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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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»Ihr braucht nicht weiter zu suchen«, sagte eine Stimme. »Die Drachenlanzen sind in Sicherheit und erwarten ihre Reise in die Welt!«

Die Stimme kam von oben. Kräftiger Wind beutelte die drei und zwang sie, zurückzuweichen. Die Stimme entschuldigte sich, und die großen Flügel schlugen langsamer, als der majestätische Drache auf einem nahen Felsvorsprung landete.

»Ich habe den Ruf vernommen«, sagte eben jener Silberdrache, der Huma und Kaz vor so langer Zeit beigestanden hatte. »Die Lanzen sind bereit und erwarten uns an einem sicheren Ort.« Die Drachendame schaute den Ritter an. »Über den nächsten Schritt mußt du entscheiden, Huma.«

22

»Du? Hat Gwyneth dich geschickt?«

Der Silberdrache nickte. »Ich bin hier vor langer Zeit geboren und komme gelegentlich wieder hier vorbei. Es gehört zu meinen Pflichten und zu meinem Schicksal, hier Wache zu stehen und auf den Tag zu warten, an dem die Drachenlanzen der Welt enthüllt werden.«

»Wie habt ihr euch gegen die Finsternis verteidigen können?« fragte Huma. Er erinnerte sich daran, wie die Drachen darauf gewartet hatten, daß die magische Dunkelheit sie verschlingen würde. Damals hatte er sich gefragt, ob sie leben oder sterben würden.

»Wir wurden besiegt.« Es lag eine sehr menschliche Bitterkeit in der Drachenstimme. »Das war mehr als das Werk der Abtrünnigen. Wir konnten die Gegenwart der Schwarzen Roben fühlen, auch wenn sie sich komischerweise nur ungern hineinziehen ließen. Und dann war da noch etwas. Etwas so Böses, daß zwei von uns nur deswegen auf der Stelle starben. Wir schöpften Verdacht, und als wir verloren hatten, wußten wir Alten Bescheid.« Das Drachenweibchen zögerte. »Takhisis selbst ist auf Krynn.«

Das verschlug allen die Sprache. Der Mund des Minotaurus bewegte sich, brachte jedoch keinen Laut hervor. Magus schüttelte bloß den Kopf, als ob er es so abstreiten könnte. Huma stand einfach da, während sein versteinerter Gesichtsausdruck die Angst und Sorge verbarg, die in ihm brannten. Die Königin der Finsternis auf Krynn – nun war wohl alle Hoffnung dahin.

Oder nicht? Augenblicklich erinnerte sich Huma an die Vision von dem Platinritter, der die Finsternis mit der Herrlichkeit der Lanze besiegt hatte.

Er schnitt jeden weiteren Kommentar mit der Bemerkung ab: »Das will nichts heißen. Wir haben die Drachenlanzen. Noch gibt es Hoffnung.«

Kaz schüttelte den Kopf, während Magus einfach jedes Wort in sich hineinsog. Der Drache schaute zufrieden drein. Ihn schien Humas Reaktion sehr zu freuen.

Wieder kam Wind auf, und weder Huma noch seine Gefährten hatten große Lust, länger als nötig in den Bergen zu bleiben. Sie brauchten Schlaf und etwas zu essen.

Huma fragte den Silberdrachen: »Wo sind die Lanzen?«

»Die sind weiter unten bei euren Pferden. Ich könnte vielleicht alle tragen, aber dann könnte ich kaum noch manövrieren, geschweige denn hoch fliegen. Es wäre am besten, wenn ich unbelastet bleibe. Falls wir unterwegs angegriffen werden.«

Huma kam eine Idee. Der Ritter wandte sich an seine Gefährten. »Kaz, Magus, ihr nehmt die Pferde. Ich möchte mich darauf verlassen können, daß ihr beide zusammenhaltet. Geht das?«

Kaz blitzte den Magier an, der – nachdem die Schuld von ihm genommen war – rasch wieder zu seiner früheren Arroganz zurückgefunden hatte und deshalb den Blick mit gleicher Abneigung zurückgab. Sie würden jedoch zusammenarbeiten, weil diese Angelegenheit weit wichtiger war als ihr Stolz. Zufrieden fuhr Huma fort.

»Auf der Drachenstatue in der Lanzenkammer war ein Sattel«, berichtete er dem Drachen. »Damit konnte der Reiter seine Waffe ausrichten. Ich würde gern so einen Sattel herstellen. Wenn du gestattest, könnte ich dann mit angelegter Drachenlanze auf deinem Rücken reiten, falls wir angegriffen werden.«

Der Drache hob den Kopf und schien nachzudenken. Schließlich nickte die silberne Drachendame. »Eine ausgezeichnete Idee. Ich muß euch nämlich noch sagen, daß ich bei meiner Ankunft in den Bergen einen Schreckenswolf von Galan Drakos fand. Ich habe ihn sofort zerquetscht, aber ihr könnt darauf vertrauen, daß Galan Drakos seinen Lakaien, den Kriegsherrn Crynus, ausschicken wird, damit der euch auflauert.« Sie fuhr ihre langen Krallen aus. »Ich hätte nichts gegen eine zweite Begegnung mit dieser Mißgeburt namens Charr. Zu viele der Meinen sind diesem schwarzen Drachen und seinem kriegslüsternen Herrn zum Opfer gefallen.«

Daraufhin breitete der Silberdrache seine Flügel aus, erhob sich so rasch und sanft wie möglich in die Lüfte und kam dann wieder so tief herunter, daß er fast auf Augenhöhe mit den dreien war. »Steigt auf. Ich fliege euch zu den Lanzen. Macht euch aber auf einige Kurven gefaßt. Der Wind in den Bergen kann tückisch sein.«

Als sie sicher auf ihrem Rücken saßen, breitete die Riesin ihre Flügel aus und schraubte sich in den Himmel. Zuerst sah es für die Reiter aus, als käme die Erde dort unten ihnen wieder entgegen, doch dann zog sie sich wieder zurück, als der Silberdrache höher hinauf stieg, bis er bequem sein Gleichgewicht halten konnte.

Huma betrachtete den Berg, den sie hinter sich ließen. So vieles war ihm hier begegnet, das er nie ganz verstehen würde. Er war noch nicht einmal bis zum Gipfel gelangt, wie er anfangs geglaubt hatte. Wenigstens ein Viertel des Bergriesen ragte noch über ihnen auf.

Unten verhüllten die Wolken das Land. Als sie die neblige Decke über Ansalon durchbrachen, erschauerte Huma und betete, daß er den Aufgaben gewachsen sein würde, die noch vor ihm lagen.

»Da.« Der Silberdrache deutete auf einen Punkt an der Südflanke des Berges. Huma schaute nach unten, wo die Pferde und ein Wagen warteten. Der Silberdrache hatte gut für die schwierige Reise vorgesorgt.

Erst nachdem sie gelandet waren, widersprach Kaz: »Du kannst von solchen Pferden nicht erwarten, daß sie einen Karren ziehen! Sie sind für solche Arbeit nicht abgerichtet. Das sind Streitrösser, keine Lastesel.«

»Sie werden tun, was sie können«, entgegnete das majestätische Tier.

Huma hatte mittlerweile damit begonnen, seine Idee in die Tat umzusetzen. Er hatte seinem Pferd den Sattel abgenommen und schnitt diesen mit einem von Kaz geliehenen Dolch – sein eigener ruhte immer noch irgendwo im Berg – an beiden Seiten auf, damit er besser auf den Rücken des Drachen paßte, der viel breiter war als jeder Pferderücken. Da die Gurte nicht um den Drachenleib herum reichen würden, mußte Huma ein Seil verwenden. Zum Glück war Drachenhaut viel dicker als die von Pferden. Die rauhen Gurte würden die Drachendame weder stören noch behindern.

Bezüglich der Halterung, in der die Lanze liegen sollte, war wenig zu machen. Huma konnte eigentlich nur den Sattelknauf einkerben, damit die Lanze wenigstens eine Auflage hatte. Dann band er die Drachenlanze an der Seite fest und überprüfte die Konstruktion auf ihre Haltbarkeit. Huma stellte fest, daß er nach links einigermaßen Spielraum hatte, nicht jedoch nach rechts. Als er sicher war, daß es funktionieren würde, nahm Huma die Lanze ab und zeigte dem silbernen Drachen, was er gebaut hatte. Dieser sah den Sattel zweifelnd an, akzeptierte den Aufbau jedoch.

»Der Sattel, den ich gesehen habe«, erklärte der Ritter, »sah fast genauso aus wie ein Sattel für Pferde. Er muß nur breiter sein, weil er von einem Drachen getragen wird. Der eigentliche Unterschied liegt in der Halterung für die Drachenlanze. Die auf der Drachenstatue drehte sich, als ich die Lanze abnahm. Doch dazu brauche ich mehr Material und mehr Zeit.« Huma betrachtete sein Werk stirnrunzelnd. »Im Prinzip habe ich nur sehr wenig zustande gebracht.«

»Es wird schon gehen«, erwiderte das geflügelte Wesen.

Während Huma mit dem Sattel beschäftigt war, untersuchte Magus den Karren. Er hatte nicht gerade große Lust, die Lanzen den ganzen Weg bis nach Burg Vingaard im Wagen zu transportieren – falls die solamnische Burg noch stand –, und er teilte den anderen seine Zweifel auch mit.

»Das ist alles nicht nötig. Ich kann die Lanzen wirklich im Nu hinbringen.« Der Zauberkundige hob die Hände und begann zu murmeln.

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