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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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»Ich denke, ihm bleibt keine andere Wahl, zumindest für die Kameras«, antwortet Gale.

»Dann mache ich mich morgen früh auf den Weg«, sage ich.

»Ich komme mit«, sagt Gale. »Was machen wir mit den anderen?«

»Pollux und Cressida könnten nützlich sein. Sie sind gute Führer«, sage ich. Doch Pollux und Cressida sind nicht das eigentliche Problem. »Aber Peeta ist zu …«

»… unberechenbar«, beendet Gale den Satz. »Glaubst du, er würde immer noch zustimmen, dass wir ihn zurücklassen?«

»Zur Begründung könnten wir sagen, dass er uns gefährdet«, sage ich. »Wenn wir überzeugend wirken, bleibt er vielleicht hier.«

Peeta reagiert einigermaßen vernünftig auf unseren Vorschlag. Stimmt uns zu, dass seine Anwesenheit uns gefährden könnte. Wenn’s nach mir ginge, kann er den Krieg einfach hier in Tigris’ Keller aussitzen, überlege ich. Doch da verkündet er plötzlich, dass er auf eigene Faust rausgehen will.

»Wozu?«, fragt Cressida.

»Das weiß ich noch nicht genau. Ich könnte vielleicht ein Ablenkungsmanöver veranstalten. Ihr habt doch gesehen, was mit dem Mann passiert ist, der so aussah wie ich«, sagt er.

»Und was, wenn du … die Beherrschung verlierst?«, frage ich.

»Wenn ich zur Mutation werde, meinst du? Tja, wenn ich das merke, werde ich versuchen, hierher zurückzukommen«, versichert er.

»Und wenn Snow dich wieder schnappt?«, fragt Gale. »Du hast nicht mal ein Gewehr.«

»Ich muss einfach auf mein Glück vertrauen«, sagt Peeta. »So wie ihr.« Die beiden wechseln einen langen Blick, dann fasst Gale in seine Brusttasche. Er drückt Peeta seine Nachtriegel-Pille in die Hand. Peeta lässt sie in der offenen Hand liegen, unschlüssig, ob er sie annehmen oder ablehnen soll. »Und was ist mit dir?«

»Keine Sorge«, sagt Gale. »Beetee hat mir gezeigt, wie ich meine Sprengpfeile per Hand zum Explodieren bringe. Falls das nicht klappt, habe ich noch mein Messer. Und Katniss.« Er lächelt. »Sie wird ihnen nicht die Genugtuung gönnen, mich lebend zu schnappen.«

Bei dem Gedanken, wie die Friedenswächter Gale mit sich schleppen, höre ich wieder das Lied …

Kommst du, kommst du,

Kommst du zu dem Baum …

»Nimm sie, Peeta«, sage ich gepresst. Ich strecke die Hand aus und schließe seine Finger über der Pille. »Es wird keiner da sein, der dir hilft.«

Die Nacht verläuft unruhig, einer weckt den anderen mit seinen Albträumen, in den Köpfen schwirren die morgigen Pläne herum. Ich bin erleichtert, als es fünf Uhr wird und wir endlich den Tag angehen können, was immer er für uns bereithält. Zum Frühstück brauchen wir die restlichen Essensvorräte - Dosenpfirsiche, Cracker und Schnecken - auf und lassen nur eine Dose mit Lachs für Tigris übrig, ein dürftiges Dankeschön für alles, was sie getan hat. Die Geste scheint sie zu berühren. Ihr Gesicht nimmt einen eigenartigen Ausdruck an und sie wird auf einmal ganz geschäftig. Eine Stunde braucht sie, um uns alle fünf auszustaffieren. Sie kleidet uns so ein, dass unsere Uniformen gänzlich von gewöhnlichen Kleidungsstücken verdeckt werden, noch bevor wir Mäntel und Umhänge übergezogen haben. Sie bedeckt unsere Soldatenstiefel mit einer Art Fellslipper. Befestigt die Perücken mit Nadeln. Wischt die grellen Farbreste ab, die wir uns vor ein paar Tagen hastig ins Gesicht geschmiert haben, und schminkt uns neu. Drapiert unsere Mäntel so, dass die Waffen verborgen sind. Dann gibt sie uns Handtaschen und irgendwelchen Tand, den wir bei uns tragen sollen. Schließlich sehen wir genauso aus wie die Flüchtlinge auf den Straßen.

»Man soll nie die Macht eines erstklassigen Stylisten unterschätzen«, sagt Peeta. Ich glaube, unter ihren Streifen errötet Tigris sogar ein bisschen.

Das Fernsehen bringt keine hilfreichen Neuigkeiten, doch die Straße ist noch immer voller Flüchtlinge, so wie gestern Morgen. Unser Plan sieht vor, dass wir uns in drei Gruppen in den Menschenstrom einreihen. Erst Cressida und Pollux, die vorangehen und uns führen. Danach wollen Gale und ich versuchen, uns unter die Flüchtlinge zu mischen, die heute im Präsidentenpalast untergebracht werden sollen. Zuletzt Peeta, der uns folgen wird, jederzeit bereit, bei Bedarf einen Tumult zu verursachen.

Tigris späht durch den Rollladen und wartet auf den richtigen Moment, dann entriegelt sie die Tür und nickt Cressida und Pollux zu. »Pass auf dich auf«, sagt Cressida, dann sind sie fort.

Wir sollen eine Minute später folgen. Ich ziehe den Schlüssel hervor, schließe die Handschellen auf und stecke sie in die Tasche. Peeta reibt sich die Handgelenke. Dehnt sie. Ein Gefühl der Verzweiflung steigt in mir auf. Es ist wie damals beim Jubel-Jubiläum, als Beetee Johanna und mir die Drahtrolle reichte.

»Hör zu«, sage ich. »Keine Dummheiten, ja?«

»Nein. Nur wenn sich’s nicht vermeiden lässt. Absolut«, sagt er.

Ich schlinge die Arme um seinen Hals, merke, wie er zögert und mich dann doch in die Arme schließt. Nicht so fest wie früher, aber immer noch warm und stark. Tausend Momente durchströmen mich. All die Male, als diese Arme meine letzte Zuflucht auf der Welt waren. Damals habe ich diese Momente vielleicht nicht richtig zu schätzen gewusst, aber in meiner Erinnerung sind sie so süß - und jetzt für immer vergangen. »Also dann.« Ich lasse ihn los.

»Es wird Zeit«, sagt Tigris. Ich küsse sie auf die Wange, zurre mein rotes Kapuzencape fest, ziehe den Schal über die Nase und folge Gale hinaus in die kalte Luft.

Eisige Schneeflocken stechen in meine ungeschützte Haut. Die aufgehende Sonne versucht die Finsternis zu durchdringen, aber ohne großen Erfolg. Das Licht reicht gerade aus, um die eingemummelten Gestalten in unmittelbarer Nähe zu erkennen, viel mehr nicht. Wirklich optimale Bedingungen, nur dass ich Cressida und Pollux leider auch nicht ausmachen kann. Gale und ich lassen die Köpfe sinken und schlurfen mit den Flüchtlingen davon. Was ich gestern durch Rollläden und Fenster nicht hören konnte, bekomme ich nun mit. Weinen, Klagen, schwerfälliges Atmen. Und, nicht allzu weit entfernt, Schüsse.

»Wohin gehen wir, Onkel?«, fragt ein schlotternder Junge einen Mann, der unter der Last eines kleinen Safes ächzt.

»Zum Präsidentenpalast. Dort wird man uns eine neue Wohnung zuweisen«, schnauft der Mann.

Wir biegen in eine der Hauptstraßen ein. »Rechts gehen!«, befiehlt eine Stimme. Überall in der Menge sind Friedenswächter zu sehen, die den Menschenstrom regeln. Verängstigte Gesichter starren durch die Schaufensterscheiben der Geschäfte, in denen sich schon die Flüchtlinge drängen. Wenn das so weitergeht, wird Tigris spätestens um die Mittagszeit neue Gäste bekommen. Gut für alle Beteiligten, dass wir uns zum Aufbruch entschlossen haben.

Es ist jetzt heller, trotz des andauernden Schneefalls. Dreißig Meter vor uns entdecke ich Cressida und Pollux, die mit der Menge trotten. Ich recke den Hals auf der Suche nach Peeta, sehe ihn aber nicht. Dafür errege ich die Aufmerksamkeit eines misstrauisch dreinschauenden kleinen Mädchens in einem zitronengelben Mantel. Ich stupse Gale an und verringere meine Geschwindigkeit unmerklich, sodass sich zwischen uns eine Mauer aus Menschen bildet.

»Vielleicht müssen wir uns trennen«, flüstere ich ihm zu. »Das kleine Mädchen da …«

Plötzlich peitschen Schüsse in die Menge, in unmittelbarer Nähe sinken die Leute zu Boden, man hört Schreie. Eine zweite Salve mäht noch mehr Menschen hinter uns nieder. Gale und ich lassen uns zu Boden fallen und kriechen die zehn Meter zu einem Schuhgeschäft hinüber, wo wir hinter einem Verkaufstisch mit Pumps Deckung suchen.

Gale kann nichts sehen, weil eine Reihe mit Federn dekorierter Schuhe ihm die Sicht versperrt. »Von wo kommt das? Kannst du was sehen?«, fragt er. Durch eine Reihe abwechselnd lavendel-und minzefarbener Stiefel hindurch sehe ich nur die mit Leichen übersäte Straße. Das kleine Mädchen, das mich eben noch angestarrt hat, kniet kreischend neben einer reglos daliegenden Frau und versucht, sie wach zu rütteln. Die dritte Salve erwischt das Mädchen auf Brusthöhe und färbt seinen gelben Mantel rot. Es kippt nach hinten weg. Ich starre auf die kleine zusammengesunkene Gestalt und bin einen Moment lang unfähig, etwas zu sagen. Gale stößt mich mit dem Ellbogen an. »Katniss?«

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