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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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»Das kann nicht so weitergehen«, sagt Gale. »Es wundert mich, dass es überhaupt so lange funktioniert hat. Das Kapitol wird sich darauf einstellen und manche Kapseln deaktivieren und erst dann manuell auslösen, wenn die eigentlichen Ziele in Reichweite sind.« Schon wenige Minuten später können wir genau das auf dem Bildschirm mitverfolgen. Eine Rebelleneinheit schickt ein leeres Auto über die Straße und löst dadurch vier Kapseln aus. Der Weg scheint frei. Drei Aufklärer folgen dem Wagen und gelangen heil ans Ende der Straße. Doch als eine Gruppe von zwanzig Rebellensoldaten ihnen folgt, wird sie auf der Höhe eines Blumenladens, vor dem mehrere mit Rosen bepflanzte Töpfe explodieren, in Stücke gerissen.

»Bestimmt leidet Plutarch wie ein Hund, dass er jetzt nicht an den Knöpfen sitzt«, sagt Peeta.

Beetee schaltet wieder um auf das Kapitolprogramm, wo eine Sprecherin mit grimmigem Gesicht verkündet, welche Straßenabschnitte von den Bewohnern zu evakuieren sind. Anhand dieser Angaben und der Bilder zuvor kann ich die aktuellen Stellungen der gegnerischen Armeen auf meinem Stadtplan einzeichnen.

Draußen sind Schritte zu hören. Ich laufe zum Fenster und spähe durch einen Spalt im Rollladen. Im Dämmerlicht werde ich Zeuge eines seltsamen Schauspiels. Flüchtlinge aus den eroberten Straßenzügen strömen vorbei, dem Zentrum zu. Die Panischen noch in Schlafanzug und Pantoffeln, die anderen, die besser vorbereitet waren, mit mehreren Schichten Kleidung übereinander. Sie schleppen alles Mögliche mit, vom Schoßhündchen bis zu Schmuckkästchen und Topfpflanzen. Ein Mann im Bademantel hat nur eine überreife Banane dabei. Schlaftrunkene Kinder stolpern hinter ihren Eltern her, die meisten zu erstaunt oder verwirrt, um zu weinen. In Ausschnitten ziehen sie an meinem Sichtstreifen vorbei. Schreckgeweitete braune Augen. Ein Arm, der die Lieblingspuppe umfasst. Nackte, blau gefrorene Füße, die über das unebene Pflaster tappen. Der Anblick erinnert mich an die Kinder aus Distrikt 12, die auf der Flucht vor den Brandbomben gestorben sind. Ich trete vom Fenster zurück.

Tigris bietet an, sich tagsüber ein wenig umzusehen. Ein guter Vorschlag, denn sie ist die Einzige, auf deren Kopf keine Belohnung ausgesetzt ist. Nachdem wir wieder im Versteck sind, geht sie hinaus, um die Lage zu peilen.

Ich renne ununterbrochen auf und ab und mache die anderen im Keller ganz verrückt. Etwas sagt mir, dass es ein Fehler wäre, den Flüchtlingsstrom nicht auszunutzen. Können wir uns eine bessere Deckung wünschen? Andererseits bedeutet jeder obdachlose Flüchtling, der auf den Straßen umherirrt, ein weiteres Augenpaar, das nach den fünf flüchtigen Rebellen sucht. Aber noch maclass="underline" Was bringt es uns hierzubleiben? In den vergangenen Stunden haben wir doch nur unsere kleinen Essensvorräte verbraucht und darauf gewartet … ja, worauf? Darauf, dass die Rebellen das Kapitol einnehmen? Das könnte noch Wochen dauern, und ich bin mir nicht sicher, was ich dann tun würde. Bestimmt nicht ins Freie rennen und ihnen zujubeln. Bevor ich dreimal »Nachtriegel« sagen könnte, hätte Coin mich zurück nach Distrikt 13 geschickt. Ich bin nicht den ganzen Weg gegangen, habe nicht so viele Leute verloren, um mich dieser Frau auszuliefern. Ich töte Snow. Abgesehen davon, ist in den letzten Tagen verdammt vieles passiert, was ich nicht so einfach erklären könnte. Einiges würde die Abmachung über die Straffreiheit der Siegertribute vermutlich hinfällig machen. Dabei habe ich das Gefühl, dass ein paar von ihnen diese Immunität dringend brauchen werden. Peeta zum Beispiel. Der, egal wie man es dreht, dabei gefilmt wurde, wie er Mitchell in die Netzkapsel stößt. Ich kann mir lebhaft vorstellen, welche Schlüsse Coins Kriegstribunal daraus ziehen würde.

Am späten Nachmittag werden wir langsam unruhig, weil Tigris so lange fortbleibt. Wir wägen die Chancen ab, dass sie verhaftet und eingesperrt worden ist, uns freiwillig angezeigt hat oder schlicht in der Flüchtlingswelle verletzt worden ist. Gegen sechs Uhr kommt sie dann doch zurück. Erst hören wir eine Zeit lang oben Schritte, dann löst sie endlich das Brett. Wunderbarer Bratenduft erfüllt die Luft. Tigris hat uns eine Pfanne mit Schinkenwürfeln und Kartoffeln zubereitet. Es ist die erste warme Mahlzeit seit Tagen, und während ich warte, dass ich an der Reihe bin, läuft mir fast der Speichel aus dem Mund.

Beim Kauen versuche ich, Tigris zuzuhören, die erzählt, wie sie an das Essen gekommen ist, aber ich bekomme nur mit, dass Fellunterwäsche zurzeit eine begehrte Tauschware ist. Besonders bei Leuten, die ihre Wohnung spärlich bekleidet verlassen haben. Viele halten sich noch immer unter freiem Himmel auf und suchen nach einem Unterschlupf für die Nacht. Die Bewohner der Luxuswohnungen in der Innenstadt haben nicht etwa bereitwillig ihre Türen geöffnet, um die Obdachlosen aufzunehmen. Im Gegenteil, die meisten haben die Türen verrammelt und die Rollläden heruntergelassen und tun so, als wären sie nicht da. Deshalb ist der Große Platz im Zentrum voller Flüchtlinge, und die Friedenswächter gehen von Tür zu Tür und weisen Gäste zu - wenn es sein muss, mit Gewalt.

Im Fernsehen sehen wir den Obersten Friedenswächter, der mit knappen Worten eine neue Regelung verkündet, wie viele Menschen jeder Wohnungsbesitzer entsprechend der Größe des Apartments bei sich aufnehmen muss. Heute Nacht, ruft er den Bewohnern des Kapitols in Erinnerung, würden die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken; in diesen Krisenzeiten erwarte der Präsident von allen, nicht nur willige, sondern begeisterte Gastgeber zu sein. Dann werden ziemlich gestellt wirkende Szenen eingeblendet, die besorgte Bürger bei der Aufnahme dankbarer Flüchtlinge in ihrer Wohnung zeigen. Der Präsident persönlich, fährt der Oberste Friedenswächter fort, habe befohlen, dass ein Teil seines Palastes hergerichtet wird, um ab morgen ebenfalls Flüchtlinge aufzunehmen. Und schließlich sollten auch Geschäftsleute sich darauf einstellen, auf Anordnung ihre Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

»Das könnte dich betreffen, Tigris«, sagt Peeta. Gut möglich. Falls die Zahl der Flüchtlinge weiter zunimmt, könnte selbst dieser enge Schlauch von Laden beschlagnahmt werden. Und dann säßen wir hier im Keller buchstäblich in der Falle, in ständiger Gefahr, entdeckt zu werden. Wie viele Tage haben wir noch? Einen? Vielleicht zwei?

Jetzt ist wieder der Oberste Friedenswächter zu sehen. Er gibt der Bevölkerung weitere Instruktionen. Offenbar ist es diesen Abend zu einem bedauerlichen Zwischenfall gekommen, in dessen Verlauf die Menge einen jungen Mann totgeprügelt hat, der Peeta ähnlich sah. Von nun an muss es, wenn jemand einen Rebellen sichtet, unverzüglich den Behörden gemeldet werden, die die Identifizierung und Verhaftung des Verdächtigen vornehmen. Ein Foto des Opfers wird eingeblendet. Abgesehen von den offensichtlich gebleichten Locken, sieht er Peeta nicht ähnlicher als ich.

»Die Leute drehen allmählich durch«, murmelt Cressida.

Aus der kurzen Einblendung der Rebellen im Anschluss erfahren wir, dass heute weitere Straßenabschnitte eingenommen worden sind. Ich zeichne die Kreuzungen in meine Karte ein. »Linie C ist nur vier Querstraßen entfernt«, verkünde ich. Irgendwie erfüllt mich diese Erkenntnis mit größerer Sorge als die Vorstellung von Friedenswächtern, die nach Unterkünften suchen. Auf einmal werde ich ganz hilfsbereit. »Heute spüle ich mal das Geschirr.«

»Ich helfe dir«, sagt Gale sofort und sammelt die Teller ein.

Ich spüre Peetas Blick auf uns, als wir den Raum verlassen. In der engen Küche im hinteren Teil von Tigris’ Laden fülle ich das Spülbecken mit heißem Wasser und schütte Spülmittel hinein. »Glaubst du das?«, frage ich. »Dass Snow Flüchtlinge in seinen Palast lässt?«

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