Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern
- Автор: Кнаак Ричард А.
- Серия: Das Heldenlied der Drachenlanze #1
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Переводчик: Imke Brodersen
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:
Huma ließ den Sattel fallen, als er erkannte, was da vorging. »Magus, nicht!«
Es war zu spät. Der Zauberer vollendete seinen Spruch – und nichts geschah, außer daß die Drachenlanzen noch etwas heller zu strahlen schienen. Magus sah seine Hände an, als wären die irgendwie für sein Versagen verantwortlich.
Kaz stieß ein meckerndes Gelächter aus.
»Mach das nie wieder!« Huma brüllte richtig. »Du hast Glück gehabt; die Drachenlanzen sind gegen deine Magie gefeit. Wer weiß, was passiert wäre, wenn du einen mächtigeren Spruch probiert hättest.«
Kurz danach schnallte er dem Drachen den Sattel auf. Er paßte – gerade so eben. Die Schnitte, die Huma in die Seiten des Sattels gesetzt hatte, machten ihn flacher. Die Seile waren fest gespannt, schnürten den Drachen aber nicht unbequem sein. Als er fertig war, suchte der Ritter die Originallanze zwischen den anderen heraus und befestigte sie mit Kaz’ Hilfe lose an der linken Seite des Sattelknaufs.
Sie entschieden sich dafür, daß Magus den Wagen lenken sollte, während Kaz ihn auf dem dritten Pferd eskortierte. Huma und der Drache würden über ihnen als Kundschafter und Beschützer dienen.
Huma verharrte einen Moment lang, bevor er auf den Drachen kletterte, und starrte zum Gipfel hoch. »Und Gwyneth? Was ist mit ihr?«
Die silberne Drachin wandte ihm den Kopf zu und sah ihn neugierig an. »Ist sie dir wichtig?«
Obwohl er sich seiner Gefühle nicht sicher war, nickte Huma. »Auch wenn es nur kurz war, kommt es mir so vor, als hätte ich noch nie jemanden so gut gekannt. Kommt sie nicht mit?«
Die Drachendame setzte zum Sprechen an, hielt inne und änderte dann offensichtlich ihre Meinung über das, was sie hatte sagen wollen. »Sie hat noch etwas zu erledigen. Wahrscheinlich wirst du sie wiedersehen, wenn du es am wenigsten erwartest.«
Das war nicht gerade das, was Huma hatte hören wollen, aber die Ritterschaft brauchte diese Lanzen. Sie hatten keine Zeit mehr zu verlieren.
»Vielleicht treffen wir unterwegs noch andere Drachen«, bemerkte der Drache. »Dann können wir alles im Flug transportieren und viel Zeit sparen.«
Huma setzte sich zurecht. Er überprüfte die Drachenlanze. Sie lag gut in seiner Hand. »Laßt uns aufbrechen.«
Eine einsame Gestalt auf einem Streitroß erwartete sie, als sie die Bergkette hinter sich ließen. Von weitem war unmöglich zu erkennen, ob es Freund oder Feind war, so daß Huma auf dem Rücken des Silberdrachen und hoch über seinen Gefährten und dicht über den Bäumen vorauseilte, um zu kundschaften. Auf halbem Weg sah er die Gestalt eine Hand heben und hörte sie etwas rufen. Kurz darauf dämmerte es Huma.
Buoron sah staunend, wie der Drache vor ihm aufsetzte. Er sah den Ritter mit der angelegten, strahlenden Lanze auf dem Rücken des riesigen Geschöpfs thronen.
»Huma?«
»Buoron.« Huma stieg nicht ab. »Warum bist du noch da? Ist im Fort etwas passiert?«
Der bärtige Ritter schüttelte den Kopf. »Nein… ich fand nur, daß für alle Fälle jemand hier warten sollte.«
Die Treue des anderen Ritters rührte Huma. »Ich weiß deine Standhaftigkeit zu schätzen, mein Freund. Wir sind auf dem Rückweg nach Solamnia. Ich fürchte, wir haben zwar keine Zeit, um im Fort haltzumachen, aber wir können wohl nicht anders, denn wir brauchen Proviant.«
»Das ist nicht nötig.« Buoron zeigte auf mehrere große, schwere Säcke an seinem Sattel. »Bei vier Leuten reicht das für eine Woche. Die Pferde können grasen; es gibt reichlich Weideland. Wasser ist auch kein Problem. Ich kann euch jede Menge Flüsse zeigen.«
Huma kniff die Augen zusammen. »Du klingst, als wolltest du uns begleiten. Die Idee gefällt mir, aber das können wir nicht von dir verlangen.«
Buoron lächelte. »Ich habe von Taggin die Erlaubnis, mit euch nach Solamnia zurückzukehren. Er findet, daß wir einen Bericht über die Pläne des Hauptquartiers brauchen, und möchte erfahren, ob wir für Großmeister Trake etwas tun können.«
»Trake ist tot. Jetzt ist Oswal Großmeister.«
»Wann ist das passiert?«
Huma machte den Mund auf, überlegte dann aber noch einmal. Er war selbst noch immer nicht davon überzeugt, daß das alles Wirklichkeit war. »Erklärungen später. Wenn du dich uns anschließen willst, werden meine Gefährten wohl kaum etwas dagegen haben.«
Der andere Ritter verzog das Gesicht. »Der Minotaurus – und der Zauberer?«
»Sie helfen beide mit.«
In diesem Moment kamen Kaz und Magus an. Huma informierte sie darüber, daß der andere Ritter sich ihnen schließen würde. Der Minotaurus begrüßte ihn als ebenbürtigen Krieger, während Magus ihn als überflüssiges Anhängsel zu betrachten schien.
An diesem Tag kamen sie nicht mehr weit. Auch wenn die Streitrösser als Zugtiere hervorragend durchhielten, wurden sie doch bald müde. Irgendwann landeten Huma und der Silberdrache, und die Gruppe schlug ihr Lager auf.
Als sie sich eingerichtet hatten, hob Huma erschreckt den Kopf. In der Ferne hatte er etwas gehört. Er hielt Buoron fest und fragte: »Sag mal, gibt es hier in der Gegend Wölfe?«
Buoron zuckte mit den Schultern. »Reichlich. Außer uns gibt es hier nur Wildnis – soweit wir wissen. Ich schätze mal, daß die Elfen da anderer Meinung wären. Warum?«
Huma schüttelte müde den Kopf. »Ach nichts. Nur die Nerven.«
Mit Kaz und Buoron zu beiden Seiten des Wagens brach die Gruppe am nächsten Tag wieder auf. Der Silberdrache schwang sich hoch in die Luft. Im Moment sollte jedoch Buoron die Führung übernehmen, da er mit dem Gelände besser vertraut war.
Sie erreichten die Wälder, und Huma wurde nervös. Von oben war es oft unmöglich, zu sehen, was sich unter den Baumwipfeln verbarg. Und wegen der Lanzen mußten seine Gefährten da unten auch noch den wenigen Wegen folgen, die durch die Wälder führten.
Huma war so darum besorgt, mit seinen Freunden Sichtkontakt zu halten, daß er seine eigene Sicherheit vernachlässigte. Auch der Silberdrache bemerkte den Angriff von oben erst im letzten Moment.
Huma hielt sich am Sattel fest, als ellenlange Krallen ihn um ein Haar vom Rücken seines großen Gefährten gerissen hätten.
Ein schriller Schrei gellte wie eine tödliche Drohung durch die Luft. Ein großer, roter Drache nahm Huma vorübergehend die Sicht, bevor sein silberner noch tiefer über die Baumkronen abtauchte. Es waren zwei Drachen, beide karmesinrot.
Seine silberne Gefährtin zögerte nicht, als Huma seine Befehle rief. Sie wendete und stieg so schnell wie möglich zu ihren Angreifern auf. Huma hatte die Drachenlanze angelegt.
Beide Tiere trugen Reiter, und der Ritter registrierte kurz, daß sie das Ebenholz der Schwarzen Garde trugen. Dann stürzten sich die beiden roten Drachen auf sie.
Huma klopfte dem Silberdrachen auf die linke Schulter, und dieser warf sich sofort herum, um den vorderen der beiden roten Drachen anzugreifen.
Die Lanze bohrte sich so schnell und so plötzlich in das furchtbare Untier, daß der Silberdrache fast mit ihm zur Erde gerissen worden wäre, weil er nicht schnell genug zurückweichen konnte. Der Reiter des toten Drachen konnte gerade noch einen Schlag gegen Huma ausführen, dann klammerte er sich verzweifelt an seinem toten Tier fest, als die Lanze herausgezogen wurde und Mensch und Drache in den Wald stürzten.
Der zweite Drache, der den kurzen Kampf von oben gesehen hatte, stieß herunter und versuchte, Reiter und Lanze vom Rücken des Silberdrachen zu reißen. Dieser jedoch erhöhte zur Sicherheit seine Geschwindigkeit. Anstatt auf seinem Opfer zu landen, flatterte der rote Drache verwirrt wenige Längen vor seinen Gegnern in der Luft.
Der Reiter des Roten brüllte etwas. Der feindliche Drache versuchte, tiefer zu kommen, doch er zögerte einen Moment zu lange. Leider erwischte die Lanze nur die Außenhaut. Der Silberdrache jedoch zerfetzte im Vorbeiflug die linke Schwinge seines bösen Gegners.
Der Reiter des roten Drachen drehte sich um und attackierte den Silberdrachen mit einem Breitschwert. Ein gutgezielter Schlag traf ihn über die Schnauze. Das Schwert schlug eine tiefe Wunde. Die Schwarzen Garden waren weniger hilflos, als Huma und sein Drache gedacht hatten.