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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Was habe ich getan? In welcher Lage habe ich die anderen zurückgelassen? Ich will wieder nach unten klettern, doch da trete ich mit dem Stiefel auf eine Hand.

»Hochklettern!«, brüllt Gale. Im Nu bin ich wieder oben und hieve ihn hoch. Ich starre in die Finsternis, ob noch mehr kommen. »Nein.« Gale zieht mein Gesicht zu sich und schüttelt den Kopf. Seine Uniform ist zerfetzt. Seitlich am Hals hat er eine klaffende Wunde.

Von unten hört man einen Menschen schreien. »Da lebt noch jemand«, flehe ich.

»Nein, Katniss. Von denen kommt keiner mehr nach«, sagt Gale. »Nur die Mutationen.«

Ich weigere mich, das zu akzeptieren, und leuchte mit dem Licht an Cressidas Gewehr in den Schacht. Ganz unten erkenne ich Finnick, der sich verzweifelt gegen drei Mutationen wehrt, die an ihm zerren. Als eine seinen Kopf nach hinten reißt, um den tödlichen Biss zu setzen, geschieht etwas Seltsames. Es ist, als wäre ich Finnick und ließe Bilder aus seinem Leben an mir vorüberziehen. Der Mast eines Boots, ein silberner Fallschirm, die lachende Mags, ein rosa Himmel, Beetees Dreizack, Annie im Hochzeitskleid, Wellen, die sich an den Felsen brechen. Dann ist es vorbei.

Ich löse das Holo von meinem Gürtel und sage mit letzter Kraft »Nachtriegel, Nachtriegel, Nachtriegel«. Lasse es in den Schacht fallen. Ducke mich mit den anderen gegen die Wand, während die Explosion die Plattform erschüttert und Fleischfetzen von Mutationen und Menschen durch das Rohr geschossen kommen und auf uns herabregnen.

Pollux lässt den Deckel auf das Rohr krachen und verschließt ihn. Pollux, Gale, Cressida, Peeta und ich. Mehr sind nicht übrig. Die menschlichen Regungen werden später kommen. Jetzt verspüre ich nur das animalische Bedürfnis, die verbleibenden Mitglieder unserer Schar zu retten. »Hier können wir nicht bleiben.«

Jemand reicht einen Verband. Wir wickeln ihn um Gales Hals. Helfen ihm auf. Nur einer kauert noch immer an der Wand. »Peeta«, sage ich. Keine Antwort. Ist er nicht bei Sinnen? Ich hocke mich vor ihn und ziehe seine gefesselten Hände vom Gesicht weg. »Peeta?« Seine Augen sind wie schwarze Teiche, die Pupillen so geweitet, dass die blaue Iris beinahe nicht mehr zu sehen ist. Die Muskeln seiner Handgelenke sind steinhart.

»Lass mich«, flüstert er. »Ich kann nicht mehr.«

»Doch. Du kannst!«, sage ich.

Peeta schüttelt den Kopf. »Ich drehe durch. Ich werde wahnsinnig. Wie sie.«

Wie die Mutationen. Wie eine tollwütige Bestie, die mir um jeden Preis die Kehle herausreißen will. Und hier, an diesem Ort, unter diesen Umständen, werde ich ihn nun wirklich töten müssen. Und Snow wird gewinnen. Heißer, bitterer Hass durchströmt mich. Snow hat heute schon zu oft gewonnen.

Es ist ein großes Risiko, vielleicht ist es Selbstmord, trotzdem tue ich das Einzige, was mir einfallt. Ich beuge mich vor und küsse Peeta auf den Mund. Sein ganzer Körper erbebt, aber ich presse meine Lippen auf seine, bis ich wieder Luft holen muss.

Umfasse seine Hände. »Du darfst nicht zulassen, dass er dich mir wegnimmt.«

Peeta keucht schwer, während er gegen die Albträume in seinem Kopf ankämpft. »Nein, ich möchte nicht …«

Ich umklammere seine Hände so fest, dass es wehtut. »Bleib bei mir.«

Seine Pupillen verengen sich zu kleinen Punkten, weiten sich schnell wieder und nehmen dann so etwas wie Normalgröße an. »Immer«, flüstert er.

Ich helfe Peeta hoch und wende mich an Pollux. »Wie weit ist es bis zur Straße?« Er deutet an, dass sie gleich über uns ist. Ich klettere die letzte Leiter hoch, stoße den Deckel auf und blicke in den Haushaltsraum eines Hauses. Während ich mich aufrichte, öffnet eine Frau die Tür. Sie trägt einen leuchtend türkisfarbenen Morgenrock aus Seide, der mit exotischen Vögeln bestickt ist. Ihr magentafarbenes Haar ist aufgeplustert wie eine Wolke und mit vergoldeten Schmetterlingen verziert. Ihr Lippenstift ist verschmiert von dem Fett der halb gegessenen Wurst, die sie in der Hand hält. Ich sehe ihr an, dass sie mich wiedererkennt. Sie öffnet den Mund, um nach Hilfe zu rufen.

Ohne Zögern schieße ich ihr ins Herz.

23

Wen die Frau rufen wollte, bleibt ein Geheimnis, denn als wir das Apartment durchsuchen, stellen wir fest, dass sie allein war. Vielleicht wollte sie einen Nachbarn alarmieren, vielleicht hat sie nur aus Angst geschrien. Jedenfalls ist niemand hier, der sie hätte hören können.

Dieses Apartment wäre das perfekte Versteck für uns, aber diesen Luxus können wir uns nicht leisten. »Was meint ihr, wie lange es dauert, bis sie darauf kommen, dass ein paar von uns überlebt haben?«, frage ich.

»Sie können jeden Moment hier sein«, antwortet Gale. »Sie wussten, dass wir auf dem Weg nach oben waren. Wahrscheinlich wird die Explosion sie kurz aus dem Konzept bringen, aber dann werden sie sofort versuchen herauszufinden, wo wir durchgeschlüpft sind.«

Ich spähe durch die Jalousien eines Fensters, das auf die Straße hinausgeht, und kann zwar keine Friedenswächter entdecken, dafür aber eine Menge Leute, die ihren Geschäften nachgehen. Auf unserer Reise durch den Untergrund haben wir die evakuierten Gebiete weit hinter uns gelassen und sind in einem belebten Teil des Kapitols wieder aufgetaucht. Die Menschenmenge ist unsere einzige Chance zu entkommen. Ich habe zwar kein Holo mehr, dafür habe ich Cressida. Sie tritt zu mir ans Fenster und bestätigt, dass sie weiß, wo wir sind, nicht sehr weit vom Präsidentenpalast entfernt. Das höre ich gern.

Ein kurzer Blick auf meine Gefährten sagt mir allerdings, dass ein Überraschungsangriff auf Snow zurzeit nicht infrage kommt. Gale verliert nach wie vor Blut aus der Wunde an seinem Hals, die wir nicht einmal säubern konnten. Peeta sitzt auf einem mit Samt bezogenen Sofa und hat die Zähne in ein Kissen geschlagen, entweder um den Wahnsinn abzuwehren oder um einen Schrei zurückzuhalten. Pollux lehnt mit dem Rücken zu uns an einem Deko-Kamin und weint. Cressida steht entschlossen neben mir, aber sie ist leichenblass, selbst aus ihren Lippen ist das Blut gewichen. Mich treibt nur der Hass an. Sollte der abebben, bin ich zu nichts mehr zu gebrauchen.

»Lasst uns die Schränke durchsuchen«, sage ich.

In einem der Schlafzimmer finden wir Hunderte Frauenkleider, Mäntel, Schuhe und Perücken in allen Farben sowie genug Make-up, um ein Haus damit anzumalen. In dem Schlafzimmer auf der anderen Seite des Flurs gibt es die gleiche Ausstattung für Herren. Vielleicht gehört sie ihrem Ehemann, vielleicht einem Liebhaber, der das Glück hat, heute Morgen aushäusig zu sein.

Ich rufe die anderen herbei, damit sie sich verkleiden. Beim Anblick von Peetas blutigen Handgelenken krame ich in den Taschen nach dem Schlüssel für die Handschellen, aber er wendet sich schnell ab.

»Nein«, sagt er. »Tu das nicht. Die sorgen dafür, dass ich nicht völlig durchdrehe.«

»Vielleicht wirst du deine Hände brauchen«, wirft Gale ein.

»Wenn ich merke, dass ich abdrifte, grabe ich meine Hände in das Metall. Der Schmerz hilft mir, mich zu konzentrieren«, sagt Peeta. Ich lasse die Handschellen, wo sie sind.

Zum Glück ist es draußen kalt, sodass wir unsere Uniformen und Waffen großenteils unter wallenden Mänteln und Capes verbergen können. Die Stiefel hängen wir uns an den Senkeln um den Hals, tarnen sie und ziehen stattdessen affige Schühchen an. Die größte Herausforderung sind natürlich die Gesichter. Cressida und Pollux könnten Bekannten in die Arme laufen, Gale könnte man aus Propos und Nachrichten wiedererkennen, und Peeta und mich kennt in Panem sowieso jeder. Hastig helfen wir einander, eine dicke Schicht Make-up aufzutragen, und setzen Perücken und Sonnenbrillen auf. Cressida wickelt Peeta und mir noch Schals über Mund und Nase.

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