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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Ich spüre, dass uns nicht viel Zeit bleibt, und stopfe mir nur noch schnell die Taschen mit Lebensmitteln und Erste-Hilfe-Sets voll. »Zusammenbleiben«, schärfe ich den anderen ein, bevor wir die Wohnung verlassen. Dann gehen wir hinaus auf die Straße. Schneeflocken rieseln herab. Aufgeregte Leute schwirren um uns herum, unterhalten sich im affektierten Akzent des Kapitols über Rebellen und Hunger und mich. Wir überqueren die Straße, passieren weitere Wohnungstüren. Als wir um die Ecke biegen, laufen drei Dutzend Friedenswächter vorbei. Wir springen zur Seite, wie die richtigen Bürger, und warten, bis die Menge weiterwogt. »Cressida«, flüstere ich. »Hast du eine Idee, wohin?«

»Ich überlege fieberhaft«, antwortet sie.

Als wir die nächste Querstraße hinter uns haben, beginnen die Sirenen zu heulen. Durch ein Wohnungsfenster sehe ich einen Sonderbericht und Bilder unserer Gesichter. Sie haben noch nicht festgestellt, wer aus unserer Gruppe bereits tot ist, denn auch Castors und Finnicks Gesicht sind dabei. Bald wird jeder Passant für uns so gefährlich sein wie ein Friedenswächter. »Und, Cressida?«

»Es gibt einen Ort. Er ist nicht ideal. Aber wir können es versuchen«, sagt sie. Wir folgen ihr ein paar Querstraßen weiter und biegen durch ein Tor in ein offenbar privates Anwesen. Es ist aber nur eine Art Abkürzung, denn nachdem wir den gepflegten Garten durchquert haben, gelangen wir durch ein zweites Tor in eine kleine Gasse, die zwei Hauptstraßen miteinander verbindet. Ein paar winzige Läden sind zu sehen - einer kauft Gebrauchtwaren auf, ein anderer bietet falschen Schmuck an. Die wenigen Leute, die sich hier aufhalten, beachten uns nicht. Cressida plappert plötzlich in schrillem Ton über Fellunterwäsche, wie unverzichtbar sie in diesen kalten Monaten doch sei. »Und erst die Preise! Glaubt mir, hier zahlt ihr höchstens halb so viel wie in den Läden an der Hauptstraße!«

Vor einem schmuddeligen Schaufenster mit Puppen in Fellunterwäsche halten wir an. Es sieht eigentlich nicht so aus, als hätte der Laden geöffnet, doch Cressida stürmt unverdrossen durch die Eingangstür, wobei sie eine verstimmte Melodie auslöst. In dem engen, dunklen, von Warenregalen gesäumten Geschäft steigt mir der Geruch von Pelzen in die Nase. Der Laden scheint nicht besonders zu laufen, denn wir sind die einzigen Kunden. Cressida geht schnurstracks auf eine gebeugte Gestalt zu, die im hinteren Teil des Ladens sitzt. Während ich ihr folge, fahre ich mit den Fingern über die weichen Kleidungsstücke.

Hinter dem Tresen hockt die seltsamste Person, die ich je gesehen habe. Sie ist ein extremes Beispiel für misslungene Schönheitsoperationen, ein solches Gesicht findet man wohl nicht mal im Kapitol schön. Die Haut wurde straff nach hinten gezogen und mit schwarzen und goldenen Streifen tätowiert. Die Nase ist so flach, dass sie kaum noch vorhanden ist. Ich habe schon Schnurrhaare in Kapitolgesichtern gesehen, aber so lange noch nie. Das Ergebnis ist eine groteske, halb katzenartige Maske, die uns jetzt argwöhnisch mustert.

Cressida zieht ihre Perücke ab und zeigt ihre Rankentattoos. »Tigris«, sagt sie. »Wir brauchen Hilfe.«

Tigris. Tief in meinem Hirn klingelt es. Sie - beziehungsweise eine jüngere, weniger verstörende Version ihrer selbst - gehörte zum festen Repertoire der ersten Hungerspiele, an die ich mich erinnern kann. Eine Stylistin, wenn ich mich recht entsinne. Für welchen Distrikt, weiß ich nicht mehr. 12 war es jedenfalls nicht. Dann hat sie wohl eine Operation zu viel machen lassen und danach sah sie so abstoßend aus.

Das ist also die Endstation für Stylisten, die nicht mehr gebraucht werden. Trostlose Spezialunterwäsche-Läden, in denen sie auf den Tod warten. Von der Öffentlichkeit vergessen.

Ich starre ihr ins Gesicht und frage mich, ob ihre Eltern sie Tigris genannt und ihr diese Entstellung damit schon in die Wiege gelegt haben oder ob sie erst das Outfit entworfen und sich dann entsprechend umbenannt hat.

»Plutarch meinte, wir könnten dir vertrauen«, fügt Cressida hinzu.

Großartig, sie gehört zu Plutarchs Leuten. Das bedeutet, dass sie uns entweder gleich dem Kapitol ausliefert oder aber Plutarch, und damit auch Coin, über unseren Aufenthaltsort informiert. Nein, Tigris’ Laden ist bestimmt nicht ideal. Aber im Augenblick haben wir nichts anderes. Vorausgesetzt, sie hilft uns. Ihr Blick pendelt zwischen einem alten Fernseher auf dem Tresen und uns hin und her, als wollte sie uns einordnen. Damit sie es leichter hat, ziehe ich den Schal herunter, nehme die Perücke ab und trete näher, sodass das Bildschirmlicht auf mein Gesicht fällt.

Tigris knurrt leise, in etwa so, wie Butterblume mich begrüßen würde. Sie gleitet von ihrem Stuhl und verschwindet hinter einem Regal mit pelzgefütterten Leggings. Wir hören ein schleifendes Geräusch, dann taucht ihre Hand auf und winkt uns heran. Cressida sieht mich an, als wollte sie fragen: Meinst du wirklich? Aber was bleibt uns anderes übrig? Unter diesen Umständen zurück auf die Straße zu gehen, würde mit Sicherheit Gefangennahme oder Tod bedeuten. Ich schiebe die Pelze beiseite. Tigris hat ein Brett am Fuß der Wand entfernt. Dahinter kommt eine steile Steintreppe zum Vorschein. Sie bedeutet mir hinabzusteigen.

Alles an dieser Situation schreit: Falle! Panik steigt in mir hoch, ich schaue Tigris in die gelbbraunen Augen. Warum tut sie das? Sie ist kein Cinna, kein Mensch, der bereit ist, sich für andere zu opfern. Diese Frau hat all die Seichtigkeit des Kapitals verkörpert. Sie war einer der Stars der Hungerspiele, bis … bis sie es nicht mehr war. Ist es das? Verbitterung? Hass? Rachsucht? Irgendwie beruhigt mich die Vorstellung. Der Wunsch nach Rache kann lang und heiß brennen. Besonders, wenn jeder Blick in den Spiegel ihn neu nährt.

»Hat Snow dich von den Spielen verbannt?«, frage ich. Sie starrt nur zurück. Irgendwo zuckt ihr Tigerschwanz missmutig. »Ich werde ihn nämlich töten, musst du wissen.« Ihr Mund verzieht sich zu etwas, das ich als Lächeln deute. Beruhigt, dass das hier jetzt nicht der völlige Wahnsinn ist, krieche ich in das Loch.

Auf halber Höhe der Treppe stoße ich mit dem Gesicht gegen eine herunterhängende Kette. Als ich daran ziehe, wird das Versteck von einer flackernden Leuchtstofflampe erhellt. Es ist ein kleiner Keller ohne Türen oder Fenster. Niedrig und lang gestreckt. Vermutlich nur ein Streifen zwischen zwei richtigen Kellerräumen. Leuten, die kein gutes Auge für Abmessungen haben, könnte er glatt verborgen bleiben. Der Raum ist kalt und feucht und die Pelzstapel darin haben wahrscheinlich seit Jahren kein Tageslicht gesehen. Solange Tigris uns nicht verrät, wird uns hier bestimmt niemand finden. Als der letzte meiner Gefährten auf der Treppe ist, wird das Brett zurückgeschoben. Ich höre, wie der Unterwäscheständer auf quietschenden Rollen an seinen Platz gerückt wird und Tigris sich wieder auf ihren Stuhl setzt. Ihr Laden hat uns verschluckt.

Das wurde auch höchste Zeit, denn Gale sieht aus, als würde er gleich zusammenklappen. Aus Pelzen machen wir ihm ein Bett, nehmen ihm Waffen und Panzer ab und helfen ihm, sich auf den Rücken zu legen. Am Ende des Kellerraums befindet sich ein Wasserhahn mit Abfluss. Ich drehe am Hahn und nach langem Spucken und jeder Menge Rost kommt klares Wasser herausgeflossen. Während wir Gales Halsverletzung säubern, wird mir klar, dass es mit Verbinden nicht getan sein wird. Die Wunde muss genäht werden. In den Erste-Hilfe-Sets finden sich eine sterile Nadel und Faden, aber was uns fehlt, ist ein Heiler. Ich überlege, Tigris damit zu beauftragen. Als Stylistin müsste sie wissen, wie man mit einer Nadel umgeht. Aber dann wäre niemand im Laden und wir haben sie sowieso schon genug beansprucht. Vermutlich bin ich diejenige, die am besten für den Job qualifiziert ist. Also beiße ich die Zähne zusammen und mache ein paar gezackte Nähte. Nicht hübsch, aber sie erfüllen ihren Zweck. Anschließend schmiere ich Salbe drauf, verbinde das Ganze und gebe ihm Schmerzmittel. »Jetzt ruh dich aus. Hier sind wir sicher«, sage ich. Gale ist sofort weg.

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Сюжет
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Главный герой
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