Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
»Geht es Tyson gut?«, fragte ich.
Diese Frage schien meinen Dad zu überraschen. Ja. Er macht seine Sache viel besser, als ich erwartet hatte, obwohl ›Auf die Nuss‹ ein eher seltsamer Schlachtruf ist.
»Du lässt ihn kämpfen?«
Wechsel nicht dauernd das Thema! Ist dir überhaupt klar, was du da von mir verlangst? Dann wird mein Palast zerstört werden.
»Und der Olymp vielleicht gerettet!«
Weißt du überhaupt, wie lange ich gebraucht habe, um diesen Palast wiederherzustellen? Allein der Hobbyraum hat sechshundert Jahre gedauert.
»Dad!«
Na gut. Wie du willst. Aber, mein Sohn, bete, dass es klappt.
»Ich bete ja. Ich spreche schließlich mit dir, oder?«
Äh … ja. Stimmt. Achtung, Amphitrite!
Eine gewaltige Explosion ließ die Verbindung abreißen.
Ich glitt vom Thron hinab.
Grover musterte mich nervös. »Alles in Ordnung? Du bist ganz blass geworden … und dann hast du gedampft!«
»Hab ich nicht!« Dann sah ich meine Arme an. Dampf kräuselte sich aus meinen Hemdsärmeln. Die Haare auf meinen Armen waren versengt.
»Wenn du noch länger sitzen geblieben wärst«, sagte Annabeth, »wärst du in die Luft geflogen. Ich hoffe, das Gespräch war das wert?«
Muh, sagte der Ophiotaurus in seinem Wasserbecken.
»Das werden wir bald erfahren«, sagte ich.
In diesem Moment wurden die Türen des Thronsaals aufgerissen. Thalia kam hereinmarschiert. Ihr Bogen war zerbrochen und ihr Köcher war leer.
»Ihr müsst runterkommen«, sagte sie zu uns. »Unsere Feinde rücken vor. Und Kronos führt sie an.«
Meine Eltern schlagen zu
Als wir die Straße erreichten, war es zu spät.
Camper und Jägerinnen lagen verletzt auf dem Boden. Clarisse hatte offenbar einen Kampf gegen einen hyperboreischen Riesen verloren, denn sie und ihr Wagen waren in einem Eisblock erstarrt. Die Zentauren waren nicht zu sehen. Entweder waren sie in Panik geraten und geflohen, oder sie waren vernichtet worden.
Die Titanenarmee hatte das Gebäude umstellt und war noch etwa sieben Meter von den Türen entfernt. Kronos’ Leibgarde führte sie an: Ethan Nakamura, die Dracaena-Königin in ihrer grünen Rüstung und zwei Hyperboreer. Prometheus konnte ich nicht sehen. Dieser Schleimer versteckte sich vermutlich im Hauptquartier. Kronos dagegen stand ganz vorn und hob seine Sense.
Das Einzige, was ihm noch den Weg versperrte, war …
»Chiron«, sagte Annabeth mit zitternder Stimme.
Wenn Chiron uns gehört hatte, gab er jedenfalls keine Antwort. Er hatte einen Pfeil auf die Bogensehne gelegt und zielte auf Kronos’ Gesicht.
Sowie Kronos mich erblickte, loderten seine goldenen Augen auf. Jeder Muskel in meinem Körper verkrampfte sich. Dann wandte der Titanenherrscher seine Aufmerksamkeit wieder Chiron zu. »Aus dem Weg, mein Sohn.«
Zu hören, wie Luke Chiron mit »mein Sohn« anredete, war schon seltsam genug, aber Kronos legte solche Verachtung in seine Stimme, als sei »mein Sohn« die schlimmste Bezeichnung, die er sich überhaupt ausdenken könnte.
»Ich fürchte, nein.« Chirons Stimme war von stählerner Ruhe, wie immer, wenn er wirklich wütend ist.
Ich versuchte, mich zu bewegen, aber meine Füße fühlten sich an wie Beton. Auch Annabeth, Grover und Thalia schienen festzustecken.
»Chiron!«, sagte Annabeth. »Achtung!«
Die Dracaena-Königin verlor die Geduld und stürzte los. Chirons Pfeil traf sie genau zwischen den Augen und sie löste sich auf der Stelle in Dampf auf, während ihre leere Rüstung klappernd auf den Asphalt fiel.
Chiron wollte nach einem neuen Pfeil greifen, aber sein Köcher war leer. Er ließ den Bogen fallen und griff zum Schwert. Ich wusste, dass er nur sehr ungern mit dem Schwert kämpfte, es war noch nie seine Lieblingswaffe gewesen.
Kronos schmunzelte. Er trat einen Schritt vor und Chirons Pferdehälfte zitterte nervös. Sein Schwanz peitschte hin und her.
»Du bist Lehrer«, höhnte Kronos. »Und kein Held.«
»Luke war ein Held«, sagte Chiron. »Er war gut, bis du ihn verdorben hast.«
»NARR!« Kronos’ Stimme ließ die Stadt erbeben. »Du hast ihm den Kopf mit leeren Versprechungen gefüllt. Du hast gesagt, ich sei den Göttern wichtig!«
»Ich«, sagte Chiron. »Du hast ich gesagt.«
Kronos wirkte verwirrt und in diesem Moment schlug Chiron zu. Es war ein gutes Manöver – eine Finte, gefolgt von einem Hieb ins Gesicht. Ich hätte es nicht besser machen können, aber Kronos war schnell. Er besaß Lukes gesamtes Kampfgeschick, und das war beachtlich. Er schlug Chirons Klinge zur Seite und schrie: »ZURÜCK!«
Ein blendend weißes Licht explodierte zwischen Titan und Zentaur. Chiron wurde mit solcher Wucht gegen das Gebäude geschleudert, dass die Mauer über ihm zusammenbrach.
»Nein!«, schrie Annabeth. Der lähmende Zauber löste sich. Wir stürzten zu unserem Lehrer, konnten aber keine Spur von ihm finden. Thalia und ich zerrten hilflos an den Steinen, während ein böses Lachen wie eine Welle durch die Titanenarmee lief.
»DU!« Annabeth drehte sich zu Luke um. »Unvorstellbar, dass ich mal … Wie konnte ich nur …?«
Sie zog ihr Messer.
»Annabeth, nicht!« Ich versuchte, sie am Arm festzuhalten, aber sie schüttelte mich ab.
Sie griff Kronos an und sein selbstzufriedenes Grinsen verschwand. Vielleicht erinnerte irgendein Teil von Luke sich daran, dass er dieses Mädchen einmal gerngehabt hatte; dass er sich um sie gekümmert hatte, als sie noch ein Kind gewesen war. Sie rammte ihr Messer zwischen die Riemen seiner Rüstung, direkt neben seinem Schlüsselbein. Die Klinge hätte in seiner Brust versinken müssen, aber sie prallte ab. Annabeth krümmte sich und presste sich den Arm auf den Bauch. Der Rückstoß hatte wahrscheinlich ausgereicht, um ihre verletzte Schulter auszurenken.
Ich riss sie zurück, als Kronos seine Sense schwenkte und die Luft an der Stelle zerschnitt, wo sie gestanden hatte.
Sie wehrte sich und schrie: »Ich HASSE dich!«, und ich war nicht sicher, wen sie meinte – mich oder Luke oder Kronos. Tränen liefen durch den Staub auf ihrem Gesicht.
»Ich muss mit ihm kämpfen«, sagte ich zu ihr.
»Das ist auch mein Kampf, Percy!«
Kronos lachte. »So viel Kampfgeist. Ich kann schon verstehen, warum Luke euch verschonen wollte. Leider wird das nicht möglich sein.«
Er hob die Sense. Ich machte mich zur Abwehr bereit, aber ehe Kronos zuschlagen konnte, zerfetzte irgendwo hinter der Titanenarmee Hundegeheul die Luft: »ARRRRUUUUUU!«
Ich wagte es kaum zu hoffen, aber ich rief: »Mrs O’Leary?«
Die feindlichen Truppen bewegten sich unruhig. Und dann passierte etwas Seltsames. Sie teilten sich, öffneten eine Schneise auf der Straße, als ob etwas hinter ihnen sie dazu zwang.
Bald gab es entlang der Fifth Avenue eine freie Gasse. Und ganz hinten standen mein Riesenhund und eine kleine Gestalt in schwarzer Rüstung.
»Nico?«, rief ich.
»RUFF!« Mrs O’Leary sprang auf mich zu und achtete nicht auf die knurrenden Monster zu beiden Seiten. Nico schritt vorwärts. Die feindliche Armee wich zurück, als ob er den Tod ausstrahlte, was er natürlich auch tat.
Hinter dem Visier seines Totenkopfhelms lächelte er. »Hab deine Mitteilung erhalten. Kann man bei der Party noch einsteigen?«
»Sohn des Hades.« Kronos spuckte auf den Boden. »Liebst du den Tod so sehr, dass du ihn erleben möchtest?«
»Dein Tod«, sagte Nico, »wäre mir ein Vergnügen.«
»Ich bin unsterblich, du Idiot! Ich bin dem Tartarus entkommen. Du hast hier nichts zu suchen und keine Chance zu überleben.«
Nico zog sein Schwert – neunzig Zentimeter tückisch scharfes stygisches Eisen, schwarz wie ein Albtraum. »Das sehe ich anders.«