Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Nijura - das Erbe der Elfenkrone
Nijura - das Erbe der Elfenkrone - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Nijura - das Erbe der Elfenkrone

Электронная книга - «Nijura - das Erbe der Elfenkrone». Краткое содержание книги:

Als die junge Halbelfe Nill im Wald ein rätselhaftes Messer findet, ahnt sie nicht, dass sie damit zur Schlüsselfigur in einem alles bedrohenden Konflikt geworden ist. Ein unglaubliches Verbrechen hat den Frieden der Welt erschüttert: Elrysjar, die magische Halbkrone der Moorelfen, wurde von einem Menschen gestohlen! Als ihr Träger ist er unverwundbar und erlangt die blinde Ergebenheit aller Moorelfen. Verführt von seiner neuen Macht, hat der geheimnisvolle Menschenkönig bereits eine Armee Grauer Krieger um sich geschart, um die Welt mit seiner Schreckensherrschaft zu überziehen. Nur eine Waffe kann ihm Einhalt gebieten – geschmiedet aus der zauberkräftigen Halbkrone der Freien Elfen, die dem neuen König noch nicht Untertan sind.
Das Messer braucht eine Trägerin – und es hat sich dafür Nill erwählt. Schnell wird Nill zum Spielball aller Mächte und Interessen. Gejagt von den Grauen Kriegern und unterstützt nur von einigen wenigen mutigen Gefährten, macht sich Nill auf die gefährliche Reise zum Turm des Königs.
Mit atemberaubender Spannung verstrickt Jenny-Mai Nuyen ihre Leser in eine Fantasy-Welt voller überraschender Wendungen – und in eine bewegende Geschichte über Liebe, Loyalität und Verrat.
1 ... 59 60 61 62 63 64 65 66 67 ... 115
Перейти на страницу:

Die Strömung des Flusses war so schwach, dass Kaveh und Scapa fortwährend staken mussten, um voran zu kommen. Allein ihr stiller Konkurrenzkampf trieb die Jungen dazu an, länger als eine halbe Stunde durchzuhalten. Als das erste verbissene Keuchen zwischen Kavehs Zähnen hervorpfiff, stand Mareju auf und bot sich an, das Rudern zu übernehmen. Erst als sich auch Arjas erhob, um Scapa abzulösen, gab Kaveh das Ruder aus der Hand und ließ sich im Schneidersitz nieder. Eine Weile erwiderte er Scapas Blick. Zufrieden stellte er fest, dass Scapa ein zarter Schweißfilm auf der Stirn schimmerte und seine Brust sich sehr viel schneller hob und senkte als Kavehs. Der Prinz lächelte in sich hinein. Sollte der Dieb ruhig merken, dass Menschenblut dünner war!

Tatsächlich merkte Scapa aber, dass das Menschenblut begehrter war – von den Mücken. Es dauerte nicht lange, da schwirrten die Insekten aus den Sümpfen zusammen, um sich auf ihre neue Beute zu stürzen. Frisches, erhitztes Blut war rar in den Mooren.

Und der warme Menschengeruch, den Scapa und Fesco ausstrahlten, war verlockend genug, um sich in die Gefahrenzone ihrer schlagenden Hände zu begeben.

Die beiden fluchten, während sie sich bemühten, die Mücken zu verscheuchen – und je mehr sie sich anstrengten, desto begieriger wurden die Blutsauger.

Auch Nill wurde gestochen, wenn auch nicht so oft wie die beiden Jungen. Nur die Elfen blieben fast unberührt; ihr Blut schien den Stechfliegen nicht zu schmecken.

Allmählich senkte sich eine bedrückende Hitze über sie. Doch die Wärme kam nicht von der Sonne, die hinter Nebeln und Wolken blieb und sich nur selten zeigte, kalkweiß und verschwommen. Die Luft selbst war warm und feucht und so schwer zu atmen wie Dunst. Sie legte sich über die Gefährten wie eine zweite, klebrige Haut. Ein träges Elendsgefühl überkam sie, je länger sie auf dem Fluss dahintrieben.

Nach einer Weile hörten sie auf, nach den Stechfliegen zu schlagen, und zogen sich trotz der Hitze einfach die Umhänge enger um den Körper.

Sie wechselten sich mit dem Staken häufig ab, denn keiner konnte es länger als ein paar Minuten.

Schließlich waren Erijel und Kaveh an der Reihe.

Die anderen saßen reglos auf dem Floßboden, die Mäntel über den Kopf gezogen und die Knie an der Brust. Selbst Brunos Wachsamkeit hatte der fiebrige Sumpfnebel getrübt: Die Schnauze auf beide Vorderbeine gestützt, lag er neben Kaveh und rang sich nur hin und wieder zu einem matten Grunzen durch.

Dann hob der Keiler plötzlich den Kopf. Seine haarigen Ohren zitterten. Kaveh starrte zu Bruno herab und dann in die Richtung, in die die schnüffelnde Schweineschnauze zeigte. Wegen des Modergeruchs, der sich wie ein feuchtes Leichentuch über die Marschen ausbreitete, hatte Bruno sie erst gerochen, als sie sich schon vor ihnen aus dem Dunst lösten: die Toten. Irgendwo in den milchigen Dunstschwaden rief eine Eule. Die Wellen platschten unter dem Floß.

Kaveh hob sein Ruder aus dem Wasser, erst Rinnsale, dann Tropfen rollten vom Holz. Am nebligen Ufer erschienen die Pfähle wie große schwarze Schilfrohre. Sie zogen sich in einer langen Reihe am Wasser entlang und dahinter erstreckte sich ein regelrechtes Feld. Es war ein Friedhof, nur dass es keine Grabsteine gab, sondern Holzlanzen mit Stricken daran, und dass keine Namensschilder an den Pfählen hingen, sondern die Toten selbst.

Kaveh ließ das Ruder mit einem dumpfen Geräusch zu Boden fallen. Die Gefährten blickten nieder. Nur Kaveh sah nicht weg. Er sah sie sich genau an: die Gesichter der Verräter am König von Korr, oder das, was davon übrig geblieben war. Sie zogen langsam an ihnen vorbei. Und Kaveh zollte jedem von ihnen einen anerkennenden Blick, auch wenn ihn das den Schlaf so mancher Nacht kosten würde.

Ein Holzschild trat aus dem Dunst, das vor dem Leichenfeld in den Boden eingelassen war. In Elfen- und Menschenschrift stand dort eingeritzt: In Ewigkeit verdammt, die Seelen der Königsverräter.

Kaveh zog seinen Bogen von der Schulter und legte einen Pfeil auf. Den Toten konnte er nicht mehr helfen. Aber er konnte einen Pfeil in das Schild schießen, er konnte ihnen diese letzte Ehre erweisen, und jeder, der hierher kam, Gefangener oder Grauer Krieger, würde sehen, dass es Widerstand gab.

»Kaveh!« Erijel kam einen Schritt auf ihn zu. »Schieß nicht! Die Grauen Krieger werden den Pfeil sehen und dann haben sie unsere Fährte.«

Kaveh drehte sich nicht zu seinem Cousin um, doch er senkte zögernd den Bogen.

»Bitte, Kaveh, es ist gefährlich«, beschwor ihn Erijel.

Mehrere Augenblicke verstrichen. Dann spannte Kaveh die Bogensehne bis zum Ohr. Sein Pfeil schnellte durch die Luft, traf das Schild und bohrte sich direkt in das Wort verdammt.

Erijels Herz zog sich zusammen. Ihm war, als durchbohre Kavehs Pfeil nicht nur das Schild, sondern auch ihn ... Ein schwerer Schatten schien mit diesem Schuss über ihn zu fallen.

»Mit Gefahr kann ich leben«, sagte Kaveh. »Tatenlos nicht.«

Und er legte einen neuen Pfeil auf, zielte auf das Schild, traf die Worte; er schoss fünf Pfeile ab, bis die Inschrift nicht mehr zu lesen war.

Mit zusammengebissenen Zähnen ergriff er sein Ruder und tauchte es in das Sumpfwasser, stieß sich ab, kraftvoller und schneller als zuvor. Nach ein paar Ruderstößen hatten sich die Nebelvorhänge wieder geschlossen und die Gehängten waren hinter ihnen verschwunden.

In der Dunkelheit

Die Nacht hielt lärmend und krächzend Einzug in die Marschen von Korr. Das wenige Leben in den Sümpfen schien sich mit der hereinbrechenden Dunkelheit aufzuraffen, um wenigstens einmal am Tag die Grabesstille mit einem Orchester von Geräuschen zu durchbrechen. Frösche quakten, es blubberte, gurgelte und platschte, Äste knackten, als verschlafene Eulen sich zum Nachthimmel erhoben, und das Flattern der Fledermäuse hing wie ein schneller Wind über den Mooren.

Die Gefährten legten die Ruder zur Seite und aßen. Erst jetzt merkte Nill, dass sie schon seit der Dämmerung keine Mücken mehr stachen. Als noch das letzte graue Tageslicht zwischen den Baumstümpfen schimmerte, beugte sie sich über die Wasseroberfläche: Aber auch auf dem Fluss waren keine Stechfliegen mehr zu sehen, so wie am Mittag noch, als es im brackigen Wasser gewimmelt hatte vor zitternden Fühlern und schlagenden Flügeln. Seltsam, dachte Nill, obwohl das plötzliche Verschwinden der Blutsauger sie erleichterte.

»Die Stechfliegen sind weg«, sagte sie zwischen zwei Bissen.

Mareju runzelte überrascht die Stirn. »Stimmt.« Er zog einen Streifen Trockenfleisch aus seinem Beutel und biss ab. »Bestimmt schlafen die Mücken jetzt, wo sie sich die Bäuche an leckerem Menschenblut vollgeschlagen haben.« Er grinste breit zu Fesco hinüber.

»Im Wasser schwimmen auch keine Stechfliegen mehr«, sagte Nill. »Dabei waren es vorher noch so viele.« Mareju beugte sich schwungvoll über den Rand des Floßes, um hinabzuschauen. Als er dabei vom Fleisch abbeißen wollte, fiel ihm versehentlich der ganze Streifen in den Fluss.

»Verflucht noch mal!« Einen Augenblick schien er unentschlossen, ob er das Fleischstück aus dem Wasser fischen sollte oder nicht; doch schließlich ließ er es im schlammigen Fluss versinken. Murrend setzte er sich wieder zurück und zog einen neuen Fleischstreifen aus seinem Proviantbeutel.

»Ist doch egal, was mit den Mücken ist.« Mareju zuckte mit den Schultern. »Hauptsache, sie zerstechen unseren Menschenfreunden nicht die fröhlichen Gesichter, was?«

In der Nacht wurde es so kühl, dass Kavehs Atem zu weißen Wölkchen gefror. Auf dem Rücken liegend beobachtete er, wie der warme Dunst zwischen seinen Lippen hervorstieg und in der Finsternis zerfiel. Kaveh schob die Arme unter seinen Kopf. Er sog die feuchte Luft ein und schärfte seine Sinne. So hatte er viele Nächte seiner Kindheit in den Dunklen Wäldern verbracht. Wenn es Sommer war und das Zirpen der Grillen die Wiesen erfüllte, war er aus dem Elfendorf geschlichen und hinein in den tiefen, großen Wald gelaufen. Er hatte sich auf das kühle Moos gesetzt und dem Tanz der Glühwürmchen zugesehen, die durch die Nacht schwebten wie leuchtender Sternenstaub. Er hatte so tief und lange geatmet, dass ihm die Brust wehtat, um alle Gerüche in sich aufzusaugen: den Duft des frischen Holzes, das Aroma der grünen Blätter, die Süße der wilden Orchideen. Die Nacht, den Wald, die Welt hatte er in sich aufnehmen wollen. Auch jetzt konzentrierte sich Kaveh auf die gestaltlose Umgebung. Aber da waren nur Modergeruch und der gurgelnde Fluss und die feuchte drückende Luft. Unendlich riesig wurden die Marschen von Korr in seiner Vorstellung. Er spürte, wie verloren er hier war, wie fern dem Zuhause, in das er gehörte. Und wohl zum ersten Mal seit seinem Aufbruch wurde ihm bewusst, dass die Befriedigung seiner Neugier auf die Welt vielleicht nicht in den Marschen lag und auch an keinem anderen fernen Ort. Sondern nur allein in den Dunklen Wäldern ...

1 ... 59 60 61 62 63 64 65 66 67 ... 115
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)