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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Snow beglückwünscht die Friedenswächter zu ihrer Großtat, er ehrt sie, weil sie das Land von der Bedrohung durch den Spotttölpel befreit haben. Mein Tod wird die Wende in diesem Krieg sein, prophezeit er, denn die demoralisierten Rebellen haben nun niemanden mehr, dem sie folgen können. Und wer war ich auch schon? Ein armes, labiles Mädchen, das ein bisschen mit Pfeil und Bogen umgehen konnte. Kein großer Denker, nicht der Stratege der Rebellion, nur ein Gesicht, das herausgepickt wurde, weil ich mit meinen Eskapaden während der Spiele die Aufmerksamkeit der Nation auf mich gelenkt hatte. Aber absolut notwendig, weil die Rebellen keinen richtigen Führer haben.

Irgendwo in Distrikt 13 legt Beetee einen Schalter um, denn plötzlich ist es nicht mehr Präsident Snow, der zu uns spricht, sondern Präsidentin Coin. Sie stellt sich den Zuschauern von Panem vor, gibt sich als Kopf der Rebellion zu erkennen und hebt zu einer Lobrede auf mich an. Lobt das Mädchen, das den Saum und die Hungerspiele überlebt und ein Land der Sklaven in eine Armee von Freiheitskämpfern verwandelt hat. »Tot oder lebendig, Katniss Everdeen wird das Gesicht der Rebellion bleiben. Solltet ihr je in eurer Entschlossenheit schwanken, denkt an den Spotttölpel, denn in ihm werdet ihr die Stärke finden, die ihr braucht, um Panem von seinen Unterdrückern zu befreien.«

»Wusste gar nicht, dass ich ihr so viel bedeute«, sage ich und ernte damit Gelächter von Gale und fragende Blicke von den anderen.

Ein stark bearbeitetes Foto von mir wird eingeblendet: eine wilde Schönheit vor einem Hintergrund aus lodernden Flammen. Kein Text. Kein Slogan. Im Moment brauchen sie nur mein Gesicht.

Beetee überlässt das Ruder wieder Snow, der sehr gefasst wirkt. Aber ich spüre, dass der Präsident den Notkanal für unangreifbar gehalten hat, und deshalb wird heute Abend jemand sterben müssen. »Morgen früh, wenn wir Katniss Everdeens Körper aus den Trümmern ziehen, werden wir genau sehen, wer der Spotttölpel ist. Ein totes Mädchen, das niemanden retten konnte, nicht mal sich selbst.« Wappen, Hymne, aus.

»Nur dass ihr sie nicht finden werdet«, sagt Finnick zu dem leeren Bildschirm und spricht aus, was wir wohl alle denken.

22

Die Galgenfrist wird kurz sein. Sobald sie sich durch die Trümmer gegraben haben und dahinterkommen, dass elf Körper fehlen, werden sie wissen, dass wir entkommen sind.

»Immerhin haben wir einen Vorsprung«, sage ich. Plötzlich bin ich unheimlich müde. Ich möchte mich nur noch auf das grüne Plüschsofa da drüben legen und einschlafen. Mich in eine Decke aus Kaninchenfell und Gänsedaunen einwickeln. Stattdessen ziehe ich das Holo hervor und bestehe darauf, dass Jackson mir eine Einführung gibt, wie man die Koordinaten des nächsten Kartennetzschnittpunkts eingibt, damit ich halbwegs mit dem Apparat umgehen kann. Als das Holo unsere Umgebung zeigt, rutscht mir das Herz in die Hose. Wir müssen ganz in der Nähe von zentralen Zielen sein, denn die Zahl der Kapseln hat beträchtlich zugenommen. Wie sollen wir je in diesen Strauß aus blinkenden Lichtern vordringen, ohne entdeckt zu werden? Es geht nicht. Und wenn es nicht geht, sind wir gefangen wie Vögel in einem Netz. Ich werde vor diesen Leuten lieber nicht die Überlegene spielen. Zumal mein Blick immer wieder zu dem grünen Sofa wandert. Also sage ich: »Hat einer eine Idee?«

»Lasst uns erst mal sammeln, was alles nicht geht«, meint Finnick. »Die Straße scheidet aus.«

»Dasselbe gilt für die Dächer«, sagt Leeg 1.

»Vielleicht können wir uns zurückziehen und den Weg nehmen, den wir gekommen sind«, sagt Homes. »Aber damit wäre unser Auftrag gescheitert.«

Sofort habe ich ein schlechtes Gewissen, schließlich habe ich besagten Auftrag frei erfunden. »Es war nie geplant, dass so viele weitergehen sollten. Ihr hattet nur das Pech, bei mir zu sein.«

»Ach, das ist doch eine müßige Diskussion. Jetzt sind wir eben bei dir und basta«, erwidert Jackson. »Hier können wir jedenfalls nicht bleiben. Nach oben können wir nicht. Zur Seite können wir nicht. Damit haben wir nur noch eine Option, denke ich.«

»Den Untergrund«, sagt Gale.

Den Untergrund. Den ich hasse. So wie Minen und Tunnel und Distrikt 13. Ich fürchte mich davor, im Untergrund zu sterben, was natürlich töricht ist, denn selbst wenn ich über der Erde sterbe, komme ich anschließend unter die Erde.

Das Holo zeigt sowohl die oberirdischen als auch die unterirdischen Kapseln an. Unter der Erde sind die sauberen, verlässlichen Linien des Straßenplans mit einem Gewirr aus Tunneln verschlungen. Dafür gibt es dort dem Anschein nach weniger Kapseln.

Laut Holo befindet sich zwei Türen weiter ein senkrechter Schacht, der unsere Apartmentreihe mit den Tunneln verbindet. Um in das Apartment mit dem Schacht zu gelangen, werden wir uns durch einen Versorgungsschacht quetschen müssen, der über die gesamte Länge des Gebäudes verläuft. In diesen Schacht gelangen wir durch die Rückwand eines Einbauschranks im Obergeschoss.

»Also dann. Erst mal alle Spuren beseitigen«, sage ich. Wir machen uns ans Werk. Die leeren Dosen werfen wir in einen Müllschlucker, die vollen stecken wir für später ein, blutverschmierte Sofakissen werden umgedreht, Schmierspuren von den Fliesen gewischt. Das Türschloss lässt sich nicht reparieren, doch wir legen einen zweiten Riegel vor, sodass die Tür wenigstens nicht gleich bei der kleinsten Berührung aufschwingt.

Bleibt nur noch Peeta, mit dem wir fertigwerden müssen. Er sitzt auf dem blauen Sofa und rührt sich nicht vom Fleck. »Ich komme nicht mit. Entweder würde ich eure Position verraten oder jemanden verletzen.«

»Hier werden Snows Leute dich finden«, sagt Finnick.

»Dann lasst mir eine Pille da. Ich werde sie nur nehmen, wenn es sein muss«, sagt Peeta.

»Schlag dir das aus dem Kopf. Komm jetzt«, sagt Jackson.

»Und wenn nicht? Erschießt ihr mich dann?«, fragt Peeta.

»Wir werden dich bewusstlos schlagen und mitschleppen«, sagt Homes. »Und das wird uns langsamer machen und zusätzlich gefährden.«

»Spart euch den Edelmut! Es ist mir egal, wenn ich sterbe!« Flehentlich wendet er sich an mich. »Katniss, bitte. Siehst du nicht, dass ich von euch weg will?«

Ich sehe es durchaus, das ist ja das Problem. Warum kann ich ihn nicht einfach gewähren lassen? Ihm eine Pille geben, auf den Abzug drücken? Vielleicht, weil er mir einfach zu viel bedeutet? Oder weil ich Snow den Sieg nicht gönne? Ist Peeta zu einer Figur in meinen privaten Spielen geworden? Das wäre abscheulich, aber ich kann es nicht ausschließen. Falls es sich so verhält, wäre es gütiger, Peeta hier und jetzt zu töten. Doch Güte ist nicht das, was mich antreibt. »Wir verlieren hier nur Zeit. Kommst du jetzt freiwillig mit oder müssen wir dich bewusstlos schlagen?«

Peeta vergräbt kurz das Gesicht in den Händen, dann steht er auf.

»Sollen wir ihm die Handschellen abnehmen?«, fragt Leeg 1.

»Nein!«, knurrt Peeta sie an und presst die gefesselten Hände an seinen Körper.

»Nein!«, sage auch ich. »Aber ich möchte den Schlüssel.« Jackson reicht ihn mir wortlos. Ich stecke ihn in die Hosentasche, wo er gegen die Perle Wickert.

Als Homes die kleine Eisentür zum Versorgungsschacht öffnet, stehen wir vor einem neuen Problem. Er ist zu eng für die Insektenpanzer. Castor und Pollux setzen sie ab und lösen die Ersatzkameras für den Notfall. Sie haben die Größe eines Schuhkartons und erfüllen ihren Zweck wahrscheinlich genauso. Messalla weiß nicht, wo wir die sperrigen Gehäuse verschwinden lassen könnten, deshalb verstecken wir sie einfach im Wandschrank. Es ärgert mich, dass wir eine so leicht auffindbare Spur hinterlassen, aber was bleibt uns anderes übrig?

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