von Ergod. Ich nehme nicht an, daß Ihr Eure Armee mitgebracht habt?«

»Als wir uns damals trafen, Großmeister, wußte ich, daß Ihr eines Tages diesen Titel tragen würdet, aber ich hatte gehofft, er würde Euch milder stimmen, bevor wir einander wiedersehen.«

Oswal nahm den versteckten Tadel mit einem aufrichtigen Lächeln hin. »Verzeiht, wenn ich hin und wieder vergesse, daß ich vor einem Kleriker Paladins stehe.«

Huma, Kaz und Buoron sahen einander an. Sie respektierten Fürst Avontal zwar, hätten ihn aber nie für einen Kleriker von Paladin gehalten. Aber wer konnte schon bestimmen, wie ein Kleriker auszusehen hatte, solange sein Glaube und seine Handlungen seinen Lehren nicht widersprachen.

»Ihr habt mein Geheimnis preisgegeben. Nun, was soll’s. Vielleicht begreift Huma jetzt, warum ich wollte, daß er mich nach Kargod begleitet. Als ich das Zeichen von Morgion an einem so offensichtlich rechtschaffenen Ritter entdeckte, fürchtete ich, er wäre für irgendeine ruchlose Tat bestimmt.« Avontal lächelte Huma an.

Der Großmeister ging von Avontal weiter zu Buoron. Mit seinem buschigen Bart fiel der Ritter aus dem Südwesten auf. Buoron zitterte angesichts des Großmeisters.

»Du bist…«

Der Ritter mußte mehrmals ansetzen, bevor er seinen Namen herausbrachte. »Buoron, mein Fürst!«

»Von einem unserer fernen Außenposten in Ergod, vermute ich.«

»Ja, mein Fürst.« Buoron war erbleicht.

»Guter Mann.« Fürst Oswal wandte sich ab. Buoron atmete erleichtert auf und lächelte erschöpft.

»Also dann, Huma«, sagte der Großmeister plötzlich ernst. »Wenn ihr so freundlich sein wollt, dann wünsche ich, daß du und deine Gefährten mit in mein Quartier kommen. Ich möchte alles erfahren.«

»Ja, mein Fürst, aber die Drachenlanzen – «

»Werden gut behandelt und an einem sicheren Ort aufbewahrt, bis wir entschieden haben, was wir mit ihnen machen sollen. Komm jetzt. Ich denke, daß ihr alle etwas zu trinken gebrauchen könnt. Nach der heutigen Beinahe-Katastrophe geht mir das jedenfalls so.«

Humas Bericht wurde hin und wieder von dem Gewitter unterbrochen, das sich über den Bergen im Westen austobte. Kaz meinte, daß Takhisis wohl ihre Wut an denen ausließ, die sie enttäuscht hatten. Vielleicht zürnte auch Galan Drakos über die vergeblichen Versuche seiner Männer, die Drachenlanzen zu erbeuten.

Fürst Oswal trommelte mit den Fingern auf dem Tisch, während er alles auf sich einwirken ließ, was Huma erzählt hatte. »Bei Paladin! Wenn du es nicht wärst, hätte ich das alles nie geglaubt – und daß du sie wirklich gesehen hast! Du machst einen alten Mann stolz, Huma. Durak wäre stolz auf dich, das weiß ich.«

»Danke, mein Fürst.« Dieses Lob bedeutete ihm mehr als alles andere.

»Aus Drachensilber geschmiedet von einem Schmied mit einem Silberarm, der selbst einen göttlichen Hammer schwingt.«

Huma war baff. »Das habe ich nicht erzählt.«

Der Großmeister lächelte wissend. »Ich kenne mich gut mit den alten Sagen aus, Huma. Das ist ein Grund, warum ich dir die ganze Zeit geglaubt habe. Wenn dieser Schmied so aussieht, wie du ihn beschrieben hast, muß er einen Hammer haben, den Reorx selbst hergestellt hat. Ich bin froh, daß unsere alten Schriften doch die Wahrheit sagen und daß du kamst, um uns diese Waffe zu bringen.«

Huma dachte nach. Schließlich erhob er sich. »Mein Fürst, ich habe eine Bitte. Ich weiß das zu schätzen, was Ihr gesagt habt, und weiß, daß es noch viel zu erzählen gäbe. Aber jetzt haben wir die Drachenlanzen, und ich muß eine Bitte loswerden. Es sind zwanzig Lanzen, die am Himmel benutzt werden können. Gebt mir nur eine Lanze, damit ich zum Stützpunkt von Galan Drakos und seiner verruchten Herrin fliegen kann. Ich muß Magus befreien!«

»Ritter Huma.« Die Stimme des Großmeisters war tonlos und ähnelte erschreckend der von Rennard. Fürst Oswal starrte ihn an, bis Huma sich wieder setzte. »Ein Mensch, ob Gefährte, Geliebte oder Verwandter, ist nicht das Leben von Hunderten wert – und das gilt auch für mich, wenn ich denn dieser eine wäre. Du kannst anderer Meinung sein, und das ist dein Recht – unter uns. Aber wir kämpfen für Solamnia, für ganz Ansalon, wenn nicht ganz Krynn. Ich kann deine Bitte nicht gewähren.«

»Er wurde gefangengenommen, während er die Lanzen verteidigt hat.« Aus Humas Stimme sprach Bitterkeit.

»Ich verstehe das, Ritter Huma, so wie ich die Gefahr für dich besser verstehe als du selbst. Meine Antwort bleibt dieselbe. Verstanden?«

Huma sagte nichts.

»Also dann, ihr habt einundzwanzig Lanzen, von denen eine deiner Aussage nach für einen Fußsoldaten ist.«

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