Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #5
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 05 - Die Letzte Gottin». Краткое содержание книги:
Doch dann richtete er sich auf wundersame Weise auf. Er drehte ab und schwebte einen Moment auf der Stelle. Dann begann er langsam den Sinkflug.
Es schien ewig zu dauern, aber endlich setzte er mitten auf der Fifth Avenue auf den Boden auf. Ich schaute durch die Windschutzscheibe und konnte meinen Augen nicht trauen. Annabeth saß am Steuer.
Als die Rotoren zum Stillstand kamen, stürzte ich los. Rachel öffnete die Seitentür und zog den Piloten heraus.
Sie war noch immer so gekleidet wie am Strand, mit Shorts, T-Shirt und Sandalen. Ihre Haare waren verfilzt und ihr Gesicht war nach dem Flug im Hubschrauber ganz grün.
Annabeth stieg ebenfalls aus.
Ich starrte sie voller Bewunderung an. »Ich wusste gar nicht, dass du einen Hubschrauber fliegen kannst.«
»Ich auch nicht«, sagte sie. »Aber mein Dad ist verrückt nach dem Fliegen. Und Dädalus hat einige Notizen über Flugmaschinen gemacht. Ich habe einfach versucht, zu erraten, wie das alles funktioniert.«
»Du hast mir das Leben gerettet«, sagte Rachel.
Annabeth bewegte ihre verletzte Schulter. »Na ja … wir wollen da keine Gewohnheit draus machen. Was willst du eigentlich hier, Dare? Bist du wirklich so blöd, in ein Kriegsgebiet zu fliegen?«
»Ich …« Rachel sah mich an. »Ich musste einfach kommen. Ich wusste, dass Percy in Schwierigkeiten ist.«
»Toll erkannt«, knurrte Annabeth. »Na, wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich muss mich um meine verletzten Freunde kümmern. Nett, dass du vorbeischauen konntest, Rachel.«
»Annabeth!«, rief ich.
Sie stürzte davon.
Rachel ließ sich auf den Bordstein fallen und schlug die Hände vors Gesicht. »Tut mir leid, Percy. Ich wollte nicht … immer richte ich so ein Chaos an.«
Da konnte ich ihr nicht widersprechen, aber ich war froh, dass ihr nichts passiert war. Ich schaute in die Richtung, in die Annabeth gerannt war, aber sie war in der Menge verschwunden. Ich konnte nicht fassen, was sie eben getan hatte – sie hatte Rachel das Leben gerettet, hatte einen Hubschrauber gelandet und war weggegangen, als sei das alles nicht der Rede wert.
»Ist schon gut«, sagte ich zu Rachel, obwohl es nicht überzeugend klang. »Was sollst du mir denn nun ausrichten?«
Sie runzelte die Stirn. »Woher weißt du das?«
»Ein Traum.«
Rachel sah nicht überrascht aus. Sie zupfte an ihren Shorts. Die waren von Zeichnungen bedeckt, was bei ihr nicht ungewöhnlich war, aber diese Symbole erkannte ich: griechische Buchstaben, Bilder von Perlen der Camp-Halsbänder, Skizzen von Monstern und Göttergesichtern. Ich begriff nicht, woher Rachel das alles hatte. Sie war nie auf dem Olymp oder im Camp Half-Blood gewesen.
»Ich habe auch Dinge gesehen«, murmelte sie. »Ich meine, nicht nur durch den Nebel. Das hier ist was anderes. Ich habe Bilder gemalt, Sätze geschrieben …«
»Auf Altgriechisch«, sagte ich. »Weißt du, was sie bedeuten?«
»Darüber wollte ich ja mit dir sprechen. Ich hatte gehofft … na ja, ich hatte gehofft, du würdest mit uns in den Urlaub fahren und mir helfen, zu begreifen, was mit mir los ist.«
Sie sah mich bittend an. Ihr Gesicht war von der Sonne verbrannt und ihre Nase pellte sich. Ich kam nicht über den Schock hinweg, sie hier vor mir zu sehen. Sie hatte ihre Familie gezwungen, ihren Urlaub abzubrechen, hatte sich bereit erklärt, eine schreckliche Schule zu besuchen und war dann mit einem Hubschrauber mitten in eine Schlacht von Monstern geflogen, nur um mich zu sprechen. Auf ihre Weise war sie ebenso tapfer wie Annabeth.
Aber diese Visionen machten mich fertig. Vielleicht passierte das ja allen Sterblichen, die durch den Nebel schauen konnten. Aber meine Mom hatte so etwas nie erwähnt, und ich musste immer wieder daran denken, was Hestia über Lukes Mom gesagt hatte: May Castellan ist zu weit gegangen. Sie sah zu viel.
»Rachel«, sagte ich. »Ich wünschte, ich wüsste es. Vielleicht sollten wir Chiron fragen.«
Sie zuckte zusammen wie bei einem Elektroschock. »Percy, irgendwas wird passieren. Eine List, die mit dem Tod endet.«
»Wie meinst du das? Wessen Tod?«
»Ich weiß nicht.« Sie sah sich besorgt um. »Spürst du das nicht?«
»Solltest du mir das ausrichten?«
»Nein.« Sie zögerte. »Tut mir leid. Ich rede Unsinn, aber dieser Gedanke ist mir eben gerade erst gekommen. Das, was ich am Strand geschrieben habe, war etwas anderes. Dein Name kam darin vor.«
»Perseus«, erinnerte ich mich. »Auf Altgriechisch.« Rachel nickte. »Ich weiß nicht, was das bedeutet. Aber ich weiß, dass es wichtig ist. Du musst es hören. Dort stand: Perseus, du bist nicht der Heros.«
Ich starrte sie an, als hätte sie mich geschlagen. »Du bist Tausende von Kilometern gereist, um mir zu sagen, dass ich nicht der Heros bin?«
»Das ist wichtig«, sagte sie. »Es wird deine Taten beeinflussen.«
»Nicht der Heros aus der Weissagung?«, fragte ich. »Nicht der Heros, der Kronos besiegt? Was meinst du damit?«
»Ich … tut mir leid, Percy. Mehr weiß ich nicht. Ich musste es dir sagen, weil …«
»Wie schön!« Chiron kam angetrabt. »Das muss Miss Dare sein.«
Ich hätte ihn gern angeschrien, er solle verschwinden, aber das ging natürlich nicht. Ich musste meine Gefühle unter Kontrolle bringen. Ich hatte das Gefühl, dass mich wieder ein persönlicher Hurrikan umwirbelte.
»Chiron, Rachel Dare«, sagte ich. »Rachel, das ist mein Lehrer Chiron.«
»Hallo«, sagte Rachel düster. Es schien sie überhaupt nicht zu überraschen, dass Chiron ein Zentaur war.
»Sie schlafen nicht, Miss Dare«, sagte er. »Aber Sie sind doch sterblich?«
»Ich bin sterblich«, stimmte sie zu, als sei das eine deprimierende Vorstellung. »Der Pilot ist eingeschlafen, sowie wir den Fluss hinter uns gebracht hatten. Ich weiß nicht, warum ich wach geblieben bin. Ich wusste nur, dass ich herkommen musste, um Percy zu warnen.«
»Um Percy zu warnen?«
»Sie hatte Visionen«, sagte ich. »Sie hat Dinge aufgeschrieben und Zeichnungen gemacht.«
Chiron hob eine Augenbraue. »Ach ja? Erzählen Sie.«
Sie sagte ihm, was sie auch mir schon erzählt hatte.
Chiron strich sich den Bart. »Miss Dare … Vielleicht sollten wir miteinander reden.«
»Chiron«, platzte es aus mir heraus. Ich sah plötzlich ein entsetzliches Bild vom Camp Half-Bood um 1990 vor mir, und May Castellans Schrei erklang vom Dachboden. »Sie … Sie werden Rachel doch helfen? Ich meine, Sie werden ihr doch klarmachen, dass sie ganz vorsichtig sein muss? Sie darf nicht zu weit gehen.«
Sein Schwanz schlug hin und her wie immer, wenn er sich Sorgen machte. »Ja, Percy. Ich werde mir alle Mühe geben, zu begreifen, was hier vor sich geht, und Miss Dare zu beraten, aber das kann dauern. So lange solltest du dich ausruhen. Wir haben deine Eltern mit ihrem Wagen in Sicherheit gebracht, und unsere Feinde bewegen sich im Moment offenbar nicht. Wir haben im Empire State Building Feldbetten aufgestellt. Also schlaf ein wenig.«
»Alle sagen, ich soll schlafen«, meinte ich. »Ich brauche keinen Schlaf.«
Chiron rang sich ein Lächeln ab. »Hast du in letzter Zeit mal in den Spiegel geschaut, Percy?« Ich blickte meine Kleider an, die versengt, verkohlt, zerfetzt und zerrissen waren nach meiner Nacht voller Kämpfe. »Ich sehe aus wie der Tod«, gab ich zu. »Aber meinen Sie, ich kann schlafen nach allem, was gerade passiert ist?«
»In der Schlacht bist du vielleicht unverwundbar«, sagte Chiron tadelnd, »aber dein Körper ermüdet dadurch auch schneller. Ich weiß das noch von Achilles. Wann immer der Junge nicht kämpfte, schlief er. Er hat jeden Tag mindestens zwanzig Nickerchen gemacht. Du brauchst deine Ruhe, Percy. Du bist vielleicht unsere einzige Hoffnung.«
Ich wollte einwenden, dass ich durchaus nicht ihre einzige Hoffnung war. Und wenn Rachel Recht hatte, war ich nicht einmal der Heros. Aber Chirons Blick machte deutlich, dass er kein Nein akzeptieren würde.