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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Da werde ich nach hinten gerissen, muss Boggs loslassen, knalle auf die Steine. Vor mir steht Peeta. Er schaut auf mich herab, mit irrem Blick, zurückgeschleudert in das Land der Eingewebten. Er hat das Gewehr erhoben, jetzt stößt er es hinab, um mir den Schädel zu zertrümmern. Ich rolle mich weg, höre, wie der Kolben auf die Straße kracht, sehe aus dem Augenwinkel zwei kämpfende Körper, als Mitchell Peeta packt und ihn am Boden festhält. Doch Peeta, der immer schon stark war und jetzt befeuert ist durch den Wahn des Wespengifts, bekommt die Füße unter Mitchells Bauch und stößt ihn ein Stück die Straße hinunter.

Mit einem lauten Geräusch schnappt die Falle zu. Vier Draht seile, die an Schienen an den Gebäudewänden befestigt sind, durchbrechen die Steine und ziehen das Netz hoch, das Mitchell einhüllt. Im nächsten Augenblick ist er blutüberströmt, und erst als wir die Widerhaken an dem Draht erkennen, in dem er gefangen ist, verstehe ich, warum. Und ich verstehe auch, was das für ein Draht ist: der Stacheldraht, der auf dem Zaun von Distrikt 12 war. Ich rufe Mitchell zu, er solle sich nicht bewegen, und da muss ich würgen von dem Geruch des schwarzen Zeugs, dick und teerartig. Die Welle hat ihren Scheitelpunkt erreicht und senkt sich langsam.

Gale und Leeg 1 schießen das Schloss der Eingangstür des Eckgebäudes kaputt und zielen dann auf die Drahtseile, an denen das Netz mit Mitchell hängt. Andere halten jetzt Peeta in Schach. Ich stürze zurück zu Boggs, und Homes und ich ziehen ihn in die Wohnung, durch ein Wohnzimmer in rosa und weißem Samt, auf den Marmorboden einer Küche. Dort brechen wir zusammen. Castor und Pollux schleppen einen sich windenden Peeta herein. Irgendwie schafft Jackson es, ihm Handschellen anzulegen, aber das macht ihn nur noch wilder, und es bleibt ihnen nicht anderes übrig, als ihn in einen Wandschrank zu sperren.

Draußen wird eine Tür zugeschlagen, laute Rufe sind zu hören. Dann stapfen Schritte durch den Flur, während die schwarze Welle an dem Haus vorbeirauscht. Von der Küche aus hören wir die Fenster ächzen und klirren. Der giftige Teer schwängert die Luft. Finnick trägt Messalla herein. Leeg 1 und Cressida kommen taumelnd und hustend hinter ihnen her.

»Gale!«, schreie ich.

Da ist er, knallt die Küchentür hinter sich zu und stößt mit Mühe ein einziges Wort aus: »Dämpfe!« Castor und Pollux schnappen sich Handtücher und Schürzen und stopfen sie in die Ritzen, während Gale sich in ein knallgelbes Waschbecken übergibt.

»Mitchell?«, fragt Homes. Leeg 1 schüttelt nur den Kopf.

Boggs drückt mir das Holo mit Gewalt in die Hand. Er bewegt die Lippen, aber ich kann nicht erkennen, was er sagt. Ich halte das Ohr an seinen Mund, um sein raues Flüstern zu verstehen. »Trau ihnen nicht. Kehr nicht zurück. Töte Peeta. Tu das, wofür du hergekommen bist.«

Ich beuge mich zurück, sodass ich sein Gesicht sehen kann. »Was meinen Sie? Boggs? Boggs?« Seine Augen sind offen, aber ohne Leben. In meiner Hand, mit seinem Blut verklebt, halte ich das Holo.

Das Trampeln von Peetas Füßen gegen die Schranktür durchbricht unser Keuchen. Während wir lauschen, scheint seine Kraft nachzulassen. Das Trampeln wird zu einem unregelmäßigen Trommeln. Dann nichts mehr. Ich frage mich, ob er jetzt auch gestorben ist.

»Ist er tot?«, fragt Finnick mit einem Blick auf Boggs. Ich nicke. »Wir müssen hier raus. Sofort. Wir haben gerade sämtliche Kapseln in der Straße ausgelöst. Garantiert haben sie uns mit der Überwachungskamera erfasst.«

»Davon kannst du ausgehen«, sagt Castor. »Die Straßen sind voller Überwachungskameras. Ich wette, dass sie die schwarze Welle von Hand ausgelöst haben, als sie sahen, dass wir den Propo aufnehmen.«

»Unsere Funkgeräte haben den Geist aufgegeben. Vermutlich durch einen elektromagnetischen Impuls. Aber ich bringe uns zurück zum Lager. Gib mal das Holo her.« Jackson streckt die Hand danach aus, doch ich drücke es an die Brust.

»Nein. Boggs hat es mir gegeben«, sage ich.

»Mach dich nicht lächerlich«, sagt sie barsch. Sie denkt natürlich, dass es ihr zusteht. Sie ist Boggs’ Stellvertreterin.

»Es stimmt«, sagt Homes. »Er hat die Oberste Sicherheitsprüfung auf sie übertragen, als er im Sterben lag. Ich war dabei.«

»Weshalb hätte er das tun sollen?«, fragt Jackson.

Ja, weshalb? Mir schwirrt der Kopf von den entsetzlichen Ereignissen der letzten fünf Minuten - Boggs verstümmelt, sterbend, tot, Peetas brutale Raserei, Mitchell blutüberströmt, im Netz gefangen und von der widerlichen schwarzen Welle verschluckt. Ich drehe mich zu Boggs um, gerade jetzt brauchte ich ihn so dringend. Auf einmal bin ich überzeugt, dass er, und vielleicht nur er, voll und ganz auf meiner Seite war. Ich denke an seine letzten Befehle …

»Trau ihnen nicht. Kehr nicht zurück. Töte Peeta. Tu das, wofür du hergekommen bist.«

Was hat er gemeint? Wem soll ich nicht trauen? Den Rebellen? Coin? Den Leuten, die mich jetzt anschauen? Zurückkehren werde ich nicht, aber er muss wissen, dass ich Peeta nicht einfach eine Kugel in den Kopf jagen kann. Oder doch? Sollte ich das tun? Hat Boggs geahnt, dass ich eigentlich hergekommen bin, um zu desertieren und Snow im Alleingang umzubringen?

Ich komme hier einfach nicht weiter, also beschließe ich, erst mal Befehl Nummer eins und zwei auszuführen: niemandem zu trauen und weiter ins Kapitol vorzudringen. Aber wie soll ich das den anderen erklären? Wie bringe ich sie dazu, dass ich das Holo behalten kann?

»Weil ich im Sonderauftrag von Präsidentin Coin unterwegs bin. Ich glaube, Boggs war der Einzige, der darüber Bescheid wusste.«

Das kann Jackson nicht überzeugen. »Und was für ein Sonderauftrag soll das sein?«

Warum nicht einfach die Wahrheit sagen? Sie ist nicht unglaubwürdiger als alles, was ich mir ausdenken könnte. Aber es muss nach einem echten Auftrag aussehen, nicht nach einer Racheaktion. »Präsident Snow zu töten, bevor die Verluste durch diesen Krieg nicht wiedergutzumachen sind.«

»Das nehme ich dir nicht ab«, sagt Jackson. »Als dein derzeitiger Kommandant befehle ich dir, die Oberste Sicherheitsprüfung auf mich zu übertragen.«

»Nein«, sage ich. »Damit würde ich gegen den Befehl von Präsidentin Coin verstoßen.«

Die Gewehre sind im Anschlag, die eine Hälfte ist auf Jackson gerichtet, die andere Hälfte auf mich. Es sieht so aus, als müsste eine von uns sterben, aber da meldet sich Cressida zu Wort. »Es stimmt. Deshalb sind wir hier. Plutarch will es aufzeichnen. Er denkt sich, wenn wir filmen können, wie der Spotttölpel Snow tötet, wird der Krieg zu Ende sein.«

Das lässt sogar Jackson zögern. Dann zeigt sie mit ihrem Gewehr zum Wandschrank. »Und warum ist er dann hier?«

Eins zu null für sie. Mir fällt kein vernünftiger Grund ein, weshalb Coin einen so labilen Jungen, der darauf programmiert ist, mich zu töten, herschicken sollte, wenn es um einen derart entscheidenden Auftrag geht. Wieder springt Cressida mir bei. »Die beiden Interviews mit Caesar Flickerman nach den letzten Spielen wurden doch in Präsident Snows Privatquartier aufgenommen. Deshalb meint Plutarch, Peeta könnte uns als Führer nützlich sein. Wir kennen uns dort ja nicht aus.«

Ich würde Cressida gern fragen, weshalb sie für mich lügt, weshalb sie dafür kämpft, dass wir mit meinem angeblichen Auftrag weitermachen können. Aber dafür ist jetzt nicht der richtige Moment.

»Wir müssen los!«, sagt Gale. »Ich folge Katniss. Wenn ihr nicht wollt, geht zurück zum Lager. Aber bewegt euch!«

Homes schließt den Wandschrank auf und schwingt sich den bewusstlosen Peeta über die Schulter. »Ich bin bereit.«

»Was ist mit Boggs?«, fragt Leeg 1.

»Wir können ihn nicht mitnehmen. Er würde das verstehen«, sagt Finnick. Er macht Boggs’ Gewehr los und hängt es sich um die Schulter. »Geh voran, Soldat Everdeen!«

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