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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Während Cressida und Pollux für jeden ein Lager aus Fellen bereiten, kümmere ich mich um Peetas Handgelenke. Behutsam spüle ich das Blut ab, gebe ein Antiseptikum darauf und lege unter den Handschellen einen Verband an. »Du musst achtgeben, dass kein Schmutz darankommt, sonst könnten sie sich entzünden, und …«

»Ich weiß, was eine Blutvergiftung ist, Katniss«, sagt Peeta. »Obwohl meine Mutter keine Heilerin ist.«

Schlagartig bin ich in eine andere Zeit versetzt, bei einer anderen Wunde, anderem Verbandszeug. »Dasselbe hast du bei den ersten Hungerspielen zu mir gesagt. Wahr oder nicht wahr?«

»Wahr«, sagt er. »Und du hast dein Leben riskiert, um die rettende Arznei zu kriegen, stimmt’s?«

»Stimmt«, sage ich schulterzuckend. »Aber dir hatte ich zu verdanken, dass ich am Leben und überhaupt dazu in der Lage war.«

»Ach ja?« Der Kommentar verwirrt ihn. Offenbar kämpft eine leuchtende Erinnerung um seine Aufmerksamkeit, denn sein Körper verkrampft sich, und die frisch verbundenen Gelenke reißen an den Handschellen. Plötzlich weicht alle Energie aus seinem Körper. »Ich bin so müde, Katniss.«

»Leg dich schlafen«, sage ich. Aber er tut es erst, nachdem ich die Handschellen zurechtgerückt und ihn an eine der Treppenstützen gefesselt habe. Es kann nicht sehr bequem sein, so dazuliegen, mit den Armen über dem Kopf. Trotzdem ist auch er nach ein paar Minuten eingeschlafen.

Cressida und Pollux haben Betten für uns gemacht und unsere Essens-und Medikamentenvorräte ausgebreitet. Jetzt fragen sie mich, ob wir eine Wache aufstellen sollen. Ich schaue in Gales leichenblasses Gesicht und auf Peetas Fesseln. Pollux hat seit Tagen kein Auge zugemacht und Cressida und ich hatten höchstens ein paar Stunden Schlaf. Falls ein Trupp Friedenswächter durch diese Tür kommen sollte, säßen wir wie die Ratten in der Falle. Wir sind vollkommen einer altersschwachen Tigerfrau ausgeliefert, die einen hoffentlich alles verzehrenden Wunsch hat: Snow tot zu sehen.

»Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass eine Wache etwas bringen würde. Lasst uns lieber versuchen zu schlafen«, sage ich. Sie nicken benommen und wir alle vergraben uns in unseren Pelzen. Das Feuer in mir ist erloschen und mit ihm meine Kraft. Ich ergebe mich den weichen, muffigen Fellen und dem Vergessen.

Ich kann mich nur an einen Traum erinnern. Einen langen, ermüdenden Traum, in dem ich versuche, nach Distrikt 12 zu gelangen. Das Zuhause, das ich suche, ist unzerstört, die Leute leben noch. Effie Trinket, deutlich erkennbar an ihrer pinkfarbenen Perücke und dem Designerkostüm, begleitet mich. Ich versuche, ihr zu entwischen, aber unerklärlicherweise taucht sie immer wieder an meiner Seite auf und beharrt darauf, sie als meine Betreuerin sei dafür verantwortlich, dass wir den Zeitplan einhalten. Nur dass der Zeitplan ständig wechselt, weil es zu Verzögerungen kommt durch den fehlenden Stempel eines Beamten oder einen abgebrochenen Absatz Effies. Tagelang kampieren wir auf einer Bank im grauen Bahnhof von Distrikt 7, wo wir auf einen Zug warten, der nie kommt. Als ich aufwache, fühle ich mich noch erschöpfter als nach meinen gewohnten nächtlichen Ausflügen in Blut und Schrecken.

Cressida, die als Einzige wach ist, sagt, dass es später Nachmittag ist. Ich esse eine Dose Rindereintopf und spüle ihn mit viel Wasser hinunter. Dann lehne ich mich an die Kellerwand und gehe die Ereignisse des vergangenen Tages noch einmal durch. Bewege mich von Tod zu Tod. Zähle sie an den Fingern ab. Eins, zwei - Mitchell und Boggs, verloren auf der Straße. Drei - Messalla, in einer Kapsel geschmolzen. Vier, fünf - Leeg 1 und Jackson, die sich im Fleischwolf opfern. Sechs, sieben, acht - Castor, Homes und Finnick, die von den nach Rosen stinkenden Echsenmutationen enthauptet wurden. Acht Tote in vierundzwanzig Stunden. Ich weiß, dass es passiert ist, und doch fühlt es sich unwirklich an. Bestimmt schläft Castor dort unter dem Pelzstapel, kommt Finnick gleich die Treppe heruntergepoltert, wird Boggs mir seinen Fluchtplan unterbreiten.

An ihren Tod zu glauben, bedeutet zu akzeptieren, dass ich sie getötet habe. Na gut, Mitchell und Boggs vielleicht nicht - sie sind in Ausübung ihrer Pflichten gestorben. Aber die anderen haben ihr Leben verloren, als sie mich in Ausführung eines Auftrags beschützten, den ich mir nur ausgedacht habe. Mein Plan, Snow zu töten, kommt mir jetzt nur noch dumm vor. Unglaublich dumm, während ich hier fröstelnd in diesem Keller sitze, unsere Verluste nachrechne und an den Troddeln der kniehohen Silberstiefel nestele, die ich aus dem Haus der Frau gestohlen habe. Oh, das habe ich ganz vergessen. Sie habe ich auch getötet. Jetzt bringe ich schon unbewaffnete Zivilisten um.

Es ist an der Zeit, dass ich den anderen reinen Wein einschenke.

Als schließlich alle wach sind, gestehe ich. Wie ich mir den Auftrag ausgedacht habe, wie ich mit meinem Rachedurst alle gefährdet habe. Als ich fertig bin, folgt langes Schweigen. Dann sagt Gale: »Katniss, wir alle wussten, dass die Sache mit Coins Auftrag, Snow umzubringen, gelogen war.«

»Ihr vielleicht. Aber die Soldaten aus Distrikt 13 bestimmt nicht«, sage ich.

»Glaubst du wirklich, Jackson hat dir abgenommen, du hättest einen Befehl von Coin?«, fragt Cressida. »Natürlich nicht. Aber sie hat Boggs vertraut, und er wollte ganz klar, dass du weitermachst.«

»Aber mit Boggs habe ich doch nie über meine Pläne gesprochen«, sage ich.

»Du hast es jedem im Kommando erzählt!«, sagt Gale. »Es war eine deiner Bedingungen, damit du den Spotttölpel gibst: >Ich töte Snow.<«

Das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun: mit Coin über das Privileg zu feilschen, wer nach Kriegsende Snow hinrichten darf, und diese nicht genehmigte Flucht durchs Kapitol. »Auf jeden Fall nicht so«, sage ich. »Es ist die reinste Katastrophe geworden.«

»Ich würde es im Gegenteil als höchst erfolgreiche Mission bezeichnen«, sagt Gale. »Wir sind ins feindliche Zentrum eingedrungen und haben damit gezeigt, dass die Verteidigungsanlagen des Kapitols nicht unverletzlich sind. Wir haben es geschafft, unsere Aufnahmen in die Nachrichtensendungen des Kapitols einzuschmuggeln. Die Suche nach uns hat die ganze Stadt ins Chaos gestürzt.«

»Plutarch ist begeistert, das kannst du mir glauben«, fügt Cressida hinzu.

»Weil es Plutarch egal ist, ob einer stirbt«, sage ich. »Solange nur seine Spiele zum Erfolg werden.«

Cressida und Gale reden immer weiter auf mich ein. Pollux nickt bekräftigend. Nur Peeta sagt nichts dazu.

»Wie denkst du darüber, Peeta?«, frage ich schließlich.

»Du … du machst dir immer noch keine Vorstellung. Von deiner Wirkung auf andere.« Er schiebt die Handschellen an der Treppenstütze hoch und setzt sich auf. »Die Leute, die wir verloren haben, waren keine Idioten. Sie wussten, was sie taten. Sie sind dir gefolgt, weil sie dir zugetraut haben, Snow zu töten.«

Ich weiß nicht, warum seine Stimme mich erreicht, während alle anderen an mir abprallen. Aber wenn er recht hat, und das glaube ich, dann schulde ich den anderen etwas, das ich nur auf eine Weise zurückzahlen kann. Mit neuer Entschlossenheit hole ich den Stadtplan aus der Uniformtasche und breite ihn auf dem Boden aus. »Wo sind wir, Cressida?«

Tigris’ Laden liegt fünf Querstraßen vom Großen Platz und dem Präsidentenpalast entfernt. Ein leichter Fußmarsch durch ein Gelände, in dem die Kapseln zur Sicherheit der Bürger deaktiviert sind. Mithilfe unserer Verkleidung, ergänzt um ein paar Accessoires aus Tigris’ Fellbeständen, könnten wir unbemerkt dorthin gelangen. Aber was dann? Snows Amtssitz wird garantiert schwer bewacht und rund um die Uhr von Kameras observiert und ist mit Kapseln gespickt, die jederzeit auf Knopfdruck aktiviert werden können.

»Wir müssen ihn dazu bringen, sich draußen zu zeigen«, meint Gale. »Dann könnte einer von uns ihn erledigen.«

»Tritt er überhaupt noch in der Öffentlichkeit auf?«, fragt Peeta.

»Glaube ich kaum«, antwortet Cressida. »Jedenfalls hat er sämtliche Reden, die ich in letzter Zeit gesehen habe, vom Palast aus gehalten. Schon bevor die Rebellen kamen. Und seit Finnick seine Verbrechen öffentlich gemacht hat, ist er garantiert noch mehr auf der Hut.«

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