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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Die schwere Axt traf den Stumpf genau an der Stelle, wo eben noch sein Hals gewesen war.

Huma taumelte vorwärts, wobei er sein Schwert festhielt und versuchte, sich von dem Seil loszumachen. Zu seiner Überraschung gab es keinen zweiten Angriff. Statt dessen krümmte sich sein Gegner vor Lachen.

»Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst, Ritter von Solamnia! Es wird dir nicht helfen.«

Huma streifte das Seil ab und umfaßte sein Schwert fester. Er blickte auf, um seinen Gegner anzusehen – und schüttelte ungläubig den Kopf, weil er seinen Augen nicht traute. Das mußte ein Trick sein!

Kriegsherr Crynus zog in aller Ruhe seine Streitaxt aus dem Baumstumpf. Seine schmucklose schwarze Rüstung war an vielen Stellen verbeult, aber der Kriegsherr selbst schien völlig unversehrt zu sein. Sein Gesicht blieb hinter dem Visier verborgen, doch seine Augen funkelten eisblau.

Die geheimnisvolle, große Gestalt hätte tot sein müssen.

Crynus kam einen Schritt näher. Seine tiefe Stimme zischte: »Ich freue mich, daß du überlebt hast, Huma vom Orden der Krone. Bei unserer ersten Begegnung im Himmel über dem Niemandsland hast du Glück gehabt. Normalerweise hätte ich dir den Kopf vom Körper getrennt. Dein zufälliger Sieg hätte nie passieren dürfen, aber ich habe ihn nicht vergessen.«

Einer der schweren Stiefel des Kriegsherrn landete auf einem umgestürzten Baumstamm und brach ihn durch. »Ich bin der größte Kommandant Ihrer Dunklen Majestät. Ohne mich hätte sie den Krieg schon längst verloren.«

»Da habe ich anderes gehört«, wagte Huma einzuwenden. »Manche halten Galan Drakos für den Größten.«

Crynus schwang probehalber seine Doppelaxt. »Er ist ganz nützlich, aber ich traue ihm nicht über den Weg.« Der Kriegsherr machte eine Pause, um dann in anderem Ton fortzufahren. »Dein Treffer in unserer ersten, kurzen Begegnung war reine Glückssache. Wie ich schon sagte, das hätte nie passieren dürfen.«

»Warum nicht?«

»Sieh selbst, wenn du genug Glück hast.« Der Kriegsherr griff an.

Vor dem ersten Schlag duckte sich der Ritter, so daß die Axt in einen weiteren Baum fuhr. Mit unglaublicher Kraft verwandelte der Kriegsherr das Herausziehen in einen zweiten Angriff und trieb den Ritter zurück, indem die Axt plötzlich über seinen Kopf hinweg zischte.

Diesmal fand Huma eine Blöße in der Deckung, doch sein Ziel war schon wieder verschwunden, und die Waffe glitt am Brustharnisch des Kommandanten ab. Crynus lachte und nahm seine Angriffe wieder auf. Huma wich immer weiter zurück, um den niederprasselnden Schlägen zu entkommen.

Wieder verfehlte die Axt Huma nur um Haaresbreite. Diesmal aber hatte sich der Kriegsherr verschätzt, und der Schaft der Axt schlug kräftig gegen einen Baum, wodurch sie Crynus fast aus der Hand gerissen wurde. In einem gewagten Angriff sprang Huma vor. Dieses Mal war sein Schlag genau gezielt. Sein Schwert fuhr hoch und erwischte den ungeschützten Teil von Crynus’ Hals. Humas Klinge blieb erst stecken, als sie den Rand seines Helmes erreichte.

Die dunkel gekleidete Gestalt taumelte zurück, um dem Gegner das Schwert zu entreißen. Der Kriegsherr stolperte, ließ seine Axt los und fiel zu Boden. Auf Händen und Knien stieß er ein Todesröcheln aus.

Dann wandelte sich das entsetzliche Röcheln des Kriegsherrn zu etwas Bekannterem – Beängstigendem. Unter Humas gebanntem Blick kam Crynus langsam wieder auf die Beine, drehte sich um und lächelte.

Die tödliche Wunde am Hals des Kriegsherrn war nur noch eine Narbe. Er wirkte – stolz.

»Ich kann nicht sterben, Ritter von Solamnia. Ich heile auf der Stelle. Ich bin, wie gesagt, der beste Kommandant meiner Herrin. Mein Tod wäre ein fürchterlicher Schlag für sie. Darum habe ich von Galan Drakos diesen Schutz verlangt. Sein erster Versuch war nur ein Teilerfolg – zu meinem fast ewigen Bedauern. So kam es zu unserem kurzen Scharmützel. Meine Männer hätten dich erledigt, aber ich wollte dich für mich, darum wagten sie nicht, sich meinem Wunsch zu widersetzen. Ich wollte dich wegen dem, was dir fast gelungen wäre.«

Die Streitaxt fuhr wieder auf Huma herab. Der Ritter suchte jetzt sein Heil nur noch in der Verteidigung, denn wie tötet man einen Gegner, der sofort wieder heilt? Und Crynus war außergewöhnlich zäh und stark.

Der Kriegsherr lachte über Humas Versuche, ihn abzuwehren und sein Leben zu retten. Crynus zeigte sich offen unvorsichtig, schlug wahllos zu und provozierte den Ritter mit seiner Unsterblichkeit.

»Ich hatte einen besseren Kampf von dir erwartet, kleiner Ritter. Du enttäuschst mich.«

Huma stand mit dem Rücken zu einem Baum. Crynus schrie laut, als er seine Axt schwang. Die tödliche Klinge traf nur knapp daneben, als der Ritter sich auf den Kriegsherrn stürzte. Hinter ihm schlug die Axt ein tiefes Loch in den Baum. Die beiden fielen übereinander und begannen zu ringen. Huma war klar, daß er Crynus an Kraft nicht gewachsen war. Crynus stieß den Ritter weg und versuchte, ihn zu erdrosseln, doch Huma trat mit dem Knie zu und brachte seinen Feind aus dem Gleichgewicht. Beide kamen wieder auf die Beine. Huma hatte noch sein Schwert. Der Kriegsherr war ohne Waffe.

»Worauf wartest du?« prahlte der Kommandant. »Durchbohr mich doch. Ich kann dich immer noch mit den bloßen Händen umbringen.«

Huma versuchte, Zeit zu schinden, während er verzweifelt über einen Ausweg nachdachte. »Wie kann deine Armee ohne dich funktionieren? Hast du keine Angst, daß sie alles verpatzen?«

Crynus lachte kurz auf. »Drakos ist ein brauchbarer Kommandant. Außerdem bin ich allmählich überflüssig. Es geht nur noch darum, die auszuradieren, die um Burg Vingaard verblieben sind. Solchen Kleinkram überlasse ich meinen Leuten.«

Die Streitaxt lag ganz in der Nähe. Huma machte einen Schritt in ihre Richtung. Wenn er nur die Axt erreichen könnte.

Crynus warf sich kreischend in Humas Klinge. Der Ritter ließ los und sprang zu der Streitaxt. Die Bewegungen des Kriegsherrn wurden langsamer, als er versuchte, das Schwert aus seinem Körper zu ziehen. Huma hob die Axt auf und drehte sich zu seinem Gegner um. Scheinbar schmerzlos begann der Kriegsherr, die Klinge aus seinem Leib zu ziehen.

Huma hob die Axt. Crynus sah hoch.

Es war ein sauberer Schlag, der den behelmten Kopf des Kriegsherrn in hohem Bogen abtrennte. Der Körper des Kriegsherrn fiel auf die Knie. Huma warf die Streitaxt voller Abscheu hin. Das war nicht seine Art zu kämpfen.

Der kopflose Leib kam wieder auf die Beine. Alle Farbe wich aus Humas Gesicht.

Mit absoluter Beherrschung zogen die Hände der geköpften Kreatur das Breitschwert heraus und warfen es fort. Huma sah, wie die Wunde von selbst heilte. Sogar die Rüstung schloß sich von selbst wieder zusammen wie eine zweite Haut. Huma wartete darauf, daß das Ding sich ihm zuwenden würde, doch es war, als wäre er gar nicht da, denn der kopflose Körper setzte sich in die Richtung in Bewegung, in die der Kopf des Kriegsherrn geflogen war.

Huma konnte natürlich weglaufen, doch der Kriegsherr würde ihm folgen, ohne je zu ermüden.

»SARGAS!«

Der Schrei kam aus der Richtung des untoten Crynus. Huma hob sein Schwert auf. Er kannte nur einen, der einen solchen Ruf ausstoßen würde.

Wenn Kaz in der Nähe war, waren es die anderen wahrscheinlich auch. Und die Drachenlanze –

Natürlich!

Huma brach durchs Unterholz. Da saß Kaz auf seinem Pferd. Der Mund des Minotaurus stand weit offen. Die anderen waren nirgends zu sehen. Weit aufgerissen glotzten die Augen des Minotaurus, als Crynus’ Körper sich seinem abgeschlagenen Haupt näherte, das hin- und herwackelte, als würde es noch leben.

»Kaz! Er darf seinen Kopf nicht erreichen!«

Der Minotaurus trieb sein Pferd auf das Monstrum zu, das sich Crynus nannte.

Das Streitroß stürmte bis auf sechs Fuß vor dem kopflosen Kriegsherrn heran, wo es wiehernd abrupt zum Stehen kam. Kaz verschwendete keine Zeit. Er sprang von dem verstörten Pferd und rannte an dem Körper vorbei zum Kopf.

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