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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Huma war inzwischen zu seiner Drachenlanze zurückgekehrt. Der Ritter hob den Schaft auf.

»Huuummmmaaa!«

Kaz brach durchs Gebüsch, wobei er sich fast selbst auf der Drachenlanze aufgespießt hätte. In der rechten Hand hielt er seine grausige Beute, die immer noch in geisterhaftem Leben vibrierte. Und man hörte, wie hinter dem Minotaurus etwas sehr zielgerichtet durch die Büsche auf sie zu stürmte.

»Laß ihn fallen!« Huma zeigte auf den Kopf. »Dahin! Schnell!«

Der Minotaurus warf den Kopf gerade vor die Spitze der Drachenlanze, als eine behandschuhte Hand in Sicht kam.

Der kopflose Körper erstarrte und warf sich dann zur Seite, bevor sie ihn aufspießen konnten.

»Er weiß es!« stellte der Minotaurus höhnisch fest.

Schlimmer war, daß der Körper beim Aufstehen eine Hand vorstreckte, mit der er die hingeworfene, vergessene Streitaxt umklammerte.

»Das ist Wahnsinn«, stammelte Kaz.

»Was geht hier vor?« rief eine neue Stimme.

Huma und Kaz sahen beide hoch, als die Drachendame über ihnen auftauchte. Sie wirkte ziemlich mitgenommen, und das eine Vorderbein hing lahm herunter, doch sie war immer noch voller Kraft.

Sie sah zu dem entsetzlichen Wesen. »Ist das –?«

Der Körper bückte sich nach seinem Kopf.

»Paladin!« stammelte der Silberdrache schockiert. Er holte tief Luft, als Crynus gerade die Streitaxt hinlegte und seinen Kopf aufhob. Die Arme des Monsters hielten den Kopf noch hoch, als der Drache Feuer spie.

Drachenfeuer erfaßte den Kriegsherrn. Sein Körper zitterte, sank auf die Knie, und Kopf und Körper verschwanden in den reinigenden Flammen. Innerhalb von Sekunden verschwand in dem begrenzten Inferno jedes Zeichen des untoten Crynus’.

Der Silberdrache landete auf der Lichtung und bereitete sich auf einen zweiten Flammenstoß vor. »Das sollte reichen«, sagte er.

»Warte!« schrie Kaz. Er sprang zum Feuer und hob die Streitaxt auf, die dem Angriff entgangen war. Er warf sie ins Feuer – und rannte davon, als die Waffe zerbarst. Metall- und Holzteilchen regneten im Wald herunter. Kaz fluchte, als ihn ein kleiner Metallsplitter an der Schulter traf.

»Sarg – Götter! Man kann dich auch keinen Moment alleine lassen, Huma!« Die beiden standen auf und klopften sich den Staub ab. Der Silberdrache löschte inzwischen das Feuer mit einem kalten Atemstoß, der die umstehenden Bäume mit Eis überzog.

»Ich wußte nicht, daß du so etwas kannst«, sagte Huma zu seiner Freundin.

Ihre Schultern sackten vor Erschöpfung zusammen. »Kälte und Lähmung gehören zu unseren normalen Fähigkeiten. Feuer-, Feuerspeien kann jeder Drache, außer den feigen, weißen Eisdrachen, aber es kostet uns viel – und ich fürchte, ich habe mich überanstrengt. Ich brauche Ruhe.«

Huma nickte verständnisvoll. Dann schaute er sich um. »Kaz! Wo sind Buoron und Magus? Wo sind die Drachenlanzen?«

»Wo ich sie verlassen habe, wahrscheinlich. Als wir in der Ferne die Drachen abstürzen sahen, wollte ich freiwillig vorausreiten, um nachzusehen, ob du noch am Leben bist.«

»Dann hast du sie also nicht GESEHEN?«

»Wen?«

»Wir müssen schnellstens zu ihnen!« Huma wandte sich dem Silberdrachen zu, doch das Riesentier war auf dem Boden zusammengebrochen. Nach den zahllosen Verwundungen von Charr, dem Aufprall, bei dem er Huma abgefangen hatte, und der enormen Anstrengung zum Schluß, um den wilden Crynus zu erledigen, war er am Ende seiner Kräfte.

»Können wir dich hier allein lassen?« fragte er.

Leuchtende Augen gingen auf und sahen ihn an. »Keine Sorge. Es tut mir leid, daß ich euch nicht mehr helfen kann.«

Kaz holte sein Pferd zurück, das größte von allen. Als Huma sicher saß, spornte Kaz das Roß an.

Sie konnten das Waffengeklirr schon hören, bevor sie den Ort erreichten, wo Kaz die anderen zurückgelassen hatte. Huma hatte geglaubt, daß das, was er von oben gesehen hatte, ein offener Angriff sein würde. Darin hatte er sich getäuscht. Die Schwarze Garde hatte Magus und Buoron aus dem Hinterhalt angegriffen.

Ein helles Licht blitzte vor ihnen auf, und Huma sah eine schwarzgerüstete Gestalt gegen einen Baum fliegen. Es war noch nicht zu spät. Magus und Buoron lebten noch, kämpften noch.

Huma wartete nicht, bis das Pferd stehenblieb, sondern rutschte herunter und rollte sich ab. Kaz zog seine Streitaxt und galoppierte mit einem Angriffsgeschrei in den Kampf.

Magus kauerte unter dem Karren, von wo aus er die meisten Angreifer mit kurzlebigen Zaubersprüchen in Schach hielt. Buoron stand hinter dem Wagen und bekämpfte die Garden, die den Zauberer eingekreist hatten. Der Feind zog den Kreis immer enger.

Huma erledigte seinen ersten Gegner und griff sofort den nächsten an. Als die Klingen aufeinander prallten, hörte Huma das Heulen. Es war ganz nah, und diesmal gab es keinen Zweifel. Ein Schreckenswolf.

Er sprang auf den hinteren Teil des Wagens. Buoron sah ihn zuerst, doch der tapfere Ritter konnte nur warnend rufen; er mußte sich bereits mit zwei anderen Gegnern abgeben. Magus drehte sich blaß und abgespannt zu der Kreatur um. Mit einem Schrei ließ der Magier einen weiteren Zauber los, doch der verpuffte, bevor er sein Ziel erreichte. Magus hatte keine Kraft mehr.

Diesmal lachte der Schreckenswolf – oder eher Galan Drakos, denn dessen Geist lenkte die untoten Wesen. Huma schaffte es, seinen Gegner zu erledigen, und versuchte, den Karren zu erreichen. Zwei weitere Schwarze Söldner schnitten ihm den Weg ab, so daß er nur hilflos zusehen konnte, wie die glühenden Augen des Wesens aufblitzten und der Abtrünnige einen eigenen Spruch losließ. Huma sah nicht, was als nächstes passierte, doch als er den Wagen wieder sehen konnte, stand Magus unversehrt da. Die Drachenlanzen hatten ihn irgendwie vor Drakos’ dunkler Macht bewahrt. Der Schreckenswolf fuhr zurück. Mit einem solchen Widerstand hatte Drakos nicht gerechnet.

Dann wurde Huma zurückgedrängt und Kaz vom Pferd gezogen. Es gab einen Lichtblitz, und eine große, kreisförmige Öffnung tauchte in der Luft auf. Es war ein Portal, erkannte der Ritter, ein Tor, das groß genug war, einen Wagen hinein zu schieben. Huma rang mit den beiden Kriegern, die ihm den Weg versperrten, und sie wichen zurück.

Ein Mann tauchte hinter Magus auf, doch der Zauberkundige drehte sich gerade rechtzeitig um. Der glücklose Angreifer knallte auf die Erde. Der Schreckenswolf war verschwunden.

Einer von Humas Gegnern machte einen lebensgefährlichen Fehler und bezahlte dafür. Der andere kämpfte mit der Kraft der Verzweiflung. Weitere schwärmten um den Wagen aus. Wo war Buoron?

Wieder sprangen zwei schwarze Gestalten auf den Wagen, und diesmal war Magus nicht schnell genug. Einer hielt ihn an den Armen fest, während der andere nach den Zügeln griff. Ein Teil der Krieger begann, sich durch das Portal zurückzuziehen, höchstwahrscheinlich zu Galan Drakos’ Zitadelle.

Eine weiterer Schwarzer gesellte sich zu den beiden auf dem Wagen. Huma erledigte endlich seinen letzten Gegner und stürmte zum Karren. Ein weißes Scheusal versperrte ihm kurz den Weg, schien jedoch hauptsächlich daran interessiert zu sein, sich durch das Portal zu retten. Es beachtete den Ritter überhaupt nicht.

Obwohl der Wagen nur wenige Schritte vom Portal entfernt war, zögerte sein Lenker, weil es immer wieder flackernd verschwand und wieder auftauchte. Die Pferde kämpften gegen seine Führung. Ein schwarzer Söldner sprang vom Karren, als Huma ihn erreichte. Gleichzeitig gelang es Magus, den Griff seines Gegners zu brechen und dem Mann eine Hand gegen das Visier zu stoßen. Eine kleine Explosion warf ihn zurück, doch sie konnte ihn nur betäuben. Magus brach beinahe zusammen; diese letzte Anstrengung hatte ihn vollends erschöpft. Er hatte seine Zauberkräfte verbraucht. Er kroch vor und versuchte, dem Fahrer den Arm um den Hals zu schlingen. Es gelang ihm, den Karren anzuhalten, doch beide Männer fielen herunter.

Eine der wenigen verbliebenen Garden rief etwas, woraufhin sich alle zum Tor zurückzogen.

Die Pferde, die durch das ganze Durcheinander unruhig waren, wollten sich in Marsch setzen. Huma ergriff die Zügel. Die Pferde wehrten sich, doch Huma rief ihnen Kommandos zu. Kaz stellte sich todesmutig vor die Tiere und erwischte das Zaumzeug. Mit übermenschlicher Kraft hielt er die Pferde fest. Sie sträubten sich noch ein wenig, gaben schließlich auf. Huma sank auf dem Kutschersitz in sich zusammen und nickte dem Minotaurus dankbar zu.

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