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Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin

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Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
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Ihre ehemals schönen Züge waren vom Gift übel verbrannt. Ich wusste, dass Nektar oder Ambrosia, egal in welchen Mengen, sie nicht retten könnten.

Etwas wird passieren. Rachels Worte hallten in meinen Ohren wider. Eine List, die mit dem Tod endet.

Jetzt wusste ich, was sie meinte, und ich wusste, wer die Ares-Hütte in die Schlacht geführt hatte.

Ich schaute in das Gesicht der sterbenden Silena Beauregard.

Ich sitze auf dem Schleudersitz

»Was hast du dir nur dabei gedacht?« Clarisse wiegte Silenas Kopf auf ihrem Schoß.

Silena versuchte zu schlucken, aber ihre Lippen waren trocken und rissig. »Wollten nicht … hören. Hütte folgt … nur dir.«

»Und dann hast du meine Rüstung gestohlen«, sagte Clarisse ungläubig. »Du hast gewartet, bis Chris und ich auf Streife waren, hast meine Rüstung gestohlen und dich als Clarisse ausgegeben.« Sie starrte ihre Geschwister wütend an. »Und ihr habt das ALLESAMT nicht bemerkt?«

Die Ares-Camper entwickelten ein plötzliches Interesse an ihren Kampfstiefeln.

»Mach ihnen keine Vorwürfe«, sagte Silena. »Sie wollten … wollten glaubten, dass ich du war.«

»Du blöde Aphroditegöre«, schluchzte Clarisse. »Du hast einen Drakon angegriffen? Warum?«

»Das ist alles meine Schuld«, sagte Silena und eine Träne lief ihr das Gesicht hinab. »Der Drakon, Charlies Tod … das Camp in Gefahr …«

»Hör auf!«, sagte Clarisse. »Das stimmt ja gar nicht.«

Silena öffnete die Hand. Auf ihrer Handfläche lag ein silbernes Armband mit einem Anhänger in Form einer Sense, dem Zeichen des Kronos.

Eine kalte Faust schloss sich um mein Herz. »Du warst die Spionin.«

Silena versuchte zu nicken. »Ehe … ehe ich mich in Charlie verliebt habe, war Luke immer nett zu mir. Er war so … charmant. Sah gut aus. Später wollte ich ihm nicht mehr helfen, aber er drohte, mich zu verraten. Er versprach … er versprach, dass ich Leben retten könnte. Es würden nicht so viele verletzt werden. Er hat gesagt, er würde … Charlie nichts tun. Er hat mich belogen.«

Ich begegnete Annabeths Blick. Ihr Gesicht war kreideweiß. Sie sah aus, als sei ihr soeben der Boden unter den Füßen weggezogen worden.

Hinter uns tobte die Schlacht weiter.

Clarisse starrte ihre Hüttengenossen wütend an. »Jetzt helft endlich den Zentauren. Und verteidigt die Eingänge. LOS!«

Die anderen stürzten sich in die Schlacht.

Silena holte schmerzhaft Atem. »Verzeiht mir.«

»Du stirbst nicht«, beharrte Clarisse.

»Charlie …« Silenas Blick war unendlich weit weg. »Charlie sehen …«

Das waren ihre allerletzten Worte.

Clarisse schmiegte sich an sie und weinte. Chris legte ihr die Hand auf die Schulter.

Endlich drückte Annabeth Silena die Augen zu.

»Wir müssen weiterkämpfen.« Annabeths Stimme war brüchig. »Sie hat ihr Leben gegeben, um uns zu helfen. Wir sind ihr das schuldig.«

Clarisse schniefte und wischte sich die Nase ab. »Sie war eine Heldin, ist das klar? Eine Heldin.«

Ich nickte. »Komm, Clarisse.«

Sie hob das Schwert eines ihrer gefallenen Geschwister auf. »Dafür wird Kronos bezahlen.«

Ich würde gern behaupten, dass ich den Feind vom Empire State Building vertrieben hätte. Aber in Wirklichkeit hat Clarisse die ganze Arbeit gemacht. Sogar ohne Rüstung oder Speer war sie eine Dämonin. Sie lenkte ihren Wagen mitten in die Titanenarmee und zerschmetterte alles, was ihr in den Weg kam.

Sie war so mitreißend, dass sogar die in Panik geratenen Zentauren wieder loslegten. Die Jägerinnen entrissen den Gefallenen ihre Pfeile und gaben eine Salve nach der anderen auf den Feind ab. Die Ares-Hütte schlug und hackte, das machten sie schließlich am liebsten. Die Monster zogen sich zur 35th Street zurück.

Clarisse fuhr zum Kadaver des Drakons und schlang eine Fangleine durch seine Augenhöhlen. Sie trieb ihre Pferde an und fuhr los, wobei der Drakon wie ein chinesischer Neujahrsdrache hinter ihrem Wagen hergeschleift wurde. Sie setzte den Feinden hinterher, brüllte Verwünschungen und forderte sie zum Kampf heraus. Ich sah, dass sie buchstäblich glühte. Rotes Feuer flackerte um sie herum.

»Der Segen des Ares«, sagte Thalia. »Das habe ich noch nie mit eigenen Augen gesehen.«

Für den Moment war Clarisse so unverwundbar wie ich. Unsere Feinde schleuderten Speere und schossen Pfeile ab, aber nichts konnte sie treffen.

»ICH BIN CLARISSE, DIE DRACHENTÖTERIN!«, schrie sie. »Ich bringe euch ALLE um! Wo steckt Kronos? Schafft ihn her. Ist er zu feige?«

»Clarisse«, schrie ich. »Komm zurück!«

»Was ist los, Titanenherrscher?«, schrie sie. »JETZT MACH SCHON!«

Von den Feinden kam keine Antwort. Langsam zogen sie sich hinter die Schildmauer aus Dracaenae zurück, während Clarisse Kreise auf der Fifth Avenue drehte und jeden herausforderte, sich ihr in den Weg zu stellen. Der fast siebzig Meter lange Drakonkadaver kratzte hohl über das Straßenpflaster wie tausend Messer.

Währenddessen kümmerten wir uns um unsere Verwundeten und trugen sie ins Foyer. Clarisse fuhr noch immer mit ihrer entsetzlichen Trophäe auf der Straße hin und her und verlangte, dass Kronos ihr im Kampf gegenübertrat.

»Ich passe auf sie auf«, sagte Chris. »Irgendwann wird sie müde. Und dann sorge ich dafür, dass sie reinkommt.«

»Was ist mit dem Camp?«, fragte ich. »Ist da noch irgendwer?«

Chris schüttelte den Kopf. »Nur Argus und die Naturgeister. Und Peleus der Drache hütet noch immer den Baum.«

»Die halten nicht lange durch«, sagte ich. »Aber ich bin froh, dass ihr gekommen seid.«

Chris nickte traurig. »Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Ich habe versucht, Clarisse zur Vernunft zu bringen. Ich habe gesagt, es hat keinen Sinn, das Camp zu verteidigen, wenn ihr alle umkommt. Alle unsere Freunde sind hier. Es tut mir leid, dass Silena deshalb …«

»Meine Jägerinnen helfen dir bei der Verteidigung«, sagte Thalia. »Annabeth und Percy, ihr solltet zum Olymp hochfahren. Ich habe das Gefühl, dass sie euch dort oben brauchen – um das letzte Gefecht vorzubereiten.«

Der Portier war aus dem Foyer verschwunden. Sein Buch lag umgedreht auf seinem Tresen und sein Stuhl war leer. Ansonsten wimmelte es aber von verwundeten Campinsassen, Jägerinnen und Satyrn.

Connor und Travis Stoll warteten bei den Fahrstühlen auf uns.

»Stimmt das?«, fragte Connor. »Das mit Silena?«

Ich nickte. »Sie ist als Heldin gestorben.«

Travis trat von einem Fuß auf den anderen. »Äh, ich habe außerdem gehört …«

»Das reicht«, erklärte ich. »Genug davon.«

»Na gut«, murmelte Travis. »Hör mal – wir nehmen an, dass die Titanenarmee nicht so leicht in den Fahrstuhl passt. Sie werden in kleinen Gruppen hochfahren müssen. Und die Riesen schaffen es überhaupt nicht.«

»Das ist unser größter Vorteil«, sagte ich. »Kann man den Fahrstuhl irgendwie ausschalten?«

»Der funktioniert mit Magie«, sagte Travis. »Eigentlich braucht man eine Schlüsselkarte, aber der Portier ist verschwunden. Das bedeutet, dass die Verteidigung bröckelt. Jetzt kann jeder in den Fahrstuhl gehen und einfach nach oben düsen.«

»Dann müssen wir sie von den Türen weghalten«, sagte ich. »Wir fangen sie im Foyer ab.«

»Wir brauchen Verstärkung«, sagte Travis. »Sie werden einfach hereinströmen. Und irgendwann sind es einfach zu viele.«

»Es gibt keine Verstärkung«, klagte Connor.

Ich schaute zu Mrs O’Leary hinaus, die auf die Glastüren atmete und sie mit Höllenhundspeichel verschmierte.

»Vielleicht stimmt das ja gar nicht«, sagte ich.

Ich ging hinaus und legte Mrs O’Leary eine Hand auf die Schnauze. Chiron hatte ihre Pfote verbunden, aber sie humpelte noch immer. Ihr Fell war mit Lehm, Blättern, Pizzastücken und getrocknetem Monsterblut verklebt.

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