Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn
- Автор: Коллинз Сьюзен
- Язык: немецкий
- Жанр: Любовно-фантастические романы
Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:
Der Bericht wird fortgesetzt aus dem Hof hinter der Wohnung, in der wir Unterschlupf gefunden hatten. Friedenswächter säumen das Dach des gegenüberliegenden Hauses. Granaten werden auf die Häuserreihen abgefeuert, es sind die Explosionen, die wir gehört haben, und das Gebäude zerfällt zu Schutt und Asche.
Jetzt schalten sie live zu dem Geschehen. Eine Reporterin steht zusammen mit den Friedenswächtern auf dem Dach. Hinter ihr das brennende Wohnhaus. Feuerwehrleute versuchen die Flammen mit Wasserschläuchen unter Kontrolle zu bringen. Wir werden für tot erklärt.
»Endlich haben wir mal Glück«, sagt Homes.
Er hat recht. Das ist auf jeden Fall besser, als wenn das Kapitol hinter uns her wäre. Aber ich stelle mir vor, wie die Sendung in Distrikt 13 läuft. Wo meine Mutter und Prim, Hazelle und ihre Kinder, Annie, Haymitch und viele andere glauben, dass sie uns soeben haben sterben sehen.
»Mein Vater. Gerade hat er meine Schwester verloren, und jetzt …«, sagt Leeg 1.
Sie zeigen die Bilder immer wieder. Schwelgen in ihrem Sieg, vor allem über mich. Die aktuelle Berichterstattung wird unterbrochen und ein Zusammenschnitt über den Aufstieg des Spotttölpels als Rebellenführerin eingespielt - das haben sie sicher schon lange vorbereitet, es wirkt ziemlich perfekt. Danach gibt es wieder eine Liveschaltung und einige Reporter äußern sich zu meinem wohlverdienten Ende. Später, so versprechen sie, wird Snow eine offizielle Stellungnahme abgeben. Der Bildschirm schaltet sich ab und leuchtet nur noch schwach, wie zuvor.
Die Rebellen haben keinen Versuch unternommen, die Sendung zu unterbrechen, also glauben sie wohl, dass der Bericht der Wahrheit entspricht. Wenn es so ist, sind wir wirklich auf uns allein gestellt.
»Und was machen wir als Nächstes, jetzt, wo wir tot sind?«, fragt Gale.
»Das liegt doch auf der Hand.« Niemand hatte bemerkt, dass Peeta wieder zu sich gekommen ist. Ich weiß nicht, wie lange er zugeschaut hat, doch nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, hat er mitbekommen, was auf der Straße passiert ist. Dass er ausgerastet ist, mir den Kopf einschlagen wollte und Mitchell in die Kapsel gestoßen hat. Unter Schmerzen richtet er sich auf und sagt zu Gale:
»Als Nächstes … töten wir mich.«
21
Das ist das zweite Mal innerhalb einer Stunde, dass jemand Peetas Tod fordert.
»Sei nicht albern«, sagt Jackson.
»Aber ich habe doch gerade einen von uns ermordet!«, ruft Peeta.
»Du hast ihn von dir fortgestoßen. Du konntest ja nicht wissen, dass das Netz ausgerechnet an dieser Stelle ausgelöst wird«, versucht Finnick ihn zu beruhigen.
»Na und? Er ist tot, oder?« Tränen laufen Peeta übers Gesicht. »Ich habe das nicht geahnt. Ich habe mich so noch nie erlebt. Katniss hat recht. Ich bin das Monster. Ich bin die Mutation. Snow hat mich in eine Waffe verwandelt!«
»Du kannst nichts dafür, Peeta«, sagt Finnick.
»Ihr könnt mich nicht mitnehmen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich den Nächsten umbringe.« Peeta schaut in unsere unschlüssigen Gesichter. »Ihr findet es vielleicht menschlicher, mich einfach zurückzulassen. Damit ich mich irgendwie durchschlage. Aber dann könnt ihr mich gleich dem Kapitol ausliefern. Denkt ihr, ihr tätet mir einen Gefallen, wenn ihr mich zu Snow zurückschickt?«
Peeta. Wieder in Snows Hand. Gefoltert und gequält, bis sein früheres Ich endgültig zerstört ist.
Aus irgendeinem Grund kommt mir die letzte Strophe vom »Henkersbaum« in den Sinn. Wo der Mann seine Geliebte lieber tot wissen will, als dass sie das Böse in der Welt mit ansehen muss.
Kommst du, kommst du,
Kommst du zu dem Baum,
Ein Seil als Kette, Seite an Seite mit mir?
Seltsames trug sich hier zu.
Nicht seltsamer wäre es,
Träfen wir uns bei Nacht im Henkersbaum.
»Bevor das passiert, töte ich dich«, sagt Gale. »Versprochen.«
Peeta zögert, als wollte er abwägen, ob er darauf vertrauen kann, dann schüttelt er den Kopf. »Das bringt nichts. Was, wenn du gerade nicht da bist? Ich möchte eine Giftpille, so eine, wie ihr alle habt.«
Nachtriegel. Eine ist noch im Lager, in der Geheimtasche meines Spotttölpelkostüms. Eine weitere trage ich in der Brusttasche meiner Uniform. Interessant, dass sie Peeta keine gegeben haben. Vielleicht befürchtet Coin, er könnte sie nehmen, bevor er die Gelegenheit bekommt, mich zu töten. Es ist nicht klar, was Peeta damit vorhat: Will er sich jetzt gleich umbringen, damit wir ihn nicht töten müssen, oder möchte er sie nur sicherheitshalber, für den Fall, dass das Kapitol ihn erneut gefangen nimmt? Was angesichts seines Zustands früher oder später garantiert passieren würde. Und was es für uns andere natürlich leichter machen würde. Dann müssten wir ihn nicht erschießen. Das Problem, wie wir mit seinen gemeingefährlichen Anfällen umgehen, wäre dadurch jedenfalls gelöst.
Ob es an den Sprengkapseln liegt, an der Angst oder daran, dass ich Boggs habe sterben sehen - jedenfalls komme ich mir wieder vor wie in der Arena. Als hätte ich sie nie verlassen. Und wieder kämpfe ich nicht nur um mein eigenes Überleben, sondern auch um Peetas. Wie befriedigend, wie amüsant es für Snow wäre, wenn er mich dazu bringen könnte, Peeta zu töten. Sodass ich ihn für den kleinen Rest meines Lebens auf dem Gewissen hätte.
»Es geht nicht um dich«, sage ich. »Wir haben einen Auftrag. Und dafür brauchen wir dich.« Ich schaue zu den anderen. »Meint ihr, wir finden hier was zu essen?«
Abgesehen von dem Erste-Hilfe-Set und den Kameras besitzen wir nur unsere Uniformen und unsere Waffen.
Die eine Hälfte bleibt da, um Peeta zu bewachen und den Fernseher wegen weiterer Auftritte Snows im Auge zu behalten, während die anderen auf die Jagd nach Essbarem gehen. Messalla erweist sich als besonders nützlich, denn er hat in einem ganz ähnlichen Apartment gelebt und weiß, wo die Leute ihre Nahrungsmittel versteckt haben könnten. Zum Beispiel in dem Stauraum hinter dem Schlafzimmerspiegel oder hinter dem leicht zu öffnenden Gitter vor dem Belüftungsschacht im Flur. Die Küchenregale sind zwar leer, aber dank Messalla finden wir gut dreißig Konserven und mehrere Schachteln Kekse.
Die Soldaten aus 13 sind empört. »Ist es nicht illegal, Lebensmittel zu horten?«, fragt Leeg 1.
»Im Gegenteil, im Kapitol gilt man als Dummkopf, wenn man es nicht tut«, erwidert Messalla. »Selbst vor dem Jubel-Jubiläum haben die Leute Vorräte von knappen Gütern angelegt.«
»Während andere nichts abbekamen«, sagt Leeg 1. »Richtig«, antwortet Messalla. »So läuft das hier.«
»Gott sei Dank, sonst hätten wir jetzt kein Abendessen«, wirft Gale ein. »Nehmt euch jeder eine Dose.«
Ein paar unserer Begleiter zögern, aber eigentlich spricht nichts dagegen. Ich habe jetzt wirklich keine Lust, alles in elf gleiche Portionen aufzuteilen, gemäß Alter, Gewicht und körperlicher Belastung. Ich greife in den Dosenhaufen und will mir schon eine Dose Kabeljausuppe nehmen, da hält Peeta mir eine andere hin: »Hier, für dich.«
Ich nehme sie, obwohl ich nicht weiß, was es ist. Dann schaue ich auf das Etikett. LAMMEINTOPF.
Sofort kommen die Erinnerungen hoch an den Regen, der durch das Gestein tropft, an meine unbeholfenen Flirtversuche und an den Duft meiner Leibspeise aus dem Kapitol in der kalten Luft, und ich presse die Lippen zusammen. Ein bisschen davon muss also noch in Peetas Gehirn übrig sein. Wie glücklich wir waren, wie hungrig und einander so nah, als dieser Picknickkorb vor unserer Höhle heruntergesegelt kam. »Danke.« Ich öffne den Deckel. »Sogar mit Trockenpflaumen.« Ich biege den Deckel zu einem provisorischen Löffel zurecht und schaufele mir einen Happen in den Mund. Jetzt schmeckt dieser Ort sogar wie die Arena.
Während wir eine Schachtel Kekse mit Cremefüllung herumreichen, fängt es wieder an zu piepen. Das Wappen von Panem erstrahlt auf dem Bildschirm und bleibt dort für die Dauer der Hymne. Dann zeigen sie die Bilder der Toten, wie damals in der Arena die der gefallenen Tribute. Zuerst die vier Gesichter unseres Fernsehteams, gefolgt von Boggs, Gale, Finnick, Peeta und mir. Bis auf Boggs interessieren sie sich nicht für die Soldaten aus Distrikt 13, entweder weil sie keine Ahnung haben, wer sie sind, oder weil sie denken, dass sie den Zuschauern sowieso nichts sagen. Dann erscheint er höchstpersönlich, am Schreibtisch sitzend, hinter sich die Flagge, die frische weiße Rose am Revers. Offenbar hat er eine weitere Schönheitsoperation hinter sich, denn seine Lippen sind noch aufgedunsener als sonst. Und sein Vorbereitungsteam sollte wirklich etwas sparsamer mit dem Rouge umgehen.