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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Nebeneinander sprangen sie in den Raum.

Es war ein kleines, karg möbliertes Zimmer mit rauhen Steinwänden. Ein kaum kopf großes Fenster gähnte wie ein gezacktes Loch in der Wand, und eine Öllampe spendete dämmriges Licht. Zwei Priester knieten auf niedrigen Holzbänkchen vor einem altarähnlichen Gebilde in einer Ecke. Als die Tür geöffnet wurde, fuhren sie herum.

Torian sprang auf den ersten zu. Er rechnete nicht mit großem Widerstand.

Aber ganz offensichtlich wurden die Priester hier ein wenig anders ausgebildet als in den Kirchen und Klöstern Scrooth’, wo sie nur Beten lernten. Blitzartig wich der Mann der Breitseite des Schwertes aus, mit der Torian nach ihm schlug, riß die Kniebank hoch und schleuderte sie ihm wuchtig entgegen.

Torian versuchte noch in der Bewegung auszuweichen, aber es gelang ihm nicht. Die zum Wurfgeschoß umgewandelte Bank knallte schmerzhaft gegen seine Schienbeine und brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Von seinem eigenen Schwung nach vorne gerissen, stürzte er zu Boden und schlug mit dem Kopf gegen die Wand. Für die Dauer eines Lidschlages wurde ihm schwarz vor Augen. Er blinzelte, drehte sich schwerfällig herum und schüttelte die Benommenheit ab.

Er war kaum eine halbe Sekunde außer Gefecht gesetzt gewesen, aber die Männer in den braunen Kutten reagierten mit fast übermenschlicher Schnelligkeit. Er sah, wie der Priester in einen Ärmel seiner Kutte griff. Als er die Hand wieder hervorzog, hielt er etwas metallisch Glänzendes zwischen den Fingern. Seine Hand vollführte eine knappe, unglaublich schnelle Bewegung.

Torian warf sich verzweifelt zur Seite. Der Wurfdolch verfehlte sein Gesicht um kaum eine Handbreit und prallte klirrend gegen die Wand.

Bevor der Priester nach einem weiteren Dolch greifen konnte, sprang Torian hoch. Er hatte den Priester unterschätzt, aber jetzt war er vorgewarnt. An der verkrampften Haltung seines Gegners erkannte er, daß der Mann zwar mit Waffen umzugehen vermochte, aber kein allzu geübter Kämpfer war.

Torian machte einen halben Schritt nach vorn und täuschte einen Angriff vor. Wiederum reagierte der Priester mit ungeheurer Schnelligkeit – aber nicht besonders klug. Torian wechselte sein Schwert in die andere Hand, wirbelte einmal um die eigene Achse und trat noch aus der Drehung heraus zu. Sein Fuß traf die Hand des Priesters und prellte ihm einen weiteren Wurfdolch aus den Fingern, dann traf seine Faust mit dem Schwertknauf in das Dunkel unter der Kapuze.

Mit einem leisen Stöhnen brach der Priester zusammen. Torian wandte sich um.

Garth’ Gegner lag ebenfalls bewußtlos auf dem Boden. Grinsend lehnte der Dieb neben der geschlossenen Tür.

»Wurde auch Zeit«, spottete er. »Du wirst langsam alt, scheint mir.«

»Ich hätte dich wohl besser allein hereingeschickt«, knurrte Torian. »Wie wäre es, wenn du mir mal helfen würdest?«

Er beugte sich über den Priester und schlug die Kapuze zurück. Ein jugendliches, fast noch kindliches Gesicht kam darunter zum Vorschein. Der Priester konnte nicht älter als höchstens sechzehn oder siebzehn Jahre sein. Erster heller Bartflaum zeigte sich auf seinem Kinn.

Torian schüttelte ihn, richtete ihn schließlich auf und riß ihn mit ein paar saftigen Ohrfeigen aus der Ohnmacht. Es tat ihm plötzlich fast leid, den Jungen so hart angegriffen zu haben. Er war sehr froh, daß er ihn nicht getötet hatte.

Stöhnend schlug der Junge die Augen auf. Als er Torian erkannte, fuhr er erschrocken zusammen und versuchte sich loszureißen, aber Torian packte noch fester zu und riß ihn unsanft auf die Beine. »Laß es, Junge«, sagte er, als der Priester nach ihm zu treten versuchte. »Ich schlage mich nicht gerne mit Kindern, aber ich lasse mich auch nicht gerne von ihnen schlagen.« Er sah, wie der Junge erbleichte, und setzte das finsterste Gesicht auf, das er zustande brachte. »Ich mag es auch nicht, wenn man mich aufzuspießen versucht«, fuhr er fort. »Wenn du mit dem Kopf nur halb so schnell wie mit den Fingern bist, solltest du mir jetzt ganz schnell sagen, wo sich die Tempelpriesterin Shyleen befindet.« Er verzog den Mund zu einem bösen – und wie er hoffte furchteinflößenden – Lächeln. »Ich verliere nämlich ziemlich rasch die Geduld, weißt du?«

Trotzig starrte der Priester ihn an, aber es gelang ihm nicht ganz, seine Furcht zu verbergen. »Von mir erfährst du gar nichts.«

Torian seufzte.

»Findest du nicht, daß du noch ein bißchen zu jung bist, um den Helden zu spielen? Du...«

»Paß auf!« schrie Garth.

Torian reagierte einen Herzschlag zu spät.

Der Blick des Priesters verklärte sich für einen kurzen Moment und brach. Gleichzeitig erschlaffte sein Körper. Fassungslos ließ Torian ihn zu Boden gleiten, starrte einen Moment in seine weit offenstehenden, gebrochenen Augen und fühlte ungläubig nach seinem Pulsschlag.

Es gab keinen.

Der Junge war tot.

Garth stürzte sich auf den zweiten Priester, den er niedergeschlagen hatte und riß ihm die Kapuze vom Kopf.

Der Mann war ebenfalls tot.

»Großer Gott«, stammelte Torian. »Was... was ist geschehen?«

»Sie haben sich selbst umgebracht«, murmelte Garth. Er sah eher wütend als betroffen aus. »Verdammt, ich hätte daran denken müssen! Jeder Priester Ch’tuons erlernt die vollkommene Körperbeherrschung. Sie haben ihren Herzschlag angehalten.«

»Das ist nicht möglich«, keuchte Torian. »Kein Mensch kann...«

»Doch«, fauchte Garth. »Sie schon. Du siehst doch, daß es geht. Steh nicht so blöd rum, sondern zieh dich endlich um, oder bekommst du plötzlich Skrupel? Wir haben nicht viel Zeit.«

Immer noch zutiefst verwirrt, zog Torian dem Toten die Kutte aus und streifte sie sich über. Die Gewänder waren weit genug geschnitten, daß sie paßten. Sogar der hünenhafte Dieb hatte keine Probleme. Torian fühlte sich nicht besonders wohl in der Kleidung eines Toten, und das hatte ganz und gar nichts mit Pietät zu tun. Diese Kleider waren so fremdartig und... unangenehm wie dieser ganze verfluchte Tempel. Noch immer zutiefst verstört — und weit mehr erschrocken, als er zuzugeben bereit war –, blickte er ein letztes Mal auf die beiden Toten hinab und trat dann neben den Dieb. Garth warf einen sichernden Blick auf den Gang, bevor sie das Zimmer verließen. Mit hochgeschlagenen Kapuzen hasteten sie weiter und tauchten in einen anderen Korridor ein, an dessen Ende eine einzelne Fackel brannte. Der Gang war völlig kahl, es gab hier weder Fenster noch abzweigende Türen. Der Tempel schien zu einem Gutteil aus nichts anderem als leeren Gängen zu bestehen. Und doch hatte Torian nach wenigen Schritten das Gefühl, beobachtet zu werden...

Unbehaglich wandte er ein paarmal den Kopf und sah zurück, aber der Gang hinter ihnen war leer. Trotzdem wurde das Gefühl eher stärker; er glaubte, die lauernden Blicke eines unsichtbaren Beobachters wie die Berührung einer eisigen Hand in seinem Nacken zu spüren.

Ärgerlich verscheuchte er die Vorstellung. Es war nicht mehr als eine Illusion, mit der das Böse, das sich in den Mauern des Tempels manifestiert hatte, ihn zu narren versuchte. Ein weiterer Trick dieses Tempels, sich unliebsamer Besucher zu erwehren, mehr nicht. Nervös schloß er zu Garth auf. Aber seine Hand tastete unter der Kutte nach dem Schwert, ohne daß er die Bewegung zu unterdrücken vermochte.

Sie erreichten das Ende des Ganges und gingen in einen weiteren Korridor hinein, der dem ersten völlig zu gleichen schien. Auch hier brannte nur am anderen Ende eine Fackel. Und auch hier... Torian fuhr wie unter einem Hieb zusammen, als er begriff. Entsetzt blieb er stehen. »Das... das ist doch nicht möglich!« flüsterte er. Seine Augen wurden groß, als er sich herumdrehte und die schier endlose Phalanx der Gänge sah, die halbkreisförmig hinter ihnen abzweigten, einer ein perfektes Ebenbild des anderen, lang und kahl und mit einer brennenden Fackel am Ende.

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