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Nijura - das Erbe der Elfenkrone

Электронная книга - «Nijura - das Erbe der Elfenkrone». Краткое содержание книги:

Als die junge Halbelfe Nill im Wald ein rätselhaftes Messer findet, ahnt sie nicht, dass sie damit zur Schlüsselfigur in einem alles bedrohenden Konflikt geworden ist. Ein unglaubliches Verbrechen hat den Frieden der Welt erschüttert: Elrysjar, die magische Halbkrone der Moorelfen, wurde von einem Menschen gestohlen! Als ihr Träger ist er unverwundbar und erlangt die blinde Ergebenheit aller Moorelfen. Verführt von seiner neuen Macht, hat der geheimnisvolle Menschenkönig bereits eine Armee Grauer Krieger um sich geschart, um die Welt mit seiner Schreckensherrschaft zu überziehen. Nur eine Waffe kann ihm Einhalt gebieten – geschmiedet aus der zauberkräftigen Halbkrone der Freien Elfen, die dem neuen König noch nicht Untertan sind.
Das Messer braucht eine Trägerin – und es hat sich dafür Nill erwählt. Schnell wird Nill zum Spielball aller Mächte und Interessen. Gejagt von den Grauen Kriegern und unterstützt nur von einigen wenigen mutigen Gefährten, macht sich Nill auf die gefährliche Reise zum Turm des Königs.
Mit atemberaubender Spannung verstrickt Jenny-Mai Nuyen ihre Leser in eine Fantasy-Welt voller überraschender Wendungen – und in eine bewegende Geschichte über Liebe, Loyalität und Verrat.
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NIJURA

DAS ERBE DER ELFENKRONE

Jenny-Mai Nuyen wurde 1988 als Tochter deutsch-vietnamesischer Eltern in München geboren. Geschichten schreibt sie, seit sie fünf ist, und mit dreizehn verfasste sie ihren ersten Roman. Als großer Fantasy-Fan hat Jenny-Mai Nuyen alles verschlungen, was es an literarischen Vorbildern gab: von Lloyd Alexander über Michael Ende und Jonathan Stroud bis zu Christopher Paolini. Nijura – Das Erbe der Elfenkrone hat sie mit sechzehn Jahren begonnen.

Jenny-Mai Nuyen studiert Film an der New York University und arbeitet bereits an ihrem nächsten großen Roman.

Umschlaggestaltung und Artwork: HAUPTMANN & KOMPANIE Werbeagentur, München – Zürich unter Verwendung eines Gemäldes von Weber © Historical Picture Archive/CORRIS

Jenny-Mai Nuyen

cbj ist der Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House

Verlagsgruppe Random House FSC-DEU-0100

Das für dieses Buch verwendete Fsc-zertifizierte Papier Munken Premium liefert Arctic Paper Munkedals AB, Schweden.

Gesetzt nach den Regeln der Rechtschreibreform

4. Auflage 2006

© 2006 cbj Verlag, München

Alle Rechte vorbehalten

Karte und Vignetten im Innenteiclass="underline" Jenny-Mai Nuyen Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie, Werbeagentur, München – Zürich

SK • Herstellung: WM

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN 10: 3-570-13058-4

ISBN 13: 978-3-570-13058-2

Printed in Germany

Scan by Brrazo 02/2008

www.cbj-verlag.de

»Feuer der Dämonennacht, tanz mit dem Lied, das hier erwacht! Leuchte nun für hundert Jahre, die eine Nacht nur in dir wahre. Sollt unser Volk einmal vergehen, wird tief im Schlaf Erinnerung bestehen, die als Legende einst erwacht; drum tanz für hundert Jahre, Feuer der Dämonennacht.«

ELFISCHES VOLKSLIED

Prolog

Seit Stunden hing Dämmerlicht über den Marschen von Korr. Nebel zogen durch die Sümpfe und Moore und hüllten das Land in düstere Farblosigkeit. Hinter den Dunstschleiern schwamm bereits der Vollmond am Himmel, bleich und wässrig im nieselnden Regen.

Wegen der dichten Nebelschwaden entdeckten ihn die Späher der Moorelfen nicht, bis er unmittelbar an den Grenzen ihres Dorfes angekommen war. Die dumpfen Rufe ihrer Hörner hallten über die Dächer der Hütten hinweg, die geduckt und zusammengedrängt wie ängstliche Kinder im grauen Land hockten. Doch es gab keinen Grund zur Beunruhigung, denn der Fremde, der aus dem Moor geschritten kam, hob die Hände zum Zeichen des Friedens.

Man ließ den Mann ins Dorf ein. Er trug einen ausgefransten Mantel und Stiefel, die von Morastkrusten überzogen waren. Sein Gesicht, nicht weniger schmutzig, verschwand beinahe ganz unter der Kapuze. Wassertropfen hingen am durchnässten Stoff.

»Was führt dich her, Bruder? Wer bist du?«, fragten ihn die Späher.

Der Mann hielt den Kopf gesenkt. »Ich bin ein Gesandter der Freien Elfen. Mein Weg hat mich aus den Dunklen Wäldern in die Marschen von Korr geführt ... Ich habe eine Botschaft an euren König, den König der Moorelfen.« Der Fremde redete gebrochen in der Elfensprache und ohne den breiten Akzent der Marschen – doch schließlich gab er vor, ein Freier Elf der Dunklen Wälder zu sein. Dort mochte man die Worte anders aussprechen als hier.

»Welche Botschaft?«, fragte einer der Späher misstrauisch.

Das Gesicht hob sich ein wenig und kurz erhaschten die Späher einen Blick auf die Augen des Fremden: Kalte, blanke Augen waren es, die dort im schmutzigen Gesicht saßen wie Kieselsteine in einem Tümpel. »Sie ist geheim und darf nur vom König gehört werden«, erwiderte er leise, kaum verständlich.

Die Späher warfen sich Blicke zu. Aber ein Gesandter der Freien Elfen war erwartet worden – es ging wahrscheinlich um ein neues Friedensabkommen – und so geleiteten sie den Fremden durch das Dorf.

Die aus Ranken geflochtenen Türvorhänge der Hütten waren zugezogen, die Fensterläden geschlossen, nichts regte sich; nur der Rauch der Herdfeuer sickerte hier und da durch eine Kaminöffnung. Irgendwo hinter den Nebeln krähten Raben.

Bald hielten die Späher vor einem Haus an, das auf einem Felsplateau errichtet worden war. Es war das größte im ganzen Dorf und trug ein bizarres, spitzes Dach, aber es blieb doch eine Hütte aus Ranken und Moos, wild wie eine Moorhexe.

»Nun kannst du zum König gehen«, sagten die Späher ohne Bedenken. Dem König konnte ja nichts geschehen. Er trug die Krone Elrysjar, die ihren Besitzer unverwundbar machte und alle mit dem Tod bestrafte, die sie unrechtmäßig erlangen wollten. Nie war ein Elfenkönig verletzt oder gar getötet worden: Die Krone wurde stets friedlich überreicht, war das Lebensende eines Königs nah.

Der Fremde ging auf das Haus zu, stieg über die glitschigen Felsstufen und verschwand hinter dem Türvorhang aus Moos.

Der Fremde blieb lange im Haus des Königs. Die schummrige Dämmerung, das feine Flimmern des Regens schienen ewig zu dauern. Es war, als stehe die Zeit still ...

Und umso heftiger kam das Beben, das die Zeiten verändern sollte. Ein jäher Wind brauste auf und brachte die Nebel zum Erzittern. Kreischende Rabenscharen erhoben sich zu schwarzen Strudeln in den Himmel. Jeder Moorelf spürte es in diesem Augenblick – das rasende Aufbäumen, das durch die Erde, das brackige Wasser, die Dunstschwaden, die Wolken schnitt wie ein Messer: Die Krone Elrysjar hatte ihren Besitzer gewechselt.

Aus allen Häusern liefen die Männer, Frauen und Kinder in den Regen. Zitternd näherten sich die Moorelfen der Hütte ihres Königs. Das Wasser glänzte auf ihrer grauen Haut und ließ sie wie Wesen aus Stein erscheinen. Und sie erstarrten, als ihr König aus der Hütte trat.

Der Regen, der jetzt stärker in die Pfützen trommelte, zog Rinnsale über seinen verdreckten Mantel. Einen Augenblick lang stand der neue König reglos vor den Moorelfen. Dann hob er die Hände und schob sich die Kapuze zurück: Die steinerne Krone Elrysjar schmiegte sich um seine Stirn, glänzend wie Sumpföl. Der Regen rann dem Fremden über das Gesicht, er wusch Erde und Schmutz fort und enthüllte das lächelnde Gesicht eines Menschen.

»Folgt mir«, sagte der Menschenmann, feierlich und zischelnd, gebrochen in der Sprache der Elfen.

Und als er aus dem Dorf schritt, folgten ihm vierhundert bleiche Gestalten in einem stummen Zug.

ERSTES BUCH

Eine Legende

Der Dieb und das Mädchen

Scapa rannte. Er rannte durch die Straßen von Kesselstadt, vorbei an zerfallenen Häusern, auf denen neue Häuser errichtet worden waren, stolperte über Abfälle und Straßenschutt. Hinter ihm hallten wütende Stimmen von Hauswand zu Hauswand und vor ihm verschwammen die bleichen Laternenlichter in der Dunkelheit der Nacht. Sein Herz trommelte. Die Knie gaben ihm nach, doch er hielt nicht an, sondern rannte nur noch schneller – rannte, rannte, so rasch seine Füße ihn trugen. Sein ganzer Körper stach vor Erschöpfung, nur knapp gelang es ihm, nach Luft zu schnappen, das dunkle Haar klebte ihm auf dem Gesicht.

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