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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Der Rote taumelte davon, weil sein Flügel erheblich verwundet war. Doch er schlug nur einen engen, schnellen Bogen, um dann wieder anzugreifen.

In diesem Augenblick brachen zwei weitere Drachen durch die Wolkendecke. Einer war rot; der andere war gewaltig, viel größer als die Roten – und kohlrabenschwarz.

Der Schwarze brüllte wütend, was nicht Huma und seiner Freundin zugedacht war, sondern dem verwundeten roten Drachen. Der Rote mißachtete den Schrei, zu sehr war er darauf versessen, sich zu rächen.

Zur allgemeinen Überraschung stieß der schwarze Drache – es war tatsächlich Charr, wie Huma jetzt erkannte – eine schreckliche, flüssige Wolke aus. Der Reiter des Roten drehte sich gerade rechtzeitig um, um sie kommen zu sehen.

Die Flüssigkeit umschloß Reiter und Drachen. Sie gingen in einer riesigen Stichflamme auf, die Huma erschreckt aufkeuchen ließ. Säure. Charrs eigenes Verlangen nach Rache war so groß, daß er die beiden vernichtet hatte. Er wollte den Silberdrachen und den Ritter für sich selbst, denn sie hatten ihn und seinen Herrn verwundet. Die Überbleibsel des roten Drachen und seines Reiters fielen zur Erde.

Der einzelne Rote und sein Reiter hielten sich im Hintergrund, während Charr und die große Gestalt auf seinem Rücken – der Kriegsherr Crynus – die beiden stellten, die sie gedemütigt hatten. Dieses Mal würde der Kampf erst enden, wenn einer von beiden tot war, soviel war Huma klar.

Huma wagte einen Blick nach unten. Wie befürchtet, hielten schwarz gerüstete Gestalten einige Waldlichtungen besetzt. Weitere Schwarze Garden. Vom Karren oder von seinen Freunden war nichts zu sehen, so daß er nur beten konnte, daß sie lange genug durchhalten konnten. Huma hatte mit sich selbst schon ausreichend zu tun.

Als hätte er den Gedanken gelesen, schoß Charr auf sie herunter.

»Mach dich bereit, Huma«, rief der Silberdrache. »Ich habe ein paar Tricks auf Lager, die ich vielleicht anwenden kann, aber die Drachenlanze ist unsere größte Hoffnung, dieses Scheusal endlich zu erledigen.«

Die beiden Drachen kämpften um die höhere Position. Sie stiegen höher und höher, ohne daß einer einen Vorteil gewinnen konnte. Huma fühlte den Silberdrachen unter sich zittern, als dieser tief Luft holte. Er fragte sich, ob sie schon ermüdete. Charr, der das mitbekommen hatte, schien siegesgewiß zu lächeln.

Humas Gefährtin stieß plötzlich einen kegelförmigen Nebel aus, der den vorderen Teil von Charr umschloß. Der Schwarze hielt mitten im Flug inne und begann, in Richtung Erde zu stürzen.

»Huma!« rief das Drachenweibchen rauh. »Ich habe ihn nicht richtig getroffen, und er ist zu allem entschlossen. Wir müssen angreifen, bevor er sich von der Lähmung erholt.«

Noch während sie sprach, wurde sie langsamer. Huma hielt sich mit einer Hand am Sattel fest, mit der anderen umklammerte er die Drachenlanze und mit beiden Beinen den Hals seiner Freundin. Hätte er sie nicht schon einmal geritten, hätte er es bestimmt nicht geschafft.

Während ihres Sturzfluges beobachtete Huma, wie sich Charr allmählich wieder fing. Er bremste seinen Sturz bereits ab. Auf seinem Rücken tobte Crynus, fuchtelte mit seiner Streitaxt herum und zeigte auf den Ritter und den Silberdrachen über ihnen. Charrs Kopf richtete sich langsam noch oben. Diesmal gingen die beiden Drachen aufeinander los und kämpften bis aufs Blut.

Die Drachenlanze traf den bösen Drachen an der Schulter. Aus der Wunde strömte Blut.

Während die beiden gewaltigen Köpfe wieder und wieder aufeinander zufuhren, kamen sich auch die Reiter nah genug, um zuzuschlagen. Huma, den das Gewicht der Lanze behinderte, konnte nicht sein Schwert ziehen, Crynus schwang seine zweihändige Streitaxt und verfehlte nur knapp die Spitze von Humas Helm.

Beide Drachen waren mittlerweile blutüberströmt, und es war schwer zu sagen, wer mehr Verletzungen abbekommen hatte. Beide hatten mehr als ein Dutzend Bisse, Schnitte und Schrammen am Hals. Die Brust des schwarzen Drachen war aufgerissen, doch es war ihm gelungen, einen Teil der unteren Haut vom rechten Flügel des Silbernen aufzuschlitzen.

Charrs Schulterwunde und die frühere Wunde am Flügel forderten ihren Tribut. Er sank etwas tiefer, so daß es dem Silberdrachen gelang, mehrere Tatzenhiebe an seinem Hals zu landen. Noch einmal senkte sich die Drachenlanze in Charrs Schulter.

Verzweifelt holte der Schwarze tief Luft. Aus Angst, daß seine Gefährtin es nicht bemerkt hatte, trat Huma ihr fest in die Seiten. Ob wegen dieser Warnung oder nicht, auf jeden Fall schlug ihre Schnauze fest auf die von Charr, wodurch das Maul des dunklen Drachen verschlossen war. Der Säurestoß, den Charr geplant hatte, blieb stecken und kehrte sich nach innen um. Der Schwarze erzitterte, während er gleichzeitig erstickte und verbrannte.

Im grausamen Schmerz seiner Verwundung schlug er seine Klauen tief in den Leib des Silberdrachen. Charr konnte nicht mehr fliegen, und sein ganzer Körper bäumte sich gegen die Säure und den Sauerstoffmangel auf. Alle vier Kämpfer stürzten ab.

»Meine Flügel werden den Fall verlangsamen, aber wir werden trotzdem mit großer Wucht aufschlagen!« schrie der Silberdrache. »Ich werde versuchen, mich so zu drehen, daß ich deinen Aufprall abfedern kann.«

Crynus schien hingegen keine Angst vor dem Sturz zu haben. Selbst jetzt noch versuchte er, Huma oder den Silberdrachen zu treffen. Der Wind hinderte ihn daran, viel Schaden anzurichten, und vor Wut oder aus Irrsinn sprang der Kriegsherr von seinem sicheren Sattel – und wurde prompt vom Rest der Gruppe weggewirbelt.

Er schrie nicht einmal.

Huma starrte der fallenden Gestalt nach. Er konnte den Wahnsinn des schwarzgerüsteten Kriegsherrn nicht nachvollziehen.

Die Bäume rasten ihnen entgegen. Plötzlich ließ Charr locker, so daß sich der Silberdrache endlich losreißen konnte.

Doch nun war es zu spät. Mit furchtbarem Krachen stürzten sie in die Baumkronen.

23

Als Huma erwachte, tat ihm jeder Knochen im Körper weh, aber er war wohl trotzdem unverletzt. Er stand auf und besah sich das Ausmaß des Schadens. Um ihn herum sah es verheerend aus. Die Masse der beiden riesigen Drachen hatte gereicht, um einen Großteil der Bäume im Umkreis abzuknicken.

Charrs unbeweglicher Körper lag mit gebrochenem Hals auf der Seite. Das schreckliche Gesicht zeigte immer noch ein zähnefletschendes, verdrehtes Grinsen. Die tödlichen Klauen ragten nutzlos in die Luft.

Es gab kein Zeichen von dem Silberdrachen, auch wenn zumindest ein Teil des Bluts von ihm herrührte. Er mußte sich aus eigener Kraft davongeschleppt haben, aber wohin?

Und wo waren überhaupt seine Freunde? Huma konnte nichts von ihnen hören und hatte keine Ahnung, in welcher Richtung sie sich befanden.

Drachenlanze und Sattel lagen in der Nähe der Stelle, wo der Silberdrache wahrscheinlich abgestürzt war. Die Drachenlanze leuchtete noch immer strahlend hell. Schon dieser Anblick ließ es Huma bessergehen. Mindestens ein feindlicher Reiter und ein roter Drache waren übrig – aber wo waren sie?

Er konnte die Lanze wohl kaum auf die Schultern nehmen; sie war mehr als doppelt so lang wie er. Seine einzige Möglichkeit war, sie zu ziehen. Er schlang ein Stück Seil um den Schutzschild, knotete es zusammen und zog es sich dann über den Kopf und über einen Arm. In der anderen Hand trug er sein Schwert, das den Fall zum Glück überstanden hatte.

Das Ziehen erwies sich als unpraktisch. Huma hatte den zerstörten Platz kaum verlassen, als die Lanze sich in einer ausgerissenen Baumwurzel verfing. Der Ritter legte sein Schwert hin und begann, die überlange Waffe um die Wurzel herumzuzerren. Unvermittelt löste sie sich, und Huma fiel gegen einen Baumstumpf. Sein ganzer zerschundener Körper schmerzte, und erst nach über einer Minute konnte er sich wieder aufsetzen und seine Gedanken ordnen. Als erstes griff er nach seinem Schwert. Das war eine ausgezeichnete Entscheidung.

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